Jan Jasper Kosok

Berufsjugendlicher

01.03.2011 | 10:53

Guttenberg tritt zurück

10:53h Zu Guttenberg tritt laut Hauspostille Bild heute zurück. Eine Presseerklärung folgt um 11.15 Uhr. Weitere Informationen live aus Berlin auf Phoenix.

 

Auch der Spiegel erwartet den Vollzug.

 

Die "Kanzlerverhinderer" (© MH) feiern derweil auf Twitter.

 

Regierungskreise bestätigen laut Phoenix die Bild-Berichte über den Rücktritt.

 

Die Kanzlerin ist, wo sie hingehört: auf der CeBit in Hannover.

 

Das große Rätselraten geht los: Welcher Grund  – aus dem bunten Blumenstrauß – war es denn jetzt?

 

Erkenntnisgewinn bis jetzt: wir leben in einer Demokratie, in der Unterstützung von Fototerminen abhängt.

 

Immer noch: Warten auf Guttenberg.

 

11:23h Phoenix durfte nicht live streamen (n-tv hat's trotzdem gemacht), außerdem: "Nur ausgewählte Journalisten". Der Rücktritt ist aber wohl vollzogen. Laut KTG eigene Entscheidung. Weitere Bilder von der Erklärung sollen auf Phoenix folgen.

 

Die Bild ist natürlich bestens informiert: "Mitarbeiter des Ministeriums hatten Tränen in den Augen."

 

Der Rücktrittsgrund laut KTGs Stellungnahme: KTG ist an seinen eigenen Ansprüchen gescheitert. Und an den Medien, die die Aufmerksamkeit zu Lasten der ihm Anvertrauten (Soldaten) auf ihn verschoben hätten. Ein Arbeiten wäre so nicht mehr möglich gewesen. Was fehlt: Einsicht.

 

Es wird in der Stellungnahme auf die Tränendrüse gedrückt. Man ist geneigt, ihn, der "die Grenzen seiner Kräfte erreicht" hat, in den Arm nehmen zu wollen. (Note to myself: He's still a cheater.)

 

12:14h Robin Meyer-Lucht stellt die These auf, Guttenberg wäre der erste Minister, den das Internet gestürzt hat.

 

Der Rücktritt im Wortlaut >>

 

12.58h Laut Phoenix wird sich Angela Merkel zeitnah zum Rücktritt äußern. Sie war zum entsprechenden Zeitpunkt ja leider Gottes in Hannover.

 

Das Kanonenrohr der letzten Tage, die FAZ, sammelt Reaktionen.

 

13:06h Guido redet über Libyen. Auch über Guttenberg?

 

Westerwelle findet die Entscheidung konsequent, wünscht Familie zu Guttenberg alles Gute. Er ist übrigens (angeblich) kommissarisch Verteidigungsminister – da wird sich die ganz und gar unhomophobe Truppe sicher freuen.

 

Prof. Kreck sagt auf Phoenix, Guttenberg würde selbst im Rücktritt genauso weitermachen wie vorher (Stichwort: Lügen), daher wünsche zumindest er ihn sich so in Zukunft nicht wieder auf der politischen Bühne – ein bisschen mehr Charakter dürfte es schon sein.

 

Spiegel macht ebenfalls den Meyer-Lucht: Netz besiegt Minister.

 

Das Handelsblatt handelt den Chef der Bundesagentur für Arbeit, Hans-Jürgen Weise, als Favoriten für das Amt des Bundesverteidigungsministers.

 

Für die FAZ ist es CSU-Staatssekretär Christian Schmidt.

 

Die Rede KTGs in Wort und Schrift.

 

Der Spiegelfechter kommentiert "Guttenbergs unaufrichtigen Rücktritt".

 

Michael Spreng sieht in der Causa Guttenberg möglicherweise den "Sargnargel für Angela Merkel".

 

14:14h Horst Seehofer spricht über Guttenberg, als wäre ihm der Unterschied zwischen Tod und Rücktritt nicht gänzlich klar. Er hält eine Grabesrede – ist sichtlich gezeichnet.

 

Guttenplag meldet sich zu Wort:

 

"Wir bedauern, dass Herr Freiherr zu Guttenberg bei der Ankündigung seines Rücktritts keine klaren Worte zur offensichtlichen Täuschungsabsicht und zur Urheberschaft der Dissertation gefunden hat. Der Rücktritt des Bundesministers der Verteidigung war nicht Ziel dieses Projekts. Ziel ist die detaillierte Aufklärung der Umstände, unter denen die Dissertation entstanden ist. Daher werden wir weiterhin an der Analyse und Dokumentation der Doktorarbeit arbeiten und unsere Ergebnisse in einem Abschlussbericht veröffentlichen."

Stellungnahme des GuttenPlag Wiki zum Rücktritt des Bundesministers der Verteidigung (v. 01.03.2011, 12.00 h)

 

14:23h Gysi möchte auch noch mal zu Merkel und Guttenberg sagen: "Das (!) geht gar nicht". Falls aber KTG noch eine politische Chance haben wolle, müsse er die Konsequenzen ziehen (und nicht bloß so tun als ob).

 

Trittin stellt fest, dass der Rücktritt 2 Wochen zu spät komme und kritisiert das Aussitzen der Kanzlerin. Es sei ein Sieg der kritischen Wissenschaft über den Populismus der Bild, für den Wahlkampf der CDU aber natürlich suboptimal.

 

14:44h Warten auf Frau Merkel, die sich dem Pult "typischerweise von links nähert".

 

Frau Merkel redet von der Leidenschaft, Tatkraft und Entschlossenheit des KTG. Und der Bundeswehrreform. Und natürlich von der Begabung des KTG, die "Herzen der Menschen zu erreichen". Sie bedauert seinen Rücktritt und dankt ihm für den Dienst am Land.

 

"Eine vergleichsweise kurze Stellungnahme" – die Kanzlerin sei betrübt. Bis Freitag soll es nichts Neues von der Nachfolge geben.

 

Horst Seehofer sieht noch Klärungsbedarf bei der Definition von "allen politischen Ämtern". Die CSU brauche KTG.

 

Selbst dem Rücktrittsgesuch mangelt es offensichtlich an Konsequenz. Es ist wohl nicht ersichtlich, ob KTG sein Bundestagsmandat abgibt. Dies sie "intepretierbar", liest man auf SpOn – ein Hoffnungsschimmer (lchrlch) für die Trauergemeinde in schwarz.

 

Unser Verleger Jakob Augstein spricht auf n-tv gegen 17.15h mit Heiner Bremer und Peter Altmeier in "Das Duell" über KTG. Der Live-Stream findet sich hier.

