Jan Jasper Kosok

Berufsjugendlicher

28.10.2011 | 16:48

"Nachlässig, ignorant und hochtrabend"

In einer Welt, deren Maxime “Permanent Beta” heißt, bleiben Menschen, Märkte und Machtstrukturen auf der Strecke. Das stresst, ist aber unvermeidlich

Die FAZ druckte unlängst eine übersetzte Fassung der Kritik, die Evgeny Morozov an Jeff Jarvis neuem Buch “Public Parts” anbrachte. Der Beweggrund dieses Textes ist allerdings nicht der Inhalt der Morozov’schen Kritik – wobei ich nicht in Abrede stellen möchte, dass es sich um ein interessantes Stück handelt, nur soll es eben hier nicht eingehend behandelt werden -, sondern deren Stoßrichtung selbst: der Umstand also, dass mit Morozov ein selbsternannter Netzskeptiker einen der stärksten Befürworter des Internets, Jeff Jarvis, scharf angreift und damit eine neuerliches “You're either with us, or against us” heraufbeschwört. Ein weiteres Kapitel eines fortwährenden Kampfes von Bewahrern und Reformern zieht natürlich immer. Dabei ist der Zug längst abgefahren.

Bereits im frühen 19. Jahrhundet begann nämlich die Erfolgsgeschichte der Eisenbahn. Gleise wurden gelegt, Monopole errichtet, Chancen genutzt, die Mobilität erhöht, Kriege und Scharmützel geführt und Regionen “entdeckt”, von denen im Osten bis dato nie jemand gehört hatte. Auch damals gab es Glücksritter und eben jene, die auf einen möglichen Glücksfund im Westen gerne verzichtet hätten, würde nur alles so bleiben wie bisher. Es sollte – wenn auch nicht schmerzfrei – anders kommen.

Wir aber stecken heute noch mitten in unserer Erfolgsgeschichte, sind sozusagen live dabei: Zivilisatorischer Fortschritt in der ersten Reihe, mit Popcorn und allem, was das Herz begehrt. Dabei hat aber das Neue, das den einen Angst macht und den anderen Freude bereitet, nicht nur mit Datenschutz, Post-Privacy und Netzneutralität zu tun. Das alles sind Episoden auf einer langen Reise, die anders als die Eisenbahn (mehr oder minder) kein Ende finden wird. Denn das Netz selbst ist der Fortschritt im Fortschritt, es produziert ihn immer wieder. Auf den nächsten Halt müssen wir nicht mehr warten, wir passieren ihn bereits.

Das Rezept hierfür (und für einige andere Dinge) heißt “Permanent Beta”, eine Entwicklung, die keine “Final”, also kein Endstadium kennt. Alles wird ständig und unaufhörlich weiterentwickelt, nichts wird fertig, alles muss über den Haufen geworfen (zumindest aber hinterfragt) werden, sobald es einmal steht. Und: nichts ist “too big too fail”. Dem Internet ist der Wandel immanent. Das aber heißt für das einzelne Individuum, dass auf der eigenen Lernkurve kein Platz mehr ist für Lernplateaus, das Zielniveau, die Ruhepause. Alle diejenigen, die also studiert haben, um ihr Ticket für den Arbeitsmarkt zu lösen, dürfen jetzt enttäuscht sein. Auf den Lorbeeren wird sich niemand mehr dauerhaft ausruhen können, schon gar nicht ewig die Früchte harter Arbeit von anno dazumal ernten. Das ist vorbei, morgen geht es von vorne los. Wer aber des Studierens wegen Student war, darf frohlocken: das geht jetzt immer so weiter. Das Konzept des lebenslangen Lernens mag so alt wie der Mensch selbst sein, nie aber war es so aktuell (und verbreitet) wie heute.

Es verwundert daher nicht, dass die Kritik am Netz (und allem, was damit irgendwie zusammen hängt) häufig in missmutigen Sätzen wie “Damit möchte ich mich einfach nicht auseinandersetzen (müssen)” mündet. So spricht ein Lebensmodell, das sich und den Status Quo zu erhalten sucht. In dieser ablehnenden Haltung manifestiert sich der Unwille, sich grundsätzlich mit Neuem auseinanderzusetzen. Man hat ja schließlich schon genug gelernt. Es ist dabei völlig klar, dass Umschulen ebenso schwer wie die Erkenntnis der Notwendigkeit fällt. Hieraus resultiert bei den Getriebenen Stress auf einer sehr existenziellen Ebene. In etwa so kann man sich die Gefühlslage in der Bergbaubranche vorstellen, als die ersten Zechen schlossen. Niemand der Involvierten wird die damalige Entwicklung für gut befunden haben. Daran ist auch nichts falsch. Nur darf man sich heute nicht mehr beschweren, wenn einem die Felle davonschwimmen. Denn das Aufholen von Verpasstem (“Na gut, es sind ja jetzt alle meiner Freunde bei Facebook.”) bzw. das Erlernen von Neuem ist die Sisyphosarbeit, die das Netz uns auferlegt und in Zukunft in steigender Frequenz immer wieder auferlegen wird.

Im Gegensatz zum Planeten (oder bescheidener: zum wilden Westen) ist im Internet immer Platz für neue Schienen und damit neue Glücksfunde, Herausforderungen und Ideen. Es wird nie vollständig erschlossen sein und umspannt trotzdem den gesamten Globus. Der Entdeckungsprozess wird nie enden. Schon jetzt breitet sich das Netz ferner schneller aus, als es den meisten, vor allem aber auch den Nationalstaaten und ihren Institutionen, lieb sein kann. Denn genau wie das getriebene Individuum befinden auch diese sich im Stress, der nach der Prokrastination kommt.

