karlsand

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05.05.2010 | 15:24

Lob den Griechen

Egal, was unsere Regierenden beschließen, es ist einfach gut, wie die griechische Bevölkerung reagiert. Der unerbittliche Wille, sich nicht zum Opfer machen zu lassen, imponiert mir und ich reagiere mit großer Freude auf die Bilder aus Griechenland! Solch ein Zorn hat sich über Jahrzehnte aufgebaut, der sich jetzt entlädt. Auch in Deutschland ist die Wut mindestens ebenso groß, aber wird erstmal nicht explodieren, weil die Angst ein Wesensmerkmal unserer Nation ist. Aber es sollte den Regierenden aller Länder zu denken geben, dass Sparmaßnahmen zuungusten der kleinen Leute nicht ohne weiteres durchgesetzt werden können. Sollen die bluten, die von jeher von allen Regimen welcher Art auch immer, profitieren. Das angenehme Cocooning der Reichen sollte vorbei sein, das wünschen  sich, glaube ich, viele!

 
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Kommentare
KalleWirsch schrieb am 05.05.2010 um 15:41
inklusive drei Toten durch Einen Molotowanschlag auf eine Bank. Schwierige Sache mit dem Volkszorn.
mh schrieb am 05.05.2010 um 15:57
ich halte das nicht für sonderlich schwierig.

wer molotovcocktails, mitten am tag, in eine geöffnete bank wirft, der will menschen schaden, die dort zweifelsohne in diesem gebäude aufzufinden sind.

sowas zu bejubeln, ist gelinde gesagt daneben.

mfg
mh
B.V. schrieb am 05.05.2010 um 16:00
Nein, sowas sollte man nicht bejubeln, aber ansonsten geht es mir wie Karlsand, ich finde es grundsätzlich gut, das die Griechen aufbegehren und sich nicht einfach zu Opfern machen lassen.
mh schrieb am 05.05.2010 um 16:08
man sollte sich halt auch mal anschauen wer da demonstriert... so von wegen gewerkschaften .. eine militante arbeiterfront ists, die sich auch als solche bezeichnet:

print-wuergt.de/2010/05/02/interessiert-eigentlich-jemanden-was-in-griechenland-wirklich-passiert/

