karlsand

Neu beginnen

01.02.2012 | 12:37

Schreibblockade

Auf einmal ist Dichtkunst ihrer zweiten Silbe beraubt. Jedes Wort ist filetiert, seziert, definiert, auf deutsche Art festgelegt in Millionen Paragrafen.

Die Freiheit des Wortes, die die Poesie beansprucht, ist vernichtet, kein Wort steht mehr frei, Wissenschaft und Politik haben sie okkupiert und vernichtet.

Jedes Wort ist auf Konnotationen hin untersucht worden, manche Worte dürfen gar nicht mehr unbefangen gebraucht werden.

Seid bloß vorsichtig! Ihr dürft nicht jedes Wort benutzen!

Selbst die Poesie ist machtlos geworden, ohne die ihr innewohnende Freiheit ist sie nackt!

Am besten hält man den Mund, zumindest schreibt man kein Wort mehr!

Ein eigenes Wort gibt es nicht mehr, jedes denkbare Wort hat ein Anderer erfunden oder haben Andere definiert!

Die Sprache insgesamt haben ja Andere erfunden! Woher nehmen - jeder für sich - wir eine neue, eigene Sprache?

 

 
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Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.02.2012 um 13:09
Ihr Text gefällt mir, weil Sie schon anhand Ihrer Wortwahl und dem Gesamtbild des Textes das widerlegen, was Sie kritisieren.

Wissenschaft und Politik haben die Wortkunst okkupiert?
Kann nicht sein! ;-) Um die Wissenschaft zu bemühen: Bei der 'Chiralität' geht es um die optische Aktivität eines Moleküls; durch Drehung eines Teiles ändert sich die Wirksamkeit des Ganzen. Genau solche Varationen sind mit der Sprache möglich, wobei sich die optische Aktivität (Drehung->Wirkung) nicht durch Licht (im eigentl. Sinne) , sondern durch Perspektiven, Einstellungen, Erleben u. Erfahrungen u.a. gestaltet. Entdecke die Möglichkeiten! :-)
karlsand schrieb am 01.02.2012 um 14:54
Es gefällt mir, dass der Text Ihnen gefällt. Leider hat auch das Wort "Chiralität" jemand Anderes erfunden! Es bekäme zwar dadurch, dass ich es benutze, eine zusätzliche individuelle Drehung, aber es ist nun leider doch nicht mein Wort!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 02.02.2012 um 00:15
Warum sollte es nicht Ihr Wort sein? Wessen denn? Spielen Sie damit auf das Leistungsschutzrecht an?
Die Gedanken sind frei. Und da es sich ohne Worte nicht vernehmbar denken läßt sind die dazugehörigen Worte auch frei!

Aber vielleicht möchten Sie auch nur eine neue Privatsprache kreieren, die aus von Ihnen erfundenen Wörtern besteht. Dann würden Sie Ihre Sprachgemeinschaft verlieren, also sofort ein Übersetzungsheft anlegen.
karlsand
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