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Wie haben sich die Feuilletons überschlagen, das Wunderkind Helene Hegemann mit ihrem Roman-Debüt „Axolotl Roadkill“ willkommen zu heißen in der Welt des Einverständnisses: vom Phänomen (SZ) war zu lesen, vom Coming-of-age-Roman der Nullerjahre (FAZ), vom literarischen Kugelblitz (ZEIT). Aber wenig darüber, dass hier eine 17-Jährige in der Sprache der 17-Jährigen aus der Welt der 17-Jährigen berichtet. Mehr nicht. Und nicht weniger. Und doch noch weniger als gedacht.
Denn Hegemann hat abgeschrieben. Und zwar bei Blogger Airen, aus dessen Buch „Strobo“, das im Sommer 2009 bei SuKuLTuR erschienen ist. Auf seinemPopkulturblog gefühlskonserve.de (tinyurl.com/ydfkgv9) listet Deef Pirmasens die deutlichsten Übereinstimmungen auf.
So schreibt Airen auf Seite 146:
“… als sich das als zu kompliziert erweist, klettert Marc auf die Klobrille und macht die Lines an der Grenze zu Nachbartoilette zurecht.”
Bei Hegemann heißt es auf Seite 36:
“Ophelia steht auf dem Klodeckel, um drei Lines Speed auf der Trennwand zur Nachbartoilette zurechtzumachen.”
Da gibt es nichts zu deuten.
Die „Inspiration nimmt copy.-paste-mäßige Züge an“, schreibt Pirmasens. Und das ist freundlich formuliert. Der Ullstein Verlag räumt inzwischen ein, Hegemann habe offenkundig „die Tragweite der Frage“ nach Quellen und Zitaten „unterschätzt“. David Foster Wallace wird ordentlich angeführt, doch was im Netz steht, blieb ungeschützt.
„Über die Verantwortung einer jungen, begabten Autorin, die mit der ,sharing'-Kultur des Internets aufgewachsen ist, mag man streiten", fromuliert es Verlagsgeschäftsführerin Siv Bublitz in einer Stellungnahme diplomatisch und räumt ein, Ullstein habe sich „bereits an den SuKuLTuR Verlag gewandt, um diese Genehmigung nachträglich zu erlangen. Sollte es weitere betroffene Rechteinhaber geben, werden wir auch sie kontaktieren und die Genehmigung zum Abdruck einholen.“
Tatsächlich, in der zweiten Auflage des Bestsellers (Focus: von Platz 12 auf Platz 5) ist die Danksagung deutlich länger. Nun tauchen auch Sophie Rois und René Pollesch auf. Warum nicht gleich Volksbühne Berlin? Denn hier ist Hegemann, als sie nach dem Tod der Mutter mit 13 Jahren aus Bochum nach Berlin kam, quasi aufgewachsen. Als Tochter des Chef-Dramaturgen Carl Hegemann konnte sie unter dem Mainstream durchtauchen, hat die Tage und Nächte mit Büchern, Filmen, Schauspielern verbracht und so wohl auch das Prinzip des Sampelns gelernt. Und hat viel mit Sophie Rois gesprochen, deren Auffassungen über Medea sich im Buch deutlich in einem Brief an Medea wiederfinden.
Was nicht so schlimm wäre, würde Hegemann aus all dem Abgehörten, Angelesenen, Aufgeschnappten etwas Eigenes entwickeln. Dazu kommt es nicht. Warum, das schreibt sie selbst in ihrer Erklärung zum Plagiatsvorwurf:
„Inhaltlich finde ich mein Verhalten und meine Arbeitsweise aber total legitim und mache mir keinen Vorwurf, was vielleicht daran liegt, dass ich aus einem Bereich komme, in dem man auch an das Schreiben von einem Roman eher regiemäßig drangeht, sich also überall bedient, wo man Inspiration findet.“
Von ihr selber sei überhaupt nichts, „ich selbst bin schon nicht von mir (dieser Satz ist übrigens von Sophie Rois geklaut) – ich habe eine Sprache antrainiert gekriegt als Kind und trainiere mir jetzt immer noch Sachen und Versatzstücke an, aber mit einer größeren Stilsicherheit.“
Diese – an anderer Stelle auch selbstkritische – Offenheit entspricht womöglich der Weltsicht einer fast 18-Jährigen. Die eigentlich Blamierten sind die vom süßen Alter und dem unbekümmerten Selbstvertrauen hingerissenen Rezensenten, die sich im Angesicht der Autorin wie überraschenderweise auch bei der Lektüre so richtig jung fühlen wollen und wohl doch schon zu alt sind, wieder aus der Falle zu klettern.
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Interessante Hintergründe.
Ich habe den Hegemann-Hype nicht so verfolgt, aber ich denke mir, der Verlag müsste doch auch irgendwie so etwas sehen. Und sehr interessant finde ich ohnehin diese Sampling-Mentalität. Das wird sicherlich zunehmen. Mal sehen, was draus wird. Dagegen ist Tellkamp mit seinen kleinen Anleihen ja wirklich harmlos. Gruß Magda |
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liebe magda,
ich hatte beim lesen sogar noch einen ganz anderen verdacht: hier verarscht uns jemand gewaltig. etwa so: da haben mal irgendwann ein werbetexter (ehemaliger fernsehredakteur), ein clubbesitzer (zuletzt oberkellner im restaurant moskau) und die kantinen-chefin der volksbühne (fünf semester theaterwissenschaft) zusammengesessen und sich gesagt: jetzt zeigen wir denen mal, wie dankbar sie sind für ein bisschen einblick in die zukunft ihrer nicht gelebten gegenwart. die rezepte liegen seit jack kerouac auf der straße. der koch braucht lediglich einen internet-anschluss. der rest ist marketing. liebe grüße kk |
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Das wäre dann aber auch wieder richtig köstlisch.
