Kopfmachen21

S21 Das dümmste Großprojekt

19.08.2011 | 19:23

War da was ? ?

Die Frage drängt sich mir auf,  war da überhaupt was ? Stuttgart 21, eine polarisierte Großstadt / Region, zehntausende friedlich auf den Straßen, eine Landtagswahl, Regierungswechsel, Schlichtung, "Streßtest", . . . ?

War ein Traum, oder ?

Die Umfragetrompeten schmettern täglich steigende Zuspruchswerte für S21 in die Welt (hoffentlich bremsen die rechtzeitig vor der 100%-Marke ein), eine kastrierte grüne Koalitionshälfte bedauert alles mögliche und kann sich schon gar nicht mehr so genau erinnern, Landesvater Kretschmann mit bedächtigen Schritten auf dem Weg ins Bundespräsidialamt ("Heuss der Zweite"), eine freche Betonkopf-SPD-Führung, glücklich endlich mal wieder einen Standpunkt gefunden zu haben, und DB-Grube läßt die Hosen runter, zeigt den S21-Gegnern das blanke Hinterteil und heraus rutscht ein  "fieser Frühaufsteher" . . .

www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neuer-projektleiter-fuer-stuttgart-21-ein-faible-fuer-grossprojekte-page1.2564ddd7-88ba-436c-832f-d79ed6b71c6f.html

Er habe "keine Scheu, mit allen zu sprechen, die mir in die Quere kommen.

Mit den S-21 Gegnern hat Penn keinen Kontakt

Nur die organisierten Gegner von Stuttgart 21 nimmt er davon aus. Er wisse nicht, was er mit ihnen besprechen sollte, sagt Stefan Penn. Der Kontakt zu den Demonstranten laufe besser über die Polizei und das Innenministerium. Er konzentriere sich darauf, bis Herbst 2012 die Baustelle so weit zu haben, dass dann die großen Tunnel gegraben werden könnten. Daher bestärkt er den S-21-Sprecher Wolfgang Dietrich in dessen Haltung, dass der Südflügel und die als hinderlich identifizierten Bäume im Schlossgarten bald fallen müssten: "Bis zum Jahresende muss ein großer Stapel dieser Arbeiten erledigt sein."

Getreu seinem Motto, "dass ein Projektmanager baut, was ihm vor die Flinte kommt", und darüber hinaus "keine Probleme kennt, sondern nur Herausforderungen",

Na, einen wirkungsvolleren Holzhammer hätte die DB doch gar nicht finden können, ich dachte, sowas muß erst erfunden werden. Das mit den Problemen und Herausforderungen meine ich zwar schon ein bis zweitausend-mal irgendwo gehört zu haben, aber auf Originalität kommts ja bei DER Aufgabe am allerwenigsten an, endlich ein effektiver Projektleiter, der so spricht wie er denkt und so handelt wie er spricht (?) und wie es von ihm erwartet wird !

Diese verdammten Brandstifter an zu vielen Ecken !

Es wird lange keinen Frieden geben in Stuttgart. Der Widerstand wird sich radikalisieren und dann allen  (auch den satuierten Grünen) recht geben, daß man sich schließlich "nicht von der Straße die Politik diktieren lassen kann."

Wenn diese aktuellen "Umfage"-Ergebnisse auch nur annähernd den Stimmungs-Trend wiedergeben, ist davon abgeleitet der Widerstand gegen S21 nicht mehr länger als Pionierprojekt in Sachen Demokratie-Entwicklung in D und als Vorreiter für viele ähnliche anstehende Auseinandersetzungen zu betrachten, sondern vielmehr als traurige Erkenntnis, daß der Aufwand sich auf den Weg zu einer gelebten Demokratie zu machen, sich  für dieses Volk sich gar nicht lohnt ...?

Die S21-Pro-Fraktion hat bis heute keinerlei überprüfbare Fakten auf den Tisch gelegt, wirbt mit Reklamesprüchen und -bildchen, von den Gegnern gibt es zu unzähligen Punkten nachvollziehbare Darstellungen über Lügen, Vertuschungen, Unzulänglichkeiten und Mängel, offene Risiken im Projekt, aber die Mehrheit findet S21 toll !?!?

Mein armes Stuttgart. Wäre es nicht meine Heimatstadt, ich wäre versucht (auch um endlich selbst Ruhe zu finden ) die Bewohner dieser Stadt eben den Hyänen zu überlassen, bitte, ihr habts doch so gewollt, laßt euch den verbliebenen Rest klassischer Architektur, den Park, alles drumherum kaputtmachen, atmet doch 20 Jahre lang den Baustellen-Staub und Dreck in einer unwohnlichen Innenstadt und krabbelt dann den Rest des Lebens in die Tunnelbahn, wenn spätestens dann kein bezahlbarer Kraftstoff mehr für private Kfz da sein wird und auch die, die heute mit Bahnfahren eh nix am Hut haben, zwangsläufig mit in den engen düsteren Tunnelbahnhof hinunterklettern müssen in der Hoffnung, irgendwann von einem der überfüllten chronisch verspäteten Züge mitgenommen zu werden und laßt euch laufend die Nachschüsse zur Projektfinanzierung aus den Taschen ziehen !

Aber nein, Kopf  b l e i b t   o b e n !

