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Politik : Rechtsextremismus oder Mitterextremismus?

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Der Freitags-Artikel 'Für Diktatur und Führer: Neue Studie zu rechtsextremen Denkmustern' geht auf eine Studie ein, die in mir als Linker sowohl meine Befürchtungen verstärkt, wie auch meinen Widerstandsgeist aktiviert.

Ich habe zunehmend ein historisches Deja-Vu-Gefühl, als wären wir mitten in einer Zeitschleife, die das erste Drittel des 20. Jahrhunderts wiederholt. Freilich ist es keine exakte Wiederholung, aber die Muster decken sich beängstigend. Neben den inneren Denkmustern sind auch die äußeren Sachverhaltsmuster da: multiple Krise, Großkonkurrenzdenken, Krieg, Sozialdarwinismus, Sündenböcke, Rechtsruck.

Es ist heute eine derartige Flut von negativen Entwicklungen, dass ich hier der Prägnanz wegen nicht extra darauf eingehe und auf die informativen und interessanten Nachdenkseiten verweise.

Dort wird auch ein Begriff hervorgehoben: die Gegenöffentlichkeit. Eine Bevölkerung mit einem politischen, ökonomischen, gesellschaftlichen und medialen Bewusstsein für die eigentlichen Probleme und Problemerzeuger. Der Schlüssel zur Lösung ist die breite Bevölkerung. Dergestalt sehe ich einen Begriff und Sachverhalt als essenziell: den Extremismus der Mitte (Mitterextremismus). Siehe dazu den entsprechend interessanten Freitags-Artikel 'Das Fürchten gelehrt'. Weiters interessant ist der Freitags-Artikel 'Das Wuchern der Mitte'.

Da liegt denke ich der Hase im Pfeffer. Mit dem relativ kleinen Prozentsatz der Rechtsextremisten, Linksextremisten und religiösen Fundamentalisten käme eine funktionierende Demokratie zurecht. Wenn eine Demokratie jedoch deutlich mitterextremistisch wird, dann schafft sie sich selber ab. Die Weimarer Republik war dergestalt eine defizitäre Demokratie, die BRD betrachte ich ähnlich.

Eine gefestigte Demokratie ließe sich durch Rechtsextremismus, Linksextremismus und religiösen Fundamentalismus nicht aus den Fugen bringen. Eine gefestigte Demokratie ließe sich auch nicht zu Mitterextremismus hinreißen. Eine gefestigte Demokratie bewahrt sich durch fortlaufendes positives Engagement aller nicht-extremistischen und nicht-fundamentalistischen Bürger.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.