 

Ob er es sich im Abgang doch noch mit dem Mann von der Straße versaut? Wegen seines Rücktritts wird die Übertragung des DFB-Pokal-Halbfinales zu Gunsten eines Brennpunkts (20.15h) auf 20.25h verschoben. Heikel.

 

Der Plagiator findet keine Ruhe: "Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht." [stammt aus] Star Trek II - Der Zorn des Khan. Insert Emoticon.

 

Hans Leyendecker analysiert auf sueddeutsche.de, dass man sich Dreistigkeiten wie die des KTG im Internetzeitalter nicht mehr leisten kann. Früher war alles besser.

 

16:45h Prioritäten muss man sich leisten können:

"Damit das Wichtige und Erfreuliche heute nicht untergeht: 326 000 Arbeitslose weniger als Februar 2010. Deutschlands Kurs stimmt." Steffen Seibert

 

Stimmen in Bild & Ton von Gabriel, Gysi und Trittin >>

 

Merkels Statement in Bild & Ton findet sich z.B. hier.

 

Schon am Bahnhof winkend ergreift einige eine herzzerreissende Sehnsucht:

"Die Mehrheit der Bürger stellte Guttenbergs Glaubwürdigkeit als Minister bis zuletzt nicht in Frage, ganz gleich, wer sie ihm von Opposition oder aus dem eigenen Lager auch absprach. Doch am Ende schützte ihn die Zustimmung der Bürger nicht. Denn in Berlin kann nicht sein, was nicht sein darf. Nun sollen die, die Guttenbergs Rücktritt wollten und bekamen, erklären, ob die Politik in Deutschland ohne diesen Minister unter dem Strich wirklich besser da steht. Sie tut es nicht!" Nikolaus Blome, Bild

 

Marcel Weiss munkelt im Dunstkreis von Guttenberg und Internet. Der Systemschock könnte noch bevorstehen.

 

17:38h Kurz vor Feierabend noch ein Schmankerl für die Mitleidsfraktion: "Die Last, Elite sein zu müssen"

 

Nachtrag: "Das Duell" mit Augstein und Altmaier in der n-tv-Mediathek.

____

Neuigkeiten werden unten angefügt.

Aus gegebenem Anlass geht es ab Donnerstag hier zurück zum Wochenthema.

 
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Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 11:02
Ach Du meine Güte... ich bin sprachlos... ich bin sprachlos... ich bin sprachlos...

Ich habe mit allen möglichen Varianten gerechnet, aber nicht damit, dass er SO SCHNELL zurücktritt.

Es funktioniert... es funktioniert doch! Grrrrm... Grrrrm...

Und sie dreht sich doch! Viva Demokratie!
Weitblick schrieb am 01.03.2011 um 12:05
Meine Gefühlslage gleicht der Ihren sehr und schöner hätte ich es nicht ausdrücken können!

"Und sie dreht sich doch! Viva Demokratie!"

Die Volks-Lähmung lässt nach. Ein Glück!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 11:09
Eigentlich verwundert es etwas, dass er sich so lange im Amt gehalten hat, denn seit Donnerstag letzter Woche wurden mit der Aktuellen Stunde und der Regierungsbefragung im Bundestag die Angriffe derart massiv, dass eigentlich längst ein Rücktritt geboten gewesen wäre. Doch die teilweise beißende Kritik der Opposition durch Trittin und Gabriel allein hätten Guttenberg nicht angefochten.
Es waren vermutlich die jüngsten Äußerungen seines ehemaligen Doktorvaters Prof. Dr. Häberle, der sich gestern ostentativ und resignierend von Guttenberg abgewandt hatte. Hinzu kommt die massive Reaktion der Wissenschaftsgemeinde, die auch die Regierung nicht unbeeindruckt gelassen hat.
Gold Star For Robot Boy schrieb am 01.03.2011 um 12:21
Darauf einen Dujardin. Die massive Reaktion kritischer Journalisten und Blogger, sowie die grandiose Arbeit auf Guttenplag sollte nicht vergessen werden.

Der 1.März, ein Feiertag für die Demokratie in der BRD.
www.freitag.de/community/blogs/gsfrb/ruecktritt-gebotender-fall-des-kt-guttenberg-in-wort-und-bild

thorsten wulff schrieb am 01.03.2011 um 11:19
Nachdem Kanzler und Honoratioren sich bei KT für die tolle geleistete Arbeit bedankt haben kann er sich in Ruhe auf sein Comeback 2012 vorbereiten. Erstmal für ein Jahr nach Washington würde ich vorschlagen…
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 11:20
Es stellt sich jetzt die Frage, für was Guttenberg jetzt noch tauglich ist und ob er nicht durch seinen Betrug, vor allem aber durch sein langes uneinsichtiges Beharren sich als Person nicht völlig verunmöglicht hat. Vielleicht sollte er es in Bayern selbst versuchen: Da kann man als CSU-Politiker auch noch Verkehrsminister werden, wenn man volltrunken einen Menschen totgefahren hat.
Wolfram Heinrich schrieb am 01.03.2011 um 11:55
@Uwe-Jürgen Ness
Vielleicht sollte er es in Bayern selbst versuchen: Da kann man als CSU-Politiker auch noch Verkehrsminister werden, wenn man volltrunken einen Menschen totgefahren hat.

Wiesheu ist damals nach dem Unfall ziemlich schnell zurückgetreten, die CSU hat ihn in die dritte Reihe versetzt und er war erst nach sieben Jahren wieder präsentabel, erst als Staatssekretär, weitere drei Jahre später wurde er dann Minister.

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 11:58
@Wolfram Heinrich ad 01.03.2011 um 11:55

Der Skandal von KTvuzG hat sicher eine geringere Halbwertszeit. Wann sind die nächsten EP-Wahlen?
Wolfram Heinrich schrieb am 01.03.2011 um 12:06
@Uwe-Jürgen Ness
Der Skandal von KTvuzG hat sicher eine geringere Halbwertszeit. Wann sind die nächsten EP-Wahlen?

Wenn er sich darauf einläßt ist er dauerhaft weg. Aus Europa kommt keiner mehr lebend zurück in die Politik.

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 12:17
@Wolfram Heinrich ad 01.03.2011 um 12:06

Ach, das Cemle (Özdemir) hatte ja auch 'nen Flugmeilen-Skandal und diese Hunzinger-Affäre an der Backe und war in Brüssel zwischengelagert.
lisi stein schrieb am 01.03.2011 um 13:22
@Wolfram Heinrich

Im ungebrochenen Glauben daran, dass Menschen sich bessern, könnte der Freiherr noch das Referndariat absolvieren... und dann stramm auf das 2. Ex. lernen - und siehe da, er wäre Volljurist. Das wäre eine ehrliche Sache. Einmal was geleistet...

