Jan Jasper Kosok

Berufsjugendlicher

09.11.2009 | 13:41

Erich währt am längsten / Tagesschau von "morgen"

Manchmal ist es in Ordnung, die letzte Seite zuerst zu lesen.

Ich muss gestehen, dass mir bis vor ein paar Jahren ob Kindheitserinnerungen und Pipapo die Tränen kamen, wenn ich Bilder des Falls der Mauer, der feiernden Menschen und den wichtigen, steifen Personen in grauen Anzügen sah. Mit Tränen habe ich es sonst nicht so, aber dieses geschichtliche Ereignis wurde medial und familiär so überemotionalisiert, dass mir Knilch vermutlich nichts anderes übrig blieb. Jahrelang.

Diesmal geht es allerdings erstaunlich gut; alles ist trocken. Vielleicht sind 20 Lebens- und 8 Jahre Berlin auch genug, um das Tamtam, das meine Eltern damals veranstalteten, etwas verständlicher bzw. greifbarer zu machen/zu entmystifizieren. Oder abzustumpfen. Was bleibt, ist eine Karl-Marx-Spieluhr.

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Maike Hank schrieb am 09.11.2009 um 13:56
Ich hatte das auch immer, das mit den Tränen. Als die Ausstellung auf dem Alexanderplatz ganz neu war, stand ich sogar mit Gänsehaut und heulend vor dem dort gezeigten Film und kam mir ganz schön blöd vor zwischen all den Menschen da.
Mittlerweile allerdings stellte sich ja zwangsweise eine Abstumpfung ein, wird man an allen Ecken und Enden und vor allem seit Wochen mit dem Thema konfrontiert, soll man nun auf Knopfdruck gefälligst emphatisch sein und feiern. (So was hat bei mir noch nie funktioniert.)
Magda schrieb am 09.11.2009 um 21:15
Ist das nicht zum Heulen, es gibt nichts mehr zum Heulen. Sie habens zu Tode beheult.

Aber sag mal, Du bist erst 20? Ich dachte, Du bist ein erfahrener Mensch und nun das.
Jan Jasper Kosok schrieb am 10.11.2009 um 09:36
Nein, 29. Ich war damals 9, dann vergingen 20 Jahre. Bals wird es Zeit, Torschlusspanik zu bekommen. Habe ich gehört. Das passt ja irgendwie auch zur Mauer.
Magda schrieb am 10.11.2009 um 09:40
Na, das kommt schon hin. Sonst hätte ich Dich für frühreif gehalten.
Jan Jasper Kosok schrieb am 10.11.2009 um 09:41
Das war ich sicher auch. Danach: Stagnation.
mh schrieb am 09.11.2009 um 21:23
wäre ich einer von denen gewesen, die sich zur unterstützung von opel extra einen gekauft haben, würd ich mich jetzt schwarz ärgern.

bei den mauerstücken ist das anders. die hat man von vorneweg zur späteren verwendung aufgehoben.

mfg
mh
archinaut schrieb am 09.11.2009 um 23:15
Ob es im nächsten Jahr Mauerstückchen aus Schokolade gibt, so als Lückenfüller vor den Weihnachtsmännern?

Herzlich gerührt
archie
Magda schrieb am 10.11.2009 um 09:39
Gute Idee,
Da müssen sie aber richtige 99Prozentige Bitterschokolade zu nehmen, sonst läuft das unter Beschönigung der Diktatur, was bald als Verharmlosungsdelikt strafbar ist, wie eine Politikerin gefordert hat.
jayne schrieb am 10.11.2009 um 10:32
habe die tagesschau damals nur in schwarz-weiß verfolgen können, mit entsprechenden grauwerten, nah sind mir noch heute mompers und brandts bedachtsam gewählte worte, die raum gaben und ließen, auch für anderes als das sofortige denken an die "deutsche einheit"; zumindest in berlin hatte wohl das birnen-männlein mit seiner einheitsdoktrin zunächst einen schwereren stand, das pfeifkonzert während seiner rede kam sicher nicht von ungefähr ...
Jan Jasper Kosok schrieb am 10.11.2009 um 10:51
Ich finde es vor allem respektiv Wahnsinn, diese Einheit in 11 Monaten durchzupeitschen. Das hätte man auch behutsamer angehen können. Insofern ja, das Pfeifkonzert kam sicher nicht von ungefähr.
Jan Jasper Kosok
Es gibt nur off- und online und wie man sich fühlt. // Online-Chef
Ort:
Berlin
Mitglied seit:
3 Jahre 8 Wochen
Zuletzt aktiv:
23.05.2012
Status:
Redakteur
Aktivität:
Beiträge: 357
Kommentare: 1508
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
19:35
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
19:33
Wolfram Heinrich hat gerade einen Kommentar geschrieben.
19:33
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
19:31
TST hat gerade einen Kommentar geschrieben.
19:29
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG