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Politik : Keine Zigaretten, keine Musik – Scharia-kontrollierte-Zonen?!

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Die deutschen und auch die europäischen Medien berichten häufig von den Wahabiten, einer fundamentalistischen Glaubensrichtung des Islams. In Deutschland wird in diesem Zusammenhang besonders über Pierre Vogel/Abu Hamza berichtet, einen Anhänger des Wahabitentums. Er ist allerdings einer der Wenigen in Deutschland, die den Islam fundamentalistisch auslegen wollen und hat wenig Einfluss unter den Muslimen. In London dagegen scheint der Wahabitismus auf dem Vormarsch zu sein!

Viertel in denen Alkohol, Musik, Zigaretten und freizügig gekleidete Frauen verboten sind, kannten wir höchstens aus Afghanistan oder Saudi-Arabien, nun sollen solche Viertel auch in London entstehen. Als liberaler Blogger, der die Rechte der Religionsfreiheit verteidigt wenn es nur geht, die Meinungsfreiheit als eines der höchsten Güter unserer Gesellschaft ansieht und Toleranz zu den Grundwerten einer gesunden Demokratie zählt, packt mich das blanke Entsetzen, wenn ich über solche Versuche lesen muss!

Scharia in London?

England hat überaus liberale Werte und die dortigen Muslime sind weitaus akzeptierter, als das in manch anderen europäischen Ländern der Fall ist. Nun aber wollen Anhänger des erzkonservativen Predigers Choudari scharia-konforme Viertel erschaffen. Toleranz ist ein Wert den wir hochhalten gegen die Feinde der Demokratie und der (Religions-) Freiheit. Aber wir können und dürfen es nicht zulassen, wenn solche Fanatiker anderen Menschen ihre Meinung aufzwingen und sie ihrer Freiheit berauben wollen.

Jeder Mensch kann beten, kann fasten und kann sich religiöse Grundsätze halten, aber niemand hat das Recht diese Grundsätze anderen aufzuzwingen. Die Toleranz verteidigen wir, aber sie endet dort, wo sie in die Freiheit anderer eingreift. Es darf nicht sein, dass Fundamentalisten anderen Menschen ihren Lebensstil aufzwingen wollen. Es darf nicht sein, dass wir als liberale und antirassistisch eingestellt Menschen eine solche Form der Unterdrückung dulden oder sogar gut heißen.

Den Schaden den solchen Aktionen anrichten, müssen die liberalen und weltoffenen Muslime ertragen, welche eine deutliche Mehrheit innerhalb der Muslime in Großbritannien und auch Deutschland darstellen. Es ist nun auch ihre Pflicht sich offen und laut gegen solche Fundamentalisten zu stellen. Sie dürfen es nicht dulden, dass eine kleine Gruppe sie in Geiselhaft nimmt und wir dürfen es nicht dulden, dass nun Rechtspopulisten versuchen, dies als typisch muslimisch darzustellen!

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.