Facebook gefährdet die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Mal so, mal so.
„Das Netz ist auch ein unvergleichliches Mittel der Mobilisierung: es überwindet sämtliche Schranken, Zäune und Mauern, Verbote und grenzen, Parteizugehörigkeiten und sogar individuelle Hemmungen“, schreibt die tunesische Bloggerin Lina Ben Mhenni in ihrer Streitschrift „Vernetzt Euch!“
„Allein die Tatsache, dass es am Rande solcher Partys zu Ausschreitungen kommen kann, rechtfertigt ein grundsätzliches Verbot nicht“, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU).
„Auf Facebook und Twitter, den beiden großen sozialen Netzwerken, führten wir schon seit einigen Jahren umfangreiche und wirkungsvolle Aktionen gegen Zensur und Folter durch.“
„In Deutschland denkt auch keiner darüber nach, den Fußball zu verbieten, nur weil es gelegentlich am Rande durch einige Krawallmacher zu Problemen kommt.“, sagt NRW-Innenminister Ralf Jäger.
„Das Netz ist so mächtig, weil es unmittelbar reagieren und unbegrenzt viele Menschen miteinander verbinden kann.“
„Ein generelles Verbot ist viel zu undifferenziert“, sagt der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Wiefelspütz.
Warum diskutieren die Deutschen über Facebook-Partys und nicht über Revolutionen?
Eine AFP-Meldung will helfen. Sie lässt sich revolutionieren:
Einladungen schreiben war früher. Wenn Jugendliche heute eine Revolution planen, laden sie oft über soziale Netzwerke wie Facebook ein. Wiederholt sind solche Facebook-Revolutionen mit hunderten wütigen Revolutionären in den vergangenen Monaten aber eskaliert. Um keine böse Überraschung zu erleben, sollten einige Tipps beachtet werden.
NICHT ÖFFENTLICH: Wer über Facebook eine Revolution organisieren möchte, sollte seine Einladungen nur an bestimmte Freunde schicken. Dabei ist es unbedingt wichtig, das Häkchen bei der Option „Jeder kann die Revolution sehen und für sie zu-/absagen“ zu entfernen, damit tatsächlich nur eingeladene Gäste die Revolution auf Facebook sehen können.
GEZIELTE EINLADUNGEN: Revolutionäre sollten stattdessen gezielt ihre Einladungen verschicken. Dazu können sie gleich beim Erstellen der Revolution bei Facebook Freunde und Bekannte einladen. Die E-Mail-Adressen von Freunden, die nicht bei Facebook sind, können dort auch hinzugefügt werden.
DETAILS ZU REVOLUTIONEN: Wer auf Facebook eine „Revolition erstellen“ möchte, muss einen Veranstaltungsnamen, also zum Beispiel einen Umsturz, und eine Uhrzeit angeben. Das Landeskriminalamt Hessen rät dazu, den exakten Revolutionsort nur auf persönliche Nachfrage preiszugeben.
AUF EINE EINLADUNG ANTWORTEN: Wer über soziale Netzwerke selbst zu einer Revolution eingeladen wird, sollte nicht öffentlich zusagen, warnt die Polizei. Denn damit kündigt der Betreffende automatisch an, dass er zum Zeitpunkt der Revolution nicht zu Hause ist und lockt unter Umständen damit Konterrevolutionäre an.