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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Kommentare
seriousguy47 schrieb am 20.08.2011 um 00:13
"die Bewohner dieser Stadt eben den Hyänen zu überlassen, bitte, ihr habts doch so gewollt, laßt euch den verbliebenen Rest klassischer Architektur, den Park, alles drumherum kaputtmachen, atmet doch 20 Jahre lang den Baustellen-Staub und Dreck in einer unwohnlichen Innenstadt und krabbelt dann den Rest des Lebens in die Tunnelbahn, wenn spätestens dann kein bezahlbarer Kraftstoff mehr für private Kfz da sein wird und auch die, die heute mit Bahnfahren eh nix am Hut haben, zwangsläufig mit in den engen düsteren Tunnelbahnhof hinunterklettern müssen in der Hoffnung, irgendwann von einem der überfüllten chronisch verspäteten Züge mitgenommen zu werden und laßt euch laufend die Nachschüsse zur Projektfinanzierung aus den Taschen ziehen !"

Aber doch! Normalerweise ist genau das der Lauf der Leute. Und der Rosensteintunnel kommt ja noch unten dran. Dummerweise braucht ein programmiertes Hirn starke Reize, um zu Änderungen bereit zu werden.

Wir sollten nicht vergessen, dass das Wahlergebnis 2011 die Ausnahme von der Regel war. Weil wir nicht ausschließen wollen, dass wir so eine Ausnahme verpassen könnten, lohnt es sich, zu kämpfen. Und das ist eben das Tolle an Stuttgart, dass da ein langer Atem ist, dass das Wahlergebnis selbst nach dem Schlichtungsief möglich war.

Aber es gibt nicht nur die Meinung der Leute. Es gibt z.B. auch Regeln und Gesetze. Und es ist längst überfällig, dass da viel mehr getan wird. Aufklärung und Demos laufen gerade ziemlich ins Leere. Das kommt den Medien sehr gelegen, insbesondere den Stuttgarter Medien, wo die Zeitungen den Streik dazu genutzt haben, die kritische Berichterstattung nicht nur einzustellen, sondern auch mal wieder so richtig in die Bahn-PR einzusteigen.

Und Ferien sind auch gerade. Hoffen wir also nicht zu viel. Und machen trotzdem weiter.
mcmac schrieb am 20.08.2011 um 02:33
„Diese verdammten Brandstifter an zu vielen Ecken !“

Das pyromane Pack in dieser klammen Bude muss sich schon entscheiden, ob es löschen oder weiter zündeln will. Die Bude gehört ihm nicht; auch wenn es -vielfältig- so tut, als ob.

DSDS-Neo-Star Kretschmann (New-Schwäbisch: „Grätschmann“; cool: "Strechman") sollte nicht versuchen, dicker als Gabriel und dümmer als Lübke zu sein. Es gibt Geschmacks-Grenzen.

Die „Umfragen“ sogenannter „renommierter Institute“ zu S21 sind derzeit Makulatur, weil sie mittlerweile und bewusstlos nie eine Alternative abfragen; demoskopische Diarrhoe, wahrscheinlich aber gut bezahlte Amnesie. (Wer bezahlt den Scheiß so teuer & warum?)

Freiwillige Feuerwehr 21 (u.a.): „ Nach wie vor steht zunächst im Raum, dass auf Grund des mutmaßlichen Betrugs - durch die S21-Betreiber (Bahn, seinerzeit amtierende Politiker) an Parlamenten vom Gemeinderat (Stuttgart) bis hinauf zum Bundestag im Zusammenhang mit den bekannten, eigentlichen Kosten für S21 - die derzeit amtierende Regierung und Folgeorgane wie die Strafverfolgungsbehörden in der PFLICHT stehen, diese mutmaßlichen Straftaten zu verfolgen.[...]“

Verdammt viele Ecken und 'dunkle Winkel'...
nevermore schrieb am 20.08.2011 um 11:43
"Die „Umfragen“ sogenannter „renommierter Institute“ zu S21 sind derzeit Makulatur, weil sie mittlerweile und bewusstlos nie eine Alternative abfragen;"

Das wird die Volksabstimmung auch nicht tun. Im Hinblick darauf fallen die Umfragen vermutlich noch zu gut aus, weil in ihnen praktisch nie von den Ausstiegskosten die Rede ist.
nevermore schrieb am 20.08.2011 um 16:01
Übrigens glaube ich, dass der Stimmungswandel durchaus mehrere Gründe hat. Die Propaganda-Maschinerie tut ihre Wirkung, der Überdruss über die Demonstrationen besonders in Stuttgart selber auch (im Nachhinein wäre weniger vermutlich mehr gewesen), aber auch die Selbstdemontage von Teilen der Gegner, die sich auch mal fragen können, was sie dazu beitragen.

Es geht mir ja selber so, obwohl ich nun wirklich gegen das Projekt bin. Aber das Verhalten eines Teils der Gegner stößt mich immer mehr ab. Wurde vor einem halben bis einem Jahr auf der Gegnerseite noch meist sachlich argumentiert, so macht sich heute billige Polemik und blindes Um-Sich-Schlagen breit. Auch in Ihrem Beitrag. Was bitte soll der Satz über Kretschmann als DSDS-Star? Wo hat es Kretschmann darauf angelegt, sich als Popstar zu inszenieren? Wie kommen Sie darauf, dass er "so dick wie Gabriel" werden würde? Und warum sind plötzlich Institute, deren Umfragen man vor einem Jahr mit Freuden für die Ablehnung des Projekts zitiert hat, in Anführungszeichen renommiert? Warum ist es plötzlich von entscheidender Bedeutung, ob nach der Alternative gefragt wird, und vor einem Jahr war es das nicht? Sobald nicht das gewünschte Ergebnis herauskommt, wird suggeriert, oder sogar offen behauptet, die Umfragen seien manipuliert.

Ich möchte mich mit solchen Verhaltensweisen nicht assoziieren, und merke, wie ich deshalb zunehmend auf Distanz gehe. Vielleicht geht das ja nicht nur mir so, und die Leute glauben eben nun auch den Gegnern nicht mehr.
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S21 Das dümmste Großprojekt
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