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Lange haben wir nichts von ihm gehört, man könnte fast sagen es war zu still, um den rechtsaußen Ausleger der SPD und Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin. Doch nun meldete er sich wieder zu Wort.
Der ehemalige Finanzsenator Berlins äußerte sich mal wieder zu seinem Lieblingsthema, den "dummen Migranten". Auf einer Tagung des südhessischen Unternehmerverbandes sagte er:
Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer.
Dies begründet Herr Sarrazin mit dem Zuzug von Migranten, welche eine niedrigere Intelligenz aufwiesen als Deutsche - wieder in seinem Blickfeld Migranten aus dem Nahen Osten und der Türkei. Nachdem er diesen schon vorgeworfen hatte, nur kleine Kopftuchmädchen zu produzieren und nicht mehr zu erreichen, als den Job als Obst- und Gemüsehändler, wirft er diesen nun mangelnde Intelligenz vor.
Mangelnde Bildung?
Dass diese durchwegs weniger intelligent seien als Deutsche, erkennt er daran, dass sie niedrigere Bildungsabschlüsse erreichen als deutschstämmige Mitbürger.
Nun fragt man sich, warum er denn Bildung mit Intelligenz gleichsetzt?
Natürlich ist es für eine weniger begabte Person schwieriger das Abitur erfolgreich abzuschließen, ob diese nun Migrant ist oder nicht, sollte dabei relativ irrelevant sein.
Der Grund, warum Mitbürger mit Migrationshintergrund niedrigere Schulabschlüsse erreichen, liegt nicht darin, dass diese dümmer sind, sondern ihnen die sprachlichen Fähigkeiten fehlen. Dabei kommt eine Integrationspolitik zum tragen, welche besonders in den 60ern bis 80er Jahren nicht die wirklich langfristige Integration zum Ziel hatte, sondern nur die auf Arbeitskraft der "Migranten" fokussiert war.
Wenn man nun diesen Menschen und ihren Kindern eine bessere Perspektive bieten will, sollte man die deutsche Sprache stärker fördern und diese Menschen nicht zusätzlich auch noch diskriminieren.
Wir werden dümmer?
Wenn man wie Herr Sarrazin Bildung nun mit Intelligenz gleichsetzt, muss man ihm dennoch widersprechen. Während 1960 nur knapp 8% der westdeutschen Schulabgänger die Schule mit einem Abitur oder Fachabitur verließen, waren es 2006 43,1%. Dies bedeutet einen deutlichen Anstieg der Absolventen des höheren Bildungsweges und sollte sogar für Sarrazin erkennbar sein. Eine sinkende Bildung kann man daraus sicherlich nicht ableiten.
Die Zahl der Abiturienten ist deutlich gestiegen, woraus die Vertreter der "Bildung=Intelligenz Theorie" einen deutlichen Anstieg der Intelligenz erkennen sollten, was allerdings ebenso fraglich ist wie die Behauptung von der Verdummung der Gesellschaft.
Der Anteil der Migranten unter den Abiturienten ist relativ gering, dies zeigt, dass es noch ein langer Weg zur Chancengleichheit ist. Bemühen sollte man sich nun um mehr und bessere Angebote zur Förderung der Sprache schon im Vorschulalter.
Mangel an sozialer Kompetenz
Es gibt allerdings einen Teilbereich der Intelligenz sowie der Bildung an dem es wirklich mangelt. Dieser Bereich ist die soziale Kompetenz sowie die Erkenntnis, das Intelligenz nichts mit der Herkunft eines Menschens zu tun hat, was schon in frühester Schulzeit vermittelt werden sollte. Man sollte doch die Lehre gezogen haben aus einem falschen Menschenbild, welches Menschen aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert und diesen pauschal Eigenschaften zuordnet. Auch Herr Sarrazin sollte wissen, dass es überall mehr oder weniger begabte Menschen gibt, die Herkunft spielt dabei keine Rolle. Nun hängen Intelligenz und Bildung nicht zwingend voneinander ab, wodurch auch weniger begabte sehr gebildet sein können und begabtere weniger gebildet, wenn ihnen zum Beispiel die Chancen zu einer umfassenden Bildung fehlen.
Auch sollte man Menschen, die eine schlechtere Perspektive haben z.B. durch die nicht perfekt beherrschte Sprache, ermutigen ihre Situation zu verbessern und sie möglichst dabei auch unterstützen und sie nicht beleidigen.
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Ich bin mir nicht sicher, ob so eine ernsthafte ausfuehrliche Auseinandersetzung mit Sarrazins Absonderungen diese nicht noch aufwertet.
Intelligenz ist nicht gleich Bildung und umgekehrt - mit einer Einschraenkung - ein bisschen Intelligenz braucht's schon fuer eine hoehere Bildung. Menschen mit wenig formaler Bildung koennen durchaus begabt (gewesen) sein, aber hoeher gebildete kaum voellig minderbemittelt. Ab einer bestimmten (fliessenden) Grenze nuetzt die beste Herkunft und Foerderung nichts mehr (oder doch, nur eben nicht so viel). |
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ich halte es für richtig, dass die bildungsabschlüsse von schülern mit migrationshintergrund verbessert werden müssen und der wichtigste Schlüssel dabei die Beherrschung der deutschen Sprache ist. Wenn wir genau das fördern und fordern, dann haben diejenigen, die zu uns kommen und in unserem Land leben wollen, große chancen und bereichern uns alle.
mfg mh |
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Da wären wir bei Heinz Buschkowsky, der das in Berlin-Neukölln durchzusetzen versucht. ;-)
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Dem kann ich nur zustimmen. Allerdings braucht man auch ein verändertes Schulsystem
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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