Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten, mit Erfolg umzugehen. Eine davon wäre, berauscht von Geld und Jubelgeschrei blind weiterzuproduzieren, weil es ja schonmal irgendwie funktioniert und die Crowd Hunger hat. Karin Dreijer Andersson, deren Band The Knife im vergangenen Jahrzehnt mit ihrem dritten Album Silent Shout sechs schwedische Grammys abräumte, bekam ein zweites Kind und nahm sich erstmal eine Pause. Aber anstatt sich nach der Geburt auf einen Ausdruck aus Babysprache zurückfallen zu lassen komponierte sie weiter, bis ihr Soloprojekt Fever Ray erste Formen annahm. Diese post-natale Phase sei eine ihrer kreativsten gewesen, so Andersson, ein wacher und gleichzeitig erschöpfter Zustand where reality blurs into imagination and ideas flutter in and out.
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Deswegen geht es in den meisten Songs um das Unterbewusste. Mercy Street etwa klingt wie ein Tagtraum, der wie die Dunstfäden gerauchter Zigaretten im Raum hängenbleibt, das Aufblitzen einer Idee, von der nur ein Gefühl zurückbleibt. „Ich musste das sofort aufschreiben. An Dinge wie diese kann ich mich sonst nicht erinnern“, erklärt Andersson. So ist ihr komplettes Solo-Debüt-Album ein Konglomerat aus spontanen Fantasien, übersetzt in fließende Elektroklänge mit vereinzelten Gitarren und einem süßen Hauch von Düsternis. To be floating on am Freitag, 23 Uhr vor der Hangar-4-Stage.
ERL