Dienstag, 19.07.11
Junge Journalisten: Ein Stummer Schrei nach Liebe, Philibuster
“Liebe junge Journalisten, ich bewundere Euren Idealismus, der Euch antreibt, aber ich verstehe nicht, warum Ihr jammert. Wenn Ihr die Medienwelt revolutionieren wollt, mit Qualität bereichern wollt, dann tut das – auch ohne Verleger. Das von Euch erwähnte Web 2.0 (übrigens ein inzwischen längst überholter Begriff) bietet Euch alle nur erdenklichen Mittel und Wege. Und wenn Ihr unbedingt kämpfen wollt, dann macht Euch stark für einen unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der auch im Netz präsenter sein darf und Euch damit die erhofften Arbeitsplätze als Qualitätsjournalisten schaffen könnte. Aber bitte hört auf zu jammern. Luke Skywalker hat sich schließlich auch nie beim Imperium beschwert, dass die Umstände für eine Rebellion gerade etwas schwierig seien …”
Die Klage der Verlage , Stefan Niggemeier
“Ich bin kein Jurist, und die Definition von „presseähnlich“ ist vermutlich schwammig genug, um zu den unterschiedlichsten Gerichtsurteilen zu führen. Aber so, wie die Verlage in ihrer Klageschrift argumentieren, sollen ARD und ZDF im Netz einfach nur tun dürfen, was die Verlage nicht tun. Das Bundesverfassungsgericht, bei dem die Sache sicher irgendwann landen wird, hat die Rechte von ARD und ZDF aber bisher immer aus ihrer eigenen Legitimation abgeleitet und nicht als Negativdefinition dessen, was andere in einem bestimmten Markt nicht leisten können oder wollen. Es würde mich wundern, wenn das in diesem Fall anders sein sollte.“
Unwillkommener Besuch , Katrin Schuster
“Beinahe noch bitterer finde ich den anderen Termin, der auf der Liste stand, jenen Besuch im Restaurant Hasir, der zwar verabredet war, aber ebenfalls wegen der wütenden Menge vor der Tür scheiterte. Diese wütende Menge mag deutlich über die Stränge geschlagen haben, aber sie hat mithin besser als der Restaurant-Besitzer verstanden, dass Sarrazin und das Aspekte-Team ihn bloß als Parade-Beispiel für den brav arbeitenden und entsprechend erfolgreichen Migranten vorführen wollten. Wer sich nur ordentlich bemüht, der schafft es auch …”
Die Frauen-WM ist vorbei – Was bleibt übrig?, Indirekter Freistoss
“Mit dem überraschenden Final-Sieg der Japanerinnen geht die Frauen-WM zu Ende. Die Presse blickt zurück und zieht erste Resümees”
Zukunft des WWW: Eine gigantische Maschine gegen den Tod , Peter Glaser auf SpOn
“Aus technischer Sicht ist beispielsweise das Vergessen ein Defekt, gelöschte Daten sind unerwünschte Folge fehlerhafter Hard- oder Software. Das Netz wird so zu einer gigantischen Maschine gegen den Tod: Alles wird festgehalten, nichts mehr vergeht. Im Gegensatz zur Maschine beherrscht der Mensch jedoch die Kunst des Vergessens. Sie erst macht ihn zu einem zivilisierten Wesen: Resozialisierung oder Vergebung wären ohne ein beabsichtigtes Vergessen nicht möglich. Das muss das Netz auf seinem weiteren Weg noch lernen.”