Wenn Sigmar Gabriel dann nach den Landtagswahlen im Saarland verkündet, Oskar Lafontaine hätte die CDU an die Macht gebracht, offenbart sich eine derartige Verbohrtheit, dass man es eigentlich nicht fassen kann. Oskar Lafontaine hatte offen um eine Rot-Rot-Grüne Koalition geworben. Dass eine Partei, die ihre Mitglieder nach wie vor als Genossinnen und Genossen bezeichnet, dann lieber den Juniorpartner für die CDU gibt, ist rational eigentlich nicht mehr erklärbar. Stolz und Vorurteil auf politischer Bühne. Wie hat die SPD den Brückenschlag zu den Grünen geschafft, und warum schafft sie den Brückenschlag heute nicht mehr zu den Linken oder den Piraten? Wie soll in dieser Situation ein linkes Regierungsprojekt zustande kommen? Und: was soll man eigentlich noch wählen, um dies zu erreichen? Große Koalition und Schwarz-Grüne Optionen vergällen einem die Wahl von SPD und Grünen zunehmend. Fatale Mätzchen wie Glückwunschtelegramme an Fidel Castro, enervierende Beschäftigung mit sich selbst und irritierende Reden über die Wege zum Kommunismus, mit dem viele eben doch nur Stasi und 5-Jahres-Plan verbinden, verleiden vielen Wählern auch zunehmend die Wahl der Linken. Die Piraten sind neu, anders, aber eben doch auch noch etwas zu unberechenbar, um Koalitionshoffnungen im linken Lager zu wecken. Erstmal anders sein und neues wollen, schön und gut, definitiv notwendig. Das Land lässt sich solange aber nicht auf Pause stellen, bis die Piraten sich gefunden haben.
Entscheidender für die Bildung linker Mehrheiten, sind aber die Steherqualitäten der SPD. Wenn man bis zum Knie im Treibsand steht, sollte man sich umfallen lassen.