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Manchmal ist es in Ordnung, die letzte Seite zuerst zu lesen.
Ich muss gestehen, dass mir bis vor ein paar Jahren ob Kindheitserinnerungen und Pipapo die Tränen kamen, wenn ich Bilder des Falls der Mauer, der feiernden Menschen und den wichtigen, steifen Personen in grauen Anzügen sah. Mit Tränen habe ich es sonst nicht so, aber dieses geschichtliche Ereignis wurde medial und familiär so überemotionalisiert, dass mir Knilch vermutlich nichts anderes übrig blieb. Jahrelang.
Diesmal geht es allerdings erstaunlich gut; alles ist trocken. Vielleicht sind 20 Lebens- und 8 Jahre Berlin auch genug, um das Tamtam, das meine Eltern damals veranstalteten, etwas verständlicher bzw. greifbarer zu machen/zu entmystifizieren. Oder abzustumpfen. Was bleibt, ist eine Karl-Marx-Spieluhr.
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Ich hatte das auch immer, das mit den Tränen. Als die Ausstellung auf dem Alexanderplatz ganz neu war, stand ich sogar mit Gänsehaut und heulend vor dem dort gezeigten Film und kam mir ganz schön blöd vor zwischen all den Menschen da.
Mittlerweile allerdings stellte sich ja zwangsweise eine Abstumpfung ein, wird man an allen Ecken und Enden und vor allem seit Wochen mit dem Thema konfrontiert, soll man nun auf Knopfdruck gefälligst emphatisch sein und feiern. (So was hat bei mir noch nie funktioniert.) |
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Ist das nicht zum Heulen, es gibt nichts mehr zum Heulen. Sie habens zu Tode beheult.
Aber sag mal, Du bist erst 20? Ich dachte, Du bist ein erfahrener Mensch und nun das. |
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Nein, 29. Ich war damals 9, dann vergingen 20 Jahre. Bals wird es Zeit, Torschlusspanik zu bekommen. Habe ich gehört. Das passt ja irgendwie auch zur Mauer.
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Na, das kommt schon hin. Sonst hätte ich Dich für frühreif gehalten.
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Das war ich sicher auch. Danach: Stagnation.
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wäre ich einer von denen gewesen, die sich zur unterstützung von opel extra einen gekauft haben, würd ich mich jetzt schwarz ärgern.
bei den mauerstücken ist das anders. die hat man von vorneweg zur späteren verwendung aufgehoben. mfg mh |
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Ob es im nächsten Jahr Mauerstückchen aus Schokolade gibt, so als Lückenfüller vor den Weihnachtsmännern?
Herzlich gerührt archie |
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Gute Idee,
Da müssen sie aber richtige 99Prozentige Bitterschokolade zu nehmen, sonst läuft das unter Beschönigung der Diktatur, was bald als Verharmlosungsdelikt strafbar ist, wie eine Politikerin gefordert hat. |
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habe die tagesschau damals nur in schwarz-weiß verfolgen können, mit entsprechenden grauwerten, nah sind mir noch heute mompers und brandts bedachtsam gewählte worte, die raum gaben und ließen, auch für anderes als das sofortige denken an die "deutsche einheit"; zumindest in berlin hatte wohl das birnen-männlein mit seiner einheitsdoktrin zunächst einen schwereren stand, das pfeifkonzert während seiner rede kam sicher nicht von ungefähr ...
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Ich finde es vor allem respektiv Wahnsinn, diese Einheit in 11 Monaten durchzupeitschen. Das hätte man auch behutsamer angehen können. Insofern ja, das Pfeifkonzert kam sicher nicht von ungefähr.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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