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Nachdem e2m wieder durchatmen kann, ist dies der zweite Beitrag in der Kopp-Woche bei den Ausrufern.
Vitamine, in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, verlieren in den letzten Jahren mehr und mehr ihren guten Ruf. Über die Gemeinsamkeit von Tabakrauch und einigen Vitaminen schrieb ich bereits. Es sieht ganz so aus, als sei es zumindest nicht unproblematisch, Vitaminpräperate zu sich zu nehmen. So weist uns Scott Gavura darauf hin, dass es Hinweise gibt, die Einnahme von Vitaminen könne bei Sportlern dem Effekt des Trainings entgegenwirken. Das ist wohl so ziemlich das Gegenteil der Intention, mit der Sportler das Zeug einnehmen.
Nun hat es eine Studie gegeben, die Hinweise darauf gefunden hat, die Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel könnte einen lebensverkürzenden Effekt bei älteren Frauen haben.
Das sind Neuigkeiten, die Anhängern der orthomolekularen Medizin nicht gefallen dürften. Denen zufolge sind Krankheiten auf ein Ungleichgewicht von Stoffen zurückzuführen, die "natürlich" im Körper vorkommen. Daher besteht die Therapie von Krankheiten auch in der Einnahme verschiedener Nahrungsergänzungsmittel in hohen Dosen.
Ein Autor des Kopp-Verlages setzt sich unter dem Titel "Medienlügen bloßgestellt: Jüngste Kritik an Vitaminen sind manipulierte Angstmache" ebenfalls mit der Studie auseinander und lässt kein gutes Haar an ihr. Die "manipulierte Angstmache" der Medien, würde diese als "Presstituierte" (sic!) der Pharmaindustrie entlarven, sowie, dass sie die Anwendung von Vitaminpräperaten schlecht machen.
Also nochmal in kurz:
Es geht doch nichts über ein gefestigtes Weltbild. Sowas gibt Halt.
Im Jahre 2001 verhängte die EU-Kommission gegen einige Pharma und Chemieunternehmen die bis dahin höchste Geldbuße wegen Bildung eines Kartells.
Nach Aufnahme der Ermittlungen im Mai 1999 stellte die Kommission fest, dass insgesamt 13 europäische und außereuropäische Unternehmen an Kartellen beteiligt waren, die auf eine Ausschaltung des Wettbewerbs auf folgenden Produktmärkten abzielten: Vitamine A, E, B1, B2, B5, B6, C, D3, Biotin (H), Folsäure (M), Betacarotin und Carotinoide. Auffallend bei diesen umfassenden Verstößen war die Schlüsselrolle, welche die beiden führenden Vitaminhersteller - Hoffmann-La Roche und BASF - bei praktisch allen Absprachen spielten; andere Anbieter waren nur an einzelnen Vitaminkartellen beteiligt.
Allein Hoffmann-La Roche zeichnet(e) für 50% der Weltweiten Produktion an Vitaminen verantwortlich. Auch Aventis, Merck und Takeda-Pharma waren, neben anderen mit im Club.
Das sieht fast ein wenig aus, als wären Big-Pharma und Big-Vita ein und dasselbe. Demnach kann es ihnen, nach Logik der großen Verschwörungen, vollkommen egal sein, ob wir durch Vitamine gesund oder durch Medikament krank bleiben. Nicht egal, nach meiner Logik, ist das natürlich für Menschen, die seit Jahrzehnten ihren Lebensunterhalt mit dem Glauben in Vitamine und deren Wunderwirkung bestreiten.
Wie man es dreht und wendet, die Pharmaunternehmen gewinnen immer. Ich bin sicher wir werden darüber hören. Im Verlag unseres Vertrauens.
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Es soll sogar Leute geben die glauben das steinharte, total vertrocknete, runzelige koreanische Karotten die Lebensgeister in Wallung bringen, von den Nashornfutteren ganz abgesehen.
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Nashorn- oder Nashornhornfutterer.
Koreanische Karotte? |
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Ähm, ja. Vitamine allgemein als Nahrungsergänzungsmittel zu bezeichnen, ist, Tschuldigung, krank.
Was lernt spätestens der Medizinstudent über die Bedeutung des Begriffs Vitamin? Es lebe die "gesunde" Volkserfahrung. Wenn ich mit meinem Tellerchen rohen Obstes an humanoiden Omnivoren vorbei gehe, dann höre ich was?: "Na, das ist aber eine gesunde Mahlzeit." Nie gehört bei einem Teller voller Steaks, oder Würstchen. |
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Du läufst ja nie mit einem Teller voller Steaks an Omnivoren vorbei. Du würdest ein "Hmmm" hören.
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Lieber Luggi,
beim Stichwort "gesunde" Volkserfahrung dahbe ich so meine Bedenken. Das liegt so verdammt dicht am "gesunden" Volksempfinden Aber eigentlich ist doch nun auch längst hinreichend bekannt, der Mensch braucht Vitamine, am besten durch abwechslungsreiche Mischkost. Allererdieweil Menschen, wie Ratten auch und Schweine nun einmal Omnivore, vulgo Allesfresser sind. Allerbeste und guten Appetit ps Noch nie wünschte ich letzteren beim Verzehr von Pharmapräparaten. |
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chemiefutter ist was für astronauten und ähnliche tiefflieger, lieber merdeister. das weiß mensch doch.
natürlich möchten die pharmamacher auch was zu essen haben und produzieren weiter. wenn der markt nicht will, versuchen sie halt, es den konsumern irgendwie unterzujubeln. |
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Hauptsache es schmeckt!
WIr haben als Kinder mal mit Absicht versucht uns ein Chemiefrühstück zu machen: Haferflocken (die gab es immer), Waldmeisterpulver (grün+sauer:chemie). Nur leider ging die Mischung ohne Wasser schlecht runter und schmeckte mit ganz scheußlich. Zum Glück waren Mama und Papa dann auch bald wach... |
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merdeister schrieb am 28.11.2011 um 10:12
Das mit dem Waldmeisterpulver habt ihr dann wohl falsch gemacht. Man streut es vorsichtig auf eine glatte Unterlage und schiebt es mit einem Kartenblatt zu einer längeren Linie zusammen und dann: Pusten ... ;-) Gruß |
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@ luggi
hast du es mit deinem tellerchen schon mal im jägerhof versucht? karnivoren schworen schon immer auf (frucht)fleisch oder? |
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Vitaminpräparate sind besser, effektiver und preiswerter als Obst und Gemüse!
Jedenfalls war dies die Aussage eines entsprechenden Werbespots, der vor ein paar Jahren gesendet werden durfte. |
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Tja ... und gerade noch dieses gefunden:
Hahnemann in Mölln www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/11/samuel-hahnemann-und-till-eulenspiegel.php Zitat daraus: "Elend und sehr krank wurde Eulenspiegel, als er von Mariental nach Mölln kam. Da zog er zu dem Apotheker in die Herberge, um der Arznei willen. Nun war der Apotheker dort auch ein wenig schalkhaftig und listig und gab Eulenspiegel ein scharfes Abführmittel. Als es auf den Morgen zuging, begann das Abführmittel zu wirken, und Eulenspiegel stand auf und wollte seines Kotes ledig werden. Das Haus war jedoch allenthalben verschlossen, und ihm wurde angst und bange. Er kam in das Apothekenzimmer, schiß in eine Büchse und sprach: »Hier kam die Arznei heraus, hier muß sie wieder hinein. So verliert auch der Apotheker nichts, ich kann ihm ja doch kein Geld geben.«" |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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