Hans Springstein

Hans Springsteins Blog

01.02.2012 | 10:50

Schwarz und Weiß

Das sind die vorherrschenden Farben in den Mainstream-Medien, wenn es um die Lage und das Geschehen in Syrien geht. Da kämpft ein weiteres mutiges Volk gegen seinen Diktator und dessen Schergen, heißt es. Da wird dämonisiert, wie es sich gehört und schon mehrmals bewährt hat, und dass es nur so eine Freude ist, solche Glanzlichter des freiheitsliebenden Journalismus erleben zu dürfen. Die Syrer wollen Bashar al-Assad, diesen "Herrscher im Blutrausch", weg haben, wird uns berichtet. Und wenn der "Schlächter" nicht freiwillig geht und die gelieferten Waffen an die Rebellen nicht ausreichen, ihn zu vertreiben, dann muss der freiheitsbringende Westen nachhelfen. Natürlich machen wir keinen Militäreinsatz, verspricht US-Außenministerin Hillary Clinton. Ist ja auch in Libyen nicht geschen. Dort wurde ja nur die Zivilbevölkerung geschützt und überhaupt gar nicht gegen Gaddafi gekämpft. Alles sprachlich und rechtlich ganz sauber, egal, wie die Realität aussah und aussieht.

Die Realität stört sowie nur, sie bringt alles durcheinander und verwirrt mit ihrer Kompliziertheit und Komplexität. Aber zurück zu Syrien: Da schert doch einer der Oppositionellen aus und will mit Assad verhandeln, will gar, dass der böse Diktator die neue Regierung anführt. Und das, obwohl der Präsident aller freiheitlich und demokratisch gesinnten Menschen, Barack Obama, schon lange klar gestellt hat, dass Assad abtreten muss und es keine andere Lösung gibt. Erst kürzlich hat er wieder betont, dass gar nichts anderes in Frage kommt.

Nun ja, derjenige, der Obamas Anweisungen ignorieren will, wird zwar zu den führenden Personen der syrischen Opposition gezählt. Die wurde und wird auch lange vom syrischen Regime bekämpft. Aber zum einen durften sie überleben, was nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Und zum anderen ist Kadri Dschamil Marxist, wie berichtet wird. Was ist von denen schon anderes zu erwarten, als dass sie die fünfte Kolonne Moskaus sind, wo Russland ja die internationale Staatengemeinschaft bremst, endlich in Syrien und mit Assad aufzuräumen, und auch, dass sie gegen Amerika und seine führende Rolle bei fast allem in der Welt sind. Die haben eben nichts gelernt. Deshalb sollten sie ignoriert werden mit ihren Versuchen, das klare Schwarz-Weiß-Bild zu stören. Das wird sicher auch geschehen.

Am Rande sei bemerkt: Da gibt es anscheinend noch so eine Gruppe Marxisten und das ausgerechnet bei der internationalen Arbeitsorgansiation ILO. Die haben doch vor einem Jahr behauptet, dass die Proteste in Nordafrika und Arabien etwas mit der sozialen Lage zu tun haben und empfehlen zur Lösung Folgendes: "Eine Konzentration der Wirtschaftspolitik auf die Schaffung von Beschäftigung, die Entwicklung des sozialen Dialogs und eine Ausweitung der sozialen Sicherungssysteme werden darüber entscheiden, ob die Länder Nordafrikas einen
Weg zu mehr Demokratie und zu menschenwürdiger Arbeit für alle finden werden." (siehe hier, PDF-Datei) Ich glaube nicht, dass der Wächter der Demokratie, Präsident Obama, für solchen Kleinkram Zeit hat.

 
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Hans Springstein
Die Waffen nieder!
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