Anders ist nicht zu erklären, dass es kein Gegengewicht gibt zu einem simplen “Don’t be evil!” und dem darin enthaltenen Glaubensbekenntnis, das der heranreifenden Wissensgesellschaft abverlangt wird. Dieser Spruch soll uns versichern, dass Firmen wie Google – aber auch Facebook, Amazon oder Ebay –, die uns die digitale Öffentlichkeit global zur Verfügung stellen, im Netzbürger mehr sehen als den simplen Kunden einer privaten Firma. Uns die Rechte einzuräumen, zu garantieren, die einen öffentlichen Raum zu einem wirklichen Raum der Öffentlichkeit machen, steht und fällt momentan mit den Interessen kommerziell operierender Unternehmen, nicht aber mit denen einer internationalen Institution, die den modernen Global Playern entgegen steht. Auch diese vermeintliche Hilflosigkeit ist ein Quell des immer wieder aufbrandenden Misstrauens, der Skepsis gegenüber dem Netz generell. Und selbst wer gläubig ist, wird erkennen müssen, dass unsere Altvorderen die Geister, die sie riefen (Globalisierung, on- und offline), gar nicht in der Lage sind zu kontrollieren (geschweige denn zu verstehen), solange sie es sich in der Kleinbürgerlichkeit des Nationalstaats gemütlich machen.

Statt aber groß zu denken und Weitblick zu beweisen, sich auf Veränderung einzustellen, kümmert man sich um die schönen – also die alten, liebgewonnenen, vertrauten – Dinge des Lebens und versucht mit allerlei modernen Kohlepfennigen (z.B. dem Leistungsschutzrecht), die unter dem Druck des Wandels schwächelnden nationalen Industrien auf Pump (VWL 1: “Der Irrsinn heute ist der Verzicht morgen”) am Leben zu erhalten, während die neuen digitalen Industrien eine internationale Wirklichkeit schaffen, die Strukturen, Regeln und Abkommen der alten Welt überholt, teilweise ad absurdum führt. Ohne Nachhilfeunterricht wird das nichts.

Es ist also kein Wunder, dass sich selbst in der Politik eine leise Sehnsucht nach Verjüngung breit macht. Jugend, so scheint es, ist der Schlüssel zum Problem, auch wenn sich in der Umsetzung häufig noch der Eindruck eines Escortservice aufdrängt. Wer jung ist, will im besten Fall lernen, ist neugierig und hat noch die Art von Visionen, wegen denen Altbundeskanzler Helmut Schmidt zum Arzt gegangen wäre. Berufsjugendlichkeit ist sozusagen der Soft Skill der Stunde, auf dem Weg steil nach oben im CV. Es überrascht daher wenig, dass das Netz voll ist, von Dingen, die auf den ersten Blick wenig Sinn ergeben, sich ausprobieren wollen und häufig kindisch anmuten. Es ist eine riesige Spielwiese, auf der nicht wenige sich eine blutige Nase holen, die Begeisterung jedoch selten verloren geht.

Ernst Barlach sagte einst, es sei das Vorrecht der Jugend, Fehler zu begehen. Aus letzteren, so heißt es gemeinhin, lerne man am Besten. An diesem Punkt befinden wir uns wieder beim “Elend der Internetintellektuellen”, die Morozov als “nachlässig, ignorant und hochtrabend” beschreibt. Auch, wenn die betroffenen Seiten es in den seltensten Fällen wissen, so ist es im Grunde das größte Kompliment, das man einem Jugendlichen machen kann.

 

Dieser Text wurde durch einen Post von Marcel Weiß angeregt. Das Bild stammt von Swami Stream.

 
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Kommentare
ed2murrow schrieb am 28.10.2011 um 17:18
Groß! Der Blog ist gemerkt.
Jan Jasper Kosok schrieb am 28.10.2011 um 17:33
Danke für die Blumen!
goedzak schrieb am 28.10.2011 um 17:49
Der Begeisterung von e2m kann ich mich (vielleicht in einem etwas nüchternerem Ton :-)) anschließen. Der Hinweis auf das Netz-Phänomen 'Eisenbahn' (das gar nicht so am Ende ist, wie es zwischenzeitlich geschienen haben mag) ist ausbaufähig. Die wenigen Bemerkungen im Text lassen noch gar nicht ahnen, wie trächtig die genauere Untersuchung der Entfaltung des Systems 'Eisenbahn' für einen, sagen wir, historisierenden Blick auf die vor sich gehende Entfaltung des Systems 'Internet' (etc.pp.) sein kann. Das System 'Eisenbahn' hat ja nicht nur einen Mobilitätssprung bedeutet, sondern tief, geradezu umwälzend in Raum-Zeit-Strukturen eingegriffen, die man schon auch unter dem Stichwort 'Globalisierung' führen kann. Und es hat einen ersten Kulmininationspunkt in Sachen weltumspannender Kommunikationssysteme bedeutet.
Jan Jasper Kosok schrieb am 28.10.2011 um 18:12
In der dem Text vorangegangen Diskussion gab es jede Menge treffende Querverweise zwischen Netz und Eisenbahn. Allerdings wollte ich der These der Permanent Beta, also dem Unterschied, ein wenig mehr Raum zugestehen. Den Sermon liest ja sonst niemand mehr. (;
Streifzug schrieb am 28.10.2011 um 18:17
"selbsternannter Netzskeptiker", da wird Wolfram Heinrich bestimmt gleich angewetzt kommen :)

Ach so, im Wilden Westen, zur Zeit des Goldfiebers, da haben die Schüppenverkäufer im Schnitt den größten Reibach gemacht...

Das Eisenbahnsystem hat die den Faktor Zeit auf Kosten der Vielfalt von Raum-Strukturen optimiert.

