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Politik : „Kollateralschaden“ eines iranischen Atomangriffs

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Benjamin Netanyahu unterstellt dem Iran, Israel durch einen Nuklearangriff auslöschen zu wollen. Darauffolgend unterstellt Günter Grass Israel, das iranische Volk auslöschen zu wollen.

Bei diesen nuklearen Auslöschungsvorwürfen und -Gedankenspielen ist mir aufgefallen, daß ein Schicksal als Thema ebenfalls „ausgelöscht“ scheint: das der Palästinenser. Und zwar – nach einem theoretischen Nuklearangriff auf Israel.

Da dieser Staat doch ziemlich klein und schmal ist, würde ein Angriff mittels nur weniger kleiner Atombomben (sagen wir eher klein, wie die in Nordkorea in 2009 getestete, also von je 6 Kilotonnen) auf mehrere Städte (Tel Aviv, Haifa, Jerusalem, Hebron) und seine Folgen nicht nur die Israelis und ihren Staat fast komplett vernichten. So ein Angriff würde „nebenbei“ auch für die Palästinenser ebenso fast vollständig den tödlichen Untergang bedeuten. Und – bei einem Angriff im Norden – auch Libanon und die in dessen Süden angesiedelte Hizbollah betreffen.

Daher kann es sich der Iran – angenommen, man schafft es dort eine Bombe zu basteln – politisch wie rhetorisch gar nicht leisten, so einen Angriff überhaupt in Erwägung zu ziehen. Denn jede nukleare Drohgebärde Richtung Israel würde logischerweise gleichzeitig eine Auslöschung der Palästinenser und der Hizbollah implizieren. Vielleicht nicht als Wunsch und Ziel, so doch als „Kollateralschaden“.

Außer, natürlich, wenn jemand doch aus Nervosität oder Unachtsamkeit den „roten Knopf“ drückt. Das kann allerdings genauso gut jederzeit in Israel, Indien, Pakistan, Frankreich, Rußland, China oder USA passieren. Habe ich Großbritannien vergessen?...

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.