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Die Freiheitsliebe

10.05.2011 | 18:01

Das wahre Gesicht unseres “humanen” Kriegsbündnisses

Das Menschen vor dem Schrecken des libyschen Kriegs flüchten würden, war von Anfang zu erwarten. Was soll hilflose Zivilisten auch anders tun, wenn ihre Heimat sowohl von der Nato, als auch von Gadaffi-Truppen bombardiert wird. Die Flucht wird auch erwartungsgemäß mit eher kleinen Schiffen begangen, denn luxuriöse Dampfer oder gar fliegen können sich die Wenigsten leisten.

Nun wurde die Geschichte von 71 Menschen und ihrer Odyssee bekannt. 71 Menschen waren am 25 März aus Tripolis aufgebrochen, um eine sichere Zuflucht vor Tod, Gewalt und Hoffnungslosigkeit zu finden. 71 Menschen, die sich vorher nicht vorstellen konnten, dass sie von den Europäern nicht gerettet werden würden. Der britische Guardian berichtete,  dass es bereits nach 18 Stunden auf dem Meer es Probleme mit den Maschinen gab. Über das Satellitentelefon an Bord wurde unter anderen der Geistliche Moses Zerai kontaktiert, der in Rom die Flüchtlingsorganisation Habeshia leitet. Dieser alarmierte die italienische Küstenwache, die einen Hilferuf aussandte.

Kekse und Wasser geschmissen

Schon nach wenigen Tagen soll ein italienischer Nato-Hubschrauber über dem Boot aufgetaucht sein. Er teilte dem Kapitän des Flüchtlingsboot mit, dass Hilfe unterwegs sei und sie den richtigen Kurs auf Lampedussa fahren würden, welchem das Boot folgen solle. Danach warf er einige Wasserflaschen und Kekse ab und verschwand. Die Pakette Kekse und Wasser waren allerdings die einzige Unterstützung, der sich die Flüchtlinge in den nächsten zwei Wochen ihres Lebens noch erfreuen durften. Denn der italienische Hubschrauber mag beabsichtigt haben Hilfe zu schicken, doch er lies die Flüchtlinge im Stich, ebenso wie der Rest der italienischen Küstenwache, welche Hilfe schicken wollte, das Versprechen aber vergas.

Mehr durften die Flüchtlinge auch nicht von der Besatzung des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle erwarten, welchem sie einige Tage später eine Funkmeldung schickten. Die dieser aber nie empfing, wenn man der französischen Marine glauben darf, obwohl von dem Flugzeugträger zwei Hubschrauber in die Luft stiegen um mit dem Flüchtlingsboot Kontakt aufzunehmen.

Menschen sterben, während wir uns verbunkern

Während die italienische und die französische Marine Hilfe versprachen, mussten die Menschen auf dem Boot jeden Tag neue Leichen von Bord werfen. Denn schon nach wenigen Tagen, starben die Ersten und es wurden immer mehr, denn dem Schiff mangelte es nicht nur an Treibstoff, sondern auch an Nahrung und vor allem an trinkbarem Wasser. Während die Menschen an Bord starben, sprachen unsere Politiker davon, wie wichtig es sei, dass man den libyschen Rebellen helfe. Wie wichtig sind Waffen für Kämpfende, während Zivilisten, Mütter und Kinder, an Bord eines Schiffes unter den Augen von europäischen Soldaten verhungern? Die Abschottung der europäischen Grenzen war das Ziel und dies sollte sich nicht einmal ändern für ein Boot voller Flüchtlinge, die um ihr Leben kämpften!

 

Tripolis als Ende

Die Reise endete nach mehr als zwei Wochen an dem Ort, an dem sie angefangen hatte, in der libyschen Hauptstadt, Tripolis. Denn der Kapitän des Schiffes hatte in der Hoffnung, er würde bald Lampedussa erreichen, das letzte Benzin aufgebraucht und aufs Festland gesteuert, was sich allerdings als italienisches Festland herausstellte. Das Schiff erreichte Tripolis mit nur noch 11 Überlebenden, 60 weniger als zu Beginn dieser tragischen Odysse, die auch nicht am Festland endete. Denn zwei der Passagiere starben kurz nach der Ankunft, einer in einem libyschen Gefängnis.

Die Überlebenden erzählten, sie hätten das Wasser, welches sie vom Hubschrauber bekommen hätten, den Babys gegeben – die Eltern der Kinder waren unter jenen, die bei der Tragödie ums Leben kamen. Einer der Überlebenden sprach gegenüber einem TV-Sender, davon, dass ihm nur sein eigener Urin das Leben gerettet habe, denn diesen sei er gezwungen gewesen zu trinken.

Damit sich ein solches Ereignis nicht wiederholt brauchen wir offene Grenzen und zwar offene Grenzen für alle Menschen, die Zuflucht suchen vor Krieg, Gewalt, Hunger und politischer Verfolgung!

 
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