Aber wahrscheinlich wird er eher "Hohlmeiern", die Dame, Ex-Ministerin, wird im EU-Parlament geparkt bis zur Weiterverwendung.

Warum fällt mir bei zu Guttenberg immer eine Sequenz aus einem Buch von Herbert Rosendorfer ein.... "und am Wochende wird das Gesinde durchgepeitscht...."
Wolfram Heinrich schrieb am 02.03.2011 um 04:44
@lisi stein
Im ungebrochenen Glauben daran, dass Menschen sich bessern, könnte der Freiherr noch das Referndariat absolvieren... und dann stramm auf das 2. Ex. lernen - und siehe da, er wäre Volljurist. Das wäre eine ehrliche Sache. Einmal was geleistet...

Ach Gott, Volljurist. Wenn "Volljurist" nicht dermaßen wie ein Schimpfwort klingen würde...

Ciao
Wolfram
spreewald schrieb am 07.03.2011 um 14:39
straßburg ginge immer.
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 11:24
Obwohl der Rücktritt schon von Anfang an notwendig war, weil sich Person und Funktion eben doch nicht voneinander trennen lassen - ist es jetzt kein Gefühl der Genugtuung, was sich bei mir einstellt. Ich hätte ihm einen besseren Abgang gegönnt.

Da hat sich jemand selbst demontiert und beschädigt, weil sein Selbstbild, gespeist von einer deutlich wahrnehmbaren Arroganz, sich vom Fremdbild doch stärker unterschied, als er akzeptieren konnte. Der radikale Schnitt (den Frau Käßmann seinerzeit vorlebte) hätte ihn für die übernächste Legislaturperiode wieder tragbar gemacht. Auch das ist jetzt kaputt.

Das Ende einer BILDerbuchkarriere. Er wird wie die Abendsonne im Meer der Politik verschwinden, allerdings wird es nicht geräuschlos sein, sondern es wird noch einmal deutlich und vernehmlich zischen, bevor es dann dunkel wird.

So bleibt uns jetzt nur der begossene Pudel statt eines Phönix' aus der Asche.
Wolfram Heinrich schrieb am 01.03.2011 um 12:03
@GeroSteiner
Der radikale Schnitt (den Frau Käßmann seinerzeit vorlebte) hätte ihn für die übernächste Legislaturperiode wieder tragbar gemacht. Auch das ist jetzt kaputt.

Das ist genau der Punkt. Der eigentliche Skandal bei dergleichen Geschichten sind nicht die aufgedeckten Schweinereien sondern die Reaktionen darauf. Selbst Filbinger hätte man damals seine Todesurteile nachgesehen, wenn er wie ein souveräner Mann darauf reagiert hätte.
Wer jetzt rätselt "Filbinger? Filbinger? Da war doch was..." kann sich hier ganz kurz informieren (Zwischenüberschrift "Hinrichtung - echt?":
www.freitag.de/community/blogs/wolfram-heinrich/gefaehrliche-ausreden

Ciao
Wolfram
KalleWirsch schrieb am 01.03.2011 um 12:07
"Er wird wie die Abendsonne im Meer der Politik verschwinden"

Warten wir mal ab. Ein Jahr, oder anderthalb. Dann werden Kai Diekmann und Franz Josef Wagner gerne wieder Schützenhilfe leisten. Der Mann ist noch nicht weg vom Fenster.

Genugtuung hatte ich auch nicht, aber schon ein bitteres Lachen. Diese Abdankung hat sich angehört wie die eines kleinen Königs, wenig subtile Kritik an den Medien, schlecht kaschiertes Selbstmitleid. Nicht ohne auf seine `herausragenden´Leistungen hinzuweisen.
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 13:20
@Kalle
"Diese Abdankung hat sich angehört wie die eines kleinen Königs, wenig subtile Kritik an den Medien, schlecht kaschiertes Selbstmitleid. Nicht ohne auf seine `herausragenden´Leistungen hinzuweisen."

Unsere bayrische Pomadenmischung*) versucht bis ganz zuletzt zu glänzen und ist dabei doch bloß ein bisschen schmierig.

*) Volker Pispers
Magda schrieb am 01.03.2011 um 13:26
"Warten wir mal ab. Ein Jahr, oder anderthalb. Dann werden Kai Diekmann und Franz Josef Wagner gerne wieder Schützenhilfe leisten. Der Mann ist noch nicht weg vom Fenster."

Genau, der kommt "geläutert" wieder.
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 11:36
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 11:38
Gutti geht.
Mutti bleibt.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 12:12
Gero !! Also wirklich....

wenigstens hat sie nun niemanden der im Zustand besoffener Bündnistreue in Libyen "hilft" Demokratie zu verteidigen. Das kann kein Nachfolger mehr verantworten und Clinton und Cameron stehen nun mal wieder ohne deutsche Unterstützung da.
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 12:21
Beim Rücktritt lässt sie eben gern anderen den Vortritt.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 12:04
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 12:05
Wolfram Heinrich schrieb am 01.03.2011 um 12:07
@Uwe-Jürgen Ness

Wer ist, bittschön, der Bub?

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 12:11
@Wolfram Heinrich 01.03.2011 um 12:07

Ich bin mir nicht ganz sicher, das ist - so denke ich - Justin Bieber, ein US-amerikanischer Pop"sänger".
KalleWirsch schrieb am 01.03.2011 um 12:15
Das ist der Teenie Star Justin Bieber, der auch schon eine Autobiographie geschrieben hat mit süßen 16 Jahren: First Step 2 Forever.

Das nenn ich Qualifikation.
Wolfram Heinrich schrieb am 02.03.2011 um 04:44
@Uwe-Jürgen Ness
Ich bin mir nicht ganz sicher, das ist - so denke ich - Justin Bieber, ein US-amerikanischer Pop"sänger".

Man dankt für die Auskunft.

Ciao
Wolfram
koslowski schrieb am 01.03.2011 um 12:19
Zu Guttenberg, um wahr zu sein.
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 12:24
Wer zurücktritt, tritt ja auch anderen auf die Füße. Hat eigentlich schon jemand laut und vernehmlich "Aua!" geschrien?
KalleWirsch schrieb am 01.03.2011 um 12:29
Herr Söder soll sehr traurig sein.
Knüppel schrieb am 01.03.2011 um 12:54
"Herr Söder soll sehr traurig sein"

Und Herr Seehofer erst :-), oder sollte der sich etwa freuen, dass ein Konkurrent um den CSU-Vorsitz und Ministerpräsidenten-Posten in Bayern vorübergehend nicht mehr gefährlich wird?