Würde einen doch amüsieren, wenn es so wäre. Gruß Magda |
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Also ich lese gerade diesen Airen-Blog. Man müsste wirklich mal selbst versuchen, in diesem Stil zu schreiben. Oder - hihi - zu "montieren". Zu Übungszwecken.
Aber, das ist auch nicht so einfach. Irgendeine neue Kunstrichtung muss her. "Literasampling" oder Sampleliterature - na ich bin zu antiquiert für solche Sachen. |
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Danke, Kay, noch ein Buch auf meiner Liste "Bücher die ich mir sparen werde".
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Ich fand das Buch ungeheuer anstregend zu lesen und fühlte mich nach der Lektüre zu mitgenommen, um etwas darüber zu schreiben. Bzw.ist mir auch immer noch nicht eingefallen, was ich darüber schreiben könnte.
Vielleicht fehlt mir der Abstand, den Rezensenten, die wesentlich älter sind als Hegemann sind, oder Menschen, die das Berghain und Berliner Nächte nicht kennen, haben und daher "entzückt" sind von der Welt, zu denen Hegemann ihnen Zutritt gewehrt. Axolotl Roadkill gehört auch nicht zu den Büchern, die ich - im Gegensatz zu so vielen anderen - an meine kleine Schwester weiterreichen werde. |
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Liebe Magda.
das wäre doch ein schönes Projekt für lange Sommerabende: Bestseller sampeln. So etwas gibt es bestimmt längst, aber noch nicht von uns! herzlich kk |
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Liebe Tessa,
mir ist es auch schwergefallen, wirklich Wort für Wort zu lesen und nicht mal ein bisschen zu fliegen und zu schweifen. aber wer weiß, wohin da dann geführt hätte, sicher raus aus dem buch. andererseits gibt es ja recht hübsche stellen, die allerdings, so sie wohlklingen, inhaltlich nicht belastbar sind. die sprache klingt zwar real, dennoch spricht doch so kein mensch: "Hör endlich auf damit, diese pseudonaiven, pseudokleinkindlichen, pseudounschuldigen Aussagesätze aus dem gehege deiner Zähne zu entlassen. Ich kotze gleich, wirklich. Du bist nicht mehr die missahndelte Dreijährige, die du ununterbrochen pseudobelastungsgestört zu sein vorgibst. ..." versuche, das mal laut zu sagen. geht nicht. kalauer auf speed. das entzücken der rezensenten kann auch ein wohliger schauder sein. so richtig beneidenswert sind die figuren ja nicht. ich weiß ja nicht, wie alt deine schwester ist, aber für mich ist das ein jugendbuch. da ich keine bedenken. herzlich kk |
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@Tessa
Ich fand das Buch ungeheuer anstrengend zu lesen und fühlte mich nach der Lektüre zu mitgenommen, um etwas darüber zu schreiben. Ihr Tschornalisten seid aber manchmal wirklich bedauernswerte arme Schweine; müßt Bücher lesen, weil sie momentan angesagt sind und irgendwann könnt einer fragen und dann will/muß man sachkundig antworten können. Was bin ich froh, daß ich Bücher nur so lesen kann. Packt es mich, ist es gut, hat es mich nach 20 bis 40 Seiten immer noch nicht gepackt, bleibt es zu. Letzten Herbst ist mir das mit Kafkas "Schloß" passiert. Dieses Ding ist nicht und nicht in die Gänge gekommen, es passiert und passiert einfach nichts, selbst die Koitus-Szene mit der Kellnerin bringt keine Stimmung in die Bude. Nix gegen Kafka, einige Kurzgeschichten haben was, schon. Aber dieser Roman... Weiß einer, ab welcher Seite was los ist? Ciao Wolfram |
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schrieb am
08.02.2010 um 23:49
@ Wolfram Heinrich
Köstlich. Danke für "Das Schloß". |
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@chrisamar
Köstlich. Danke für "Das Schloß". Bitte, bitte. Aber "Das Schloß" ist vom Kollegen Kafka. Ciao Wolfram |
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Ich halte es da mit Streifzugs Motto: Möglichst einfach, aber nicht sampeln. (Oder so ähnlich...)
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"nicht strampeln" wenn ich mich recht erinnere.
