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Generation rechts?

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Rüdiger Maas

Hardcover, gebunden

288 Seiten

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Kultur : Vergiss es?

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Gunter Sachs hat sich erschossen, weil er, so viel wir wissen, an Alzheimer erkrankt war.

Nachdem sich der unter Depression leidende Torwart Robert Enke das Leben nahm, war Depression für eine kurze Weile ein Medienthema. Wir müssen also damit rechnen, dass ab morgen keine Ratgeberseite ohne das Stichwort Alzheimer auskommt, in der kommenden Woche kein Feuilletonist ohne den Verweis auf die gesellschaftliche Dimension des Vergessens.

Der Körper überlebt eben immer häufiger den Geist, sagt meine Mutter. Und sie sagt auch, dass sie sich, sollte sie Demenz oder Alzheimer anheim fallen, das Leben nehmen würde.

Warum? Weil die Hoffnung sich davon ernährt, im Alter von Erinnerungen zehren zu können? Weil die Vorstellung, in einer Umgebung von Wissenden die einzige Unwissende zu sein, unerträglich scheint? Weil sie niemandem zur Last fallen will?

Es hat vor allem mit einer Vorstellung von einer Enttäuschung zu tun, auch mit der Angst, den eigenen Ansprüchen nicht mehr genügen zu können. Darum kann ich Sachs' Entscheidung verstehen. Und würde meiner Mutter sagen: Nu warte doch mal ab.

Eigentlich aber finde ich es nachvollziehbar, dass die scheinbare Beherrschung der Welt in einer medizinischen wie philosophischen Hybris einhergeht mit einem Unterworfensein, das immer wieder auf Fragen zurückführt wie: Was brauche ich? Wen? Wofür? Was will ich hinterlassen? Wie wichtig ist das? Welche Erinnerung an mich soll bleiben?

Was bestimme ich selbst?

Es sind Luxusfragen, natürlich. Aber vielleicht irritiert die Konfrontation mit der geistigen Endlichkeit des Lebens viel grundsätzlicher als die Warnung auf Zigarettenschachteln - die ja gemessen daran fast ein Versprechen ist.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.