mfg
mh
KalleWirsch schrieb am 05.05.2010 um 16:33
Ich halte die Sache mit dem Volkszorn doch für schwierig. Wenn ein beachtlicher Teil eines Volkes auf die Strasse geht und seinen Unmut über Entscheidungen in der Politik kund tut, dann ist das sein gutes Recht. Man nennt das auch Demonstrationsrecht. Solche Proteste geraten leicht in Volkszorn, wenn sich bis dahin nicht artikulierte Wut bahn bricht. Manchmal ist das dann sehr beeindruckend, wenn es friedlich verläuft, unterstreicht die Dringlichkeit. Aber sehr oft leider mündet Volkszorn in Gewalt. Und dann wird es widerlich. Mir macht so ein Zorn der Massen angst.
Immer wieder stellt sich mir die Frage, ob es nicht Zeit für eine neue Form des Protestes ist.
Zu den Demos in Griechenland an sich kann ich mich gar nicht groß äußern, denn ich gebe zu, dass ich diese ganze Griechenlandgeschichte immer noch nicht verstanden habe.
In dem Blog hat mich geärgert, dass die Toten einfach außen vor gelassen wurden.
Phineas Freek schrieb am 05.05.2010 um 17:11
…ich glaube da irrst Du. Dem Deutschen allgemein braucht man nicht allzu viel an Erklärung liefern – die ganz normale öffentliche Hetze über mediterrane Faulheit und Hedonismus reichen da schon völlig aus, dem untertänigen Fußvolk die erwünschten nationalen Reflexe und Parteilichkeiten zu entlocken. WILLIG ergreift es Partei für die Sache seiner Chefs und ist auch noch stolz auf die eigene Verarmung und Dauerverankerung im neugeschaffenen Niedriglohnsektor, mit der die außer – und innereuropäische nationale Konkurrenz (noch) erfolgreich niedergemacht werden konnte.
Wer sich da nicht im nationalen Interesse zu billigen Marktheloten machen lässt und gefälligst gehorcht und die Schnauze hält, hat halt dann auch nichts Besseres als perspektivlose und dauerhafte Verelendung verdient, als die „über ihre Verhältnisse“ lebenden griechischen Kollegen.
So eine deutsche Kreatur hält das Gehorchen und (mehr) Arbeiten unter immer schlechteren Bedingungen mit immer weniger Geld, viel besser aus, wenn seine Obrigkeit voll des Lobes ist über seine Opferbereitschaft, im Vergleich zu diesen südosteuropäischen Hallodris, die neben Schuften und Blagen züchten gefälligst nicht auf die dumme Idee kommen sollen, vom (kapitalistisch verordneten) Leben noch irgendetwas erwarten zu wollen.
Das allerschlimmste ist gar nicht die nationalistische Hetze der fast gesamten Öffentlichkeit, sondern die dankbare Annahme der aktuellen Feindbilder durchs staatsbürgerliche Publikum.
nuntius schrieb am 05.05.2010 um 17:24
die Proteste in Griechenland zeigen aus der Ferne betrachtet, den Widerstand der Bevölkerung gegen die Sparmaßnahmen. Näher betrachtet sollte man genau hinsehen wer dort seinen Unmut äußert. In meinen Augen doch hauptsächlich wohlversorgte und Nutznießer des bisherigen Systems, und die Berufsprotestierer.
Ich warte aber voller Interesse auf die Reaktion der normalen Berufstätigen, die sich nach der Nachrichtenlage nicht an den Protesten beteiligen sondern arbeiten gegangen sind, und dabei sogar zu Tode kamen.
Noch mehr interessiert mich aber die Reaktion unserer Bevölkerung wenn Ende des Monats die Rechnung für Konjunkturpakete, Abwrackprämie, Bankenrettungsfonds und Griechenlandspende präsentiert werden.
Phineas Freek schrieb am 05.05.2010 um 17:46
...da kann ich mich ja nur noch bei Ihnen bedanken, für diese exemplarisch vorgeführte Bestätigung meiner obigen Ausführungen...das "Ihre Augen" und die "Nachrichtenlage" (also Propaganda) Synonyme sind, macht dabei gar nicht so sehr den Witz aus.
Und über die Reaktion des genannten Publikums über die Präsentation der diversen "Rechnungen" - da machen Sie sich mal keine Sorgen - die Nutzniesser und Subjekte der Krise werden da bestimmt nich zur Verantwortung gezogen...dass man allerdings den einen oder anderen Griechen an den nächsten Laternenpfahl zu Tode bringen würde, wenn die Erlaubnis dafür von ganz "Oben" kommt, traue ich diesen famosen "Volk" allemal zu...
hardob schrieb am 05.05.2010 um 17:52
Ihr Artikel widert mich an in seiner ganzen linken Spießigkeit.

Generalstreik und Massendemonstration ist das Eine, das Unwesen von irgendwelchen Idioten das Andere, welches politische Mützchen diese sich immer aufgesetzt haben mögen. Das Verhatlen führt dazu, dass derStreik bald in sich zusammen bricht, bei den Journalisten ist er schon gebrochen. Begriffe wie Volkszorn ("Nun, Volk, steh auf - und Sturm, brich los! ..." o.a. aus irgendeiner nationalsozialistischen oder stalinistischen Schmutzecke passen eher zu einem Jobbik-Forum, das Ihnen jederzeit Textbausteine für Ihr obiges Gefasel liefern würde.
thinktankgirl schrieb am 05.05.2010 um 19:02
Noch eine Ergänzung zur wirtschaftlichen Situation in Griechenland:

www.spiegelfechter.com/wordpress/2542/der-spekulant-als-sundenbock#comment-67354
karlsand
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Hans Shan hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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