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Nichtssagender Nationalismus bringt den Erfolg, diese Aussage stimmt zumindest, wenn man sich die Ergebnisse der Parlamentswahlen vom vergangenen Sonntag in Ungarn anschaut. Dort wurde mit 52,8 % die ungarisch national-konserative Partei Fidesz von Viktor Orban gewählt. Er vermied es jedoch, klare Aussagen zu machen, sondern blieb bei Anschuldigungen gegen die Sozialdemokraten sowie populistischen Sprüchen. Mit diesem Ergebnis lag die Fidesz weit vor den bisher regierenden Sozialdemokraten, die knapp 19% erreichten. Nur ein wenig schwächer war die faschistische und rechtsextreme Jobbik Partei, die im Wahlkampf besonders mit aggressiven Aufmärschen ihrer inzwischen verbotenen Ungarischen Garden und Hetze gegen Sinti und Roma sowie Antisemitismus auffiel.
Bemerkbar machten sich Politiker der Jobbik mit Aussagen wie
"Der Schekel stinkt nicht, und so kaufen sie Ungarn auf.
Insgesamt konnte sich Fidesz schon 206 der 386 Mandate sichern und erhielt somit die absolute Mehrheit. Auf die Sozialdemokraten entfielen 28 Sitze, auf Jobbik 26. Als vierte Partei ist auch die linke Grüne mit 5 Mandaten im Parlament vertreten.
In 121 Wahlkreisen kommt es am 25.April allerdings erneut zu Wahlen, da in diesen während des ersten Wahlganges kein Kandidat die absolute Mehrheit erzielen konnte und nun noch einmal gewählt werden muss. Beim zweiten Wahlgang reicht allerdings schon die relative Mehrheit, um ins Parlament gewählt zu werden. Somit könnte die Fidesz die 2/3 Mehrheit im Parlament erlangen, wodurch sie in der Lage wäre, weitgehende Verfassungsänderungen durchzusetzen.
Dies würde die ohnehin schon schwache Stellung von ethnischen wie religiösen Minderheiten im Land weiter schwächen, da Viktor Orban schon angekündigt hat, härter gegen "kriminille Ausländer und Zigeuner" vorzugehen.
Im Gegensatz zu den Wahlen in Östereich im Jahre 2000, als die FPÖ mit in die Regierung einzog und den starken Ergebnissen der Rechten in der Schweiz, gibt es noch kaum internationale Stimmen, die gegen den inzwischen vollzogenen Rechtsruck der Ungarn Protest erheben würden. Auch gab es bisher wenige Statetments von Politikern aus anderen EU-Nationen, die die Unantastbarkeit der Rechte von Minderheiten in Ungarn verlangen.
Auch wenn dieses Ergebnis nur für Ungarn gilt, so ist momentan in fast allen EU-Staaten ein erstarken von Nationalismus und rechtslastigen Parteien zu spüren.
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Es ist ja kein Zufall, dass Viktor Orban keine konkreten Aussagen zu den aktuellen politischen Problemen Ungarns getan hat. Hätte er konkret gesagt, wie er das Staatsdefizit zumindest senken möchte, wie er die Kreditwürdigkeit des Landes erhöhen möchte, wie Armut bekämpfen möchte, was wäre da an Aussagen gekommen? Mit viel Dampf ablassen , gegen den politischen Gegner wettern und die ach so kriminellen Ausländer diffamieren war es eben möglich, die Mehrheit der Stimmen zu ergattern. Nur muss Orban jetzt als Premier die Probleme anpacken, reiner Populismus hilft ihm als derjenige, der das Land führen muss, nicht mehr.
Wie die Entscheidungen, die er jetzt fällen muss, bei seine Wählern ankommen, wie er internationalm auftritt, darauf dürfen wir gespannt sein. Aus dem Wahlergebnis abzuleiten, dass die Mehrheit der Ungarn diese politischen Ansichrten hat, iat sicherlich falsch, wie immer spielen hier auch andere Faktoren eine Rolle. Es lohnt sich jedenfalls, dieses kleine südosteuropäische Land weiter zu beobachten, es dürfte spannend bleiben. |
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"Dies würde die ohnehin schon schwache Stellung von ethnischen wie religiösen Minderheiten im Land weiter schwächen, da Viktor Orban schon angekündigt hat, härter gegen "kriminille Ausländer und Zigeuner" vorzugehen."
Bislang hat man eher Positives über die ethnischen Minderheiten Ungarns gehört (Selbstverwaltungen etc.). Darf man erfahren, worauf Sie Ihre Bewertung "ohnehin schon schwache Stellung" gründen? Dass gegen Kriminelle, mögen sie Ausländer oder Zigeuner sein, vorgegangen wird, ist gang und gäbe in jedem souveränen Staat, der über eine eigene Justiz und Polizeiapparat verfügt. Soweit ich weiß. Was ist also dagegen einzuwenden (solange das jeweilige Vorgehen nicht auf die ethnische Herkunft der Person abzielt, sonder die Bestrafung einer Straftat) ? |
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zachor, damit ist ein Vorgehen gegen Zigeuner im Allgemeinen gedacht - wohl missverständlich formuliert.
Da ist in etlichen der neueren EU-Staaten sehr vieles im Argen. Nur mal ein link: www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32425/1.html |
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Es liegt Vieles im Argen, was die Behandlung der Zigeuner in Ungarn betrifft. Ich will da nichts verharmlosen.
Aber das von mir Zitierte war ja in der Tat missverständlich und ich wollte nur darauf aufmerksam machen. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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