merdeister

135 rote Waldameisen

20.02.2011 | 16:47

Mordsspaß

Was auch passieren mag, diesen Titel nimmt ihm keiner mehr!

Seit gestern Abend ist Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg Ritter im "Orden wider den tierischen Ernst". Dieser wird vom Aachener Karnevalsverein seit 1950 an Persönlichkeiten verliehen, die "die Individualität, Beliebtheit und Mutterwitz in sich vereinen, vor allem aber Humor und Menschlichkeit im Amt bewiesen haben". Guttenberg wurde als "Überflieger mit Blut- und Bodenhaftung" bezeichnet und der "Mut des Ministers zum Widerspruch und zum akrobatischen Querdenken für den gesunden Menschenverstand" hervorgehoben. Dabei, so AKV-Präsident Werner Pfeihl sei es "egal ob mit Doktortitel oder ohne".

Wenn es weiter nichts wäre.

"18:00 Uhr die Nachrichten.

Ein dritter der in Afghanistan bei einem Anschlag verletzten Soldaten ist seinen Verletzungen erlegen."

Als ich um kurz nach sieben mit dem Bus am Eurogress, dem Ort der Verleihung, ankomme, sehe ich vor der großen Anzeigetafel vier Personen stehen, die Transparente festhalten. 'Sollten das die Teilnehmer der Mahnwache sein', denke ich,'werde ich deren Anzahl gleich um 20% erhöhen'.

Doch als ich aussteige, sehe ich, dass Aachen nicht ganz so verdorben ist, denn vor dem Spielcasino, das zum Eurogress gehört, haben sich ca. 200 Personen versammelt und stehen Spalier. Die Ankommenden müssen zwischen Kreuzen und Transparenten hindurch, bevor sie in der Halle die Juxsraketen mit Lachsalven beantworten können.

Von der Hauptstraße gut sichtbar sind die Schilder mit einzelnen Buchstaben: "sofort raus aus Afghanistan."

Die Kälte an diesem Abend kriecht langsam unter meine Kleidung, eine Demo wäre mir jetzt lieber, da bewegt man sich wenigstens. Autos die Zuschauer anliefern, dürfen scheinbar eine gewisse Preiskategorie nicht unterschreiten. Audi hat freundlicherweise sechs Fahrzeuge als Inspiration bereitgestellt. Die Menschen in den Fahrzeugen sitzen im Warmen. Welche Temperaturen herrschen eigentlich gerade in Kunduz?

"Der Verteidigungsminister fehlt, Cantz aber hat ein ganzes Arsenal an zündender Bundeswehr-Gags. Das nennt man - um im Bild zu bleiben - einen gelungenen Angriff auf die Lachmuskeln. Cantz ist ein Volltreffer."

Es ist still. Einige der Teilnehmer tragen kleine Soldatenhelme und Clownsnasen, witzig wirkt das nicht. Viele stehen hier nicht nur wegen Afghanistan. Neben mir erzählt jemand einem Freund von einer Person im Krankenhaus, die keine Krankengymnastik bekommt, was wahrscheinlich zu dauerhafter Bettlägerigkeit führen wird, während eine Person mit vergleichbarer Erkrankung durch Intervention des Chefarztes noch am selben Tag einen Physiotherapeuten am Bett stehen hat. Eine von beiden ist privat versichert. Man muss nicht mal selbst betroffen sein. Zuschauen reicht, um zornig zu werden.

"Philipp Freiherr zu Guttenberg ist bereit für die Ordensverleihung, wirkt dabei wie ein Schuljunge vor der ersten heiligen Kommunion. Der Mann hat als Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände keine große Bühnenerfahrung. Das sieht man und es ist schön zusehen. Sehr menschlich."

Jetzt bekomme ich kalte Füße. Hinter mir gehen Mitglieder der Prinzengarde des AKV entlang, um in die Halle zu kommen. "Euren Orden gibt's für's morden", wird ihnen aus unserer Mitte zugerufen. Ob sie von der Melodie so lange begleitet werden wie ich? Ich rufe nicht, ich bin sprachlos ob des Grabens, der sich hier zeigt. Karneval, so hatte ich das mal verstanden, sei dazu da, sich über "die Großen" lustig zu machen, nicht, ihnen in den Arsch zu kriechen.

