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Na, das ist doch endlich mal ein Hämmerchen: in einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde der BBC erklärte der 66jährige "Tudor-Experte" (StZ, 18.08.2011) David Starkey, die jüngsten Riots seien eine Folge der "schwarzen Kultur". Eine "gewalttätige, destruktive, nihilistische Gangsterkultur sei in Mode gekommen" und mittlerweile auch von Weißen übernommen worden:
"The whites have become black. A particular sort of violent, destructive, nihilistic, gangster culture has become the fashion. And black and white, boy and girl, operate in this language together, this language which is wholly false, which is this Jamaican patois that’s been intruded in England, and this is why so many of us have this sense of literally a foreign country."
blogs.telegraph.co.uk/news/tobyyoung/100100845/was-david-starkey-being-racist-on-newsnight-last-night/
www.guardian.co.uk/uk/2011/aug/13/david-starkey-claims-whites-black
owenjones.org/2011/08/16/it-was-like-enoch-powell-meets-alan-partridge/
"Seine Gesprächspartner glaubten nicht recht zu hören, als Starkey verkündete, mit den Krawallen habe sich die Prophezeiung des Tory-Nationalisten Enoch Powell von 1968 erfüllt, derzufolge Masseneinwanderung in England zu "Flüssen von Blut" führen werde. Geirrt habe sich Powell nur darin, dass er dieses Blutbad mit Rassenkonflikten in Verbindung brachte. Stattdessen habe die schwarze Kultur die weiße erfolgreich unterwandert...."(Peter Nonnenmacher in der StZ a.a.O.)
Tapfer gegen Starkeys ständiges Ins-Wort-Fallen kämpften an der linke Autor Owen Jones, der mit seinem ersten Buch "Chavs: The Demonization of the Working Class" große Aufmerksamkeit erregte, sowie Dreda Say Mitchell, eine schwarze Krimiautorin und BBC-Mitarbeiterin (?) mit Wurzeln in der Karibik (Grenada).
Für Interessierte hier einige weiterführende Links:
David Starkey tries to talk about the English Riots on Newsnight (Die Sendung, ca. 11 Minuten):
www.youtube.com/watch?v=bAGTE_RGN4c&feature=related
Nabil Abdul Rashid Responds to David Starkey "Whites Have become Black" (Eine sehenswerte Antwort von ca. 9 Minuten):www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=3tacNkKjxPA
Enoch Powell - Rivers of Blood Parts 1- 5 (Doku zur Powell-Rede):
www.youtube.com/watch?v=HP7fETsKYkA
www.youtube.com/watch?v=WhvpaVSEEcQ&feature=related
www.youtube.com/watch?v=eap2f14ZpUc&feature=related
www.youtube.com/watch?v=WmZneyZQUz0&feature=related
www.youtube.com/watch?v=kWelzNHhmFo&feature=related
Texte:
Auf Deutsch gab's Owen gerade in der FAS zu lesen:
Krawalle in England .Woher kommt diese Wut?
Zum "C"-Word siehe hier:
www.independent.co.uk/opinion/commentators/owen-jones-its-time-for-a-debate-on-the-c-word-2293519.html
Owen Jones: It's time for a debate on the C word
Einen Auszug aus Owens Buch (Kapital 7 komplett) kann man in der New York Times online lesen(Thank you!)
www.nytimes.com/2011/07/13/books/excerpt-chavs-by-owen-jones.html?pagewanted=all
Und jetzt bitte: fleißig eure Hausaufgaben machen!
