Empfehlung der Woche

Generation rechts?

Generation rechts?

Rüdiger Maas

Hardcover, gebunden

288 Seiten

24 €

Zur Empfehlung
THEATER DER WELT Chemnitz 2026

THEATER DER WELT Chemnitz 2026

Theaterfestival

Festivalzentrum: Spinnbaugarten

Vom 18. Juni bis 5. Juli 2026!

Zur Empfehlung
Das Los des Fremden

Das Los des Fremden

Brandt Andersen

Drama

USA 2025

104 Minuten

Ab 18. Juni 2026 im Kino!

Zur Empfehlung
Gefühlte Wahrheiten. Zeppeline und Nationalsozialismus

Gefühlte Wahrheiten. Zeppeline und Nationalsozialismus

Zeppelin Museum Friedrichshafen

Seestraße 22 | 88045 Friedrichshafen

Vom 22. Mai 2026 bis 4. April 2027!

Zur Empfehlung

Kultur : Jazz isn’t dead, but how does it smell?

Zum Kommentar-Bereich

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community.
Ihre Freitag-Redaktion

Von einem Versuch, mit Retro und Erotik den Mainstream-Jazz zu reanimieren

Ganz schön gewagt, in Zeiten des allgemeinen Niedergangs der Musikindustrie und der Geschmacks-Zerfrickelung eines zunehmend genre-ungebundenen Auditoriums ein “Non-Profit Jazz Label With a Mission” aufzumachen. Der Chef des neuen kalifornischen Labels Resonance Records (gegründet 2008), George Klabin, ist allerdings ein alter Hase in Sachen Jazz-Produktion und war schon in den 60ern und 70ern in der Szene mit Stars wie etwa Coltrane oder Jarrett als Soundengineer unterwegs, auch wenn sein persönlicher Musikgeschmack damals wie heute eher zu den ohrgefälligeren Jazz-Standards tendiert.

Mit der “Reaganisierung” ging in den USA seit Anfang der 1980er auch eine Marginalisierung des Mainstream-Jazz als Hintergrundgedudel in den Shopping-Malls einher; abgesehen von einem überschaubaren Häuflein an Avantgarde-Musikern konnte kaum ein Jazzer seinen Lebensunterhalt mehr mit Live-Acts oder Plattenverkäufen bestreiten.
Hier setzt nun Klabins Mission ein: dem guten alten Mainstream- und Latin-Jazz wieder mehr Akzeptanz als anspruchsvolle, mit Leidenschaft und Können performte Unterhaltung zu verschaffen; dabei einerseits junge und unbekannte Künstler zu promoten und ihnen Zugang zu den lukrativen großen Jazz-Festivals zu verschaffen und sich andererseits gleichzeitig der Pflege des kanonisierten Repertoires zu widmen. Hochwertig produzierte und üppig ausgestattete physikalische Tonträger, hauptsächlich Live-DVDs, sollen mit neuen Arrangements bekannter Titel den warmen Sound und die Intimität eines Club-Konzerts rüberbringen und dadurch ein größeres Publikum erreichen; bei Neukompositionen will man nicht unbedingt musikalisches Neuland ausloten, Klabin mag’s auch da eher melodiös-swingend im Sinne von back to the roots, auf höchstem Niveau, versteht sich.

Und wenn man noch keine wirklich großen Namen im Stall hat, empfiehlt es sich auch im Jazz, ein paar Pferdchen auf dem Parcour des Sex Sells laufen zu lassen; wird dann schon jemand hinschauen. Die Talente der folgenden Lady lohnen jedenfalls auch das Hinhören…

Angela Hagenbach - You Turned The Tables on Me (orig. 1936)






Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.