"Philipp zu Guttenberg startet geradezu brillant, er betont den Doktortitel des Laudators Dr. Jürgen Rüttgers und sagt dann: Es geht nicht um mich, ich bin bloß das Plagiat!"

Etwa 20 Minuten vor acht, dem Ende der Mahnwache, bittet einer der Organisatoren darum, noch bis 20 Uhr vor Ort zu bleiben. Es ist schon eine Weile kein Auto mehr vorbei gekommen, in der Halle hat die Show bereits begonnen. Die letzten Narren erschrecken mit einem Feuerwerk, wohl auch irgendeine Tradition, die Pferde, die neben den Audi vor der Halle stehen. Den Reitern gelingt es, die Tiere unter Kontrolle zu halten, die keinen Geschützlärm gewohnt sind, denn in Deutschland herrscht seit 65 Jahren Frieden. Wir sind jetzt Exportweltmeister.

Urteilsbegründung:

- Mit Tatendrang und Tacheles bringe er Politikerkollegen ins Schwitzen und Bürger zu Begeisterungsstürmen. Sich selber nehme er erfrischend wenig wichtig. Zitat Guttenberg: "Wenn einem das Wasser bin zum Halse steht, ist es außerordentlich ungesund, den Kopf hängen zu lassen." -

Zitate aus dem Liveticker der AZ.

Zum Alternativvorschlag einer Büttenrede der FC.

 

 

Änderung 20.2.11 18:44 Uhr:

Nach einem Hinweis des Veranstalters habe ich die Teilnehmerzahl im Text von 150 auf 200 berichtigt.

Änderung 27.2.11 13:07 Uhr:

Danke an "man" für den Hinweis auf einen Kommentar von Volker Pispers.

 
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Kommentare
Gold Star For Robot Boy schrieb am 20.02.2011 um 17:00
Gold Star For Robot Boy schrieb am 20.02.2011 um 17:04
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 18:35
Danke für Lektüre und Bild.
Alien59 schrieb am 20.02.2011 um 17:09
Irgendwie gespenstisch.
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 18:34
Es wird gruselig in D.?
Alien59 schrieb am 21.02.2011 um 05:46
Ich finde, das ist es schon. Vielleicht, weil ich es von außen betrachte.
koslowski schrieb am 20.02.2011 um 17:14
Fabelhaft! Und die Bestätigung einer alten Wahrheit: Die Satire kommt gegen die Wirklichkeit nicht an. Danke sehr!
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 18:34
Die Satire kommt gegen die Wirklichkeit nicht an.

Genauso war es gestern. Leider waren die Narren zu schnell für meine Kamera bei den Lichtverhältnissen...
I.D.A. Liszt schrieb am 20.02.2011 um 21:13
>Die Satire kommt gegen die Wirklichkeit nicht an.< - Es ist schon was dran, daß Politker in der Bütt geehrt werden und umgekehrt.

