kay.kloetzer

robinson

20.06.2011 | 19:01

Handverlesen

Jeder kann mal auf einen  Etikettenschwindel hereinfallen. Bei mir muss es so um November ’89 herum gewesen sein. Inzwischen weiß ich, dass nicht immer drin ist, was auf Verpackungen versprochen wird. Umso mehr freut es, dass die fettesten Lügen mit einem Preis gewürdigt werden. Umso weniger aber ist nachvollziehbar, warum so viele die Slogans glauben, die einem Werbe-Texter auf Koks erschienen sein müssen …

 Denn dass Kunden das für bare Münze nehmen, bringt Foodwatch so auf die Palme, dass der Verbraucherschutzverein jährlich den „Goldenen Windbeutel für die dreisteste Werbelüge“ verleiht. Der Sieger heißt: „Milch-Schnitte“. Von Ferrero. Das Zucker-Fett-Sandwich ist nämlich überraschenderweise gar nicht so gesund, wie die Spitzensportler es sein sollen, die dafür werben.

Das allerdings kann sich jeder denken, der lesen kann, es steht ja drauf.  Und schmecken kann man’s sowieso. Die Finalisten im Rennen um den „Goldenen Windbeutel“ stehen dem in nichts nach. Selbst schuld ist, wer glaubt, dass die „Ferdi Fuchs“-Miniwürstchen von Stockmeyer „der tägliche Beitrag für die gesunde Ernährung“ sein können.

Rasch die Lupe zu Hand genommen und schon lässt sich Gesundheit wie folgt übersetzen: stabilisierende Natriumcitrate treten in einen köstlichen Dialog mit konservierenden Natriumsnitriten. Die Würstchen enthalten zu viel Salz (2 pro 100 Gramm), zu viel Fett (24 Gramm) und überhaupt zu viel Illusion (100 Prozent). Das ist besonders deshalb ärgerlich, weil  damit vor allem Kinder angesprochen werden.

Anders verhält es sich mit Danones „Activia“-Joghurt. Der soll die „träge Verdauung“ geblähter Erwachsener wieder in Gang bringen und das „Darmwohlbefinden“ verbessern. Allerdings überbietet „Activia“ natürliche Joghurts vor allem in Preis und Zuckergehalt.

Das ahnt man. Aber hat man eine Vorstellung davon, wie Kühnes „Schlemmertöpfchen Feine Gürkchen“ von einem liebevollen Großmütterchen in ehrenamtlicher Heimarbeit „mit Kräutern verfeinert“ wird? „Handverlesen“ nämlich sind die Cornichons, all das ist „Tradition“, überdies in „Premium“-Qualität. Das „Geschmacksgeheimnis“, lesen wir, liegt in „besonderer Sorgfalt und Hingabe für höchsten Genuss“. Vor allem hat hier ein Lebensmittelchemiker sich hingegeben sowie Farbstoff und Aromen dazu.

Die gewagten Formulierungen verweisen vor allem darauf, dass die Hersteller sehr genau wissen, was die Kunden erwarten. Warum stellen sie es dann nicht einfach her?

 

(dieses blog ist zuerst erschienen auf www.lvz-online.de)

 
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Kommentare
Dulcinea schrieb am 20.06.2011 um 19:12
Die stellen das nicht her, weil das nicht geht.

Selbstgemachte Marmelade schmeckt einfach nicht so erdbeerig wie Industrieaufstrich, weil Erdbeeren zwar intensiv schmecken, aber nicht in der Marmelade (weil das Fruchtmus ja mit Zucker gestreckt werden muss - im besten Falle im Verhältnis 3 zu 1). Wir mögen es eben gern süß oder salzig und weil wir das von klein auf mampfen, schmeckt vielen die Natur schon gar nicht mehr so gut wie der Industriefraß.