Das allerdings könnte ein Trugschluß sein, Herr Seehofer, denn ..., jetzt hat der Baron ja jede Menge Zeit, sich um einen adäquaten Posten zu bemühen, der seinen "Fähigkeiten" und charakterlichen "Stärken" entspricht ... :-)

Was liegt da näher, als in die Fußstapfen von Franz-Josef Strauß zu treten? Hüpfen oder Wippen, wie jener, tut Gutti bei seinen Reden ja schon.
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 13:14
Seehofer soll ja selbst auch in der Vergangenheit schon fruchtbar, fruchtbare... was wollt ich jetzt schreiben?
KalleWirsch schrieb am 01.03.2011 um 12:38
Es bleibt bedenklich, dass Guttenberg nicht wegen der Kundus Geschichte oder seiner Talkshow in Afghanistan o.ä. zurückgetreten ist, sondern wegen eines erschlichenen Doktortitel.
Auch gab es nicht innerhalb kürzester Zeit 20.000 Unterschriften gegen ihn, als er sich in Lügen oder Fehleinschätzungen verstrikte, als es um reale Politik ging.

Vielleicht ist es etwas verkürzt, aber trotzdem frage ich mich, wieso sich Deutschland mehr darüber aufregt, wenn ein Minister bei der Doktorarbeit betrügt, als wenn er die Ermordung von afghanischen Zivilisten durch die Bundeswehr für angemessen erklärt?
BanaBab schrieb am 01.03.2011 um 12:44
Letztlich hat ihn unsere Schicht welche gerne um sich abzugrenzen Titel führt gestürzt.
Rahab schrieb am 01.03.2011 um 12:52
vielleicht, weil solch eine titel-geschichte mehr eindruck macht
wohingegen so nen paar tote....die wären doch über kürzer oder länger sowieso gestorben....
KalleWirsch schrieb am 01.03.2011 um 13:02
Die Frage war auch eher rhetorisch - wenn auch bitter rhetorisch.
claudia schrieb am 01.03.2011 um 13:02
>>...als wenn er die Ermordung von afghanischen Zivilisten durch die Bundeswehr für angemessen erklärt?<<
Kollateralschäden für unvermeidbar zu erklären gehört zu den Aufgaben eines Kriegsministers.
Rahab schrieb am 01.03.2011 um 13:03
meine antwort auch
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 13:12
Das Bild ist schief.
Guttenberg ist schon der personifizierte Kollateralschaden seiner Arroganz.
Alien59 schrieb am 02.03.2011 um 07:53
Deshalb hat aber Kallewirsch trotzdem recht. Danke, Kalle.
Wolfram Heinrich schrieb am 02.03.2011 um 08:57
@KalleWirsch
Es bleibt bedenklich, dass Guttenberg nicht wegen der Kundus Geschichte oder seiner Talkshow in Afghanistan o.ä. zurückgetreten ist, sondern wegen eines erschlichenen Doktortitel.
Auch gab es nicht innerhalb kürzester Zeit 20.000 Unterschriften gegen ihn, als er sich in Lügen oder Fehleinschätzungen verstrikte, als es um reale Politik ging.


So wahnsinnig bedenklich oder ungewöhnlich finde ich das nun wieder nicht. Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen gibt es in der Politik zuhauf, wobei man sich da zusätzlich noch über das Wort "Fehl-" streiten kann. Wenn ich den Afghanistan-Einsatz will, aus welchen Gründen immer, dann ist für mich die Entscheidung für diesen Einsatz kein Fehler, dann ist für mich eine Fehlentscheidung im Detail auch noch kein Grund, den Einsatz grundsätzlich in Frage zu stellen. Solange die Gruppe, die einen Politiker ins Amt gehoben hat, hinter dem Politiker steht, wird kein Politiker einen Grund sehen, wegen einer Fehlentscheidung zurückzutreten.
Daß in der Politik gelogen wird, ist ebenfalls so rasend ungewöhnlich nicht. Wann immer jemand von der anderen Fraktion bei einer Lüge ertappt wird, tut man gern so, als sei das Lügen, das Belügen eines Parlamentes gar, eine Sache von so unglaublicher Verworfenheit und Verruchtheit, daß man es kaum glauben könne. Dabei weiß jeder Depp, daß die Lüge das ganz normale Geschäft eines Politikers oder Geschäftsmannes ist. Du giltst nämlich andererseits - auch und gerade in diesen Kreisen - als Idiot, als kompletter, hirnloser Idiot, wenn du die Wahrheit auch dann sagst, wenn sie zu unangenehmen Konsequenzen für dich und die von dir vertretene Gruppe führt.

Vielleicht ist es etwas verkürzt, aber trotzdem frage ich mich, wieso sich Deutschland mehr darüber aufregt, wenn ein Minister bei der Doktorarbeit betrügt, als wenn er die Ermordung von afghanischen Zivilisten durch die Bundeswehr für angemessen erklärt?

Es gab mal eine Zeit, da bestand Kriegführen in Europa darin, daß sich zwei von Fürsten gedungene (oder gepreßte) Heere auf freiem Gelände gegenüber standen und töteten, was das Zeug hielt. Zivilisten (die heute nur noch sprichwörtlich bekannten Schlachtenbummler) wurden von den jeweiligen Feldjägern ferngehalten. Kollateralschäden bestanden allenfalls darin, daß sich gelegentlich eine Gewehr- oder Kanonenkugel verirrte und in eine benachbarte Stadt einschlug. Zivilisten waren von dieser Art Krieg dadurch betroffen, daß sie die durchziehenden Truppen ernähren und versorgen mußten.
Das änderte sich spätestens im Zweiten Weltkrieg, hier wurden ganz bewußt Zivilisten mit in die Kriegshandlungen einbezogen. Die heutigen Kriegswaffen sind von einer Art, die Kollateralschäden unvermeidlich macht. Wann immer sich heute eine Regierung oder eine Gruppe von Aufständischen dazu entschließt, Kriegshandlungen aufzunehmen, nimmt sie getötete Zivilisten billigend in Kauf.
Bei allen politischen (Fehl-)Entscheidungen Guttenbergs standen seine Leute hinter ihm. Bei der Plagiatsaffäre ist er auch erst dann gestürzt, als ihn die eigenen Leute fallenließen. Schavan und Lammert haben sich offen gegen ihn ausgesprochen, aber es möge keiner glauben, daß Merkel, Westerwelle und Seehofer nicht heilfroh waren, als sie Guttenberg endlich draußen hatten.
Al Capone konnte man auch erst aus dem Verkehr ziehen, als man ihn der Steuerhinterziehung überführt hatte.

Ciao
Wolfram
KalleWirsch schrieb am 02.03.2011 um 09:43
@ Wolfram Heinrich

Und trotzdem will ich mich nicht daran gewöhnen. Weder daran, dass Politik so ist, wie du es beschrieben hast, noch daran, dass Deutschland Krieg führt. "Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen", hat Willy Brand gesagt und für mich war und ist das ein Credo.

