Dienstag, 21.02.12
Verzerrte Zitate: Gauck und die Stille Post im Netz, Sascha Lobo, SpOn
“Es fühlt sich an wie eine unheilige Allianz, wenn sich soziale Medien in ihrem Wunsch nach Verkürzung und Anspitzung und professionelle Medien in ihrem Wunsch nach vermarktbarer Aufmerksamkeit so ergänzen, dass Zitate in den maximalen Wirkungskontext zusammengestaucht und zurechtgebogen werden. In der Berichterstattung zum Arabischen Frühling ergänzten sich die Stärken von journalistischen Medien und Social Media - hier ergänzen sich die Schwächen.“
Gauck in der Filterbubble oder wie wir lernten den Kontext zu ignorieren, Patrick Breitenbach, Karlshochschule
“Gestern habe ich zum ersten Mal die Filterbubble hautnah erlebt. Es ist kein neues Phänomen, was plötzlich mit dem Internet daherkommt. Die Filterbubble ist ein generelles Problem von medialer Berichterstattung und medialem Konsum, wenn also tausend Publikationen immer wieder nur von einer einzigen Quelle abschreibt, die wiederum nur Bruchteile der ursprünglichen Geschehnisse wiedergibt. Das gab es auch schon lang vor dem Internet, nur werden solche Bubbles heute dank unreflektiertem Drang zu Echtzeitkommunikation einfach noch schneller und größer aufgepumpt. Es entstehen schlagzeilenhafte Meme, die vorschnelle Urteile über Menschen fällen, die wir gar nicht wirklich kennen, bzw. nur über Dritte, Vierte und Fünfte. Eigenständiges Denken wird uns dank dem eigenen Lieblingsblog oder der Meldung unseres Lieblingsnachrichtenmagazines und diversen Tweets und Retweets unserer “Freunde” zum Glück vollständig abgenommen. ”
Gauck, das Netz und die Speichellecker, Don Alphonso, Blogbar
“Das Netz ist nun mal nicht netter als das, was man in es hineinkippt. Und mit etwas Glück hilft das Netz ja auch mit seiner kritischen Haltung, den bezahlten Redenhalter da oben daran zu erinnern, dass er sich ranhalten und einen guiten Job machen soll, wenn schon das bisher Gezeigte eher nur so mittelgut war. So eine Art Kontrollfunktion, die immer präsent ist, wenn die anderen mal wieder ihren Krönungsrausch ausschlafen.“
"Journalismus ohne Mut ist etwas ganz Trauriges", Jakob Augstein im Interview mit Ulrike Langer und Stephan Weichert, Vocer
“JA: Ich mag Papier. Aber wenn meine Kinder eines Tages auf das Papier verzichten, warum nicht? Allerdings kommen Zeitungen, wenn man sie einmal in der Hand hat, ohne jede Technik aus. Das ist ein bleibender Vorteil.”
Diesen Kuss der ganzen Welt, Thierry Chervel, Perlentaucher
“Die Konstellation, die sich abzeichnet, wäre aber folgende: Die traditionelle Inhalteindustrie und die großen Infrastrukturkonzerne werden verschmelzen. Apple und Google haben Abermilliarden auf dem Konto: Die Medienkonzerne wären für sie nur ein amuse gueule. Die Medienkonzerne haben den Urhebern so viele Rechte wie möglich abgeknöpft, um sie am Ende den neuen Herren hinterherzuschmeißen. Am Ende gehört das "geistige Eigentum" in die Verfügungsmasse der Internetkonzerne. Zwei Gruppen sind die eigentlichen Verlierer: die Urheber, die keinen Weg mehr aus diesen Verwertungsketten finden, und die Nutzer, die sich ebenfalls nur noch in den von diesen Konsortien vorgezeichneten Bahnen bewegen dürfen. Dem "geistigen Eigentum" würde auf diesem Weg unter anderem auch die geistige Freiheit geopfert.” // Via Diplix //
How The Megaupload Shutdown Has Put 'Cloud Computing' Business Plans At Risk, Mike Masnick, TechDirt
“For all the talk of how SOPA and PIPA were bad for changing the way the internet would have to work, it's worth noting the very very real impact of the Megaupload takedown on the potential development of various new services and business models. The risks and uncertainty increased massively on January 19th, and not in a good way for anyone."
Comic: I tried to watch Game of Thrones and this is what happened, The Oatmeal #mustsee