Immerhin muss man denen zu Gute halten, dass sie sich mit den Formulierungen Mühe machen. Gekauft würde der Dreck wahrscheinlich auch so.
kay.kloetzer schrieb am 20.06.2011 um 19:24
Sie sagen es! Viele müssten sich regelrecht entgiften, um den Geschmack echten Essens als solchen wahrnehmen zu können. Und zu mögen. Neulich musste ich im Zug was essen, also im Bordrestaurant. Was immer es war - Chili con Carne war es nicht.
Gestern hörte ich, in Österreich gebe es keine Pralinen mit Kaffee-Geschmack, das mögen die Österreicher eben nicht. Was ja beweist, dass Verbraucher das Angebot bestimmen.
Baphomed schrieb am 20.06.2011 um 19:27
Hallo Dulcinea,

was wachsen bei euch für Erdbeeren das Industrie Marmelade besser schmecken soll als Selbstgemachte. Achja du kannst Marmelade auch ohne Zucker Herstellen dazu muss sie nur nach dem Kochen mit den jeweiligen zutaten noch eingeweck werden zum Konservieren. Wichtig ist auch welche Sorte Erdbeeren du für Marmelade benutz am besten geeignet sind Mehrjährige sorten die ganzjährig Kleine Früchte Tragen.

Liebe Grüße
Baphomed
Dulcinea schrieb am 21.06.2011 um 07:41
Guten Morgen Baphomed,

danke für die Tips. Ich lasse mich auch nicht beirren und koche weiter Marmelade und dergleichen. Ich nehm immer ein paar wilde Erdbeeren, gegen die kann keine Chemie anstinken! Aber sie ist nicht unumstritten. Nicht jeder unserer Bekannten und Freunde schätzt sowas wirklich. Das gilt übrigens auch für die Milch und den Käse. Industriefraß steht bei vielen deutlich höher im Kurs!

Einen frischen Sommeranfang wünscht

Dulcinea
claudia schrieb am 21.06.2011 um 08:31
>>Gekauft würde der Dreck wahrscheinlich auch so.<<
Da bin ich mir nicht so sicher: Werbung hat die Aufgabe, den Leuten Dinge aufzuschwatzen, die sie ohne Werbung nicht oder sehr viel weniger konsumieren würden. Für die "Bedürfnisweckung" wird ein heftiger psychologischer Aufwand betrieben.

Bei Nahrungsmitteln kommt noch etwas Anderes hinzu: Die Geschmackskonditionierung in der Kindheit.
Nicht nur übersüsste und übersalzene Produkte binden Verbraucher an das Industrieprodukt (das könnte man ja auch selber machen):
Natürliche Aromen bestehen aus einem grossen Komplex von Substanzen. Einige davon sind sogenannte "Leitsubstanzen".
Wenn man zum Beispiel aus dem herbsüssen Aroma der Vanille das Vanillin wegnimmt, wird der Rest nicht mehr als Vanille erkannt. Nimmt man alles Andere weg, dann wird das süsslich duftende Vanillin immer noch als "irgendwie vanillig" erkannt.
Die chemisch hergestellte Leitsubstanz Vanillin ist sehr viel billiger als echte Vanille, zum Wohle der Familie Oetker.

Bei Industrieprodukten werden natürlich immer nur Leitsubstanzen verwendet, denn es wäre sehr aufwändig und letztlich unbezahlbar, ein Naturaroma "nachzubauen".
Ich kenne Leute, denen das aufregend herbsüsse Aroma der Vanille suspekt ist, weil sie als Kinder auf Vanillin konditioniert wurden.
Das Gleiche gilt für industrielle Fruchtaromen oder z.B. Salamiaroma.

---
Früher mal wussten wir, das Marmelade nicht so schmeckt wie die frischen Früchte, aber auf andere Weise auch gut: Beim Kochen verändert sich das Aroma, weil manche Substanzen aus dem Aromakomplex durch die Hitze chenmisch verändert werden oder verdampfen.
Bei industriellen Herstellprozessen geht wesentlich mehr Naturaroma verloren als beim heimischen. eher schonenden Zubereiten. Damit der Mampf überhaupt nach was schmeckt, werden künstliche Aromen zugesetzt. Damit schmeckt das Industrieprodukt irgendwie, aber anders als das Heimprodukt.
Wer sich von Kindheit an dran gewöhnt hat, bevorzugt dann das Industrieprodukt gegenüber gesünderen Nahrungsalternativen.

