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Kultur : Die Rückkehr der Pfandhäuser: Charles Dickens zum 200. Geburtstag

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Der 200. Geburtstag von Charles Dickens rufe in Erinnerung, so der Labour-Abgeordnete im Stadtrat von Newcastle, Cllr Nigel Todd, in einem Leserbrief an den britischen Guardian, dass die alte Debatte, ob die britische Labour Party den Methodisten oder Karl Marx mehr zu verdanken habe, immer daran krankte, dass die Rolle Dickens' nicht berücksichtigt worden sei. Die Pioniere der britischen Sozialdemokratie vom Ende des 19. Jahrhunderts hätten oft darauf verwiesen, dass sie durch die Dickens-Lektüre zum ersten Mal mit der Frage nach sozialer Gerechtigkeit in Berührung gekommen seien. Dickens habe, selbst (oder gerade) da, wo er die gesellschaftlichen Zustände seiner Zeit polemisch beschrieben habe, gezeigt, dass es auch andere menschliche Werte gibt als die bürgerlichen der wirtschaftlichen Rentabilität und Rechtschaffenheit.

„Dickens ist es zu verdanken, dass man die Vergangenheit in der Gegenwart leicht erkennt. Was hätte er zu einem 21. Jahrhundert gesagt, in dem abermals Tories und Liberale selbstgefällig ein Land regieren, entlang dessen Einkaufsstraßen wieder Pfandhäuser aus dem Boden schießen und der Handel mit Verliehenem die höchsten Zuwachsraten verzeichnet? Dickens Antwort, wie bereits einer seiner frühen Labour-Leser, der Gewerkschafter Will Crooks, bemerkte, hätte darin bestanden, uns dazu zu ermutigen, uns dieser Koalition aus millionenschweren Wichtigtuern entgegenzustellen und nach mehr zu verlangen.“

Kurt Darsow zitiert in seiner Würdigung der Aktualität Dickens' in der jungen Welt noch einen anderen sozialdemokratischen Leser der ersten Stunde. Dieser schrieb in einem Brief an seinen Freund Friedrich Engels, Dickens gehöre „zu jener glänzenden Schule der Romanschriftsteller in England, deren fein gezeichnete und beredte Schilderungen der Welt mehr Realitäten und soziale Wahrheiten enthüllt haben als alle professionellen Politiker, Publizisten und Moralisten zusammengenommen.“



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