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Kultur : Irgendwie Links: Der naive Traum blauäugiger Paradoxien

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Donnerstag, 29.03.12






Neil Gaiman on Copyright Piracy and the Web, YouTube

Der naive Traum blauäugiger Hirne oder die gerechte Wut Sven Regeners, Christoph Brandl, Lie In The Sound

“Der Urheber wird vor allem im Internet gering geschätzt. Er darf Geld verdienen, das gesteht ihm die Mehrheit wohl zu, aber eine nicht zu unterschätzende Minderheit meint, dass nur die Anderen dafür Geld locker machen sollten. Wenn aber fast jeder die Zahlungsverantwortung auf alle anderen Zeitgenossen schiebt, dann bleibt dem Künstler am Ende sehr wenig in der Brieftasche. An einigen Sätzen Regeners, dessen Wutausbruch die Debatte in diesen Tagen wieder neu belebte, darf man zugleich durchaus Zweifel anmelden. Die Fülle der Musik lässt wahrlich keinen Mangel zu. Und ob ein Verein wie die GEMA all den Mitgliedern tatsächlich eine faire Vergütung der Ansprüche garantiert, sei hinterfragt. Die Schuld für die Misere nur beim unbelehrbaren Konsumenten zu suchen, greift ohnehin zu kurz. Alle Seiten sind dazu angehalten, sich Gedanken über Gedanken zu machen, einige davon sollten damit sogar gefälligst einmal anfangen.“

Worüber GEMA und Youtube streiten, Alexander Wragge, iRights

“Um welche Größenordnungen gerungen wird, ist schwer nachzuvollziehen. Beide Parteien haben Verschwiegenheit über die Details ihrer Verhandlungen vereinbart. Allerdings hat der Blogger Johnny Haeusler Vergleichszahlen recherchiert. Ein deutscher Musikverlag, der international tätige Urheber vertritt, hat ihm Einblick in seine Youtube-Abrechnungen aus Großbritannien gewährt. Demnach erhält der Verlag dort für eine Million Streams im Durchschnitt 190 Euro. Ob der verfahrene Streit nach dem Urteil des Landgerichts Hamburg am 20. April schnell zu klären ist, bleibt fraglich. Auch wenn die Richter Youtube nicht als Content-Provider einstufen, will sich die GEMA noch nicht geschlagen geben.”

Streit mit der GEMA: „Youtube ist eine Hosting-Plattform&ldquo, Mounira Latrache im Interview mit iRights

Streit mit Youtube: „Die GEMA wird kämpfen&ldquo, Interview mit Alexander Wolf, iRights

Zitieren ist erlaubt, wenn…, Wolfgang Michal, Carta

“Zitieren ist also auch künftig kostenlos. Doch über den Umfang von Zitaten und die Auslegung des Begriffs „selbstständiges Werk“ könnte es schon bald nach der Einführung des Gesetzes erheblichen Streit geben. Deshalb glauben viele Blogger und kleine Webseitenbetreiber, das Leistungsschutzrecht könnte auch sie betreffen und würde entsprechend teure Abmahnungen wegen „zu umfangreichen“ Zitierens nach sich ziehen.“

Ein Leistungsschutzrecht würde zu furchtbarer Rechtsunsicherheit führen, Interview mit Kai Biermann, IGEL

“Derzeit traut sich niemand zu sagen, wie so ein Leistungsschutzrecht formuliert werden könnte. Wenn man mit dem Justizministerium, das zuständig ist, darüber redet, sagen die: „Keine Ahnung. Wir arbeiten dran.“ Wenn man mit dem Springer-Verlag und Christoph Keese darüber redet, sagt der: „Das ist nicht unsere Sache. Das muss der Gesetzgeber regeln.“ Wenn man mit Politikern redet, die das Leistungsschutzrecht verteidigen, sagen die: „Ja, da müssen wir mal schauen.“ Niemand weiß, wie es aussehen soll, weil – und das ist das Problem – man eben nicht alle treffen will. Es soll eine ganz spezielle Zielgruppe getroffen werden: Aggregatoren, vor allem aber Google.”

Paradoxien 2013, Michael Spreng, Sprengsatz

“Deshalb muss Merkel mit allen Mitteln versuchen, einen Wiederaufstieg der FDP zu verhindern – sowohl durch ihre Regierungspolitik (keine Konzessionen, inoffizielle große Koalition) als auch durch ihren Wahlkampf (Alle Zweitstimmen für die CDU). Eine wieder im Bundestag vertretene FDP liegt nicht in Merkels Interesse. Die FDP hat für sie keine Funktion mehr, weil Schwarz-Gelb auf jeden Fall Geschichte sein wird.”

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.