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Hach ja, "vom süßen Alter" und "unbekümmerten Selbstvertrauen" hingerissen ... Als ob man von "unbekümmerten Selbstvertrauen" sprechen könnte, wenn man so abgebrühte Rechtfertigungen liest, wie sie Hegemann macht:
„Inhaltlich finde ich mein Verhalten und meine Arbeitsweise aber total legitim und mache mir keinen Vorwurf, was vielleicht daran liegt, dass ich aus einem Bereich komme, in dem man auch an das Schreiben von einem Roman eher regiemäßig drangeht ...“ Man muss sich eben gut verkaufen können, das weiss man heute auch bereits mit 17. Süßes, unbekümmertes Teenager-Schaffen, beraten durch clevere Agenten. |
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@ miauxx
schon dass es 2 erklärungen gibt - von ihr und vom verlag -, finde ich bemerkenswert. sie scheint zu wissen, was sie will und kann das auch durchsetzen. immerhin hat sie ja mit ihrem film "torpedo" (da war sie 16) beim max-ophüls-festival gewonnen. vielleicht hätte es nicht gleich ein roman sein müssen. oder nicht gleich die rede hype. Hier ist eigentlich nicht sie das problem (vom plagiat mal abgesehen), sondern der umgang mit ihr. im märz 09 sagte sie dem tagesspiegel: „Natürlich kokettiere ich mit meinem Jugendbonus. Und kokettiere sogar damit, dass ich mit ihm kokettiere.“ herzlich kk |
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Habe mir jetzt einmal die fraglichen und einander gegenübergestellten Textstellen angesehen (gefühlskonserve.de).
In Sätzen wie “Hör endlich auf damit, diese pseudonaiven, pseudokleinkindlichen Aussagesätze aus dem Gehege deiner Zähne zu entlassen.” oder “Ich habe Sandkuchen grundsätzlich nur dann gebaut, wenn die Möglichkeit in der Luft lag, wenigstens einen mit Kühltasche und Eistee ausgestatteten Erwachsenen auf der gegenüberliegenden Spielplatzbank davon zu begeistern. Genau dieser Impuls ist eigentlich das Einzige, was übrig geblieben ist aus ‘meiner schweren Kindheit’”. drängt sich eine gewisse Sprachbegabtheit auf, die jeglichen Eindruck von Authentizität zunichte macht. Deutsch-Leistungskurs mit 1 und Theaternähe lassen einen bestimmt gut konstruieren. Aber so nur konstruiert klingt es dann halt auch. Da lob ich mit das Lesen z.B. von Clemens Meyer - hier kann man die handelnden Figuren auch wirklich im Geschehen verorten. |
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@miauxx
das sandkuchen-zitat ist aus meiner sicht entweder psychologie für neueinsteiger, honig für die elterngeneration oder einfach nur selbstreferentiell. ja, meyer schafft charaktere. bei hegemann vernehme ich nur stimmen. kk |
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Hallo Kay.,
erst schreibst Du: ...Was nicht so schlimm wäre, würde Hegemann aus all dem Abgehörten, Angelesenen, Aufgeschnappten etwas Eigenes entwickeln. dann: Die eigentlich Blamierten sind die vom süßen Alter und dem unbekümmerten Selbstvertrauen hingerissenen Rezensenten Widersprechen sich die Aussagen nicht ein wenig? Wenn "Eigenheit" in der Bedeutung, die Du im Sinn haben magst, auf eine Weise im Kurs steht (zumindest für eine junge Autorin), daß H.H mit der Vertrauen auf ein ausreichendes Maß an Beifälligkeit zitieren kann: „ich selbst bin schon nicht von mir (dieser Satz ist übrigens von Sophie Rois geklaut) – ich habe eine Sprache antrainiert gekriegt als Kind und trainiere mir jetzt immer noch Sachen und Versatzstücke an, aber mit einer größeren Stilsicherheit.“ Dann taugt der Maßstab doch wohl nix, oder? Andersherum wär's ne Beckmesserei der "Alten", auf einem obsoleten Maßstab zu bestehen. Bei Juli Zeh las ich erstmals die Rede vom Jhd, das unterm Zitatenschutt begraben wurde (sinngemäß) und HHs Replik ähnelt auf lustige Weise einer Replik der Zeh'schen 15jährigen "Ada" aus "Spieltrieb", die das Lob ihrer Klugkeit so beantwortet: "Wie ihr alle, hab ich von nichts eine Ahnung, aber das mit erheblich beschleunigter Geschwindigkeit". Andersherum: ist nicht die Erscheinungsform, die eine Renaissance des Geniekultes darin bekommt, daß serienweis Kinder mit Halbfertigprodukten auf den Markt geworfen werden, ein Widerspruch in sich, insofern "Originalität", so bescheuert das Kriterium für ein Kulturprodukt (also das Werk) auch sei, darin der grundlegende Maßstab ist? Zeh's "Zitatenschutt" hat Stanislaw Lem in einer Satire Mitte der 60ger (ich glaube im "futurologischen Kongress") zum Gaudi eines kleinen Publikums bebildert, vorhergesagt, wie man's nehmen will. Ist Zeh deshalb eine Plagiatorin? Ein Beispiel für die Überlegungen, auf die ich zusteuere, liefert auch 'miauxx'. Er nimmt ein HH - Zitat: Ich habe Sandkuchen grundsätzlich nur dann gebaut, wenn die Möglichkeit in der Luft lag, wenigstens einen mit Kühltasche und Eistee ausgestatteten Erwachsenen auf der gegenüberliegenden Spielplatzbank davon zu begeistern. um ausgerechnet an ihm einem offenkundig sachfremden Geschmackskriterium zu huldigen: "Sprachbegabtheit ... die jeglichen Eindruck von Authentizität zunichte macht" Hat er wirklich nicht bemerkt, daß "Authentizität" genau DAS Kriterium ist, das Hegemanns Satz zu dekonstruieren und lächerlich