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Manchmal neige ich zu Wiederholungen, aber mein letzter Kommentar zu Deinem Beitrag London Riots 2011: Die Einschätzung von David Cameron. paßt auch hier noch einmal hin:
Jetzt wollen Weiße schwarz werden, und dazu noch Gangster... Schlimm, diese Rassenvermischung, nicht wahr? Alles war viel besser, als die Weißen am liebsten unter sich blieben (so vor 60 Jahren und mehr). Da konnten sie der Welt noch zeigen, was für eine herr(enmensch)liche Kultur sie auf die Beine stellten. Bei BBC gab es auch einen Beitrag, in dem zwei riot girls interviewt wurden. Leider finde ich den Beitrag nicht mehr. Er war sehr kurz und präzise, und man kann eine Menge aus deren Aussagen ersehen. 'It's against the rich.' Und auf die Nachfrage, warum sie denn Geschäfte in ihrem eigenen, armen Viertel attackierten: 'Shop owners are rich, ain't they?' So ähnlich jedenfalls. M.E. zeigt das genau, woher diese Aufstände rühren. Ich glaube sogar, daß dahinter eine Art politischen Bewußtseins steht, nur können die Akteure es nicht so elegant formulieren, daß es in den bürgerlichen Medien adäquat behandelt wird. In diesen knappen Antworten scheint mir das ganze Ausmaß der allgemeinen Umverteilung von unten nach oben zusammengefaßt zu sein. Und die Aufständischen und Plünderer wissen sehr wohl, wer die Nutznießer sind. |
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Witzig, daß der Artikel von Owen ausgerechnet in der FAS erschienen ist. Aber der letzte Kommentar von Herrn Schirrmacher zu den Riots war ja offensichtlich ein Ergebnis intensiver Reflexion, und ein Dummer ist dieser Mann ganz sicher nicht.
Andererseits scheint diese Elite von Dieben und Betrügern ähnlich einer Mafia zu handeln: je kleiner der Dieb ist, desto höher wird er gehängt. Das ist auch nachvollziehbar, wenn man bedenkt wieviel klauenswertes Eigentum auf der Welt existiert und daß eine Kumulation nicht erreicht werden kann, wenn da alle beim Abgreifen mitmachen. Dementsprechend muß sich ein solcher Rassismus, wie ihn Teile des Establishments ganz selbstverständlich leben, auch lautstark äußern: diese Leute haben eine ganz klare Identität, und da ist nichts, was deren Selbstverständnis erschüttern könnte. Daß sie selbst am meisten zu verlieren haben, stört da keineswegs. Denn die Chancen, noch mehr zu gewinnen, auf Kosten der Allgemeinheit und der Konkurrenz aus den eigenen Reihen, steigen ebenfalls. Das mag unvernünftig erscheinen, aber da die meisten Menschen unabhängig von ihrem jeweiligen Bildungsgrad über einen offensichtlich sehr kleinen Horizont verfügen, reicht solches Denken im Allgemeinen aus. Wir sind letzten Endes nur Primaten, hormongesteuerte Wesen, deren technische Entwicklung nicht etwa dem Hirn sondern lediglich dem Sprachapparat geschuldet ist. Da geht es eben nur um die Alpha-Position und deren Erhalt. Schade, Carl |
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Ja und, wo bitteschön ist das Problem ? Es ist doch eine der vornehmsten Aufgaben der Politiker, ihrem Volk, ganz souverän [klein geschrieben], die Welt zu erklären. Je einfacher desto besser. Der bayerische Innenminister Hermann ist da z.B. auch ein Profi auf dem Gebiet : "Wo die Linken regieren, brennen die Autos!" ließ er heute über die Großbuchstaben-PResse verlautbaren. Das leuchtet ein, das bleibt haften, das können gerade die einfacheren Gemüter noch zwischen "Dschungelcamp" und "Bauer sucht Frau" schnell zu sich nehmen und bei sich behalten. Wirkt doch, wie man an aktuellen Umfrageergebnissen ablesen kann, auch bei Stuttgart 21. Einfache prägnante Botschaften wie die Propaganda-Phrasen der S21-Durchboxer sind einprägsam und leicht reproduziebar, die S21-Gegner mit ihren komplizierten Kostenverschiebungsdarstellungen usw, ach bleib mir weg, iss ja alles so kompliziert, das müssen doch lauter abgehobene und verbohrte Sektenbrüder und Weltuntergangspropheten sein.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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