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Politik : Wort frei für Steinbrück & Co.

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Das kann doch mal passieren. Ein falsches Wort zur rechten Zeit - da muss noch nicht mal Alkohol im Spiel sein. Der eine verwechselt Bush mit Breshnew, der andere Brutto mit Netto. Einem Dritten rutscht ein ungeschickter NS-Zeit-Vergleich über die Zunge. Manchmal sprechen eben selbst Politiker schneller als sie denken (außer Scharping vielleicht), und manchmal denken sie auch gar nichts, während der Mund sich öffnet und schließt. Das ist doch kein Problem. Die Mauer stünde heute noch, wäre nicht jenes "nach meiner Kenntnis, ääh, ist das sofort, unverzüglich" aus Schabowski herausgebröckelt.

Nun greift Steinbrück daneben, als eine Steueroase nach Ouagadougou verlegt und gleichzeitig Liechtenstein und Luxemburg zur Seite stellt. Na und? Und es hebt an der Chor der Gerechten, der Selbstgerechten, um genau zu sein.

Es geht gar nicht um die Stoibers, Schabowskis und Steinbrücks des versprochenen Wortes, es geht um das Lauern auf Blackouts, Freudsche Fehlleistungen, dummes Zeug. Schadenfreude über Pleiten, Blech und Schrammen in wechselnden Koalitionen.
Warum ist nur beim politischen Aschermittwoch erlaubt, was jeder Debatte Würze geben würde und dazu die Möglichkeit zu erfahren, was die Volksvertreter wirklich denken? Es wär' doch gut zu wissen, welch Geistes Kind sie sind. Das aber versteckt sich hinter geglätteten Interviews und entschärften Reden. Vorsicht ist die Mutter der Beliebigkeit.

Lasst sie doch reden, lasst sie doch stolpern durch den Irrgarten ihrer Vorstellungen. Die Belehrungs-Reflexe, der Ruf nach Entschuldigungen verdrängen die Auseinandersetzung mit Themen, Ideen, Ansichten. Was bleibt, ist ein immer lauteres Blabla, sind Scheingefechte mit stumpfen Klingen. Verbale Reduktionskost macht einen Blähbauch. Bekömmlicher wäre es, angstfrei mit der Faust auf den Fisch zu hauen, seinem Affen Butter zu geben. Sonst vergeht noch das letzte bisschen Appetit auf diesen ganzen Qualwampf. Pardon, Wahlkampf.
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