zu machen sucht, und dies in demonstrativ konstruktivistischem Stil? Das entscheidende Wörtchen ist "grundsätzlich"! Das ist es auch dann und erst recht, wenn es nicht bedacht wurde, sondern sehr altersgerecht "gefühlt" an seine Stelle rückte. Und wieso, frage ich, um die Kommentarform nicht zu sprengen, wieso fragt niemand, wie es dazu kommen kann, daß eine 16jährige Göre nichts Nahrhafteres zu tun weiß, als sich mit viel Zeitaufwand und Gehirnschmalz (wie unoriginell es auch immer gewesen sein möge) in das schauerliche Genre des literarischen Befindlichkeitsgeschwätzes einzusortieren? Es mag ja sein, daß ein Kind mit solcher Biographie die Aussicht auf einen schnellen und absehbar vergänglichen Bühnenruhm außerordentlich lockt, doch soll das, nebst womöglich den fälligen Psychologisierungen, die wesentliche Antwort sein? |
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hallo, tom,
ich bin zu sehr in eile, um den von dir oben benannten widerspruch gänzlich als solchen zu durchdringen. ich finde es nicht schlimm, sich für einen roman vom leben der anderen inspirieren zu lassen. das geht ja auch kaum anders. mit dem eigenen, was daraus hätte entstehen können und auch sollen meine ich, figuren zu erschaffen, die das denken und sprechen glaubwürdig transportieren, die in konflikte geraten, die der autorin dienen, ihren gedanken (und der geschichte) form zu geben. die "größere stilsicherheit" von der sie spricht, bleibt form. das ist mein maßstab. Dartan gemessen war der roman schon vor den plagiats-bekenntnissen kein wunderwerk. den maßstab der rezensenten kenne ich nicht. empfinde ihn aber eher als sympathieskala (es gab zunächst vor allem porträts, weniger rezensionen) als auf qualität bezogen. manche sehen das eigene in der sprache. und meinen das besondere, womöglich mutige? mut hat hier nur der verlag. kk |
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Sorry, kk, ich wollte keine Rätsel aufgeben, ich kenn mich nur nicht gut in zeitgenössischer Literatur + auch nicht im Literaturbetrieb aus und wollte deshalb nicht vorformulieren. Ich dachte an den Diskurs, auf den sich jede Veröffentlichung bezieht, selbst wenn der eingebildet ist. Der Internet-Diskurs stellt doch wohl zweifellos einen Anspruch an "Originalität", der mit dem klassischen Begriff des "Eigenen" verfehlt ist. Entweder, so dachte ich, liegt folglich gar keine Blamage vor, oder allenfalls eine beidseitige, von Lesern und Rezipienten, an einem ihnen äußerlichen Maßstab. Die begeisterten Leser bekamen, was sie wollten. Helene Hegemann ist doch nach diesem Maßstab die Letzte, die mit Stil und Methodik die Leser blamieren könnte.
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Achtung, unreflektierter gefühlsduseliger Kommentar folgt.
gefühlskonserve habe ich auch gelesen, ich glaube vorgestern. Ohne wirklich Ahnung von der Thematik zu haben - habe ich wenigstens eine Meinung. Ich empfinde momentan nichts als reine Schadenfreude. Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen: Die Methode ist aus meiner persönlichen Sicht heraus nicht vertretbar. Aber im Grunde unterstützt dies meine folgenden Thesen: 1. Verarbeitet sie ihre grässliche Kindheit, wenn ich es richtig verstanden habe. Falls sie mit ihren Problemen so umgehen sollte wie ich, dann liest sie alles, aber auch alles zu ihrer "Thematik", was sie in die Finger bekommen kann. Währenddessen macht es plötzlich klick: Sie hat endlich, endlich, endlich jemanden gefunden, oder (welch Glück!) auch mehrere, die ihre Gedankengänge genau beschreiben, bebildern, und vor allem: verstehen, erklären können - auf eine Art, von der sie weiß, dass sie, um dem sich selbst gerecht zu werden, lediglich wiederholen kann, weil - wichtig! - sie genau das selbe gedacht hat. Es ist ganz simple: Wenn ich etwas nicht verbessern kann, weil ich meine, dass dies nicht mehr möglich ist, aber dennoch hinausschreien will, wie es mir geht, muss ich eben wiederholen. Manche verspüren eben einen unheimlichen Drang dies auch öffentlich loszuwerden, abzuschütteln. Quellenangaben und die damit einhergehenden Abwertungen der eigenen Leistung (Bewältigung) machen kaputt. 2.- pardon - kotzt sie damit lediglich den Wunderkind-geilen Erwachsenen ihre eigene Selbstüberschätzung vor die Füße und zeigt ihnen, dass sie sich ihre überhebliche Begeisterung für das begabte, rotzfreche, gewitzte Kind sonst wohin stecken können, weil sie es nämlich trotz - oder aufgrund - dieser Bezeichnungen unterschätzten. |
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huch, das war die uneditierte Version. Da ich keine Zeit habe genau nachzusehen, was ich anders gemacht habe, bin ich heute mal so ignorant und füge die andere dahinter ein:
