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Donnerstag, 22.09.11
Meinung im Internet: Vom Elend der Nutzerkommentare, Leo Lagercrantz, Sueddeutsche
“Ich versuchte, mein Verhalten zu erklären, in Foren, Mails und Blogeinträgen: kein Rassismus und kein Frauenhass auf der Seite, deren Redakteur ich bin, nein, danke. Doch die Hoffnung, dass der Kampf gegen den Troll so leicht zu gewinnen wäre, erwies sich als Irrtum. Der Troll reagierte nicht, indem er aufhörte, auf der Seite zu schreiben. Er forderte mich auch nicht auf, meine Sachen zu packen und zu verschwinden. Nein, viel schlimmer: Er fing an, mit mir zu diskutieren. Und er hörte nicht mehr auf.”
Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel: Warum beleidigen Sie Menschen, die ein Grundrecht wahrnehmen?, Hardy Prothmann, Pushthebutton.de
“Niemand zwingt die Zeitungen, auch nur einen Artikel ins Internet zu stellen. Und tun sie es doch, reicht eine kurze Code-Zeile und Google findet die Zeitungsangebote nicht mehr. Jeder Verleger kann für sich entscheiden, ob er das möchte. Viele Inhalte der Zeitung sind nicht durch die Redaktionen selbst erarbeitet, sondern Übernahmen von möglichst kostenfrei angeliefertem Material. Welche angebliche Leistung soll hier geschützt werden?“
Warum heißen die eigentlich Piraten?, Dirk von Gehlen
“Wenn ich die Idee der Piratenbewegung richtig verstanden habe, geht es darum, denjenigen eine Stimme zu geben, deren Alltag anders geprägt ist als jener der Parlamentarier, die im Kontakt mit Wirtschaftsvertretern die Frage erörtern, wie man mit Inhalte im Netz umzugehen habe. Es geht darum, die Raubkopierer, Downloader und – ja genau – Piraten ins Parlament zu bringen. Wenn das vor lauter Augenklappen-Metaphorik und Protestwahl-Geplapper aus den Augen verloren wird, würde damit auch ein wichtiger Bestandteil der Piratenbewegung verloren gehen: ihr Name.”
Die besprochene Sendung, Anne Will, gibt es unter anderem hier.
Google evangelist warns Facebook could be the next AOL or IBM, Guardian
“Cerf first noted that AOL began in the 1980s as "a walled garden model" that "persisted for quite a while until the users of AOL forced it to be made accessible to the internet" - and that IBM persisted with "proprietary networking protocols" and was only forced to adopt internet technology for its computers because "users didn't want to be locked in" to one brand of hardware. He went onto to say that "Facebook was becoming that way" as "a closed walled garden" and that its problem was that the "ability to connect to people inside the walled garden" would be overwhelmed by "a desire to interconnect" to other social networks or websites.”
In France, publishers seek to break Apple’s rigid terms and 30 percent cut, 9to5Mac
“Apple’s tight control over media content on its iPad is about to fall foul of some of France’s most powerful newspapers and magazines, which hope that by teaming up they can stop the technology giant from dictating the terms of their distribution. The bid by eight publications, including newspaper Le Figaro and sports daily L’Equipe, is the latest sign of growing disillusionment among some global publishers over what they consider Apple’s rigid terms and high commission of 30 percent.”
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Zum letzten Artikel: Bei dem Gedanken daran, dass Apple einmal mit dem Anspruch angetreten war, weniger konventionell als Microsoft sein zu wollen, entgleisen mir die Gesichtszüge und die Mundwinkel zeigen deutlich nach oben.
Zum ersten Artikel: Lagercranzt schreibt (reichlich desillusioniert) die Definition des Trolls gemäß der des letzten Medienkongresses von Talab/Freitag - alles und jedes, was lästig ist. Was spannender wäre: Ist das ein Befund, den auch der Freitag feststellt, etwa mit Blick auf Werbeschaltungen? Ich finde, das "Logbuch" fehlt immer mehr ... |
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Zum letzten Artikel: Mein Herz kann sich nicht entscheiden, für was es schlagen soll. Unterhaltsam ist der Eiertanz natürlich trotzdem. Auf der einen Seite Apple in Siegerpose, auf der anderen Seite, die Verlage auf der Suche nach dem letzten Strohhalm. Nun ja.
Zum ersten Artikel: Der Artikel ist interessant zu lesen, vor allem, wenn man selbst communitymanagt, teilen möchte ich die Schlüsse allerdings nicht. Wobei ich nicht verschweigen möchte, dass es Situationen gibt (einige), in denen man ein dickes Fell braucht. Hab ich. Dass uns wegen der FC Werbekunden durch die Lappen gehen, denke ich nicht. Eher im Gegenteil. Was die Dinge angeht, die fehlen: ungeduldiger als ich kann hier niemand sein. Wirklich nicht. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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