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Kultur : 66/67: Ein Film über Braunschweig und Hooligans

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66/67 - Fairplay war gestern

Tessa wies mich auf diesen Film hin, den ich mir wohl in den nächsten Wochen - er erscheint am 19.11. - anschauen werde. Hauptsächlich aus Interesse an Braunschweig, ein bisschen aus schamoniesker Gewaltbegeisterung und wegen König Fußball herself.

Da mich körperliche Gewalt im Fußball maximal betroffen hat, als ich mit 12 Jahren auf der Süd von Bierbäuchen zerdrückt wurde und als 14-Jähriger dummerweise bei einem 4-0 Sieg meiner Borussia im Block E in Hamburg stand, bin ich der Thematik gegenüber relativ unbedarft. Mir ist klar, dass Gewalt im Fußball existiert, habe sie aber wenn immer nur aus der Ferne erlebt.

Vor einiger Zeit konnte ich allerdings mit einem ehemaligen Hool ausführlicher über die dritte Halbzeit sprechen. Er war etwas in die Jahre gekommen, arbeitete inzwischen durchaus seriös und angesehen, hatte trotz alledem aber noch eine unwirkliche Begeisterungen in den Augen, wenn er über den BFC und damals sprach ("Mit 200 Mann in den Dynamo-Block"). Keine Anzeichen der Reue oder Besserung, eher das Wissen, dass man jenseits der 40 nicht mehr mitmischen sollte, wenn man Frau und Kind durchbringen will. Dabei wirkte er, als hätte man ihm einen Teil seiner selbst entrissen. Ein kastrierter Kater. Das fand ich faszinierend.

Nicht, dass ich mir jetzt erhoffe, durch diesen Film Erhellung zu finden, weckt er dennoch den Wunsch in mir verstehen zu wollen, warum rohe Gewalt auf einige Menschen eine unbändige Faszination auszuüben scheint. Ich habe das selbst nie erfahren, geschweige denn nachvollziehen können.

Ist Gewalt also Gegenkultur? Oder doch latenter Bestandteil unserer Gesellschaft, der nur hier und da zum Vorschein tritt? Bin ich zu behütet aufgewachsen? Habe ich etwas verpasst? Sollte man sowas erfahren? Muss man? Sind Spielplätze deshalb auf Schmerz ausgelegt? Ich weiß es nicht.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.