Sebastian Dörfler

Blog von Sebastian Dörfler

03.06.2010 | 20:03

"Christian Lübke!"

Den designierten Bundespräsidenten Christian Wulff auch sofort mit Heinrich Lübke vergleichen – das würde ich niemals machen. Aber vielleicht kommt ja ein anderer dieser Menschen aus dem Internet auf die Idee, sobald er/sie einmal auf der Homepage des neuen Kandidaten vorbeischaut. Da wird man geradezu provozierend mit folgenden Worten begrüßt:

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Internetnutzer,


23.00 Uhr:
 Der Zusatz "liebe Internetnutzer" ist mittlerweile entfernt worden.

 
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Kommentare
dame.von.welt schrieb am 03.06.2010 um 20:11
Was mach ich jetzt bloß - bin ich 'sehr geehrt' oder 'lieb' oder beides? *g*
j-ap schrieb am 03.06.2010 um 20:17
Stimmt. Es ist fast schon so peinlich wie das »Liebe StudentInnen«, dessen ich jüngst wieder auf einem Aushang meiner Alma Mater angesichtig wurde.

Gott sei dank, dachte ich mir da, zahle ich für so einen Mist wenigstens keine Gebühren. Danach fiel mir ein: Mist, verdammter — ich zahle ja doch Gebühren.
Wolfram Heinrich schrieb am 03.06.2010 um 20:59
Ich glaube, Sebastian spielt eher auf den - überlieferten - Spruch Lübkes während einer Afrikareise: "Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger".

Ciao
Wolfram
Sebastian Dörfler schrieb am 03.06.2010 um 22:55
Danke Wolfram, das war so der Gedanke.
lausemädchen schrieb am 03.06.2010 um 22:58
wer denkt
der schenkt.

minimum.
Erdlingsdings schrieb am 03.06.2010 um 23:10
lieber "liebe Neger" als "böse deutschtürken"
nein nein hat der designierte Bundeswolf net gesagt^^
j-ap schrieb am 03.06.2010 um 23:27
Tja, Herr Wolfram — jetzt stehe ich einigermaßen dumm da. Was machen wir denn nun?

Weiter?
schwarzbart schrieb am 04.06.2010 um 10:20
Setz dich halt...
Hermanitou schrieb am 03.06.2010 um 20:57
Na, dann will ich zu den "lieben Negern" und "lieben" Internetnutzern gehören. Auch wenn ich gar nicht lieb bin.

Auf seiner dürftig gestylten Homepage steht ja dann noch:
"Für ein vernünftiges politisches Handeln sind alle drei Komponenten unverzichtbar: Kommunikation, Persönlichkeit und Überzeugungen."

Wow. Der Mann ist dreigeteilt. Unverzichtbar überzeugt die Kommunikation, kommuniziert die Überzeugung und personalisiert die kommunizierte Überzeugung.

Auf Wulff können wir wahrlich nicht verzichten. Er zeigt sich seines Schwafelamtes wahrlich gewachsen.
poor on ruhr schrieb am 03.06.2010 um 21:46
@Hermanitou
:)
Gold Star For Robot Boy schrieb am 03.06.2010 um 22:29
Wie halten Sie es mit unserer Verfassung, Herr Wulff ?

