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Mittwoch, 04.04.12

Was gesagt werden muss, Gedicht von Günter Grass, Süddeutsche

“Und zugegeben: ich schweige nicht mehr, / weil ich der Heuchelei des Westens / überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen, / es mögen sich viele vom Schweigen befreien, / den Verursacher der erkennbaren Gefahr / zum Verzicht auf Gewalt auffordern und / gleichfalls darauf bestehen, / daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle / des israelischen atomaren Potentials / und der iranischen Atomanlagen / durch eine internationale Instanz / von den Regierungen beider Länder zugelassen wird. / Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern, / mehr noch, allen Menschen, die in dieser / vom Wahn okkupierten Region / dicht bei dicht verfeindet leben / und letztlich auch uns zu helfen.“

Wenn Ameisen Grillen grillen, Sascha Lobo, SpOn

“Die Diskussion krankt daran, dass auf der einen Seite Kultur gesagt wird und Kulturindustrie gemeint - und auf der anderen Seite dem Künstler nicht das Recht zugestanden wird, sein Produkt zu eigenen Bedingungen zu verkaufen. Im Ergebnis stehen auf der einen Seite Leute, die lieber das Internet kastrieren, als ihre Denkmuster zu ändern und auf der anderen Seite Leute, die ernsthaft behaupten, alle Probleme seien mit der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens gelöst. Als stünde dem faulen Künstlerpack eben kein Cent mehr zu als jedem anderen qua Geburt.”

Mein Plattenladen heißt Herunterladen, Dietrich Brüggemann, D-Trick

“Zum einen die Hysterie. In den beiden oben geschilderten Szenarien steckt der gleiche Denkfehler wie in den bunten Zukunftsbildern aus den 50er Jahren, auf denen wir im Jahr 2000 in atombetriebenen Flugautos herumkurven. Man beobachtet eine Entwicklung, verlängert sie in die Zukunft und gerät in in Panik. Das ist so, als säße ich auf dem Beifahrersitz eines Autos, das an der Ampel losfährt, würde den Tacho beobachten und sagen: Verdammt, jetzt haben wir schon in sieben Sekunden von null auf fünfzig beschleunigt, wenn das so weitergeht, werden wir demnächst die Schallmauer durchbrechen, da sollte ich jetzt besser mal dem Fahrer laut schreiend ins Steuer greifen und den Wagen gegen die nächste Wand lenken.“

Why digital-native media will (almost) always win, Mathew Ingram

“In other words, traditional media outlets like newspapers may not be succeeding, but online publishing has never been better. It’s not clear exactly what kinds of companies or businesses were included in LinkedIn’s definition of online publishers for the purposes of the report — presumably it would cover digital-only entities like The Huffington Post and the rest of the AOL empire, as well as Yahoo’s publishing units (both of whom have been hiring writers away from traditional print outlets) and a number of other online-only publishers such as Politico. And obviously some traditional companies like the New York Times and the Wall Street Journal have significant online operations, although whether they were included isn’t clear either.”

Anruf bei Pirat Christopher Lauer: "Einfach mal ein bisschen bullshitten", Hubertus Volmer , N-TV

“Wenn es um rechte Tendenzen innerhalb der Partei geht, dann muss klar sein, dass es für diesen faschistischen Scheiß bei uns keinen Platz gibt. Da hilft uns auch die Kontrollfunktion der Medien, die immer wieder nachhaken und auch mit dem Finger drauf zeigen. Im Zweifelsfall ist das ein Problem der einzelnen Landesverbände oder auch des Bundesverbands, wenn man sich da nicht klar genug positioniert. Meine Meinung ist, dass solche Ideologien und solche Menschen bei uns keinen Platz haben.”

Polizei: Namensschild ja, aber…, Udo Vetter, Law Blog

“Das erste Argument ist aberwitzig. Man gibt Beamten also bewusst Deckung [kein Namensschild bei “gefährlichen Einsätzen” wie z.B. Demonstrationen], weil sie ja zu Unrecht beschuldigt werden könnten. Deshalb nimmt man es halt auch in Kauf, dass durchaus berechtigte Anzeigen ins Leere laufen, weil sich Polizisten einfach in der Anonymität verbergen können. Besser kann man sein abgrundtiefes Misstrauen gegen den Bürger und ein gespaltenes Verhältnis zum Rechtsstaat kaum dokumentieren.”

Auch schön: In den Tiefen der Polizeicomputer

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.