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Politik : "Wer hat uns verraten ...

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... Sozialdemokraten !"

Ich weiß, ich weiß, es hilft in der Sache überhaupt nicht weiter, immer wieder mit heftigen historischen Zitaten um sich zu werfen. Hatten wir ja eben erst.

Aber mir persönlich hilft es vielleicht ein bißchen emotionalen Überdruck abzubauen. Wenn ich die vollkomen unversöhnlichen scharfen Attacken der SPD-Landes-Spitze gegen sma's Kombi-Vorschlag zu lesen bekomme, und die betonharte S21-orthodoxe Linie, ohne Abweichung - komme da was da wolle (an Tatsachen ans Licht ...) - beobachten muß, wird mir schmerzlich bewußt, daß da doch noch eine große Portion nostalgisch verklärte Sympathie an eine SPD der 70er/80er Jahre in mir vorhanden war.

O.K., lange vorbei.

Und daß ausgerechnet ein SPD-Mann die Charakterlosigkeit besitzt, BUND und VCD wegen ihres Eintretens gegen S21 die Gemeinnützigkeit aberkennen lassen zu wollen.

Jetzt kapier's doch endlich! Die Welt hat sich verändert. Ja. Und verändert sich ununterbrochen immer schneller, scheinbar nur noch in eine Richtung. Wurde schon umfassend beschrieben und analysiert in diesen diversen blogs, "Gottseidank" gibt es da noch Lebewesen, die sehen, denken, erkennen und das Gedachte und Erkannte auch noch hervorragend formulieren können ! Das tröstet, macht Mut. Das neue Netzwerk der Wachgebliebenen bewirkt auch bereits etwas in der politischen Landschaft (insgesamt, weit über S21 hinaus), aber reicht es noch zur Rettung unseres Stuttgart im Wettlauf gegen die hochfrisierten Boliden der Macht ???

Die Medien. Wenigstens auch einer der zahlreichen wertvollen Neben-Effekte der S21-Gemeinschaftskunde-Stunde : der Lackmustest der Medienlandschaft. Tja, es sind nicht viele übriggeblieben, die den Namen INFORMATIONS-Medium tragen dürfen. Ist ja nicht entscheidend ob die jeweilige Position Pro oder Contra ist, sondern ob überhaupt berichtet wird über die tagtäglichen Tatsachen, Skandale, Aktionen der Akteure, über die nach und nach sichtbar gewordenen Seltsamkeiten in der Projektentwicklung der vergangenen Jahre !

Ich weiß gar nicht, wo "der Journalist ansich" inzwischen auf der Werteskala angesiedelt ist, im Vergleich z.B. zum Politiker oder Investmentbanker .... (denn auch dort gibt es rühmliche Ausnahmen).

Um das Spiel der Kräfte/Mächte, das hier vor aller Augen abläuft, macht der Großteil der Presse einen weiten Bogen, dabei würde das mühelos Seiten füllen, tagtäglich mit neuem brandaktuellem Stoff, spannender als jeder Fortsetzungskrimi, spielt in der eigenen Umgebung, und der Leser kommt selbst drin vor in der Geschichte !! Und sei es nur in der Rolle als Steuerzahler und Maulhalter.

Und selbst im Kleinen, welches Interesse hatte je die lokale Presse in Stuttgart, die mutwillige Zerstörung ( NACH dem WK II) der Stadt, architektonischen Terror beim Namen zu nennen. Schwamm immer brav mit dem Strom. Ich denke da z.B. an den Bau des Betonmonsters "Neuer Schloßplatz", wie jubelten da die beiden Lokalblätter über diesen mutigen Schritt in "die Moderne" (damit beweisen wir doch, wir sind ja gar nicht so provinziell wie wir immer selbst meinen), und wie sehr befürworteten dann dieselben Blätter Jahrzehnte später den Abriß dieser häßlichen Bausünde der 60er/70er Jahre ...

Wie wurde der grauenvolle Breuninger-Hochbunker am Stuttgarter Marktplatz zwangsbejubelt ( Albert Speer hatte sich ja wenigstens bemüht, seinen Berliner Hochbunkern ein zeitgemäßes ästhetisches Beiwerk zu verpassen, damit diese in der Nachkriegszeit seiner Vorstellung noch hübsch ins Stadtbild passen sollten...)

Aber ja, auf dem Stuttgarter Bahnhofsgelände kann sich die Stadt neu erfinden.

Einen kleinen Anfang davon sehen wir ja bereits ...

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.