Die Satiere ist die Wirklichkeit. Guckt mal auf unser Politpersonal!
Ullrich Läntzsch schrieb am 20.02.2011 um 17:47
Danke, danke, lieber merdemeister, fürs demonstrieren wie fürs drüber schreiben. Nur eine Frage, ist diese schöne akademische Welt eigentlich in Ordnung, wenn es nun der Bayreuther Universität anheimgestellt bleibt, ob Hr. Dr. p. (plagiatus) G. der Titel abgesprochen wird oder nicht. Mehr>> www.freitag.de/community/blogs/rick/-der-fall-des-dr-p-plagiatus--g-als-chance
Alien59 schrieb am 20.02.2011 um 18:01
Ist das allein der Universität anheimgestellt? Was wäre, wenn jemand eine Strafanzeige wg. falscher eidesstattlicher Versicherung erstatten würde?
Kunibert Hurtig schrieb am 20.02.2011 um 18:06
Worauf sollte sich eine solche beziehen? gibt es irgendwelche Dokumente, die einer EV gleichkommen?
Alien59 schrieb am 20.02.2011 um 18:17
Es müsste eine eV geben - Standard bei der Abgabe einer Dissertation ist, an Eides Statt zu versichern, dass man diese selbständig verfasst und alle benutzten Quellen angegeben hat (sorry, den genauen Wortlaut habe ich nicht mehr in Erinnerung).
Rahab schrieb am 20.02.2011 um 18:22
hi hi
dann gäb's am ende noch ne immunitätsdebatte
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 18:31
An der Bayreuther Universität muss man keine Eidesstattliche Versicherung abgeben, wie an den meisten anderen Unis, es reicht das Ehrenwort, die Arbeit selbst erstellt zu haben.
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 18:36
@Ullrich Läntzsch
Es stimmt, eigentlich ist es die Höhe, was um diesen Dr. herum passiert, aber irgendwie erschien das gestern sehr nebensächlich...
Rahab schrieb am 20.02.2011 um 18:37
willst du uns verkohlen?
Rahab schrieb am 20.02.2011 um 18:37
die frage von 18:37 geht an merdeister
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 18:46
Nein, steht in der Süddeutschen (Print).
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 18:47
Und hier.
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 18:50
Karl-Theodor zu Guttenberg blieb eine eidesstattliche Versicherung erspart, weil an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth eine "ehrenwörtliche Erklärung des Bewerbers darüber" reicht, dass "er die Dissertation selbständig verfasst und keine anderen als die von ihm angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt hat". Der CSU-Politiker musste also nur ein Ehrenwort abgeben, als er die Dissertation zur Begutachtung einreichte. Es hat Gründe, wenn andere Fakultäten mehr als das Ehrgefühl ihrer Doktoranden einfordern und auf die eidesstattliche Versicherung pochen.
Alien59 schrieb am 20.02.2011 um 18:54
Danke, das war mir unbekannt. Da hat er ja Glück gehabt.
Trotzdem: Aua!
Rahab schrieb am 20.02.2011 um 18:56
ha!
erst mal sagt mir mein pixdaumen, dass eine "ehrenwörtliche Erklärung" auch eine eidesstattliche versicherung ist/sein könnte

letztere ist ja auch nur eine versicherung und kein eid, sondern ersetzt diesen
weshalb sie ja im vollen wortlaut eine 'versicherung an eides statt' ist

eine 'ehrenwörtliche erklärung' kann also eine 'versicherung an eides statt' sein

so viel mal für den anfang...
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.02.2011 um 19:24
Verehrter Rahab, zumindest kann so ein Ehrenwort in einer Badewanne im Beau Rivage in Genf enden. Alles schon dagewesen. Die Eidesleistung eines Bundesministers ist auch nicht strafbewehrt, es gelten also die drei FFF: Fristlos, Fruchtlos, Folgenlos!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
j-ap schrieb am 20.02.2011 um 19:44
Falsch, Rahab. Es gibt keine Versicherung an Eides statt, die nicht als ausdrückliche zu leisten wäre.

Vide § § 27 III u. IV VwVfG:
(3) Die Versicherung besteht darin, dass der Versichernde die Richtigkeit seiner Erklärung über den betreffenden Gegenstand bestätigt und erklärt: "Ich versichere an Eides statt, dass ich nach bestem Wissen die reine Wahrheit gesagt und nichts verschwiegen habe." Bevollmächtigte und Beistände sind berechtigt, an der Aufnahme der Versicherung an Eides statt teilzunehmen.
(4) Vor der Aufnahme der Versicherung an Eides statt ist der Versichernde über die Bedeutung der eidesstattlichen Versicherung und die strafrechtlichen Folgen einer unrichtigen oder unvollständigen eidesstattlichen Versicherung zu belehren. Die Belehrung ist in der Niederschrift zu vermerken.
Ab ins Privatissimum, Ma'am!
Rahab schrieb am 20.02.2011 um 19:45
moment!
der eid bei der vereidigung zum minister ist nicht strafbewehrt
das war's aber auch schon

wie einzelne sich dann der strafverfolgung entziehen oder dieser entzogen werden, das ist eine andere abteilung

immunität im rund-um-paket, wie Berlusconi sie gern haben wollte, gilt hierzulande nicht
Rahab schrieb am 20.02.2011 um 19:57
nicht so schnell, jussuf-ben-sussuf!
ich hab oft genug solche teile ausformuliert...

