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Kultur : Irgendwie Links: Vergauckelt statt versöhnt

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Montag, 20.02.12

Gauck ist Merkels Meisterwerk, Malte Lehming, Tagesspiegel

“Gauck beklagt sich über „eine vor 20 Jahren nicht vorstellbare antikapitalistische Welle in Deutschland“, steht als Transatlantiker stets eng an den Seiten der USA, setzt sich für die Vertriebenen und den Afghanistankrieg ein, schimpft auf die Montagsdemos gegen Hartz IV („töricht und geschichtsvergessen“), sagt nach der Finanzkrise: „Wer ausgerechnet der Wirtschaft die Freiheit nehmen will, wird mehr verlieren als gewinnen“, und zur Integrationsdebatte: „Es gibt Viertel mit allzu vielen Zuwanderern und allzu wenigen Altdeutschen“. Thilo Sarrazin attestierte er im übrigen viel Mut.“

Lasst euch nicht vergauckeln, Haltungsturnen

“Als er noch chancenloser Zählkandidat der Opposition war, fanden ihn viele toll. Und nun trollen sie rum, teilweise die gleichen. Meine "Timeline" bei Facebook und Twitter brachte im Grunde diese Dinge vor: 1. Gauck sei ein Faschist, weil er gegen die Oder-Neiße-Linie als Ostgrenze sei. 2. Gauck sei ein rechtskonservativer 50er-Jahre-Typ, weil er erst einmal einen Döner gegessen habe und mit Mulitkulti nicht anfangen könne. 3. Gauck finde Sarrazin gut. 4. Gauck sei von einer Verschwörung aus Springer, Scholz & Friends und Bertelsmann erst gemacht worden. 5. Gauck sei ein Knecht des Großkapitals, weil er Occupy albern finde.”

Gespalten statt versöhnt, Daniela Dahn, Süddeutsche

“Vor einem Jahr fragte Emnid, ob die DDR "ganz überwiegend schlechte Seiten" gehabt hätte. Dies bejahten acht Prozent der Ostdeutschen. Und 78 Prozent der Westdeutschen. Auftrag erfüllt? Diese unversöhnliche Kluft, vertieft durch leergesparte Prekarier, könnte Bellevue erschüttern. Auch andere Schlösser.“

Wulffs Rücktritt: Der tödliche Vermerk, Thomas Gutschker, Faz

“Tatsächlich aber war fast alles falsch, was Hintze von sich gab, und damit löste er eine Welle aus, die sich immer höher auftürmte - und am Ende der Woche brach: Erstmals in der bundesdeutschen Geschichte beantragte eine Staatsanwaltschaft, die Immunität des Bundespräsidenten aufzuheben, um gegen diesen wegen Vorteilsnahme ermitteln zu können. Am Freitag kam Wulff diesem erniedrigenden Akt zuvor und trat von sich aus zurück. Nach neun Wochen mit immer neuen Vorwürfen war seine politische Karriere beendet.”

Vorauseilende Selbstverstümmelung, Stefan Niggemeier

“Wenn die »gemeinsame Erklärung« tatsächlich verabschiedet wird, sind zwei Szenarien denkbar. Entweder ARD und ZDF nehmen die Selbstverpflichtung sehr ernst. Dann würden sie massiv in die redaktionelle Arbeit ihrer Internet-Auftritte eingreifen müssen und ihren Online-Journalismus amputieren. Oder sie behandeln die — juristisch nicht bindende — Erklärung als reines Lippenbekenntnis, ein folgenloses Papier zur Ruhigstellung der Verleger. Dann würde der Konflikt in einigen Jahren umso heftiger aufbrechen, weil die Gegner von ARD und ZDF ihre Online-Auftritte nicht nur an umstrittenen Definitionen, sondern an den eigenen Selbstverpflichtungen messen könnten.”

Rogue Programmers, James Grimmelmann, Prawfs Blog

“In early 2010, Google apologized for the way Google Buzz had revealed people's Gmail contacts to the world. Later that year, the company announced that its Street View cars had been recording the data being transmitted over WiFi networks they drove by. And just this week, the Wall Street Journal and privacy researcher Jonathan Mayer revealed that Google had been using cookies in a way that directly contradicted what it had been telling users to do if they didn't want cookies. Once is an accident, and twice a coincidence, but three times is a sign of a company with a compliance problem. All three of these botches went down the same way."

As digital music sales leap, paid-for print circulations tumble, Ben Cardew, Guardian

“Nevertheless, what both industries have experienced is, in effect, the same thing: an unbundling of their content, as online consumers cherry-pick individual songs from albums and individual articles from magazines. Both, then, need to work out ways to reconfigure their key product for the digital age. And the BPI figures suggest that – despite a number of early mistakes – the music industry is getting to grips with this a lot better than many people would give it credit for. "

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