Ein spannender Ansatz, zu dem auch der Artikel "Auf allen Kanälen des Kapitals" passt.
Streifzug schrieb am 28.10.2011 um 18:28
..."hat die den" ist bestimmt gut rapbar, sollte aber "hat den" heißen...
Jan Jasper Kosok schrieb am 28.10.2011 um 21:20
Danke für den Hinweis, den Artikel hatte ich bis dato übersehen. Mea culpa.
Streifzug schrieb am 29.10.2011 um 09:41
@JJK,

ist es nicht spannend? Natürlich könnte ich nun ausrufen: Ha! Der OnlineMaster des Freitaguniversums findet sich im hauseigenen Chaos nicht zurecht :)

Das ist nicht der Punkt. Sozusagen zeitgleich und ortsgleich existieren zwei Artikeln, die eine gewisse inhaltliche Nähe aufweisen. Ohne die Information: im Freitag, ginge der Suchende nun zur Suchmaschine seiner Wahl. Ergebnis? Genau. Extrem viel, aber wohl kaum der jeweils andere Artikel. Wonach auch suchen? Stichpunkte?...

Die Information: es gibt da einen ähnlichen Artikel kam von einer Social-Web-Komponente (Mensch). Natürlich wird an ontologischen Suchmaschinen gebastelt. Eine Poblematik liegt in der Unschärfe, die nur durch Interpretation entschärft werden kann, allerdings die Unschärfe nur wieder auf eine andere Ebene verschiebt.

Hat das nun wirklich was mit deinem Artikel zu tun? Weisen die beiden Artikel wirklich eine inhaltliche Nähe auf? Das könnte nur eine Diskussion klären. Genau in solchen Spannungsverhältnissen schlummert jede Menge Kreativität. Meist verschüttet. Auch in dem Punkt ist das Social-Web ein Ansatz. Ein echt scharfes Problem, welches vielen Schüppenverkäufern goldene Zeiten verspricht ;)
Jan Jasper Kosok schrieb am 29.10.2011 um 12:43
Der Witz ist doch, dass du im Grunde gerade dafür sorgst, dass wir verknüpfen. Und dass mit dem "billigen" Mittel der Kommentarfunktion.

Ich z.B. hab mich beim Anlesen lange gefragt, was du meintest, als du sagtest, das würde hierzu passen. Es war ziemlich genau ein Absatz, bei dem es bei mir geklingelt hat.

"Demnach geht einer Revolution immer ein Ereignis voran, also ein Moment, der die Koordinaten der symbolischen Ordnung nachhaltig verschiebt, einen Riss in das Bestehende treibt, eine neue Interpretation der Wirklichkeit erzwingt."

Da steckt der Leim, die Tür.

Und jetzt geht es zum Bäcker. Ontologisches Suchen nach Nahrung sozusagen.
merdeister schrieb am 29.10.2011 um 17:01
Sind wir eigentlich Fahrgäste oder Bahnhof?
Streifzug schrieb am 29.10.2011 um 17:28
...in dem Fall sind wir Fahrgäste und verstehen nur Bahnhof...
merdeister schrieb am 29.10.2011 um 18:33
Hä?
Streifzug schrieb am 29.10.2011 um 19:25
Web Trend Map
"No Metro lines, no URLS. This time, it’s the 140 most influential people on twitter, sorted by #name #handle #category #influence #activity. Plus: When they started tweeting and what they first said. It took quite some time until we had it in the shape we envisioned."
Streifzug schrieb am 29.10.2011 um 19:42
Streifzug schrieb am 29.10.2011 um 19:46
...und natürlich noch Josef Müller-Bockwurst ;)
Streifzug schrieb am 30.10.2011 um 11:40
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.10.2011 um 11:49
Schöne bunte Bildchen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 30.10.2011 um 11:50
Sicher wieder aus einem anderen Forum geklaut. Kommjt gleich 'ne weiße Katze?
merdeister schrieb am 30.10.2011 um 12:22
Gäbe es nur eine Möglichkeit, herauszufinden, wo diese Bilder herkommen...
Streifzug schrieb am 30.10.2011 um 12:31
Die Bilder stammen bestimmt vom Planeten Reflexione Galore.
Streifzug schrieb am 30.10.2011 um 15:12
Jan Jasper Kosok schrieb am 31.10.2011 um 09:24
So stelle ich mir Fortschritt vor. Unaufhaltsam, gewaltig und ein bisschen (sehr) schmutzig. (;
Streifzug schrieb am 31.10.2011 um 20:20
...spannende Visualisierung und geile Mucke...

merdeister schrieb am 31.10.2011 um 20:30
Streifzug, niemand sagt mehr "Mucke"!
merdeister schrieb am 31.10.2011 um 20:32
Aber die ist echt gut :-p
ed2murrow schrieb am 01.11.2011 um 09:59
Partie der Großhirnrinde: Zeigt die Entwicklung der Nervenverbindungen - links kurz nach der Geburt, in der Mitte im Alter von 3 Monaten, rechts mit drei Jahren.