Apropos: Wer ahnt heute noch, dass Wasser ein besserer Durstlöscher ist als pappsüsse Industriegetränke?
Dulcinea schrieb am 21.06.2011 um 08:49
Hallo Claudia

"Bei Nahrungsmitteln kommt noch etwas Anderes hinzu: Die Geschmackskonditionierung in der Kindheit."

Das geht sogar soweit, dass es jetzt schon Produkte für Schwangere gibt, die Aromen enthalten, damit schon das ungeborenene Kind auf einen bestimmten Geschmack programmiert wird. Dann ist die Kette lückenlos bis hin zur "Kindermilch"! Das muss man sich mal vorstellen: Rohmilch darf man nur verkaufen mit dem Hinweis, dass sie abgekocht werden soll/muss, aber der Industriemist darf unbesehen verkauft werden! Ich kenne übrigens nur sehr wenige Kinder, die Rohmilch mögen ...
claudia schrieb am 21.06.2011 um 16:28
Hallo Dulcinea,

das Problem an solchen Konditionierungen ist, dass man sich kaum bewusst machen kann, warum man sich immer wieder Zeug einfüllt, von dem man weiss, dass es der Gesundheit nicht zuträglich ist. Und noch nicht mal besonders delikat schmeckt...

Das Prinzip wirkt nicht nur bei Nahrungsmitteln.
Baphomed schrieb am 20.06.2011 um 19:22
Hallo Kay,

"Warum stellen sie es dann nicht einfach her?"

ganz einfach weil Sie es nicht können.

Dvon mal ganz abgesehen seid ich meine Konserven (Eingewektes, Gepökeltes und Eingelegtes) selber Herstelle habe ich durch das nicht mehr einkaufen sehr viel mehr Zeit zum Blogen insgesammt Brauche ich für das was ich in einem Jahr Konsumiere exakt 6 Komplette Tage a acht stunden Arbeitszeit. Also 4 Stunden im Monat oder besser 1 stunde je Woche oder besser 8,5 Minuten am Tag. Früher 30 Minuten bis 1Stunde einkaufen am Tag. Das Gemüse wird vom Bio Bauern im Körbchen jede Woche Gebracht für Milch und Joguhrt Käse etc. Kommt eine Bio Bäuerin und einmal die Woche gehe ich zum Metzger. Zu gut Deutsch je woche 6 Stunden mehr Freizeit je Monat 24 stunden oder besser 12 Tage im Jahr mehr Zeit für mich "so einfach kann leben sein" um bei der Werbung zu bleiben.

Liebe Grüße
Baphomed
kay.kloetzer schrieb am 20.06.2011 um 19:29
Ihre Rechnung klingt überzeugend, Baphomed. leider bin ich keine gute Köchin und ohnedies selten zu Ladenöffnungszeiten in der Stadt. Unser Markt zum Beispiel hat Dienstag und Freitag von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Komme ich niiie hin. Da wird es wirklich schwierig, echtes Essen und möglichst aus der Region zu bekommen. Aber es geht, natürlich.
Baphomed schrieb am 20.06.2011 um 19:44
Hallo Kay,

eine gute Köchin muss man gar nicht sein. Es reicht Dr. Oetkers E Kochbuch fuer Ernährung und Schule von 1911 dort finden sich alle Basiks die es Braucht dann noch die Nötige Ausrüstung besorgen alles In Weckglässer Stopfen und kochen Lassen in der Zeit ein Hörbuch hören ist das Wichtigste beim Kochen. Der Famielie sagen das man schwer Beschäftigt ist in der Küche und die Freie Zeit geniessen.
Ja das Einmachen und Konservieren von Obst und gemüse macht sich Wirklich von alleine.
Gemüse und Obst bekommt mann heute in jeder Region vom Bauern seines Vertrauens geliefert. Ist der Lieferant nicht bekannt einfach mal bei Slowfood fragen oder den Bio Verbänden.
Als ich hier nach Weimar zog gab es auch niemanden der mir Milch und Joguhrt und Butter und Käse liefern konnte. Also ich ab auf den Markt den Milchstand gefragt ob er alles selber macht. Der zweite tat es gefragt ob er liefert. Ja kloar sagt der wenn er Morgens um 7 kommen darf. Na KLar durfte er heute beliefert er nicht mehr selber das macht jetzt seid 2 Jahren eine Angestellte für ihn die er einstellen musste weil er seine 400 Liefer Kunden nicht mehr alleine schaffte.
Also der weg zum gesunden Essen weg vom Lebensmitteleinzelhandel und der Industrienahrung ist direkt bei jedem zuhause zu finden zur not mit ein wenig angagement. Aber gut kochen braucht dafür keiner. Und eines weis ich sicher du kochst besser als die Industrie.