aber ich seh schon
wir müßten wir uns wohl wirklich in die bib setzen, um das etwas genauer zu überprüfen

denn bloß weil auf den ersten blick das VwVfG einschlägig erscheint, muß es das nicht sein, denn da bewegen wir uns in bereichen, in denen menschen zu solcherart versicherungen manchmal geradezu abgenötigt werden - da möchte dann schon mit belehrung und im detail hingeschrieben sein, was da versichert wird.. und das möchte dann auch zum schutz des versichernden so um gesetz stehen

kann natürlich sein, dass auch promovenden vor sich selbst geschützt werden müssen, zumal in Bayern
mer weses net mer weses net

ich tät da lieber im strafrecht mit der prüfung anfangen
um mich von dort aus weiter vorzuarbeiten bis ich zu der frage von form-erfordernissen ja oder nein komme
j-ap schrieb am 20.02.2011 um 20:05
»denn bloß weil auf den ersten blick das VwVfG einschlägig erscheint, muß es das nicht sein«

In die Bib müssen wir dazu gar nicht, Rahab. Es genügt, wenn Sie mit dem Finger auf das lex specialis zeigen, das das VwVfG als lex generalis derogiert.

Ich hoffe, Sie verzeihen mir, wenn ich darauf nun aber nicht warte — weil ich weiß, daß Sie nichts finden werden. Leider. Wäre ja schön, wenn die Sache sich so einfach erledigen ließe.
Rahab schrieb am 20.02.2011 um 20:14
schnellrichter gewesen?
j-ap schrieb am 20.02.2011 um 20:25
Nicht ablenken, Rahab, nicht ablenken. Das mag vielleicht an der Möckernstraße bisweilen funktionieren, bei mir aber nicht.

Wo waren wir? Achja, Sie wollten mir 's lex specialis zeigen.

Also?
Rahab schrieb am 20.02.2011 um 22:21
ich verstehe, dass an der verteidigungsstrategie gearbeitet wird
allein
der praktiker weiß, dass die ganz zum schluß kommt

strafsachen werden übrigens in Moabit verhandelt
auch die staatsanwaltschaft hat da ihren sitz
ich helfe gern mit den adressen aus ... falls die mal gebraucht werden sollten...
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 22:48
Vielleicht könne wir uns darauf einigen, Gutti Frutti (frei nach poor) nicht mit "unseren" Kindern über "richtig" und "falsch" reden zu lassen. Ach was sag ich: Über irgendetwas reden lassen.
Rahab schrieb am 21.02.2011 um 10:51
eher eine bemerkung am rande...

vielleicht könnten wir uns auch darauf einigen, fragen nach möglicher strafbarkeit nicht mit taschenspielertricks zu beantworten?
zu den taschenspielertricks rechne ich (nicht abschließend)
- die ehrenwörtliche erklärung könne nicht nach §156 StGB strafbar sein, weil sie ja anders heiße
- eine lex generalis aus dem hut zu zaubern

so kommt am ende das heraus, dass die verteidigungsstrategie zu recht wird, und zwar völlig egal, ob sie sich nun mit tränen in der stimme auf jahrelange mühevollste kleinarbeit beruft oder anderswie den gaul vom schwanz her aufzäumt
es bleibt: blendwerk

ohne die frage zu stellen, warum bestimmtes blendwerk gestattet und bestimmtes anderes blendwerk pönalisiert wird
und ob es eine möglichkeit gibt, aus diesem verblendungszusammenhang herauszukommen
( ja ja, ich weiß, das ist romantisch und idealistisch sozialkritisch ... na und?!)

so gesehen ... würde ich nicht nur den v.Guttenberg sondern auch den jussuf-ben-sussuf mit meinen kindern nicht reden lassen ... was jedoch obsolet ist, alldieweil meine kinder (töchter! ha!) mit solch einem blender von sich aus nicht weiter aufs verbindlichste kommunizieren täten, ja noch nie kommuniziert hätten
weil: kinder of all three+x sexes sind unbestechlich
j-ap schrieb am 21.02.2011 um 15:33
»vielleicht könnten wir uns auch darauf einigen, fragen nach möglicher strafbarkeit nicht mit taschenspielertricks zu beantworten?«

Jederzeit! Und um fürderhin Fährnisse dieser Art zu vermeiden, deute ich sicherheitshalber noch einmal auf den Taschenspielertrick, der weiter oben nachgelesen werden kann:

»erst mal sagt mir mein pixdaumen, dass eine "ehrenwörtliche Erklärung" auch eine eidesstattliche versicherung ist/sein könnte«

Muß wohl von irgendeiner Verblenderin — ob sich wohl Ihre Töchter mit der schonmal unterhalten haben? — am 20.02.2011 um 18:56 in die Welt gesetzt worden sein.