gefühlskonserve habe ich auch gelesen, ich glaube vorgestern. Ohne wirklich Ahnung von der Thematik zu haben kommt von mir also vorerst nur ein kleiner Gefühlsdiskurs. Zustandsbeschreibung: reine Schadenfreude. Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen: Die Methode ist aus meiner persönlichen Sicht heraus nicht vertretbar. Aber im Grunde unterstützt dies meine folgenden Thesen/Gedanken: 1. Verarbeitet sie, wenn ich es richtig verstanden habe, auf diese Weise ihre grässliche Kindheit. Falls sie mit ihren Problemen so umgehen sollte wie ich, dann liest sie alles, aber auch alles zu ihrer "Thematik", was sie in die Finger bekommen kann. Wertung: Normal. Währenddessen macht es plötzlich klick: Sie hat endlich, endlich, endlich jemanden gefunden, oder (welch Glück!) auch mehrere, die ihre Gedankengänge genau beschreiben, bebildern, und vor allem: verstehen, erklären können - auf eine Art, von der sie weiß, dass sie, um dem/sich selbst gerecht zu werden, lediglich wiederholen kann, weil - wichtig! - sie genau das selbe gedacht hat. Es ist ganz simple: Wenn ich etwas nicht verbessern kann, weil ich meine, dass dies nicht mehr möglich ist, aber dennoch hinaus schreien will, wie es mir geht, muss ich eben wiederholen. Manche verspüren einen unheimlichen Drang dies auch öffentlich loszuwerden, abzuschütteln. Quellenangaben und die damit einhergehenden Abwertungen der eigenen Leistung (Bewältigung) machen kaputt. (Dies ist keine Rechtfertigung, sondern eine erklärende Vermutung) 2.- pardon - kotzt sie damit lediglich den Wunderkind-geilen Erwachsenen ihre eigene Selbstüberschätzung vor die Füße und zeigt ihnen, dass sie sich ihre überhebliche Begeisterung für das begabte, rotzfreche, gewitzte Kind sonst wohin stecken können, weil sie es nämlich trotz - oder aufgrund - dieser Bezeichnungen unterschätzten. |
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Zwei Anmerkungen, Cassandra.
1) Frag Dich mal, wie und warum es geschehen kann, daß ein gutsituiertes Mädchen, wie Helene Hegemann, dem Paradigma einer "grässlichen Kindheit" nebst der ganzen Wucht und Breite kulturell erhältlicher sozialpsychologischer Bebilderungen derselben, mit besonderem Gewicht auf Sex'n Crime, genug abgewinnt, um das eigne Denken und Empfinden in erheblichem Maße darin einzucodieren. Laß Dir mal durch den Kopf gehen, inwieweit das durchgängigste und darob oft schauerlichste Merkmal echten Elends seine unüberwindliche Banalität ist. "Sinn" ist nicht wirklich eine Abhilfe, auch wenn praktisch die gesamte Populärkultur auf diesem Sand baut ... |
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liebe cassandra,
zum 1. Punkt: eine aufarbeitungsmotivation würde ich ihr gar nicht unterstellen. es hat, zynisch gesagt, erfahrungen, die interessant genug sind in ihrer abweichung, aber sooo autobiographisch ist es dann auch wieder nicht. an dieser stelle klaut sie nicht bei sich selbst. vermutlich kann sie im gespräch überraschend und gut formulieren, und da wird wohl jemand gesagt haben: schreib's auf, kind. sie kann da gewiss mehr als andere 17-jährige. aber noch nicht genug, es ganz aus sich zu schöpfen oder sich anzueignen. 2. stimme ich zu. kk |
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oh oh, dieser lektüre unterziehe ich mich lieber nicht, nachdem ich so nachhaltig von einem "turm" gestreift wurde, a.a.O. ...
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liebe jayne,
ich will nicht sagen, nichts gelernt zu haben bei der lektüre. nämlich habe ich das gefühl, ein gefühl bekommen zu haben für das gefühl, mit dem beispielsweise unser centraltheater-intendant klassiker sampelt. ganz im ernst, das war mir wichtig so fürs innere toleranzgefüge. herzlich kk |
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Kopieren ist Leben
Der aus Kanada stammende und in London lebende Science-Fiction-Autor und Blogger Cory Doctorow, der Donnerstagabend den Hauptvortrag hielt, rief die Kreativen auf, sich gegen Einschränkungen der Freiheit des Internets unter dem Vorwand des Urheberrechtsschutzes zu stellen. |
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lieber streifzug,
man kann die party ja nicht jeden abend neu erfinden. aber wenn schon alte schläuche, dann wenigstens mit neuem wein. oder so. kk |
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Hallo kay,
ach was, die Vielfalt des Lebens liegt oft nur in kleinen Nuancen. Wäre es nicht eine interessante neue Literatur: Wie kleinste Abweichungen der Story zu ganz eigenen Lebensrealitäten werden. So funktioniert das Leben tatsächlich. Winzige Unterschiede in den Ausgangsbedingungen ziehen massive Unterschiede in den Ergebnissen nach sich. |
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Nee, nee, Streifzug, nicht neu. Umberto Eco datierte es in irgend einem Essay auf die Zeitschriftenromane des Eugene Sue, das muß etwa 1820 gewesen sein, daß Roman und fiktives Leben von den Rezipienten zu einer virtuellen Einheit verschmolzen wurden, an der der Autor bis zum bittren Ende weiterschrieb. Man kann es sicher auch deutsch den "Werther-Effekt" nennen, obwohl das vermutlich eine sehr spezielle Variante war.
Nee, nee, ich hätt' Literatur gern in (noch) anderer Funktion ;-) |
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"In jeder Kopie steckt ine Wiederholung!"
JP 2010 Wie wäre es mit dem Satz: "Wiedrholen ist Leben", mit und ohne Bett, nah und fern vom Internet? tschüss JP |
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Bitte, Cory ist auf einer ganz anderen Ebene.
