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Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
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Kultur : Die Wahl ist, was man trotzdem hat

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Das Wahlplakat dümpelt im milden Septemberwind. Schwankt mal nach links, mal nach rechts: “Es gibt viele Gründe, stolz auf Deutschland zu sein”. Der Regen des Sommers hat die Kanten aufgeweicht. Es muss nur noch bis nächsten Sonntag halten: Dann wählt Wandlitz einen neuen Bürgermeister. Nicht Wandlitz! Wandlitz.

Das eine steht synonym für jenen Bernauer Ortsteil Waldsiedlung, der einst – gut eingezäunt – die DDR-Regierung beherbergte. Wo Walter Ulbricht Tischtennis spielte, wird heute Patienten der Brandenburgklinik geholfen.

Das eigentliche Wandlitz aber liegt am Wandlitz-See, hat Strandbäder und Dorfkirchen und wird seit 2003 regiert von Bürgermeister Udo Tiepelmann, SPD. Das soll sich nun ändern. Für den CDU-Kandidaten Uwe Liebehnschel geht es um ein “neues Miteinander” und einen “neuen Anfang” und auch um “DSL für alle Ortsteile” von Basdorf bis Zerpenschleuse.164 Quadratkilometer sind das.

Im Partyzelt hinter der Gaststätte “Zur Dampflok” (“beste Curry-Wurst weit und breit”) stehen die Biergartenmöbel bereit, der Grill und daneben Tino Berbig – Chef am Tresen und auch der Wandlitzer CDU. Er spricht viel von “unserem Uwe”, dem Wahlkämpfer, der allerdings auf sich warten lässt, weil er mit dem Rad von Basdorf herüber kommt.

Genau: “Unser Uwe”, Jahrgang `71, ist seit 1976 Basdorfer, also von hier. Sein “Vorgänger”, wie er Tiepelmann gern scherzhaft nennt, stammt aus Oranienburg. Mit dem Autokennzeichen OHV kann man sich im BAR-Land eigentlich nicht blicken lassen. “Ohne Hirn und Verstand”, sagen die Einheimischen. Die anderen kontern: “Bauer Auf Reisen”.

Das Zelt füllt sich, der Fuhrpark auf der Dorfstraße wächst. Tino Berbig, ganz in Weiß, verteilt emsig Wahlkampf-Broschüren und Kaffee-Pröbchen des “Schwarzen”. Einer, der gern hilft, macht Fotos von Vize-Landrat Carsten Bockhardt, der wie die meisten mit Frau gekommen ist und mal Bürgermeister von Eberswalde werden wollte. Bis in die Stichwahl hat er es geschafft.

Das will “unser Uwe” auch. Inzwischen ist er eingetroffen. Tino Berbig holt zu einer kleinen Rede aus und ein Geschenk aus dem Schuppen – ein Einrad, auf dass der Uwe auch mit der Hälfte genauso schnell voran komme. Es geht wohl um kommunale Gelder oder irgendeinen Insider-Witz – jedenfalls merkt nun auch der Zufallsgast, dass dies gar keine Wahlkampfveranstaltung ist, sondern das Sommerfest der Wandlitzer CDU.

“Das große Quiz” mit 20 Fragen – als Preis winkt ein Kasten Bier, sicher schwarzes – geht noch mit: “Wie viel Mal war Udo Tiepelmann im letzten Amtsblatt abgelichtet?” Wer das nicht sagen kann, weiß vielleicht: “Welchen Abend in der Woche hält sich Uwe Liebehenschel für seine Frau frei?”.

Draußen an der menschenleeren Straße langweilt sich auf einem Mauersims ein Junge mit Bauarbeiterhelm und entsichert seine Spielzeugpistole. Von links nähert sich ein Pferdefuhrwerk.

(dieses blog ist zuerst erschienen unter www.lvz-online.de)

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.