Gehirnvernetzung
h.yuren schrieb am 28.10.2011 um 23:22
sind es die schienen, die sichtbaren stahlschienen, die den vergleich mit dem netz suggerieren?
die schiffahrtslinien sieht man nur auf karten, manchmal. aber mit dem schiff kam mensch lange vor erfindung der eisenbahn weiter um den globus. das war das vehikel zur entdeckung der welt.
Jan Jasper Kosok schrieb am 29.10.2011 um 12:50
Das wollte ich auch nicht in Abrede stellen. Das Bild der Eisenbahn habe ich vor allem benutzt, weil ich in der vorangegangenen Diskussion eben diese benutzte. Vielleicht zufällig.
Kunibert Hurtig schrieb am 29.10.2011 um 01:35
Bereits im frühen 19. Jahrhundet begann nämlich die Erfolgsgeschichte der Eisenbahn. Gleise wurden gelegt, Monopole errichtet, Chancen genutzt, die Mobilität erhöht, Kriege und Scharmützel geführt und Regionen “entdeckt”, von denen im Osten bis dato nie jemand gehört hatte.
Aus diesen Zeilen ist zu lesen, dass der Beginn des Netzes einherging mit der Abschlachtung und Aushungerung der indigenen Bevölkerung der USA, denn die Eisenbahn beförderte Soldaten und andere Schlächter in die die zu erobernden Gebiete. Wie man diesen Tatbestand als Beginn eines großartigen Netzes apostrophieren kann, bleibt Geheimnis des Autors dieser Zeilen.

Dabei hat aber das Neue, das den einen Angst macht und den anderen Freude bereitet, nicht nur mit Datenschutz, Post-Privacy und Netzneutralität zu tun. Das alles sind Episoden auf einer langen Reise, die anders als die Eisenbahn (mehr oder minder) kein Ende finden wird. Denn das Netz selbst ist der Fortschritt im Fortschritt, es produziert ihn immer wieder. Auf den nächsten Halt müssen wir nicht mehr warten, wir passieren ihn bereits.
Schienen werden aus Eisen produziert. Eisen wird aus Eisenerz gewonnen, mit Kohle reduziert, geschmolzen und dann gewalzt. Arbeiter, die unter erbärmlichen Bedingungen arbeiten müssen, bauen Erz und Kohle ab. Andere Arbeiter, die unter nicht minder erbärmlichen Bedingungen malochen, haben das flüssige Eisen gegossen.
Die Behauptung, dass das Netz selbst der Fortschritt im Fortschritt ist, verweist auf einen Rückkopplungsprozess, dessen Beweis noch aussteht! Dass wir den nächsten Halt passieren, ist ein Irrtum. Die meisten Menschen stehen und werden überrollt und diejenigen, die meinen zu begreifen und Teil zu haben, begreifen eigentlich gar nichts.

Das Rezept hierfür (und für einige andere Dinge) heißt “Permanent Beta”, eine Entwicklung, die keine “Final”, also kein Endstadium kennt. Alles wird ständig und unaufhörlich weiterentwickelt, nichts wird fertig, alles muss über den Haufen geworfen (zumindest aber hinterfragt) werden, sobald es einmal steht.
Kein Wissenschaftler, kein Forscher kann so arbeiten, kann Ergebnisse erzielen. Das ganze Internet wäre ein Haufen Scheiße, wenn nicht Forscher und Wissenschaftler zu irgendeinem Zeitpunkt zu einem Ergebnis gekommen wären. Dass Forschung sich stets und immer hinterfragt, ist der Forschung, der Frage selber immanent. Was hier als Erkenntnis offeriert wird, liegt in dem Tatbestand, das der Behauptende niemals an einem kreativen Forschungsprozess beteiligt war, sondern durch die Nutzung desselben sich in abgehobener Position wähnt.

Alle diejenigen, die also studiert haben, um ihr Ticket für den Arbeitsmarkt zu lösen, dürfen jetzt enttäuscht sein. Auf den Lorbeeren wird sich niemand mehr dauerhaft ausruhen können, schon gar nicht ewig die Früchte harter Arbeit von anno dazumal ernten. Das ist vorbei, morgen geht es von vorne los. Wer aber des Studierens wegen Student war, darf frohlocken: das geht jetzt immer so weiter …
Wer aber des Studierens wegen Student war, darf frohlocken Das bitte sage man doch mal einem Bachelor Studenten mit vollgepacktem Stundenplan. Zielfreies Studieren, selten einen solchen Schwachsinn gelesen. Die Welt in der wir leben wird nicht von Philosophen, von Advokaten und anderen wortgewaltigen Akustikkünstlern und Schriftabsonderern geprägt, sondern von denen, die die Computer bauen, auf denen diese Geistesgrößen ihren Sermon absondern. Und das Studium, dieses tun zu können stellt harte Arbeit dar. Diejenigen, die es nutzen um so einen grenzdebilen Schwachsinn zu verbreiten, mögen zwar studiert haben … geschaffen haben sie nichts.

Es verwundert daher nicht, dass die Kritik am Netz (und allem, was damit irgendwie zusammen hängt) häufig in missmutigen Sätzen wie “Damit möchte ich mich einfach nicht auseinandersetzen (müssen)” mündet. So spricht ein Lebensmodell, das sich und den Status Quo zu erhalten sucht. In dieser ablehnenden Haltung manifestiert sich der Unwille, sich grundsätzlich mit Neuem auseinanderzusetzen.
Ein Lebensmodell, dass sich und … welch ungeheuerliche Arroganz tropft aus diesen Worten? Misstrauen gegenüber dem hier Vertretenen ist zutiefst angebracht. Die aktuelle Wirklichkeit spricht ihre eigene Sprache! Dazu nachher noch ein Satz.

Anders als auf dem Planeten (oder bescheidener: im wilden Westen) ist im Internet immer Platz für neue Schienen und damit neue Glücksfunde, Herausforderungen und Ideen. Es wird nie vollständig erschlossen sein und umspannt trotzdem schon jetzt den gesamten Globus.
Im Unterschied zu neuen Eisenschienen, die Arbeitskraft erfordern, die Bezahlung erfordern, die CO2 produzieren, die verlegt werden müssen, die Lebensräume durchschneiden und beschränken, die Land zu betonieren, die Kapitaleinsatz einfordern, ist die Erzeugung elektromagnetischer Wellen ein idiotischer Furz, sonst nichts: das Vermüllen der Wirklichkeit mit immer feinerer Elektronik, um immer näher beieinander liegende Trägerfrequenzwellen separieren zu können.

