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Während Otto Pfister "schwarze Spieler explodieren" sieht, taten dies die Gemüter der Chelsea-Akteure vergangenen Abend wahrhaftig. Über 90 Minuten haderten sie mit dem Schiedsrichter, immer jedoch mit dem beruhigenden Wissen im Hinterkopf, das Heft durch den Stand von 1-0 in der Hand zu haben. Bis zur 93. Minuten.

In dieser machte sich Andres Iniesta, ein kleiner unscheinbarer Mann mit blasser Haut, dessen Spiel allerdings alles andere als unspektakulär ist, auf, das elende Schicksal des FC Chelsea und damit auch jenes vom ewig sieglosen Michael Ballack zu besiegeln. Essien trat über den Ball, Messi reagierte schnell, Ballack übte den gehockten sterbenden Schwan und Iniesta selbst ließ es klingeln.

Damit allerdings war der Startschuss für eine dramatische Schlussphase gegeben, in der der FC Chelsea ein weiteres Mal nicht auf die Mithilfe des norwegischen Unparteiischen Tom Henning Övrebö setzen konnte. Der Elfmeterpfiff blieb erneut aus.

Wenig später sollte sich der Frust von insgesamt 5 zweifelhaften Entscheidungen entladen, was schlussendlich mit gelben Karten für Michael Ballack und seinen Teamkollegen Didier Drogba, der Pfisters These bestätigte, endete. Genau wie die meisten Zuschauer witterten sie Betrug, während der FC Barcelona seinen Last-Minute-Sieg ausgelassen feierte.

Fernab des Umstands, dass Herr Övrebrö vermutlich so bald kein wichtiges Spiel in UEFA-Wettbewerben mehr pfeifen wird, sollte man sich als Zuschauer freuen, vielleicht sogar dankbar sein, kommt es doch jetzt zum Duell der zwei vermeintlich spielstärksten Mannschaften Europas. Der vielleicht unverdiente Super-Gau Chelseas ist ein Faustpfand für Rom, eine Garantie für guten Fußball im Finale der diesjährigen Champions League.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.