So käme nämlich am Ende der Eindruck zustande, als würde hier jemand irgendwo und auf Teufel komm raus eine Strafbarkeit herleiten wollen, wo es gar keine gibt.
Rahab schrieb am 21.02.2011 um 16:52
dann müssen wir wohl auch noch üben, den konjunktiv vom indikativ zu unterscheiden

dass ich das noch erleben muß!

und wie jussuf-ben-sussuf darauf kommt, ich hätte auf teufel-komm-raus ... wird er wohl mit ins grab nehmen, das ge-cheim-nis
archinaut schrieb am 20.02.2011 um 18:17
"ich bin sprachlos ob des Grabens, der sich hier zeigt....."
hast aber zum Glück diesen Blog geschrieben!

Dass der Freiherr jetzt sein upgrade zum Prinzen erlebt
(altdeutsch: hochadeln ;-)
ist schöner als Scharping im Pool......
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 18:32
Das kommt in die Perlen :-)
archinaut schrieb am 20.02.2011 um 21:13
oops, dann muss ich mich schnell korrigieren:

Dass der Freiherr jetzt sein upgrade zum Ritter erlebt (altdeutsch: hochadeln ;-)
ist schöner als Scharping im Pool......

Und vielen Dank für den Blog (mit Fotos!)
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 22:59
Die Perle ist auch geupgraded oder upgegradet...
poor on ruhr schrieb am 20.02.2011 um 20:18
@merdeister

Gratulation. Bärenstarker Blog. Gerne gelesen. Du triffst den Nagel wirklich auf den Kopf und scheinst mir aus der Seele zu sprechen. Klasse!
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 20:36
Danke poor :-)
I.D.A. Liszt schrieb am 20.02.2011 um 21:09
Hallo merdeister!

Ein schöner Blogbeitrag.

Doch ist es dieser Mensch überhaupt wert, daß man sich seinetwegen kalte Füße holt? Oder die institutionalisierte Karnevalerei?

Es ehrt Dich und die andern dennoch, daß Ihr das moralische Gewissen der Republik repräsentiert habt. Nur, was willst Du mit Moral, wenn die Leute, denen Du sie zeigen willst, sich solchen Luxus nicht leisten.

Also etwa drei Viertel der deutschen Bevölkerung, denn die allermeisten hierzulande finden ihn ja immer noch toll, und es geht ihnen an den Nates vorbei, daß er geistiges Eigentum verletzt hat. Das dürfte den meisten völlig gleich, weil sie sowieso nur das reine Eigentum - ohne Attribut nämlich - kennen.
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 22:50
Nein, so wichtig ist er nicht. Die Botschaft dafür um so mehr :-)
abghoul schrieb am 20.02.2011 um 21:29
*Feierlich wird dem merdeister vom abghoul der Orden,
"Wegen dem menschlichen Ernst" überreicht*
Wirklich guter Bericht, besten Dank.
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 22:52
Den Orden nehme ich gerne an. Und, Du kannst alle hier fragen, mit dem Ernst nehme ich es sehr genau! Ernst ist quasi, um in der Kalauer-Ecke zu bleiben, mein zweiter Vorname.
abghoul schrieb am 20.02.2011 um 23:01
Ich bin sowieso ein Ernst Anhänger.
Je mehr desto besser, Max Ernst halt.
Den Orden hast du dir auf jeden Fall verdient.
Werde mal eine Graphik entwerfen für den menschlichen Ernst, damit du dir den Orden auch irgendwohin kleben kannst.
Gold Star For Robot Boy schrieb am 20.02.2011 um 21:30
poor on ruhr schrieb am 20.02.2011 um 21:36
@GSFR

"Tutti Frutti"

Gutti, Gutti,

rot "blühen die Lanschaften"

in Afghanistan ,

in der Opiumklause

macht Gutti, Gutti

gerne eine Pause.