Anders ist nicht zu erklären, dass es kein Gegengewicht gibt zu einem simplen “Don’t be evil!” und dem darin enthaltenen Glaubensbekenntnis, das der heranreifenden Wissensgesellschaft abverlangt wird. Dieser Spruch soll uns versichern, dass Firmen wie Google – aber auch Facebook, Amazon oder Ebay –, die uns die digitale Öffentlichkeit global zur Verfügung stellen, im Netzbürger mehr sehen als den simplen Kunden einer privaten Firma.
das der heranreifenden Wissensgesellschaft abverlangt wird…. Was will uns denn dieses nur sagen? Welches Wissen ist denn gemeint?
Facebook? Eine Idee, um aus Werbeeinnahmen durch die Potenzierung der Freunde (200 Mio, 300 Mio, 400 Mio???) Kapital zu generieren … mit welchem wertbeständigen Produkt denn?
Amazon? Ein Verteiler von Gütern, der alles, was sich zu Geld machen lässt verkauft, solange er es nicht lagern muss.
Ebay? Ein Provisionsgenerator, der überflüssigen Müll der Warengesellschaft verteilt und beim Schwächeln der Idee mein Ebay gebar, um die Frequentierung aufrecht zu erhalten. Nicht mehr. Nichts, was etwas Wertbeständiges erzeugt hat.

Auch diese vermeintliche Hilflosigkeit ist ein Quell des immer wieder aufbrandenden Misstrauens, der Skepsis gegenüber dem Netz generell.
Es existiert keine generelle Skepsis gegenüber dem Netz! Und wenn, ist es die Skepsis gegenüber Leuten, die übersehen haben, das Kinderpornographen fröhliche Urständ gefeiert haben und erst in die Schranken gewiesen wurden, als diejenigen, die sie kritisieren, den Machenschaften auf die Schliche kamen. Die Kritiker selber haben sich in ihren Suhlen gewälzt, um sich mit dem Schlamm ihrer Zecken zu entledigen.

Und selbst wer gläubig ist, wird erkennen müssen, dass unsere Altvorderen die Geister, die sie riefen (Globalisierung, on- und offline), gar nicht in der Lage sind zu kontrollieren (geschweige denn zu verstehen), solange sie es sich in der Kleinbürgerlichkeit des Nationalstaats gemütlich machen.
Unsere Altvorderen? So ein Schwachsinn. Die Geister des Beginns waren Wissenschaftler, die sich austauschen wollten, ihre Ergebnisse, Fragen und Diskussionen ventilierten. Die Globalisierung hat das Kapital in Gang gesetzt, jene grandiosen Geschäftsideen, die zunächst ~2000 ebenso grandios den Bach runter gingen, nachdem das Kapital Millionen Anleger um ihre Anlagen beschissen hatte.

Was hier apostrophiert wird, die großartige Freiheit, die neue Freiheit gebiert, existiert nicht! Julien Assange wurde von den gleichen Mechanismen, die in diesem Text gefeiert werden, die Kapitalbasis entzogen, um ihm die Freiheit zu nehmen. Er hat lediglich die Macht des Kapitals falsch eingeschätzt. Wo kommen die Satelliten her, die den Globus umkreisen? Wer bezahlt sie? Wozu dienen sie? Um idiotische Fernsehprogramme zu verbreiten? Um Schwachsinn in der Welt zu verteilen und es Unterhaltung zu heißen? Ist das der Gewinn, der hier behauptet wird? Welche Freiheiten sind hier gemeint?
Solange sich einige Eiferer und Schwätzer (ich gehöre dazu!) in überschaubarem Rahmen auslassen und die Gesellschaft und ihre Kontrollmechanismen beklagen, besteht keine Gefahr für das System. Wenn es gefährlich wird und die Mechanismen von Macht und Unterdrückung ent-deckt werden, schlägt das System zu … siehe Assange.
Wenn Occupy gefährlich wird, ist es mit der Freiheit der Information vorbei! Internetfreiheit und Wissensgesellschaft … Nein, machen wir uns nichts vor. Wenn das Netz für die Herrschenden eine Bedrohung darstellt, werden sie es abschalten. Wo ist diese Freiheit in China, in Russland, in Ägypten, in Syrien, im Iran, in Frankreich in vielen anderen Ländern?
Und täuschen wir uns nicht: Eine einzige Atombombe ca. 150 Km Höhe über dem Westerwald gezündet, wird die gesamte elektrische und elektronische Infrastruktur von gesamt Europa in einer tausendstel Sekunde abschalten. Man kann dann sicher aus dem elektronischen Schrott die Rohstoffe zurück gewinnen, um Neues daraus zu basteln, aber das werden nicht die Netzjunkies sein, die solche Texte entwerfen und verbreiten, sondern … das Kapital, das seine Informationsressourcen vorab in Sicherheit gebracht hat. Und es ist durchaus nicht sicher, dass es der Feind ist, der sie losschickt, die Atombombe.
Kuni
merdeister schrieb am 29.10.2011 um 17:00
"Die Welt in der wir leben wird nicht von Philosophen, von Advokaten und anderen wortgewaltigen Akustikkünstlern und Schriftabsonderern geprägt, sondern von denen, die die Computer bauen, auf denen diese Geistesgrößen ihren Sermon absondern."