Liebe Grüße
Baphomed
luggi schrieb am 20.06.2011 um 22:39
6 Tage, für alles was du in einem Jahr konsumierst? Man sollte Milchmädchenrechnung um den Faktor Baphomed ergänzen.

@ kay, in mathematischer Lebensweisheit haste noch Entwicklungspotenzial
Baphomed schrieb am 20.06.2011 um 22:47
Lieber Luggi,

ich weis nicht wieviel Eingemachtes Gepökeltes und eingelgtes du in einem Jahr verschlingst mir reichen 6 Tage. Mag aber sein das du den Bedarf an gesamten Essen meintes wie der gedekt wird habe ich auch erläutert.
Nur mal so eine Frage wieviele Gläser Apfelmuss ist du im Jahr 24 Gläser zu Produzieren Dauert eine stunde. Also mal nachdenken bevor man etwas schreibt!
Baphomed
kay.kloetzer schrieb am 21.06.2011 um 02:53
Ja, Baphomed, das stimmt schon, aber es ist neben dem Kochden wirklich das Beschaffen. Der Osten ist ja noch immer nicht sooo gut versorgt mit echten Gemüseläden, also Läden mit Obst und Gemüse aus der Region. Liefern lassen kann ich hier sowieso nicht, weil ich heute nicht weiß, wann der Wecker morgen Erfolg hat. Mir wäre eine Normalität recht, die bedeutet, dass ich morgend auf dem Weg zur Arbeit oder dann zurück normale Produkte kaufe. Und wenn ich miittags Hunger habe, gibt es einen Imbiss in Laufnähe, der echtes Essen warm über den Tresen reicht. Geht nicht.
Aber ich weiß, was Sie meinen. Meine Eltern leben im ländlichen Raum nördlich von Berlin, arbeiten auch sehr viel, und haben dennoch viel bessere Möglichkeiten, sich menschlich zu ernähren.
Sie hören abends das Rind, das sie demnächst essen.
kay.kloetzer schrieb am 21.06.2011 um 02:56
luggi, sonst wäre ich ja mathematikerin geworden. (und ich hatte potenzial, ein weilchen. interessante theorie meines lehrers damals: in der pubertät geht es bei frauen verloren. ja, war so.)
luggi schrieb am 21.06.2011 um 20:58
ja kay, die Theorie ist interessant ... eine für mich unlogische Erklärung könnte darin bestehen, dass Mädchen in der Pubertät ihr math. Potenzial für Zyklenberechnungen benötigen
luggi schrieb am 21.06.2011 um 21:03
@ Baphomed
ich konserviere nichts mehr ... weder mit Frostgraden oder Hitzegraden ... vorbei

Meine letzte Apfelmusmahlzeit war im letzten Jahrtausend.

Warum soll ich konservieren, wenn ich vieles frisch bekomme? Konserven sind konservativ.
Magda schrieb am 20.06.2011 um 20:29
"Anders verhält es sich mit Danones „Activia“-Joghurt. Der soll die „träge Verdauung“ geblähter Erwachsener wieder in Gang bringen und das „Darmwohlbefinden“ verbessern. Allerdings überbietet „Activia“ natürliche Joghurts vor allem in Preis und Zuckergehalt."

Das passt zu Kachelmann, der hat das doch mal beworben.

Was mich immer betrübt ist, dass es eigentlich keine pfiffige, intelligente Werbung gibt, sondern nur noch diese "Gesundheits-Ordnungs-Korrektheits-Welle".

