Donnerstag, 19.04.12
Heimliche Piraten, ZDF
Um es nochmal klar zu machen: Kristina Schröder hat recht, Antje Schrupp
“Sagen wir doch, wie es ist: im Detail sind Schröders Vorwürfe fast alle richtig. Es kommt tatsächlich vor, und gar nicht selten, dass Frauen aus feministischem Impetus heraus anderen bestimmte Rollenbilder vorschreiben wollen, das habe ich selbst oft genug erlebt. Es kommt vor, dass Feministinnen von der eigenen Mission so mitgerissen sind, dass sie anderen nicht mehr zuhören. Es ist gar nicht so selten, dass sie verhörartig mit Andersmeinenden umgehen. Warum sollten wir das nicht zugeben?“
Kopiermaschine Internet, Christoph Kappes, SpOn
“Diese Entwicklung kann zugunsten der Urheber sein. Die Verwerter haben die weitere Entwicklung zu ihren Ungunsten längst ins Kalkül gezogen und spielen ihre Position gegenüber Urhebern (Total Buyout), Kunden (Bezahlinhalte) und der Öffentlichkeit (Leistungsschutzrecht) aus, solange sie es noch können. Langfristig gewinnen die Urheber, die Werte schaffen, und die Gesellschaft, die von der neuen Vielfalt und ihrer Schnelligkeit profitiert.”
Warum das neue Ärzte-Album komplett auf YouTube läuft, Richard Meusers, SpOn
“Wie kann die Band sicher sein, dass die aufwendig produzierten Clips nicht blockiert werden? Das Label der Ärzte, Hot Action Records, will sich dazu nicht äußern. Es gibt aber eigentlich nur eine Methode, mit der Rechteinhaber sicher gehen können, dass Musikvideos oder andere Streams zu ihren Werken online abrufbar sind und bleiben. Wer einen Wahrnehmungsvertrag mit der Gema hat - wie der Komponist und Textdichter Bela Barney Felsenheimer und der Ärzte-Musikverlag PMS - kann bestimmte Online-Nutzungen von diesem Vertrag ausschließen.“
Ab vor die Hütte!, Kai Schächtele, Carta
“Es stimmt schon: Auch in Zukunft werden Urheber noch auf Unternehmer angewiesen sein. Es stimmt aber auch: Ohne motivierte Urheber, die noch dazu die Marotte haben, von ihrer Arbeit leben zu wollen, haben Unternehmer nichts zum unternehmen. Ich schreibe selbst gern noch regelmäßig für Magazine. Aber das liegt einzig an den Redakteuren, mit denen ich zu tun habe und mit denen ich auf Augenhöhe zusammenarbeiten kann, nicht an den Verlagen. Mit denen wird eine Zusammenarbeit zunehmend zur Farce.“
Zeitungsverleger sehen Zukunft in Bezahlmodellen, Heise
“Für die Zeitungen stelle sich nun aber die Frage, wie sie damit dauerhaft Geld verdienen könnten. 2012 sei in dieser Hinsicht ein "ausgesprochen zukunftsweisendes" Jahr, sagte Dobler. Als sinnvoll bezeichnete er ein Modell, bei dem einige Internet-Inhalte noch frei zugänglich seien, andere Premium-Angebote – wie lokale Nachrichten – aber erst nach Bezahlung. Angesichts sinkender Auflage und zurückgehender Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft gebe es keine Alternative zu diesen Online-Aktivitäten.“
Europa verliert den Internet-Anschluss, Marcel Weiß, Neunetz
“In Berlin entsteht gerade ein zartes Ökosystempflänzchen rund um Startups wie SoundCloud, 6Wunderkinder und andere. Die Regierung wäre gut beraten, hier zu helfen oder zumindest nicht im Weg zu stehen, sprich bürokratische Hürden abzubauen.”
Streit um Vorratsdatenspeicherung: Diesen Horrorkatalog will das Innenministerium speichern, Andre Meister, Netzpolitik
“Damit fordert das Innenministerium die äußerste Grenze des verfassungsmäßig Zulässigen, die das Bundesverfassungsgericht in seinem eher schwachen Urteil aufgezeigt hat. Juristen werden zu klären haben, ob auch alle Aspekte berücksichtigt sind, so ist auf Anhieb kein Übermittlungsverbot für Daten sensibler Anschlüsse wie “telefonische Beratung in seelischen oder sozialen Notlagen” zu finden. Doch das Grundproblem bleibt: Diese Vorratsdatenspeicherung ist ein Paradigmenwechsel. Überwacht werden sollen nicht mehr nur konkrete Verdächtige von konkreten Straftaten, sondern ohne Anlass die gesamte Bevölkerung.”
Twitter will Patente nur defensiv nutzen, Heise
“Der Mikroblogging-Dienst Twitter hat angekündigt, die eigenen Patente in Zukunft nur noch für defensive Zwecke zu verwenden. Zu diesem Zweck habe man das sogenannte "Innovator's Patent Agreement" (IPA) ausgearbeitet. Damit soll die Kontrolle über die Patente in den Händen der Ingenieure und Designer bleiben, auch wenn diese die Rechte daran an ihre Arbeitgeber abgegeben haben. Ihnen wäre damit versichert, dass ihre Patente nur noch als "Schild, nicht aber als Waffe" eingesetzt werden. So sollen die Innovationen Anderer gefördert werden.”