Und wären nicht Computer und Netz voll mit diesem Sermon, würde sie keiner benutzen. Sie wären Staubfänger, würden nicht ersetzt werden und seltene Erden blieben im Boden. Keine Ausbeutung, keine Umweltverschmutzung, die Welt wäre eine bessere ohne Computer.
Ich würde das zumindest glauben.
Kunibert Hurtig schrieb am 29.10.2011 um 18:29
Als ich 1989/90 bei FORD begann zu organisieren, arbeiteten dort ca. 12.000 Menschen. Als wir (ich war da ja nicht allein) Ende 91 soweit fertig waren, arbeiteten dort noch 3.000 Menschen. Als ich 1994 noch eine Programmänderung durchführte, musste das Licht in der Halle eingeschaltet werden. Über die Gänge zwischen den Robotern fuhren 1 oder 2 Leute mit Fahrrädern und schauten was die Roboter machten, tauschten mal hier mal dort ein Teil, einen Sensor aus, fuhren weiter.
Der Kapitaleinsatz war enorm, die Bodenstraße allein hatte (umgerechnet) 250 Mio. € gekostet. Es wurden 1.700 Autos am Tag gebaut. Das hatten auch 12.000 Leute nicht geschafft, kaum jemand hätte noch ein Auto bezahlen können .Ohne Rechner würden viele Menschen heute mit dem Fahrrad fahren und auch von den 12.000 hätte viele keine Arbeit mehr.
Der erste Computer, den ich gekauft habe, war ein 8 BIT Rechner, hatte 32 KByte, zwei Diskettenlaufwerke á 256 KByte. Die ganze Kiste hat seinerzeit > 10.000 DM gekostet. Die erste 5 Mbyte Festplatte schlug mit ca. 7.000 DM zu Buche. Mit anderen Worten: keine Massenware. Den ersten Internetanschluss hatten wir 1995 und haben schon von Köln aus in Steyr (Österreich) remote programmiert. Das sparte Fahrt- und Hotelkosten. Das Angebot im Netz war seinerzeit noch mager, sehr mager, nicht nur hier.
Ich weiß nicht, ob damals schon so viele Leute sich und ihren Geistesinhalt im Netz abluden, doch was man fand, hatte eine andere Qualität. Das änderte sich dann im Laufe der Jahre. Und heute … bin ich hochselektiv in meiner Auswahl, vermeide nach Möglichkeit, Überflüssiges oder Unsinniges zu umgehen, bin sicher auch von einem gewissen Pessimismus geprägt, der sich bis dato oft bestätigt hat. Als Wissensbasis möchte ich es nicht mehr missen … aber wie viele Menschen nutzen es schon ausschließlich zu diesem Zweck? Ob die Welt besser wäre ohne Rechner, weiß ich nicht. Ob die vielen virtuellen Verbindungen wirklich alle den Wert haben, den der Blogtext annimmt, weiß ich auch nicht, nehme aber eher an: NEIN, denn wer kann (wie in einer Untersuchung [ich blogte es vor kurzen] des London University College) schon dutzende, wenn nicht hunderte Freunde im Netz überblicken, geschweige denn auf Sie einzugehen … mit kurzen Floskeln? M.E. bleibt zuviel auf der Strecke und die Vermischung der beiden Daseinebenen geht mit einer Verarmung im Menschlichen einher.
Wäre die Welt ärmer ohne dieses kollektive Wissen, das in Sekunden bereitsteht? Ja, wäre sie. Sollte man um des Überflüssigen willen verzichten? Nein, sollte man nicht. Aber man sollte lehren und lernen zwischen beidem zu unterscheiden. Doch dass dieses Netz mit dem zu vergleichen Ist, was der Text des Blogs zu vermitteln sucht, ist surreal.
Es ist ein zweischneidiges Schwert und meine Formulierung sicher überzogen … wenn auch deutlich.
Kunibert Hurtig schrieb am 29.10.2011 um 18:31
vermeide nach Möglichkeit
=
versuche nach Möglichkeit
merdeister schrieb am 29.10.2011 um 18:44
Zählst Du denn Deine eigenen Blogs zu den Inhalten von hoher Qualität?

Mir fallen auf anhieb 10 Menschen ein, die ich ohne "das Netz" heute nicht kennen würde und das sind nur die, denen ich schon die Hand geschüttelt habe.

Mir sind noch 5 eingefallen.
Kunibert Hurtig schrieb am 29.10.2011 um 19:07
merdeister schrieb am 29.10.2011 um 18:44
Zählst Du denn Deine eigenen Blogs zu den Inhalten von hoher Qualität?
Nein, die meisten dienen eher der Unterhaltung ... dren Unterhaltungswert wiederum von unterschiedlichsten Menschen unterschiedlich bewertet werden. Was wirklich Sinn macht, wird nur von wenigen verstanden, was ich gern schreiben möchte, gehört kaum in den FREITAG.

Mir fallen auf anhieb 10 Menschen ein, die ich ohne "das Netz" heute nicht kennen würde und das sind nur die, denen ich schon die Hand geschüttelt habe.
Da kannte ich auch einige, aber das hat sich im Laufe der Zeit verlaufen, zerstreut, zu unterschiedlich die Interessenlagen. Man muss sich auch den Menschen widmen können

Mir sind noch 5 eingefallen.
Denk noch mal nach ... da kommt noch was ;-)
Lethe schrieb am 02.11.2011 um 12:46
Danke, Kunibert Hurtig. Diese Ihre Replik war notwendig nach all dem ideologischen Geschwätz.
Kunibert Hurtig schrieb am 02.11.2011 um 19:34
Lethe schrieb am 02.11.2011 um 12:46

ganz bescheiden: Danke und einen
Gruß
g. schrieb am 29.10.2011 um 08:17
Das Überhöhen von Technik hat übrigens auch eine lange Tradition, von der Eisenbahn über die Fliegerei hin zu TelefonRadio und Fernsehen. E.T.A. Hoffmann beispielsweise konnten von mechanischen Menschen nicht genug kriegen.
ed2murrow schrieb am 29.10.2011 um 09:11
Straßennetz Antike

Strassennetz Antike

Eisenbahnnetz Europa

Eisenbahnkarte Europa 2010

Schifffahrtsnetz Welt

Schifffahrtsrouten Welt

Vernetzung

Vernetzung
ed2murrow schrieb am 29.10.2011 um 14:55
immer ... mehr ... netz

immer mehr netz
Jan Jasper Kosok schrieb am 31.10.2011 um 09:26
ich fühle mich ertappt. Die Kombination "immer mehr" ging wohl ein paar mal zu häufig durch. (;
ed2murrow schrieb am 31.10.2011 um 09:58
Würde Ihnen die nächste Wordle-Kombination besser gefallen: häufig ... heißt ... nie?