Epigonales kann sich nicht als "Remix" entschuldigen. Im übrigen ist Reproduktion ja durchaus normal. Das, was Anerkennung sucht, das wird stets zum Kitsch. |
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"So schreibt Airen auf Seite 146:
“… als sich das als zu kompliziert erweist, klettert Marc auf die Klobrille und macht die Lines an der Grenze zu Nachbartoilette zurecht.” Bei Hegemann heißt es auf Seite 36: “Ophelia steht auf dem Klodeckel, um drei Lines Speed auf der Trennwand zur Nachbartoilette zurechtzumachen.”" Frau Hegemann ist vielleicht kein Wunderkind, wie mancher Feuilletonist tönt, aber um ganz eng am Zitat zu bleiben, abgeschrieben hat sie in diesem Falle nicht, das wäre ja ein Plagiat. Aber sie hat wohl Ideen aufgesammelt, die ein anderer Autor vor ihr schon verwendet hat. Das ist legitim, denn wie gesagt, es geht ja nicht um das Originalgenie. Vielleicht viel wichtiger ist,ob ihr Buch, ausser einer glaubwürdigen Geschichte aus den neuerdings so genannten "Nullerjahre"-Nischen Milieu einen Ton gut traf, ob die Autorin selbst mit ihrer Sprache und mit ihren Kenntnissen etwas Eigenes gestaltet, ob es vor allem zu mehr reicht. - Wenn Frau Hegemann nicht dumm ist, kann der Hype über den Erstling ihr zumindest einen veritablen Einstieg mit höheren Auflagen und Tantiemen verschaffen. Das bringt Freistellungszeit für bessere und mehr Texte. Ob sie das nutzt, werden wir sehen. Der Unterschied, obwohl beide Zitate einen Erzähler(in) voraus setzen, ist doch recht klar. Airen verwendet eine aufwendigere Syntax und Semantik,und erzeugt damit, zumindest an diese Stelle Distanz zwischen sich und Marc. Hegemann schreibt, zumindest hier, den einfacheren Satz, sie steht näher an Orphelia, wobei einzig der Name das Bildungsausweiszeichen ist. Bei Airen steht dafür "kompliziert", ein Fremdwort, das Verb "erweisen" und ein vielgliedriger Satzbau, statt des einfachen "um...zu(rechtzumachen)". Also, Ideenklau ist weit verbreitet, in hoher und niedriger Literatur, bei Werbern und im Business. Ein Plagiat, das wäre ein Verdammnisurteil, liegt jedoch hier nicht vor. Endlich: Beide Sätze und Satzinhalte sind so ungewöhnlich nicht, dass überhaupt an diesen Sätzen ein Vorwurf erhoben werden könnte. Viel wichtiger: Haben die Texte der beiden über Passagen den gleichen Inhalt, ähnliche Plots, einen ähnlichen Anspruch und weitgehend übereinstimmende Personage. - Ich kann dazu nichts sagen, weil ich beide Texte nicht kenne. Eine andere Frage. Kann mir jemand die Texte empfehlen, lohnt sich eine Lesereise? Liebe Grüße Christoph Leusch |
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Das literarische Plagiat- als ich das erste Mal davon las, dass „Axolotl Roadkill“... zum grössten Teil, wie befürchtet werden muss, einfach abgeschrieben worden ist (!!), da traute ich meinen Augen kaum.
Hat nicht Ray Bradbury einmal geschrieben, dass (wir) alle nichts anderes täten, als die Gebeine der Toten wieder auszugraben? Wie soll das denn jetzt heissen? Literatur-Sampling? Copy & paste-Literatur? Oder einfach nur masslose Enttäuschung? Oder vieleicht intelligente Verblendung? BlenderInnen-Literatur? Hat es eigentlich je etwas Vergleichbares in der Literaturgeschichte gegeben? Ich finde den Begriff Plagiat durchaus angebracht: Sie gibt ja unumwunden zu, abgeschrieben zu haben. |
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hier steht die ganze erklärung hegemanns (unter 8. februar):
tinyurl.com/yzfwdvb |
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Vielen Dank für den Link! Ein ausgesprochen bemerkenswertes Statement: da versucht jemand, aus der Not einfach eine Tugend zu basteln. Ganz billig, oberbillig sogar. Billigstes Zeitgeistsurfen nenne ich sowas, da wird man ja schon fast zornig: Plattitüden ohne jeden Tiefgang! Himmelarschnochmals, das darf doch einfach nicht wahr sein! Bald tritt sie noch der Piratenpartei bei (jaja, Copyright im Netz usw.).
Da halte ich es mit merdmeister: Schon wieder ein Buch, dass ich nicht lesen muss. Und ich wollte es schon kaufen. Zum Glück habe ich das nicht getan! |
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Wenn ich ehrlich sein soll: Ich bin bereits zornig. Sowas von oberbillig, das ist ja kaum zu glauben! Diese Hegemann schadet dem ganzen Literaturbetrieb- man sollte das nicht unterschätzen. Zumindest schadet sie der Literatur insgesamt.