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ist wegen einer Rede am Mittwochabend im Bibelzentrum Bad Gandersheim in die Kritik geraten. Wulff sprach dort auf Einladung des "Arbeitskreises christlicher Publizisten" (ACP).(...)Besonders viel Erfahrungen gesammelt mit dem ACP hat man bei der evangelisch-württembergischen Landeskirche. Deren Beauftragter für Weltanschauungsfragen, Hansjörg Hemminger, bescheinigt dem Arbeitskreis eine "theologisch unheilvolle Rolle". "Am ACP ist verwerflich, dass er die Werte und Institutionen unserer freiheitlichen Ordnung zwar nicht aktiv bekämpft, aber die Verfassung praktisch ständig in Frage stellt", sagte Hemminger.Systematisch verkünde der ACP den Untergang des säkularen Verfassungsstaates, da die Werte bedroht und die falschen Kräfte an der Macht seien. Für Hemminger ist die Botschaft klar: "Insofern ist der ACP ein Vermittlungsorgan für Extremismus und Fanatismus aus der rechten Ecke, aber auch aus dem Kreis der Sektierer." Regelmäßig versuche der ACP Gegner der Verfassung gegen Kritik in Schutz zu nehmen. Beispiele dafür finden sich in den Schriften des ACP mehrfach: So wurde dort beispielsweise Angehörigen der Scientology-Sekte per Leserbrief ein Forum eingeräumt. Keine Probleme hatte der ACP auch damit, ein Interview mit dem Chef der Partei der "Republikaner" abzudrucken, als diese noch als Rechtsextremisten vom Verfassungsschutz beobachtet wurden.
www.ndrinfo.de/programm/sendungen/reportagen/vortragwulff100.html
www.mission-gottesreich.de/index.php/2010/05/wulff-spricht-vor-umstrittener-evangelikaler-organisation/
KalleWirsch schrieb am 04.06.2010 um 11:36
Das ist wahrscheinlich was den Deutschen noch fehlt: Ein Präsident der mit fundamentalistischen Christen sympatisiert, aber seine Ministerin zurückpfeift, wenn sie die Umsetzung der Verfassung fordert.
Der Gute ist wohl eher der Wolf im Grinsepelz.
Cassandra schrieb am 03.06.2010 um 22:35
Sebastian Dörfler schrieb am 03.06.2010 um 23:23
… verdammt. Aber ich war schneller ;-)
R Stilzchen schrieb am 04.06.2010 um 14:31
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freitags-Leser und Freitags-Leserinnen,
Herr Lübke hat das nie gesagt, aber die selbst ernannte links-liberale geistige Elite der Bundesrepublik hat es ihm zugetraut.
Diese Art der Anrede wird und wurde millionenfach gebraucht, z.B. auch auf SPD-Parteitagen, wo es dann "liebe Genossen" heißt (heutzutage natürlich "liebe Genossinnen und Genossen").
Dieser Blogbeitrag ist also nur ein dämlicher Versuch, Herrn Wulff zu diskreditieren. Wie man anständig mit einem demokratischen Konkurrenten umgeht, hat heute Herr Gauck eindrucksvoll gezeigt. Solche schäbigen Angriffe auf Herrn Wulff werden wir von ihm nicht hören.
weinsztein schrieb am 10.06.2010 um 01:48
Ich rate der Linken dringend davon ab, für Joachim Gauck zu stimmen. Eine Mehrheit für Gauck brächte Angela Merkel nicht in Verlegenheit, kein bisschen. Sie könnte sich selbst zitieren, nämlich ihre Rede anlässlich seines 70. Geburtstags.

Dass die Linke mit Luc Jochimsen eine Kandidatin von Rang aufstellt, halte ich für eine adäquate Antwort auf die Nominierung Gaucks durch Rotgrün. Welche politischen Entscheider machten wohl Luc Jochimsen zur Chefin des Hessischen Rundfunks?

Zur Person:
Luc Jochimsen war 1961 bis 1975 freie Autorin, 1975 bis 1985 Redakteurin von Panorama in Hamburg. 1985 bis 1988 war sie für die ARD Korrespondentin in London. 1988–1991 war sie Verantwortliche für die Abteilung Feature/Auslandsdokumentation des NDR und 1991–1993 Leiterin des ARD-Fernsehstudios in London. 1994 bis 2001 war sie Chefredakteurin Fernsehen des Hessischen Rundfunks und moderierte unter anderem die Politiksendung 3 zwei eins.
Bei der Bundestagswahl 2005 zog sie über die Landesliste Thüringen der Linkspartei/PDS in den Deutschen Bundestag ein und wurde kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion. Sie schlug unter anderem vor, den 8. Mai (Ende des Zweiten Weltkrieges) als Nationalfeiertag einzuführen. Zur Bundestagswahl 2009 gelang ihr der erneute Listeneinzug in den Bundestag. Bei der Einweihung des Ehrenmals der Bundeswehr im Bundesverteidigungsministerium im September 2009 erschien sie mit einem Schal mit der Aufschrift „Nun erst recht. Raus aus dem Krieg“, weswegen ihr der Zutritt zu den Feldjägern verweigert wurde.

Auszeichnungen:
1971: Adolf-Grimme-Preis
1981: Alexander-Zinn-Preis
1984: Prix Italia
2000: Hedwig-Dohm-Urkunde
2001: Hessischer Verdienstorden

(aus: wikipedia)
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