Das wäre dann Link, so von wegen Masse und Qualität ;)
Jan Jasper Kosok schrieb am 31.10.2011 um 15:27
Ok, ich bleibe bei "immer mehr". Für den Moment. "Fortschritt heißt müssen" finde ich ebenfalls bedenkenswert.
Magda schrieb am 29.10.2011 um 10:49
Permanent Beta - nix is zu Ende. Bedeutet das nun aber, dass es nie ein "Alpha" geben wird. Auch nich beim Freitag? Buhu - das wäre aber traurig.

Das mit dem Studieren um des Studierens willen gefällt mir.
Jan Jasper Kosok schrieb am 29.10.2011 um 12:47
Die Alpha kommt ja noch vor der Beta. Das ist sozusagen die Grundschule. In der befinden wir uns auch gerade beim Freitag. Ich freu mich allerdings inzwischen schon auf sehr bald, wenn es dann ins Pennal geht. (;

Aber, ich wollte nicht sagen, dass es keine kritische, funktionierende Masse gibt. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass auch diese weiterentwickelt werden muss. Das heißt konkret: Auch der Freitag wird sich weiterentwickeln. Und die Community. Und alles.
Magda schrieb am 30.10.2011 um 12:01
Na, denn Prost auf alles.
Jan Jasper Kosok schrieb am 31.10.2011 um 09:26
Prösterchen. <3
lebowski schrieb am 29.10.2011 um 13:10
"Zivilisatorischer Fortschritt.."

Clint Eastwood in Pale Rider redet mit dem Schurken über die Goldgräber:
Schurke: Diese Leute halten den Fortschritt auf!
Eastwood: Wessen Fortschritt? Deren oder Ihren?
ich schrieb am 29.10.2011 um 13:11
Hallo Jan,

als ich Deinen Artikel las, erschien mir so einiges nicht richtig durchdacht. Anstatt gleich zu kommentieren habe ich mir dann erst einmal den Text von Morozov durchgelesen. Dieser setzt sich zurecht mit unsauberem oder wie es einmal im Text heisst mit "faulem Denken" auseinander. An keiner Stelle hatte ich das Gefühl, dass er einen spielerischen Umgang mit dem Netz kritisiert oder den dem Netz innewohnenden Wandel (bei Dir "Permanent Beta") verteufelt wird. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass Du da in die falsche Presche gesprungen bist und nun leider selbst ein gutes Beispiel für die von Morozov kritisierte Art von Texten abgeliefert hast.
Jan Jasper Kosok schrieb am 29.10.2011 um 13:21
Ich weiß. Es ging mir, wie in der Einführung geschrieben, wirklich nicht so sehr um den Inhalt der Morozov'schen Kritik. Die ist gut und richtig. Es ging mir um den Umstand, dass. Das ist mein Aufhänger.

Ich wollte eher begründen, warum Jarvis ist, was er ist. Und warum er Fehler macht (die man kritisieren kann).

Insofern, ja, du hast natürlich Recht, irgendwie. (;
merdeister schrieb am 29.10.2011 um 16:47
An anderer Stelle verhallt mein Jubel vielleicht ungehört:

"Wer aber des Studierens wegen Student war, darf frohlocken: das geht jetzt immer so weiter."

Hoohoo!!!
Streifzug schrieb am 29.10.2011 um 17:32
Jan Jasper Kosok schrieb am 31.10.2011 um 09:27
Danke, merde. Ich befürchte, wir verstehen uns. Aber ein bisschen Autobiografie will schon sein. Manchmal auch ein bisschen mehr. (;
GeroSteiner schrieb am 31.10.2011 um 23:03
Magna cum laude.