Werbung ist keine Info-Veranstaltung ,da können sie noch hunderte von Windbeuteln vergeben.

Nach 1989 ließ ich mich gern fehlinformieren - z. B. was die Hautcremes betrifft. Es ist ja auch nicht alles schlecht an der falschen Werbung. Ne nette Illusion braucht man hin und wieder.

Eine Schnitte wie Milch und Blut - oder so.
kay.kloetzer schrieb am 21.06.2011 um 03:13
echt? kachelmann hat blähungen bekämpft? wie auch eine kampagne gegen häusliche gewalt unterstützt.
du schreibst: "Was mich immer betrübt ist, dass es eigentlich keine pfiffige, intelligente Werbung gibt, sondern nur noch diese ,Gesundheits-Ordnungs-Korrektheits-Welle'."
absolut! immer ist alles sauber, rein, möglichst porentief. es ist sooo langweilig, wie der hausfrauenehrgeiz als jacobs krönung der wertschöpfung verkauft wird. haben wir dafür 40 jahre hinter der gardine gestanden? nichtmal mit goldkante?
oranier schrieb am 21.06.2011 um 12:42
"haben wir dafür 40 jahre hinter der gardine gestanden?"

Die Gardine hat womöglich den Blick verschleiert.

In einem Interview sagte mal eine Frau aus dem Osten (auch zu den Ausbeutungsverhältnissen): "Es ist genauso, wie es in unseren Lehrbüchern stand und wie wir es immer nicht wahrhaben wollten".
Sarah Rudolph schrieb am 21.06.2011 um 17:55
Kachelmann hat keine Blähungen bekämpft, sondern im strömenden Regen mit dem ähnlich klingenden und ähnlich zusammengesetzten actimel sein Immunsystem gestärkt :)
Nietzsche 2011 schrieb am 20.06.2011 um 21:08
Bei aller Wertschätzung für Foodwatch - es wurde kein Konsumentenpreis verliehen. Dass die Mehrheit der Deutschen bereits übergewichtig ist - was gewiss nicht an den Genen liegt -, beweist doch, dass zumindest bei einem Großteil der Bevölkerung gesunde Ernährung ein Lippenbekenntnis ist. Jedes noch so kleine "Volksfest" ist gespickt mit Bier-, Wurst- und Fastfoodbuden. Was die Deutschen abends (daheim, im Kino oder an anderen orten) verdrücken, wird mit Sicherheit nicht an Aspekten der Gesundheit ausgewählt. Insofern ist die Preisverleihung eine Art Rache der Konsumenten, dass sie zu arg belogen wurden.
kay.kloetzer schrieb am 21.06.2011 um 03:20
schönes stichwort, nietzsche 2011: kino. was in fellinis namen bewegt menschen, im dunkeln plastik-chips mit stinkender käse-soße zu verzehren, die sie bei tageslicht nie anrühren würden? ich werde nie verstehen, warum menschen in momenten höchster emotionaler not (auf der leinwand), das bedürfnis haben, eine gummibärentüte aufzureißen.
wissen Sie was? dieser preis, der "goldene windbeutel", interessiert niemanden, außer jene, die eh wissen, was sich hinter "hefeextrakt" verbirgt.
Nietzsche 2011 schrieb am 21.06.2011 um 14:53
@kay.kloetzer 03.20
"wissen Sie was? dieser preis, der "goldene windbeutel", interessiert niemanden, außer jene, die eh wissen, was sich hinter "hefeextrakt" verbirgt."
Dann sind wir uns ja völlig einig :-).
Gruß Nietzsche
goedzak schrieb am 20.06.2011 um 22:42
"Die gewagten Formulierungen verweisen vor allem darauf, dass die Hersteller sehr genau wissen, was die Kunden erwarten. Warum stellen sie es dann nicht einfach her?" - Ist die Frage ernst gemeint?

