Kopfmachen21

S21 Das dümmste Großprojekt

25.08.2011 | 19:17

s21 das erste Wunder geschah

Geschehen jetzt wirklich Zeichen und WUNDER  ?

Passierte es wirklich, daß ausgerechnet die BILD-Zeitung als erste und überhaupt sma's  Widerlegung der panisch verbreiteteten S21er-"Argumente" gegen den Kombi-Bahnhof publizierte ?! 

www.bild.de/regional/stuttgart/stuttgart-21/die-wahrheit-ueber-geisslers-kompromiss-19577626.bild.html

Respekt !

Vielleicht gelingt über den "sma-Kanal" das, was "Schlichtung" und "Stresstest-Diskussion" in der öffentlichenWahrnehmung immer noch nicht geschafft haben : den Bürgern, also den Steuer-Finanziers einerseits und(teilweise) Bahn-Kunden, (teilweise) Stadtbewohnern andererseits, nachhaltig ins Bewußtsein zu träufeln, daß Bürger generell besser beraten ist, bei solch komplexen Themen den Fachleuten zuzuhören und als Nicht-Experte sich besser auf deren Schverstand und Erfahrung zu verlassen, als nach wie vor den vollmundigen aber substanzleeren Werbephrasen "seiner" Politiker zu vertrauen. Mag sein, der Bürger hat sie gewählt oder zumindest passiv ihre Wahl hingenommen, aber kann er deshalb daraus ableiten, daß die von ihm gewählten in ihren Funktionen (a) auch vorangig seine Interessen vertreten (Volks-Vertreter) ??? (b) mit dem vom Bürger bezahlten -und durchaus passablen-  Lebensunterhalt zufrieden sind und sich nicht anderen Sponsoren zuwenden und (c) woher nimmt unser Bürger überhaupt das Vertrauen in die Fachkunde seiner "Vertreter", insbesondere bei den gewaltigen komplexen technischen und/oder finanziellen  Themen ?

Die Reihe schief gelaufener Projekte ist unübersehbar.

Wurde je ein Politiker ernsthaft für seinen Verantwortungsanteil ( bzw.häufiger : Verantwortungslosigkeit) zur Rechenschaft gezogen ? Die wenigsten lassen ja dann überhaupt noch etwas von sich vernehmen und erläutern dann so treuherzig wie der CSU-Huber nach der Bayern-LB-/Hypo-Alpe-Adria -Bruchlandung, daß er und seine Politik-Spezln doch schließlich keine Finanz-Experten seien, und man ihnen doch bitteschön keinenVorwurf machen dürfe, wenn sie die Dinge nicht überblickt haben undvon Risiken erst recht keine Ahnung hatten ... Ja klar, Dein Volksvertreter, ein Mensch wie Du und ich ! So isses.  Aber, wofür z.B. gibts dann die wahnsinnigen Tantiemen für die zahllosen Aufsichtsrats-Posten ? Ja, was machen die da eigentlich ? Und was machen die da eigentlich in der Planungsphase eines Großprojekts ?

GLeiche Choreografie im S21-Stück : unsere Polit-Experten hauen auf die Trommeln, daß es kracht, Schuster-Bub, Beton-Schmi(e)d(el), ein Ex-Mappus, der schielende Grottenolm, und wer da noch alles auf der Bühne seine Kriegs-Tänze auf(ge)führt (hat), preisen ein S21 in den schrillsten Farben und Tönen von dem sie, wie sich schnell herausstellte, inhaltlich weniger Ahnung haben als ein zunehmender Teil der bestens informierten, auch kritisch hinterfragenden, "Normal-Bürger" !

Mensch Leut', wachet endlich auf !

Und wenn dann wieder das Totschlag-"Argumument" abgespult wird : "Unumkehrbar !", dann blicken wir mal eben nach Holland hinüber. Dort hat das oberste Verwaltungsgericht (vgl.bar  unserem Bundesgerichtshof) die Genehmigungen zum Bau eines RWE - Steinkohlekraftwerks für ungültig erklärt, die 3 Jahre zuvor von den niederländischen Behörden erteilt worden waren. Der 2009 begonnene Bau muß jetzt wohl gestoppt werden.

nachrichten.rp-online.de/wirtschaft/rwe-rueckschlag-in-holland-1.1678080

 

Das gibt es auch.

OBEN bleiben !

 

 
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Kommentare
mcmac schrieb am 26.08.2011 um 02:03
Peter Fendrich hat in der neuesten Ausgabe von „einundzwanzig“ die Bahnhofslösungen von K20 über K21, S21 bis zu SK 2.2 verglichen (leider bislang nur im Print von „einundzwanzig“; Ausgabe 08/11).

Eine Erkenntnis des Autors dabei ist, dass er die sprichwörtlichen Äpfel mit Birnen vergleichen musste. Dem versucht er entgegen zu steuern mit einer möglichst breiten und doch noch übersichtlichen, nachvollziehbaren Vielfalt der Bewertungskriterien (samt anschaulicher Grafik).

Evident wird dabei, dass unterschiedliche Bahnhofslösungen vor allem völlig unterschiedliche Interessen bedienen:
Die K-Lösungen gehen vom Essenziellen eines Bahnhofs aus, dem Schienenverkehr. Behutsam werden dabei auch neue städtebauliche Aspekte ins Blickfeld genommen. Ohne Hast, möglichst nachhaltig, modular gedacht.
Die S-Lösungen (wozu auch der Geißler/sma-Vorschlag zählt) bedienen eher eine historisch rückwärts gewandte Denkweise, die ökonomisches Wachstum engstirnig auf materiellen Wohlstand, schiere Geschwindigkeit oder „moral-neutrale“ Flexibilität reduziert. -Wobei inzwischen (fast) jedem irgendwie klar ist, dass diese Art des Wachsens die individuelle Lebenssituation nicht verbessern wird. Eher das Gegenteil ist erfahrungsgemäß der Fall.

Die Zeichen und Wunder geschehen möglicherweise also nur deshalb, weil ein Assad'sches Durchprügeln von S21 weiterhin derartig schlechte BILDer ergäbe, dass es den Befürchtungen Raum ließe, dass an entscheidender Stelle etwas faul ist im Staate Merkelsthans & Co. . Oder: Ob geschmälerte Rendite möglicherweise besser ist als gar keine. Weil „Rendite“, so definiert (als Umleitung öffentlichen Vermögens in privaten Geldreichtum) dann gänzlich und konkret der überaus zornigen und legitimen öffentlichen Debatte endlich überführt wird. -Es droht echte Demokratie...
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