Das Geschreie im Bundestag war sicherlich affig. Frau Sager zeigte deutlich, wie weit sie sich vom Volk entfernt hat, als sie sich empörte, dass Guttenberg glaubt sie als Akademikerin hinters Licht führen zu können, nur weil er es mit dem Mann und der Frau auf der Strasse schaffe. Nur ein Beispiel.

Meine Freude über Guttenbergs Rücktritt hält sich in Grenzen, weil durch den Grund seines Rücktritts, nicht die Politik, die auch er als Minister vertrat und vorangetrieben hat, in Frage gestellt wird. Ob Dobrindt oder Friedrich, die Politik wird sich kaum ändern, nur wird sie viel mehr im Stillen von statten gehen. Es wird auch weiterhin keine gesellschaftliche Debatte über den Umbau der Bunderwehr geben. Alle die vom Sieg der Demokratie reden in diesen Tagen, muss ich enttäuschen. Das war es nicht. Es war ein Medienspektakel, das die Auflage stärkt und da sind die Opfer eigentlich egal, oder besser gesagt, wenn die Beliebten fallen, dann klingelt die Kasse besser. Zudem konnte sich die Presse als Korrektiv der Politik darstellen, was sie schon lange nicht mehr ist.

Je älter ich werde, so mehr ernüchtert mich Politik. Ich verliere meine Illusionen, Helden stolpern, stürzen, verteten plötzlich entgegengesetzte Positionen. Aber, und das wird sich wahrscheinlich naiv anhören, aber das ist mir egal, ich wil nicht meine Ideale verlieren von Demokratie und Menschenrechten. Und dafür darf ich mich an diesen Müll nicht gewöhnen.
Wolfram Heinrich schrieb am 03.03.2011 um 15:15
@KalleWirsch
Und trotzdem will ich mich nicht daran gewöhnen. Weder daran, dass Politik so ist, wie du es beschrieben hast, noch daran, dass Deutschland Krieg führt.

Diese Weigerung sich zu gewöhnen halte ich für sehr begrüßenswert. Was ich mit meinen vielleicht etwas klugscheißerischen Anmerkungen wollte? Wahrscheinlich wollte ich drauf hinweisen, daß Wut effektiver ist, wenn sie an der richtigen Stelle ansetzt. Dazu muß man gelegentlich ein Stück weit... äh, zurücktreten und die Sache aus größerer Distanz betrachten. Aber gut, ich geb zu, das geht nicht immer. Manchmal ist die Wut zu groß, ich kenne das nur zu gut.

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 12:39
JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Mein Tag ist gerettet.

GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 13:08
Was soll denn jetzt werden?

Die Amerikaner haben immerhin Barack Obama, Stevie Wonder, Bob Hope und Jonny Cash.
Und wir?
Wir haben bloß Angela Merkel - no wonder, no hope, no cash.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 13:34
Wir haben Hannelore Kraft



Boris Palmer



Yvonne Ploetz


... die ihre Karriere übrigens bei der jungen Union begann.

Und einige mehr!
KalleWirsch schrieb am 01.03.2011 um 17:12
Wir haben den Wendler, der macht das schon.

www.muluku.de/wp-content/uploads/2010/09/Michael-Wendler-01.jpg
loki schrieb am 01.03.2011 um 12:57
Nur wer zurücktritt, kann Anlauf nehmen... beware.
claudia schrieb am 01.03.2011 um 13:16
Dann kann ja die Revolution ihren Lauf nehmen: Mit einem neuen Kriegsminister wird alles besser...
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 13:22
Pofalla. Das wär der richtige dafür. Dann geht alles zurück in die Gremien. Bis zur nächsten Wahl werden wir keinen wahrnehmbaren Verteidigungsminister haben. Aber das Beste: Wir werden auch keinen vermissen.
claudia schrieb am 01.03.2011 um 13:34
Das stimmt. Sowohl Kriege als auch den Umbau der Bundes"wehr" zu einer Berufskriegertruppe wickelt man besser still und unauffällig ab.

---
Gutti wird ab 2013 König von Bayern und regiert mit fester Hand die berliner CSU-Abgeordneten.
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 15:20
Westerwelle sei jetzt komissarisch Verteidigungsminister. Er kann nichts dafür, das ist bestimmt eine irgendwann demokratisch festgelegte Erbfolge - aber wenn er sich gut führt, wird er vielleicht doch noch die Maikönigin der Truppe.
claudia schrieb am 01.03.2011 um 16:17
Dass der Aussenminister mal kommisarisch für einen gefallenen Kriegsminister einspringt, ist ja durchaus logisch.
Der Innenminister ist momentan noch nicht zuständig.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 16:19
Angela Merkel meinte doch vorhin in ihrer Erklärung Guttenberg bleibt zunächst geschäftsführend im Amt.
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 16:43
Die letzte Hoffnung?
Er bleibt im Amt - wird aber für den Rest der Legislaturperiode bei Wasser und Dissertation am Schreibtisch festgekettet.
Heimatloser schrieb am 01.03.2011 um 13:22
M.E. hat er in seiner vor Selbstgerechtigkeit und Eitelkeit ("Verantwortung, die ich bis zum Monet trage...") triefenden Rede, den ersten Schritt zum Comeback versucht. Der Herr wird nicht lange in der zweiten Reihe ausharren.
Heimatloser schrieb am 01.03.2011 um 13:23
Moment natürlich :-(
Heimatloser schrieb am 01.03.2011 um 13:23
Moment natürlich :-(
KalleWirsch schrieb am 01.03.2011 um 13:51
Ich habe es auch eher als Übergangsrede gesehen.