Während man heutzutage nicht zweimal in dieselbe Bahn steigen kann, ohne dass sich der Fahrpreis zwischenzeitlich erhöht hat, gilt dies glücklicherweise noch nicht für die Angebote im Internet, denn das Doppelte von Nichts für Ungut ist immer noch Nichts für Ungut.
Jan Jasper Kosok schrieb am 01.11.2011 um 16:59
Warte mal ab, was der mobile Sektor in Sachen "umsonst" anschiebt ...
GeroSteiner schrieb am 01.11.2011 um 17:01
Ich warte dann man App.
tlacuache schrieb am 01.11.2011 um 08:13
So jetzt haben wir
1 hoch 50 zig Wissen in Echtzeit,
subber,
Ohne Filter
(Erziehung, Grundlagen Philosophie + Humanismus)=
NULL WERT
Man kann heute die Zieleinfahrt der Formel 1 in ECHTZEIT angugge, von jedem Ort der Welt, man kann sich in Echtzeit auch in z.B. Malaysia anschauen, wie ein Nachbarn aus Blutrache den anderen Nachbarn bei lebendigen Leib verbrennt,
subber
UNS nutzt das schon,
aber den arschgeleckten der Welt mal NULL...
Eine Frage der BILDUNGSMOEGLICHKEITEN...
GeroSteiner schrieb am 01.11.2011 um 09:17
Nur, wenn man bei der Maslowschen Bedürfnispyramide ganz unten steht, dann kommt das Fressen eben weiterhin vor der Moral.
Jan Jasper Kosok schrieb am 01.11.2011 um 17:01
Keine Frage. Die hing auch mal auf meiner Toilette.
tlacuache schrieb am 04.11.2011 um 08:13
Ooh,
Gero Steiner kennt Maslow, Jan sogar vom Scheisshaus!
Ich schätze eure Beiträge,
aber Leute,
da ist mir leicht der Kamm geschwollen:
Geht mal aus eurem Fokus heraus!
Wisst Ihr, wie es sich anfuehlt, wenn man 2011 im Regenwald steht, die Ladenverkäuferin (17 Jahre alt) einen Ipod im Ohr kleben hat, ein WEBfähiges Handy in der rechten Hand, Laptop am Ladegerät, und dann kommt folgende Situation:
"Was kostet der Kaugummi?
Antwort
"2" (Währung X)
"Was kostet die Cola?"
Antwort
"5"
Man gibt 20, das junge Mädchen nimmt den Taschenrechner und gibt nicht 20 - 7 ein,
sondern 20 - 2 - 5 = Wechselgeld 13
DAS ist Steve Jobs - Bill Gates etc. Vermächtnis
bei gesellschaftlichen Unvermögen.
Das fühlt sich RICHTIG Scheisse an, sozusagen
Max Weber 9 Punkt 11 downgeloadet
(Vor 80 000 Jahren war der Mensch am glücklichstem)...
Gruss
tlacuache schrieb am 04.11.2011 um 08:14
Habs doppelt verschickt, damit es auch ankommt...

Ooh,
Gero Steiner kennt Maslow, Jan sogar vom Scheisshaus!
Ich schätze eure Beiträge,
aber Leute,
da ist mir leicht der Kamm geschwollen:
Geht mal aus eurem Fokus heraus!
Wisst Ihr, wie es sich anfuehlt, wenn man 2011 im Regenwald steht, die Ladenverkäuferin (17 Jahre alt) einen Ipod im Ohr kleben hat, ein WEBfähiges Handy in der rechten Hand, Laptop am Ladegerät, und dann kommt folgende Situation:
"Was kostet der Kaugummi?
Antwort
"2" (Währung X)
"Was kostet die Cola?"
Antwort
"5"
Man gibt 20, das junge Mädchen nimmt den Taschenrechner und gibt nicht 20 - 7 ein,
sondern 20 - 2 - 5 = Wechselgeld 13
DAS ist Steve Jobs - Bill Gates etc. Vermächtnis
bei gesellschaftlichen Unvermögen.
Das fühlt sich RICHTIG Scheisse an, sozusagen
Max Weber 9 Punkt 11 downgeloadet
(Vor 80 000 Jahren war der Mensch am glücklichstem)...
Gruss
GeroSteiner schrieb am 10.11.2011 um 11:10
Such is life.
Mittlerweile haben 4 von 3 Menschen Schwierigkeiten mit der Mathematik und der Rest kann nicht rechnen.

Aber ich verrate Dir was.

Es gibt zwei Regeln für den Erfolg!
1. Sag nicht Alles, was du weißt.
2.
paulart schrieb am 01.11.2011 um 17:38
Lässig: Nora, trabend.

Lessing, Ibsen - abends.

Nach 'no': end.

:nano

o!
paulart schrieb am 01.11.2011 um 18:10
Die erste Eisenbahnfahrt zwischen Nürnberg und Fürth
im Jahre 1832 kostete Fritz J. Raddatz den Job bei der ZEIT.
Ein gewisser Goethe, ein mächtiger Bucerius und ein lauer Sommer spielten ebenfalls eine Rolle.
paulart schrieb am 01.11.2011 um 18:18
Schwitters, Ball und Jandl
hießen die Online-Dichter
unserer Zeit.
Oder doch Bushido?
Don Quijote schrieb am 01.11.2011 um 20:16
. Wer aber des Studierens wegen Student war, darf frohlocken: das geht jetzt immer so weiter. Das Konzept des lebenslangen Lernens mag so alt wie der Mensch selbst sein, nie aber war es so aktuell (und verbreitet) wie heute.

Ach, da sagste was... ich bin seit fast 20 Jahren UNIXer, Quereinsteiger in die Informatik aus der Architektur kommend, und ich habe beständig gelesen, gelernt, nix begriffen, verdaut, verstanden, weiter gelernt... und dann kommt der Moment, ausgelöst durch sonstwas, das einem dieses Spielzeug aus der Hand schlägt und einem schlagartig bewußt wird: das sind nur bunte Kiesel und alles Wissen über das Computerzeuchs und das Netz, alle virtuellen Freundschaften nützen nichts dazu, ein Klang zu werden, der sich in die Rhythmik des zeiträumlichen Seins einfügt, um dann anständig zu verschwinden zu können...

Berufsjugendlichkeit ist sozusagen der Soft Skill der Stunde, auf dem Weg steil nach oben im CV.

Als Berufsjugendlicher - oder anders gesagt: zur Alterslosigkeit verdammter - kann ich Dir sagen, daß dieser "Skill" nie und nimmer ausreicht. Du kannst in Deiner Bude an wunderbaren Ideen rumfrickeln, aber wenn Du ernsthaft etwas davon umsetzen willst, dann sind Soft Skills gefragt, die man eher einem Buchhalter oder Beamten zuordnen würde, und nicht einem "Jungen Wilden" auf der "Internet-Spielwiese". Mark und Pfennig.

saludos,
Q.
Jan Jasper Kosok
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