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Politik : Ein europäisches Schiff sinkt und tausende aus Afrika

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Vor wenigen Tagen sank vor der Küste Europas ein Schiff, einige Menschen starben und die Medien berichteten tagelang über dieses schreckliche Unglück. Die Passagiere des Schiffs hat eine Kreuzfahrt vor sich, die sie in verschiedene Häfen Europas bringen sollte, doch sie endete schrecklich, bevor sie wirklich begann. Politiker aus ganz Europa zeigten sich entsetzt und sprachen den Angehörigen ihr Mitgefühl aus.

Auch wir trauern um die Gestorbenen, doch wir stellen uns eine Frage, die kein einziges Medium aufgriff. Wieso trauert niemand um die afrikanischen Flüchtlinge, die auf dem Weg nach Europa sterben, warum nur um die Deutschen, die auf einem Passagierschiff starben?

Europa schottet sich ab

Tagtäglich versuchen Menschen aus Afrika nach Europa zu flüchten, die meisten nehmen dabei eine schreckliche Reise durch die lybische Wüste auf sich um in einem kleinen Bott nach Europa zu kommen. Viele sterben schon auf dem Weg zu den Häfen an der Küste Afrikas. Jene die diese schrecklichen Teil der Reise überstehen müssen dem Tod wieder in Auge blicken und sich auf unsicheren Gewässern nach Europa wagen. Viele überleben die Strömungen des Mittelmeers nicht oder sind gezwungen nach wenigen Kilometern umzukehren, die die es nahe an die Küsten Europas schaffen, werden von Frontex abgefangen und in menschenunwürdige Auffanglanger gesteckt. Nach jedem größeren Unglück eines Flüchtlingsschiffs sprechen die europäischen Politiker von dem notwendigen Schutz, den wir brauchen. Wieso aber trauern die Herrschenden nicht um die toten Flüchtlinge?

In welcher Welt leben wir, wenn wir tagelang über tote Europäer sprechen, afrikanische Flüchtlinge aber vor unserer Küste untergehen lassen? Ich kann nicht über das gesunkene Kreuzfahrtschiff nachdenken ohne an die tausendenen toten Flüchtlinge zu denken, die jedes Jahr vor unserer Küste sterben.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.