Dienstag, 03.04.12
Schlecker und Illner: Meine Tage im Fernsehen, (Pirat) Christopher Lauer, FAZ
“Ein Pfarrer, ein Ministerpräsident, ein Bundestagsabgeordneter, ein Landtagsabgeordneter, eine Wirtschaftsverbandsvorsitzende und eine Moderatorin in einem Studio - und sie reden nicht über Schlecker, sondern erzählen sich etwas vom Pferd. Einige, weil sie keine Ahnung vom tagesaktuellen Thema haben (ich), andere, weil sie Ahnung haben, aber das nicht sagen wollen (Beck). So verkommen die Schicksale von 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Wahlkampf-Stunt.“
Die Vierteilung der Opposition, Wolfgang Michal, Carta
“Die Grünen aber werden in eine Zerreißprobe geraten: Die eine Hälfte will zurück zu den eigenen Wurzeln, die andere Hälfte will zurück in die Regierung. Und die Linken? Sie reiben sich auf im kalten Ost-West-Konflikt und treiben ihre Jungwähler zuverlässig zu den Piraten. Das bedeutet: So lange die CDU das Kunststück fertigbringt, an ihrem rechten Rand eine Abspaltung zu vermeiden, stehen ihr alle Optionen für ein “Weiter so” offen. Und so lange die SPD die 20 Prozent-Hürde knackt, hat sie gute Aussichten auf einen festen Logenplatz an der Seite der CDU.”
Das bedingungslose Grundeinkommen ist ultraliberal und sozial, Frank Wiebe, Handelsblatt
“Interessant ist das Grundeinkommen auch, weil es ein Denkmuster infrage stellt, das sich seit dem späten Mittelalter immer stärker durchgesetzt hat und zum Kern des bürgerlichen Selbstverständnisses gehört: Der moderne Mensch definiert sich durch seine Arbeit. Dieser Punkt macht das Konzept zugleich so anziehend wie auch für viele Menschen völlig unverständlich. Aber er zeigt vielleicht auf, in welche Richtung sich unsere immer spezialisiertere Gesellschaft ohnehin bewegt: „Vollbeschäftigung" ist wahrscheinlich heute schon eine überholte Utopie.“ // Via Diplix
Großbritannien: Pläne für Internet-Überwachung sorgen für Aufregun, Heise
“Den Berichten zufolge sieht der Entwurf vor, dass Provider entsprechende Hardware zu installieren hätten, die der britischen Behörde GCHG eine plattformübergreifende Beobachtung individueller Kommunikation erlauben würde. Zeitpunkt, Position der Teilnehmer und Dauer, aber nicht Inhalte der Kommunikation sollen dabei langfristig gespeichert werden und in Echtzeit verfolgbar sein. Dies soll im Gegensatz zur bestehenden Gesetzgebung dann ohne richterliche Erlaubnis möglich sein.”
Mehr im Guardian
Eine kurze Geschichte vom Kopieren und Kapieren, Wolfgang Messer, Fastvoice
“Die Lösung wäre - lange vorher - das bekannte Motto “if you can’t beat them, join them” gewesen. Statt eine Technologie oder geübte Praxis mit politischer Lobbyarbeit, seltsamen Einschränkungen (SCMS- und DRM-Kopierschutz, Regionalcodes etc.) und wenig wirksamen Reglementierungen zu bekämpfen, hätte die Medienproduktions- und Verwertungsindustrie versuchen müssen, sich an die Spitze der Bewegung zu setzen. Wenn meine Kunden so gerne“downloaden”, dann sollen sie das auch tun dürfen - aber bitte bei mir, auf nutzerfreundlichen Plattformen mit fairen und einfachen Bezahlsystemen, bei denen die sinkenden Herstellungs- und Vertriebskosten als günstige Preise und großzügige Nutzungslizenzen an die Konsumenten weitergegeben werden.”