Trinkt dort seinen Wein

nicht allein

und im Kopieren

ist er ja

sowieso spitze.
Magda schrieb am 20.02.2011 um 22:02
Klasse und gespenstisch. Verrücktes Deutschland, närrische Zeiten.
merdeister schrieb am 20.02.2011 um 22:46
Alien schrieb es oben auch schon. Es passt zu meinen Eindrücken, ohne die Euch hätte ich es aber nicht so klar benennen können :-)
Jan Fremder schrieb am 21.02.2011 um 00:06
Sollten die Plagiatsvorwürfe Guttenberg wirklich zu Fall bringen, fände ich das übertrieben.
Hat sich mal jemand allein die Titel / Themen der anderen Politiker angesehen?
Ich finde andere Fragen zu Amt und Person da interessanter. Egal was man von der Regierung hält, wenn man nur dieses Personal hat, warum besetzt man die Stellen ausgerechnet so?
Warum zur Hölle hat man ihm ausgerechnet einen derart undankbaren Posten zugewiesen. Nach Titel der Doktor-Arbeit und überhaupt Studiengang sowie des Sympathie-Bonus käme von Anfang an doch das Außenministeramt für ihn viel eher infrage. Stattdessen spielt Osterwoge den ätzenden Botschafter Deutschlands in der Welt. Der wiederum wäre besser als Finanzminister aufgehoben und so geht das die Reihe weiter. Guttenberg wäre nicht der erste Verteidigungsminister, der genau deswegen verheizt würde. Einen so „jungen“ Politiker (normalerweise fängt die Karriere da erst an) auf so einen Posten zu setzen ist eine merkwürdige Entscheidung. Dachte man denn wirklich, die Antihaftbeschichtung KvGs, glitte auf das Amt über? Eine echte Jesus-Vorstellung. Der Strahlemann nimmt alle Sünden auf sich und wird zur Katharsis aller geopfert.
Und dann auf zu neuen Schweinereien.
Fro schrieb am 21.02.2011 um 02:45
Äh... bist du Fan eines Hochstaplers, der Kriege befürwortetet und verherrlicht?
Fro schrieb am 21.02.2011 um 02:51
......der sogar Kriege aus wirtschaftlichem Interesse gut heißt?
merdeister schrieb am 21.02.2011 um 07:29
@Jan Fremder,

die Mahnwache hatte nichts mit dem Doktortitel zu tun, der spielt in den Kommentaren wegen der aktuellen Ereignisse eine Rolle.
Was die andere Politiker angeht, kann man sicher darüber spekulieren, ob das bei denen auch nicht besser sei, ich halte das aber für Ablenkungsmanöver.
Mir persönlich ist es egal, ob Gutti Frutti seinen Titel behält oder ob er wegen der Sache zurücktritt. In Zukunft kann ich jedoch noch besser einordnen, was ich davon zu halten habe, was er sagt.
Jan Fremder schrieb am 21.02.2011 um 11:12
Hallo Fro,

das ist schwierig zu sagen. Explizit äußert natürlich jeder erstmal, dass Kriege schlecht seien.
Aber wenn es dann um den eigenen Job geht oder mit irgendwelchen Einschränkungen verbunden ist, sagen sich wohl die meisten insgeheim: „Bessere andere leiden (viel) als ich (wenn auch weniger)“. Und dann müssen die humanitären Begründungen auch nicht allzu stichhaltig sein, um gern geglaubt zu werden.
Als Beispiel: Sind Greuel-Fotos von Abu Ghuraib in der Zeitung, schütteln alle den Kopf und sind schrecklich betroffen. Stiege der Spritpreis von heut auf morgen um einen Euro, hättest Du über Nacht hier eine Revolution am kochen, mit BILD und Presse vorneweg. Deswegen wäre ich da vorsichtig.
Hinzu kommt, dass ich selbstverständlich sanktionsfürchtig und obrigkeitshörig bin :)
Man kann sich seine Heimat nicht aussuchen - bzw. von welchen Kräften diese gelenkt wird.
"Die Wirtschaft" hat das Land im Würgegriff. Kommt irgendeine nicht etablierte Partei an die Macht, wird es uns dreckiger gehen. Umgekehrt hat man ja gesehen, kaum dass die Wahl zuende war, wie die Börse angezogen hat - also allein die Stimmung, ohne das irgendwas beschlossen oder Regel inkraft gesetzt wurde.
Fro schrieb am 21.02.2011 um 02:59
Dank für den Blogbeitrag merdeister – kaum zu glauben wie absurd dieses „Herrschafts“theater sein kann.