Liebe Soldatinnen und Soldaten, liebe Untertanen, ich muss leider in der Urlaub, diese unverfrorene Kritik an meiner unfehlbaren Person übersteigt meine Kräfte. Aber keine Angst, ich komme wieder. Fragt meinen Freund Kai, der wird´s schon richten. Und damit euch nicht langweilig wird, jagt meine liebe Frau weiter Pädophile, demnächst vielleicht sogar Live zusammen mit Johannes B.. Und nach der vollzogenen Bundeswehrreform ziehen wir endlich gegen den Erzfeind Frankreich. Das wird ein Spaß. Ich darf nur nicht vergessen, dem Kai zu sagen, dass er euch in der Zwischenzeit erklären muss, wieso Frankreich nicht mehr unser Verbündeter ist. So jetzt muss ich aber, die Liz und die Friede warten mit dem Kaffee.
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 15:25
Diese Rede bekommt die volle Punktzahl und ein Vergissmeinnicht.
merdeister schrieb am 01.03.2011 um 13:30
Jan Jasper Kosok schrieb am 01.03.2011 um 13:35
<3
Ullrich Läntzsch schrieb am 01.03.2011 um 13:40
Man hat bei der Blödzeitung immerhin so viel Verstand – nicht Anstand – folgendes zu erkennen. Ist der Rücktritt unvermeidlich, dann besser früher als später. Warum, ganz einfach, bei sinkenden Umfragewerten, selbst bei noch hohem Niveau, sinkt auch der Mitleidsfaktor, sein letztes Kapital.
wwalkie schrieb am 01.03.2011 um 14:01
Ich gestehe: am Ende hat er mir fast leid getan, weil er den richtigen Zeitpunkt verpasst hatte (wer berät ihn eigentlich?) und wirklich leiden musste. Als Sünder ertappt und trotzdem im Fokus der Medien so weitermachen, als sei nichts geschehen, fordert Unmenschliches ab. Und stets abgecheckt zu werden: die Körperhaltung, die Gesichtsfarbe, das Augenblinzeln, die Frisur, ein eventuelles Zittern von Stimme oder Händen - da steckt viel Gnadenlosigkeit drin. Zudem er anscheinend nicht einsehen kann, was er denn so Schlimmes getan habe. Die prominenten Bauernopfer, die peinlichen Begräbnisreden, die Wildwest-Afghanistanshow mit Steffie und Kerner, die BILDpropaganda - alles war doch gut. War es ja auch für die meisten (Medien).

Und - da wir hier unter uns sind -: die Freude und die Kommentare meiner eher linken Umgebung beim Eintreffen der Rücktrittsnachricht (damit meine ich nicht die Kommentare hier) waren nicht ohne Häme und Ressentiment (Projektion auf Adel, Frisur, Glattheit) und erinnerte mich an frühere Reaktionen auf Michel Friedmann.

Das (auch akademische) Volk kann wieder gesund empfinden. Der Titel gilt wieder etwas. Repräsentativ die Aussage des evangelischen Theologen und Trägers des "Pour le mérite" Eberhard Jüngel heute in der FR. Er zitiert (na wen wohl?): "Weh dem, wer zu der Wahrheit geht durch Schuld. Sie wird ihm nimmermehr (!) erfreulich sein". Zum Trost allerdings: "Als evangelischer Theologe füge ich hinzu, dass die menschliche Person (!) mehr ist als die Summe ihrer Taten. Die Würde der menschlichen Person sollte (!) unantastbar bleiben." Da können Karl Theodor und wir ja (noch) dankbar sein.
Ullrich Läntzsch schrieb am 01.03.2011 um 14:31
@Mitleidsfaktor + kleinem Hoffen. Ja, in gewisserweise, ja. Dies Mitleid ist menschlich. Doch warum erhebt dann der Verstand Einspruch: Weil der Mann noch immer nicht das geringste erkennbare Anzeichen von Scham, Reue, Bedauern des eigenen Tuns, oder wie man dies auch immer erwarten würde. Ganz offensichtlich hat er nie gelernt, sich wahrhaftig zu entschuldigen. Ferner dient alle öffentliche Beurteilung dem politischen Leben. Wäre man befugt, das zu sagen, wie man sich einem privaten Verhältnis äußern würde. Für einen kleinen Moment nehme ich mir dies nun heraus, um auf diese Weise auf die denkbare Suizidgefahr hinzuweisen. Ohne jegliche Häme, oder gar klammheimlicher Erwartungshaltung. Dies zu sehen, ja da sind wir wieder beim Mitleid.
Politisch besteht leider die Gefahr, nach einer sogenannten Schamfrist, wird er ohne sich tatsächlich geschämt zu haben, uns erneut als begabter Politiker präsentiert werden. Zu hoffen bleibt, die Öffentlichkeit registriert die Blamage einer Kanzlerin, die unfähig zu rudimentären Resten von politischem Anstand, sich 14 Tage nicht entblödete den Herrn G. zu halten. Zu hoffen bleibt auch, eine öffentlichen Diskussion über das ADELSPACK nebst willfährigem Boulevard, und auch nur zu hoffen bleibt die Wahrnehmung eines vordemokratischen Wissenschaftsbetriebs.
Matto schrieb am 01.03.2011 um 14:04
Es ist doch nicht nur Guttenberg, es ist der ganze heuchlerische Haufen und Klüngel des Parlaments und der Regierung.
Was in der vorigen Woche im Bundestag abgezogen wurde, ist doch Betrug pur.
Die ganzen Pappnasen von Dobrindt, Röhe, Friedrichs und andere, wollten den Betrug eines ihrer Leute dem Volk schmackhaft machen. Was ist das nur für eine widerliche Art. Den Prof. aus München beschimpfte man als Linken, der nur seine Pflicht getan hat, die Wissenschaft vor Betrug zu schützen.
Seehofer eine Oberpappnase wollte bis zuletzt seinen Günstling verteidigen. Jetzt ist er mit seinem angeblichen Fund total gescheitert und trotzden stellt er sich frech hin und sagt, dass er schockiert ist über den Abtritt des Lügenbarons. Über den Betrug dieses Mannes sagt er kein Wort. Solche Leute und viele andere mehr, sollte man mit dem Schuh aus den Parlamenten treiben. Was diese Leute sich einbilden mit dem Volk machen zu können, ist einfach unerhört. Auf die Kommunisten schimpfen und keinen Deut besser sein, genau diese Brut regiert die BRD. Der Michel sollte mal langsam aufwachen.
Matto schrieb am 01.03.2011 um 14:20
Wie die Union mit dem Fall Guttenberg umgeht, bedeutet eine politische Zäsur. Ehemals bürgerliche Parteien spekulieren wie Rechtspopulisten auf die Diktatur der Deppen
Schade: Der ach so glaubwürdige Karl-Theodor zu Guttenberg wird immer verlogener. Das Problem ist mittlerweile gar nicht mehr, dass er einen großen Teil seiner Dissertation kopiert hat. Viel schlimmer ist, wie er das Land weiter täuscht, es spaltet, um die Affäre selbst zu nutzen. Er will den Leuten weismachen, dass er die “Fehler” aus “Versehen” tat. Und dass er mit dem Geständnis an Charakter gewonnen hat und die Sache erledigt sein müsste. Sie ist es mitnichten. Die angebliche Privatsache bekommt Züge einer Staatsaffäre. Und sie bedeutet eine politische Zäsur. Guttenberg und mit ihm die Unionsparteien wenden sich ab von dem Fundament, auf dem bürgerliche Parteien stehen sollten. Sie verhalten sich wie Rechtspopulisten: Sie sagen der Bevölkerung die Unwahrheit, der Zweck heiligt die Mittel, und das Volk folgt dem Charismatiker auf Schritt und Tritt.
Quelle: FTD
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 15:37
Nur ein Volk, dass volkt, darf auch Volk sein. Wenn ein Volk nicht mehr volkt, dann darf es kein Volk sein. Wir sind nicht mehr volksam. Wir sind dagegen.