Dass da nicht mehr Leute zornig werden, erstaunt mich eigentlich. Das Allerletzte ist das, wirklich! Selten einen dermassen schwachen Pressetext gelesen! Und das Buch selbst- Makulatur, gelinde ausgedrückt, ohne jeden kulturellen Wert. Man sollte es vergessen- und zwar so schnell als möglich. Am besten wäre wohl, es wäre nie erschienen. Von kulturellem Interesse ist lediglich die bisher ausgebliebene Debatte. Ein Blick zurück im Zorn... aber dafür ist man wohl schon viel zu bequem geworden in unseren Breiten. |
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danke!
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Zum Thema "Plagiat" hat seinerzeit Egon Friedell einige bedenkenswerte Anmerkungen gemacht:
""Was nun ... die Frage des Plagiats anlangt, so ist das Geschrei über die geistige Entwendung eines der überflüssigsten Geschäfte von der Welt. Jedes Plagiat richtet sich nämlich von selbst. Auf ihm ruht der Fluch, der jedes gestohlene Gut zu einem freudlosen Besitz macht, sei es nun geistiger oder materieller Natur. Es erfüllt den Dieb mit einer Unsicherheit und Befangenheit, die man ihm auf hundert Schritte anmerkt. ... Wir können immer nur unsere eigenen Gedanken wirklich in Bewegung setzen, weil nur diese unsere Organe sind. Eine Idee, die nicht uns, sondern einem anderen gehört, können wir nicht handhaben, sie wird uns abwerfen, wie ein Pferd den fremden Reiter, sie ist wie eine Schmuckkassette, deren Vexierschloß man nicht kennt, wie ein Paß, der fremde Länder öffnet, aber nur dem, dessen Bild und Namenszug er trägt. Man lasse daher die Menschen an geistigem Eigentum nur ruhig zusammenstehlen, was sie erwischen können, denn niemand anders wird den Schaden davon haben als sie selbst, die ihre schöne Zeit an etwas völlig Hoffnungsloses vergeudet haben." Egon Friedell: "Kulturgeschichte der Neuzeit" Ciao Wolfram |
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lieber wolfram,
die formulierung vom "freudlosen besitz" gefällt mir! aber ob das folgende auch in diesmk fall zutrifft?: "Es erfüllt den Dieb mit einer Unsicherheit und Befangenheit, die man ihm auf hundert Schritte anmerkt." kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. doch wer weiß ... kk |
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@kay.kloetzer
die formulierung vom "freudlosen besitz" gefällt mir! aber ob das folgende auch in diesmk fall zutrifft?: "Es erfüllt den Dieb mit einer Unsicherheit und Befangenheit, die man ihm auf hundert Schritte anmerkt." kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. doch wer weiß ... Vielleicht waren die Lektoren etc. so fixiert auf das Wunderkind, daß sie gar nichts sehen wollten. Denn: Hinschauen muß man schon. Ciao Wolfram |
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Zwei Lektüretipps, zum einen
von Andrea Diener: Zwischen Gesetz, Moral und Remix: Das Plagiat und von Dirk von Gehlen: Die Verteidigung des Remix gegen den Betrug |
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Ich möchte im Spätnachmittag noch etwas Niedliches zum Thema beitragen: ein gehäkeltes, amerikanisches Axolotl >>
![]() |
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danke, tessa, da ist das plagiat (oder zitat? oder was) nun definitiv besser als das original! von einer geradezu bestrickenden niedlichkeit. sollten hegemann & airen den leipziger buchpreis bekommen (in 24 stunden wissen wir, ob sie tatsächlich nominiert ist), hat die messe endlich ein maskottchen.
herzlich kk |
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Die Einmütigkeit des Hypes auf der einen Seite und der Empörung auf der anderen Seite lässt einen fast an eine Verschwörung denken :-)
Viel Lärm um nichts ... in 10 Jahren wird keine mehr von HH und "Axolotl Roadkill" reden. |
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...und am donnerstag wird sie für den preis der leipziger buchmesse nominiert, und der verdacht liegt nahe, dass der preis sich mit der autorin schmücken will. oder wir uns irren?
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Hallo Tessa,
Danke - das Interview ist wirklich klasse. Ich freue mich auch deshalb, weil ich in meiner eigenen Einschätzung des Textes von Airen gar nicht so verkehrt lag. |
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Warum diese Aufregung. Mathematisch gesehen wird der Tag kommen, an dem uns ein neues Buch vorgelegt wird, das genau so schon einmal geschrieben worden ist. Die Zahl der Buchstaben und ihrer Anreihung ist nun mal begrenzt. Während das allerdings noch ein paar Jährchen dauern wird, habe ich bereits gestern mit dem Auftritt von Helene Hegemann bei Harald Schmidt mein medial angestacheltes Interesse an dieser "Autorin" völlig verloren. Egal ob sie abgeschrieben hat oder nicht. Was ja zudem bei Schülerinnen nun wirklich nicht selten vorkommt.
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Da warst Du offenbar leidensfähiger als ich: In dem Moment, wo HS das Buch in der Hand hielt, habe ich abgeschaltet ...
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Mag ja sein, dass ein 300000-Zeichen-Code irgendwann mal geknackt wird, dazu braucht man allerdings leistungsfähige Technik. Will sagen, das Buch von dem Teenie bzw. den Bloggern hat einfach nicht die notwendige Schöpfungshöhe, um als Literatur besprochen zu werden. Und die Fahrt zur Leipziger Buchmesse kann ich mir jetzt wohl sparen.