Herstellung hat Unkosten, Lügen sehr viel weniger. Es kommt der Gewinnspanne zugute. Es gab Zeiten, da war Rosstäuscherei ein kriminelles Delikt...
kay.kloetzer schrieb am 21.06.2011 um 03:31
nein, goedzak, die frage ist natürlich nicht ernst gemeint. wie auch die realität nicht. hoffentlich.
heute habe ich 20 uhr meine arbeit beendet, 20.30 uhr war eine verabredung. dazwischen musste ich etwas essen. da blieb nur McD. es waren pommes. es war furchtbar. und da frage ich mich doch: wieso bietet mir niemand echtes essen an? ich meine, es ist eine große stadt. es ist rosstäuscherei! ist es.
weinsztein schrieb am 21.06.2011 um 03:55
Es ist ganz anders, liebe Kay, viel schlimmer,

die großen Foodkonzerne produzieren mit Chemie, mit
enzymversetzten Zutaten und allerlei Ersatzstoffen ihr spezielles Food und lassen ihre Gesandten in TV-Talkshows behaupten, das sei gesund. Das mag durchaus so sein. Der Vertreter von Slowfood nickt das ab, ein wenig schläfrig, wie kürzlich erlebt.

Sauberer Joghurt, frische Früchte oder Kräuter darin tun uns gut. Bei industriell erzeugtem Joghurt, angereichert mit aus menschlicher Scheiße extrahierten Zutaten, die dann "probiotisch" heißen, habe ich gewisse Zweifel.

Gehört Danone nicht zum Nestle Konzern, der genverseuchte Ernährung grundsätzlich für akzeptabel hält?

Joghurt, mit oder ohne natürliche oder künstliche Aromen, ist ein Ekelthema für sich. Nach Erdbeerjoghurt z.B. könnte man googlen

Liebe Grüße
weinsztein
claudia schrieb am 21.06.2011 um 06:50
Vielfach belegt sind die drastischen Strafen für Nahrungsmittelfälschung im Mittelalter. Das weist daraufhin, dass die damalige Gesellschaft bereit war, ihre Standards umzusetzen.

Qualitätsstandards haben sich verändert, ihre Umsetzung auch: Die Fälscher bestimmen per Korruption selber, welche Fälschungen strafbar sind.
tlacuache schrieb am 21.06.2011 um 07:32
Schoener Beitrag und schoene Kommentare,
insbesondere bei „Activia“-Joghurt.:
Ich hatte schon oefter mal den "Lügenbraten" gerochen, aber noch nie Zeit und Musse gehabt, zu forschen.
Voellig neu war mir, das der Mensch westlich des Saarlandes und nordwestlich der Nordsee einen ganz anderen Magen hat als in Deutschland:

..."Konkret stoppte Danone in Frankreich und Großbritannien Anzeigen und Spots zu den Gesundheitsaspekten. Auf den Produkten selbst blieben die Aufdrucke erhalten. Finanzvorstand Pierre-André Térisse teilte am Donnerstag mit, der Konzern werde seine Werbung in Europa weiter "anpassen".
Danone Deutschland hingegen ändert seine Werbung laut einem Sprecher nicht. "Was wir sagen, können wir beweisen, und wir stehen dazu", sagte ein Unternehmenssprecher. "Wir ändern in Deutschland die Werbung nicht."...
www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,689263,00.html

Marmelade kann ich nicht, widme mich wieder meinen handgemachten Pommes, die sind zwar genauso schaedlich wie in McDo.., aber schmecken wenigstens...
Gruss
h.yuren schrieb am 21.06.2011 um 08:30
"Werbung ist keine Info-Veranstaltung ,da können sie noch hunderte von Windbeuteln vergeben."
@ magda: und alle sind auf ihre weise weise weise beschäftigt unf können sich auch noch über illusiönchen freuen?

liebe kk, ein reizendes thema. goedzak und claudia haben gesprochen. manche bräuche sind schlicht kriminell. das muss mensch sagen. werbung ist eine windige sache. deshalb ist der preis von foodwatch gut benannt. aber hilflos gegen die mafia der marktwirtschaft.
Dulcinea schrieb am 21.06.2011 um 08:54
Tja, Werbung im Fernsehen ist wie Aroma im Essen ...
kay.kloetzer
meer ist mehr
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Logbuch
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claudia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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weinsztein hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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