Eine Regierung, deren Volk nicht mehr volkt, ist volksarm.
R Stilzchen schrieb am 01.03.2011 um 16:10
Nun ist er weg vom Fenster. Und das ist gutt so.
KalleWirsch schrieb am 01.03.2011 um 17:03
In der Tagesschau gerade eben sprachen sie schon vom VORLÄUFIGEN Ende einer rasanten Karriere.

Wir erinnern uns: Herr Schäuble zog sich 2000 wegen der Parteispendenaffäre vom Amt als Partei- und Fraktionschef der CDU zurück und wurde 2005 Innenminister, 2009, zynischer geht´s (n)immer, Finanzminister.

Übrigens fiel auch Guttenbergs Vorgänger Jung vor seinem Amt als Verteidigungsminister über die CDU Spendenaffäre. Während seiner Amtszeit als Generalsekretär der Hessen CDU wurden mitunter als "jüdische Vermächtnisse" getarnte Gelder zur Wahlkampffinanzierung verwendet.

Auch Koch bezüglich der Vertuschung von Schwarzgeld und blieb ganz dreist bis er freiwillig ging, weil Politik ja nicht alles sei.

Um in Deutschland nicht in die Politik wiederkehren zu können muss man ein Kind umgebracht haben. Aber ein deutsches. Afghanische Kinder zählen nicht. Und man muss selbst abdrücken.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 17:12
Angeblich sind Teile seine Abschiedsrede aus "Star Trek II: Der Zorn des Khans" abgeschrieben, geistert zumindest gerade durchs Internet. Es geht um die Passage:

"Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht."
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 17:52
So schnell kann's gehen.
Das ist ein Plagiat. Das Original stammt von JJK (siehe oben.) und selbst das ist schon ein Plagiat.
:-))
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 17:59
Ach das steht ja sogar oben im Artikel. Hab ich vorhin gar nicht gelesen. Wurde das reineditiert? Sorry.
Jan Jasper Kosok schrieb am 01.03.2011 um 18:03
Nein, das stand da bereits ne Weile. Reineditiert wurde (fast) nur unten.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 18:05
Ja wie gesagt, ich hatte es woanders im Internet gelesen und muss es vorhin im Artikel ÜBERlesen haben. Nichts für ungut.
Fro schrieb am 01.03.2011 um 18:22
Schöner Erfolg der Demokraten. Gibt’s da nicht auch noch einige andere Minister, die durch Täuschen und Betrug aufgefallen sind? Was ist mit Herrn Rösler? Dissertationsprüfungen würde ich nicht mehr machen – es sollte in Zukunft m.E. in erster Linie um das Aufdecken und bewerten von Leistungen und Verfehlungen im Amt gehen. Man sollte das politische Personal insgesamt mal einer Prüfung auf Geeignetheit unterziehen. Einen nach dem anderen.
Ulrike Winkelmann schrieb am 01.03.2011 um 19:05
Huhuhu hier kommen die ersten Trotzreaktionen.

dpa um 18:45 Uhr:

"Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Gegnern des zurückgetretenen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) Scheinheiligkeit vorgeworfen. "Soviel Scheinheiligkeit und Verlogenheit war selten in Deutschland", sagte Merkel am Dienstag bei einem Wahlkampfauftritt in Karlsruhe. Der Opposition gehe es nicht um den Erhalt der wissenschaftlichen Werte, sondern vor allem um die Schwächung der Union. "Wir müssen uns von niemandem erklären lassen, was Anstand und Ehre in unserer Gesellschaft sind."

Der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) sprach von einer Jagd auf Guttenberg. All jene, die jetzt geschossen hätten, müssten zeigen, ob sie in einer ähnlichen Situation ebenso viel Charakter hätten."
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.03.2011 um 19:29
Ich lege mich flach in diesem Zoo.

Angela Merkel will sich von UNS nicht erklären lassen, was Anstand und Ehre in UNSERER Gesellschaft ist?

Sie wirft DEUTSCHLAND Scheinheiligkeit und Verlogenheit? Nicht dem Baron? Nicht der christlichen Union, die alle christliche Werte systematisch mit den Füßen tritt?

Ich verstehe, dass ich etwas nicht verstehe, aber was ich nicht verstehe, das verstehe ich noch nicht.

Und als Physikerin sollte die Bundeskanzlerin es eigentlich können, die Sachen kurz und präzis formulieren. Zum Beispiel so: "Ich bin auch auf den Rücktritt scharf".
Fro schrieb am 01.03.2011 um 19:44
Ich glaube es ist ziemlich dumm, wenn die Kritiker Guttenbergs - wozu 10tausende Wissenschaftler, die meisten Journalisten und wahrscheinlich mittlerweile auch die meisten Bürger gehören - zu hetzenden Menschenjägern erklärt werden. Sie reduzieren so ihre Wählerschaft auf die Kernleserschaft der BILD.
Guttenberg sollte aber weiter „entzaubert“ werden, damit dieser Schwachsinn nicht verfängt.

Und das kommt noch auf Guttenberg zu - das Licht der Lichtgestallt wird weiter heruntergedimmt:

"Verteidigungsminister zu Guttenberg rechnete offenbar schon seit vergangener Woche mit einem strafrechtlichen Verfahren. Der Ärger ist für ihn noch nicht ausgestanden." mehr

Die Bewertung seiner Dissertation durch die Uni Bayreuth, die ihn wahrscheinlich als Betrüger ausweisen wird, steht auch noch aus.
GeroSteiner schrieb am 01.03.2011 um 21:18
So etwas könnte man auch als Realitätsverlust bezeichnen.

Da wird einer konservativen Partei der noch vorhandene Bodensatz von Anstand und Ehre als das vorgeführt, was es noch ist: Prütt.

Da wird die Vorbildfunktion der politischen Führungselite auf die tatsächlich vorgelebten Werte reduziert: Täuschen, abwiegeln und lügen, dass sich die Balken biegen.

Da werden offensichtliche Peinlichkeiten zu Sachzwängen umdefiniert.

Da wird unehrenhaftes Verhalten zu Charakterstärke verklärt.

Zum Schluss werden die Belogenen und Beschissenen, die hinters Licht geführten und für dumm verkauften Wähler und Staatsbürger zu Schuldigen am Schicksal eines vom Schicksal gebeutelten und überarbeiteten Verteidigungsministers.