„Karneval, so hatte ich das mal verstanden, sei dazu da, sich über "die Großen" lustig zu machen, nicht, ihnen in den Arsch zu kriechen.“

Das wäre eine schöne Transparentaufschrift gewesen.;-)
merdeister schrieb am 21.02.2011 um 07:30
Das Bettlaken brauchte ich für die Gespenstverkleidung :-)
Doris Brandt schrieb am 21.02.2011 um 15:08
Also, ich muss sagen, die Karnevalisten beweisen in der aktuellen Saison (ist Karneval eigentlich schon vorbei?) eine sehr bizarre Art von Humor. Erst erhält Thilo Sarrazin einen Mainzer Karnevalsorden und jetzt diese Sache mit Dr. No..... Dennoch: Danke für den Beitrag und schöne Grüße aus dem karnevalistischen Brachland Hamburg.
merdeister schrieb am 21.02.2011 um 15:20
Das dicke Ende kommt noch...also das vom Karneval.
Klaus Binding schrieb am 21.02.2011 um 15:20
gute Reportage, merdeister...
merdeister schrieb am 21.02.2011 um 15:27
Vielen Dank.
Hans Dirk schrieb am 21.02.2011 um 19:04
Wir haben hier, wie in jeder grösseren Stadt eine sogenannte
Gesellschaft. Um da mitmischen zu können müssen Sie es sich leisten können, Karten für die Ordensverleihungen des AKV zu bekommen, Sie müssen zur Verleihung des Karlspreises eingeladen werden und Sie sollten eine Dauerkarte für VIPS zum Reitfestival (CHIO) besitzen. Der normale Aachener steht draussen oder auf Stehplätzen, wie überall.
Die Verleihung des Ordens "Wider den tierischen Ernst" hat soviel mit Karneval zu tun, wie eine Kuh mit dem Sonntag. Der normale Aachener schaltet sich in die TV-Sendung zwar rein, aber bleibt nicht drinn, es ist ihm zu politisch. Dem Herrn zu Guttenberg den Orden anzutragen war eine Dummheit des AKV.
Nicht weil Guttenberg abgeschrieben hat, sondern weil er Verteidigungsminister und damit oberster Dienstherr unseres Miltärs ist. Diese befinden sich in einem Kriegseinsatz in dem Tote und Verletzte zu beklagen sind. Was da sich der AKV geleistet hat, war vorsichtig ausgedrückt UNPASSEND. Aachen will gesellschaftlich in der ersten Reihe stehen unjd benimmt sich wie die Augsburger Puppenkiste. ES IST NUR NOCH PEINLICH. Meinen Respekt den Menschen, die vor dem Eurogress das andere Aachen vertreten haben.
merdeister schrieb am 21.02.2011 um 19:09
Aachen will gesellschaftlich in der ersten Reihe stehen unjd benimmt sich wie die Augsburger Puppenkiste.

Das haben Sie schön gesagt.
poor on ruhr schrieb am 21.02.2011 um 22:35
@merdeister

Finde ich auch. :) Kennt man /frau aber auch aus dem Ruhrgebiet! :)
Grundgütiger schrieb am 23.02.2011 um 17:55
Danke für den Bericht,wieder sehr erhellend. Habe mal versucht eine Liste der bis dato Ausgezeichneten zu bekommen, wem da nicht schlecht wird, gehört zum Aachener Karnevalsverein.
de.wikipedia.org/wiki/Orden_wider_den_tierischen_Ernst
merdeister schrieb am 24.02.2011 um 20:01
Jeder macht den passenden Narren aus sich.
zelotti schrieb am 25.02.2011 um 12:25
Der arme Bruder. Ich dachte das sei ein Scherz.
merdeister schrieb am 25.02.2011 um 14:04
Karneval ist dieses Jahr zu ernst zum scherzen...
Ehemaliger Nutzer schrieb am 27.02.2011 um 11:10
Hat das schon jemand ausgebuddelt?



Wenn's so einfach wäre, da fielen mir noch etliche Namen ein die schleunigst einen Orden verdienen...
merdeister schrieb am 27.02.2011 um 13:09
Keiner sagt's wie Pispers. Danke für den Hinweis, ich habe es oben eingebaut.
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