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Politik : Muss die Linkspartei koalitionsfähig werden?

Letzten Mittwoch ging die aktuelle Freitagsfrage der Woche online. Dabei wollten wir von unseren Usern wissen, ob die Linke koalitionsfähig werden muss.

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Die Antwort ist augenscheinlich klar: Sie muss nicht (Contra 69%, 70 Stimmen gesamt, Stand 22.06.09). Hauptargument auf Seiten der Gegner ist dabei, dass sie auf Landesebene schon mehrfach bewiesen hätte, dass man in ihr einen veritablen Partner findet. So weit so gut.

Erste Auffälligkeit ist der Umstand, dass bei dieser Umfrage keine CDU/FDP-Sympathisanten mitgewirkt haben. Nun soll es sie auch nicht interessieren, was die Parteien am anderen Ende des Bundestags veranstalten. Umso bemerkenswerter aber, dass sich insgesamt nur 6 SPD-Anhänger (3 Pro, 3 Contra) dazu durchringen konnten, an der Umfrage teilzunehmen. Es scheint den anvisierten großen "Partner" in der Koalition ebenfalls nicht sonderlich zu kümmern, was beim kleinen so passiert. Vom "Groß Denken" lässt man sich augenscheinlich auch von äußerst realen Wahlergebnissen nicht abhalten: Auch unter 25% ist man noch wer.

Sorgen machen sich da viel eher die Grünen, was die Grafik anschaulich verdeutlicht. In Rot-Rot-Grün würden sie sich momentan nicht wirklich sonderlich gut aufgehoben fühlen. Allerdings wird man aktuell auch zu weitaus "interessanteren" Hochzeitstänzen eingeladen, ergo lehnt man sich mit Zugeständnissen nicht all zu weit aus dem Fenster. Es wird gepokert bis zum Schluss.

Felsenfest überzeugt von den eigenen (Koalitions-)Fähigkeiten derweil die Linken selbst; in dieser Frage gibt es nur wenige Abweichler in den eigenen Reihen. Die Komplimente der Gegner ("Wer die Gesellschaft gestalten will, muss koalitionsfähig sein – und es nicht nur von den anderen verlangen.") gibt man gern zurück ("Die SPD ist weder regierungs- noch oppositionsfähig, glaubt aber, sie könne der Linken abverlangen, erst mal "koalitionsfähig" zu werden.").

Der Eindruck, der bei der Betrachtung des gesammelten linken Parteispektrums entsteht, ist zwangsläufig folgender: Irgendwo zwischen Desinteresse, Berührungsangst und Abneigung schmollt man sich auch gern mal keck an, wenn man nicht gerad mit Fremdeln beschäftigt ist. Doof aber ist im Zweifelsfall der andere, so viel steht fest.

Die Frage jedoch, die sich neben pädagogischen Sorgenfalten bei diesem Gebaren leise aufdrängt, ist, ob es das Besserwissen wirklich wert war, wenn man ab September von Schwarz-Gelb regiert würde. Denn wenigstens mit Cliquenwirtschaft könnte man es doch mal wieder versuchen.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.