Hat mal jemand eine Kotztüte? Mir ist schlecht.
claudia schrieb am 01.03.2011 um 23:52
>>Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Gegnern des zurückgetretenen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) Scheinheiligkeit vorgeworfen.<<

Der Doitsche Dolchstoss:

Im Felde unbesiegt

An der Heimatfront gemeuchelt
Wolfram Heinrich schrieb am 02.03.2011 um 04:45
@Ulrike Winkelmann
"Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Gegnern des zurückgetretenen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) Scheinheiligkeit vorgeworfen. "Soviel Scheinheiligkeit und Verlogenheit war selten in Deutschland", sagte Merkel am Dienstag bei einem Wahlkampfauftritt in Karlsruhe."

Eigentlich eine feine Sache für die Merkel: Der Rivale ist weg und der böse Feind hat ihn erledigt. Sie konnte den Dolch im Mantel lassen.

Ciao
Wolfram
KalleWirsch schrieb am 01.03.2011 um 19:39
Rahab schrieb am 01.03.2011 um 20:06
na die rede ist ja echt klasse!
war das kerlchen denn nur beim repetitor?
oder kommt an der uni Bayreuth die auseinerandersetzung um öffentlich-rechtlich gegen privatfernsehen gar nicht mehr vor?

na ja, vielleicht ist er einfach auch nur zu jung...
Magda schrieb am 01.03.2011 um 20:00
Ein Glück, dass das Militär nicht putscht. Nach der Bundeswehrreform kann das auch noch mal anders aussehen.
mahung schrieb am 02.03.2011 um 01:11
Ulrike Winkelmann schrieb am 01.03.2011 um 19:05
... und hat mich zu folgendem, naja, inspiriert.

Scheinheilig und verlogen?

soviel Scheinheiligkeit und Verlogenheit war selten
in Deutschland
das sagt
SIE

allen Ernstes sagt SIE das!
der scheue Rezipient denkt, was?
Anstand und Ehre
welch Schimäre
welch Perfidie der Merkeli

Mappus (Drecksack - mit Verlaub)
konservative Werte schätzend (Beton, Bau, hau)
jagt charakterloses Pack
jenseits der Schmerzgrenze (wie es scheint)
gegenüber beliebtem Adel
schreitet der "MP" zum "konservativen" "Tadel"

"Karl Theodor zu Guttenberg war, ist und bleibt im allerhögschtem Maße willkommen bei der Union in Baden-Württemberg"

Baden-Württembergs CDU
bettelt um den Redner
achtmal (!) im Ländle sprechen
sollte der Geölte
nun hat er es aber abgesagt
der schneidige Ex-Minister
den Mappus kratzt das oder nicht
er kommentierts sinister:

"es gibt auch faszinierende Persönlichkeiten, die vielleicht im Gegensatz zu anderen Menschen, die völlig fehlerfrei sind,
einen Fehler machen aber dann zu Ihm stehen, vielleicht macht des noch mehr das Faszinierende aus"

was DerLusconi kann
das üb ich jetzt!

bringt uns zurück zur Merkel:

Kommunisten schwächen die Union
Merkel´s trüb Gedanken
Opposition - ein lästig Ding zumal
weißt Merkel in die Schranken (also Merkel die Opposition!)
Sekretärin, Effdejott-erprobt
zur Wende in der Sauna
Gutti, wenn du klauen willst/kannst, dann klau halt!

der Guttenberg, der war und ist
Arsch allererster Güte
ein Elitesack, wenn man so will
im Beginn noch seiner Blüte

Der kommt wieder!
beim Schäuble
beim Otto Graf Lambsdorff
beim Zeus
bei Gott

Kanzlerschaft ist noch drin
BILD kämpft (für sie alle natürlich)
Und natürlich für IHN

erstveröffentlicht in der schaurig-schönen "Serie":

Polemisches Gereime:

www.freitag.de/community/blogs/mahung/polemisches-gereime-teil-vi
GeroSteiner schrieb am 02.03.2011 um 09:31
Hoch im Norden ist zu Guttenberg allenfalls gut für eine kleine Randnotiz in der Rubrik "Aus aller Welt".

Aftenposten, Norwegen


Guttenberg gibt als Verteidigungsminister auf

Deutschlands Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gibt nach den Enthüllungen über die Plagiate in seiner Dokorarbeit auf.

Zu Guttenberg gibt laut Reuters alle politischen Ämter auf. Letzte Woche wurde zu Guttenberg der Doktortitel aberkannt, den er von der Universität Bayreuth verliehen bekommen hatte. Das geschah, nachdem er einräumte, Texte von anderen in seiner Doktorarbeit benutzt zu haben, ohne diese kenntlich zu machen.

Der Plagiatskandal ging unter anderem so weit, dass der Verteidigungsminister von der deutschen Öffentlichkeit den Spitznamen "Zu Googleberg" bekam.

Zu Guttenberg wurde in der Zeit vorher als möglicher Nachfolger von Bundeskanzlerin Angela Merkel gehandelt.
bertamberg schrieb am 02.03.2011 um 22:19
Aus dreieinhalb Monaten als Sanitätssoldat in Murnau ist mir erinnerlich, dass Soldat sein etwas mit "Tarnen, täuschen und verpissen" zu tun hat. Wenn ich mich nicht täusche, lebte Guttenberg dieses Motto prototypisch wie kaum ein anderer Militär bis zum politischen Exitus. Nun, nachdem die ehrenwörtliche Erklärung als Betrug enttarnt, die Öffentlichkeit enttäuscht über den Fall der vermeintlichen Lichtgestalt und der Delinquent selbst angepisst ist angesichts der Übermacht an fehlenden Freunden, sollte eigentlich Freude aufkommen darüber, dass die deutsche Inkarnation eines "Master of War" sich so berechenbar verhält, wie ein bekannter Nobelpreisanwärter vor über 40 Jahren gedichtet hat:
"You lie and deceive, like Judas of old,
A world war can be won You want me to believe
Even Jesus would never Forgive what you do
Let me ask you one question Is your money that good
Will it buy you forgiveness Do you think that it could?" (Bob Dylan)
Meine Freude wäre noch größer, wenn der "universal soldier", der "really to blame" ist, den Dienst wirklich verweigern würde. Dass nur 10% der benötigten künftigen Berufssoldaten sich bislang gemeldet haben, verdeutlicht, dass wir zumindest dieser Utopie etwas näher kommen. Ansonsten zeigt Merkels viel zu langes Festhalten an Guttenberg nur, dass es (wahrscheinlich nicht nur) für sie normal ist, wenn Politiker und Wissenschaftler lügen. Wer erwischt wurde, kann sich darauf verlassen, das dass Gedächtnis der Volksseele schon immer Alzheimer hatte.
Jan Jasper Kosok
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