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schrieb am
12.02.2010 um 17:31
Danke für den Hinweis auf den Schmidt-Auftritt. Ich habe mir die Sache noch einmal online angeschaut, wobei sich mir der Eindruck aufdrängte, weniger ein »Wunderkind« zu sehen, als vielmehr jemand der kaum weiss wovon er redet, also nur inhaltslosen Berlin-Mitte-Sprech zu bieten hatte anstatt eine irgendwie geartete EIGENE (Erzähl)haltung. So sagte Helene Hegemann über das Berghain: »Das hat ein Konzept meines Erachtens nach, ich weiss nicht genau was für eins. Es ist irgendwie da. Es ist irgendwie vorhanden.« Auf Schmidts Frage »Muss das den sein?«, bezüglich der Kraftausdrücken und der Worte für diverse Körperflüssigkeiten, antwortet sie: »Das Frage ich mich auch. Ich weiss es nicht. Das muss überhaupt nicht sein, aber es… (Schmidt unterbricht).«
Gemäß Oscar Wild fragt man sich da schon hat sich da ein Talent nur mal eine Stimme oder Haltung geborgt, denn Genies und Wunderkindern ist ja der Diebstahl bekanntlich gestattet. |
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@ich
Gemäß Oscar Wild fragt man sich da schon hat sich da ein Talent nur mal eine Stimme oder Haltung geborgt, denn Genies und Wunderkindern ist ja der Diebstahl bekanntlich gestattet. Vielleicht hat das Buch ja eh ein ausgebuffter Medienprofi geschrieben und Helene Hegemann ist nur die Pappfigur für die Werbung. Womöglich ist auch das Plagiat inszeniert. Ciao Wolfram |
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@ wolfram heinrich
"Vielleicht hat das Buch ja eh ein ausgebuffter Medienprofi geschrieben und Helene Hegemann ist nur die Pappfigur für die Werbung. Womöglich ist auch das Plagiat inszeniert." das halte ich nicht für ausgeschlossen. und freue mich schon sehr auf die neue "titanic". dann wären die die bösen und helene hegemann könnt die haare wieder aus dem gesicht nehmen. oder die volksbühne steckt dahinter (also mehr als ohnehin schon), wir sind teil eines outdoor-theater-projekts, dessen indoor-variante wir dann in regie von pollesch und mit rois in der hauptrolle um die ohren kriegen. premierenfeier im berghain. herzlich kk |
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@hadie
ich kenne das programm noch nicht, gehe aber fest davon aus, dass die buchmesse mehr zu bieten haben wird, als hegemann in wort und bild und schrift. kein grund also, sich die fahrt zu sparen. kk |
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@ich
aber ein schönes humor-potenzial hat sie, finde ich. da könnte sie was draus machen. müssen ja keine bücher sein. wer übernimmt eigentlich für charlotte roach bei der "3 nach 9"-talkshow? |
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schrieb am
12.02.2010 um 19:38
@WH
Nee, der Stil is' der gleiche wie bei Ihrem Film Torpedo. Schätze, bis auf die abgeschriebenen Passagen, hat sie das Buch, welches ich bisher nicht gelesen habe, selbst hervorgebracht. Man, jetzt red' ich auch schon dummes Zeug. |
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Ja, genau. Hinein in andere künstlerische Dimensionen
Beispiel: "Die Herstellung des Buches aus dem Nichtnichts als Performance - genau." Und man kann das dann intertextuell vertanzen. Viele Haare könnte man schütteln lassen. Die aufgeschlagenen Seiten könnte die Ballettriege des Friedrichstadtpalastes darstellen, so die flatternden Beinchen. Wäre doch gut. Ich sehe da schon was: Dunkel, das Licht geht an, der Dichter sitzt vor sich hin, nee, er sitzt vor dem Laptop und surft. ...Dann ....er richtet sich auf, er hat was gefunden. Er tanzt optimistisch herum...Weiter weiß ich noch nicht. Aber naja, bei meinem Ideenreichtum reicht es vielleicht nur zu einer Olympiaeröffnungsfeier. :-)) Überhaupt: Die meisten Autoren verdienen ihr Geld nicht mehr mit dem verkauften Buch, sondern mit Lesungen, Lesungen....alles Performances. |
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Also ich hab Corinna Hegelmann gestern bei Harald Schmidt gesehen. Falls sie nicht schreiben kann, so kann sie doch im Fernseh rumsitzen, ohne dass die Unterhaltungssendung gestört wird.
Und das ist doch schon was! |
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@ rainer kühn
airan, der unerkannte blogger, war aber auch nicht schlecht. ich werde es wohl mal mit helium probieren, scheint gut zu schwingen. und irgendwie hoch. |
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schrieb am
12.02.2010 um 21:25
mit helium zur literatur!
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" mit helium zur literatur!"
Na, denn gleich mit Helau. |
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interessant zu all der Aufregung Martenstein: www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Harald-Martenstein;art141,3029900
Trifft ziemlich genau, was ich sagen wollen würde zur ganzen Aufregung darum und bisher zu faul war, in Worte zu fassen - der kann es besser :) |
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vielen dank auch für diesen link. allerdings wird martestein zum ende hin ungenau, weil er den roman nicht gelesen hat: "Ich rede über die Frage, ob und wann ein Roman gut ist oder nicht." seine schlussfolgerungen muss er uns also vorenthalten. da bleibt's dann arg theoretisch.
inzwischen war ich bei einer hegemann-lesung ohne hegemann, genaueres hier: tinyurl.com/yzaxw62 |
Ausgabe 06/12
09.02.2012
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