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Politik : S21: Am Ende lauert die Gewalt.....

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Die Vorstellung, am Dienstag würde die bieder-spießige Banalität des Bösen unter der Regie des Mephisto Geißler und unter mächtigem medialen Gegröle das Schmierentheater „Stresstest“ aufführen, während sie in Norwegen um ihre Kinder, Geschwister, Freunde trauern, aus Afrika mal wieder Bilder von Elend und Hungertod zu uns transportiert werden, in den USA das Großkapital mit hohem Engagement auch im eigenen Land das Menschenrecht auf Tod durch soziales Elend durchsetzen will und wir alle immer noch Milliarden in einen Finanzabgrund werfen, in den wir auch selbst abzustürzen drohen, diese Vorstellung wäre schlichtweg unerträglich.

Deshalb ist es gut, dass das hiesige Aktionsbündnis durch die Zusage seiner Teilnahme an der Präsentation des SMA-Audits eine Verschiebung des Termins auf Freitag erreicht hat. Die Kombination aus Profitgierverblödung und Kriminalität, die hinter diesem Geldvernichtungsprojekt steht hätte sonst bereits am Dienstag – ohne jeden Gedanken und ohne jede Rücksicht auf eine Welt, die förmlich nach Innehalten schreit - in gewohnter, Psychopathie-ähnlicher Schamlosigkeit getrickst und gelogen und sich narzistisch auch noch selbst für ihren herbei getricksten Erfolg gefeiert, was nichts weiter wäre als das Remake jenes Gelächters vor der Sintflut, als die geistigen Vorläufer der Grubes, Kefers & Schusters ach so wissend und überlegen über Noahs Arche feixten.

Gut ist auch, dass das Aktionsbündnis damit Kritik und Wünschen aus den eigenen Reihen nachgab. Man bewies damit auch jene doppelte Stärke, die den manischen Faktenschaffern abgeht: die Stärke nämlich, eine Position ändern zu können, wenn sich der Informationsstand oder die Umstände ändern. Nichts nämlich zeigt deutlicher als die starre Unfähigkeit der Grubes und ihrer Jubelschwaben, auf veränderte Bedingungen mit verändertem Verhalten zu reagieren, dass die Betreiber und Befürworter von S21 schwache und unterbelichtete Dinosaurier sind, die keine anderen Optionen mehr haben, als zwanghaft ihren längst nachgewiesenen Katastrophenkurs zu Ende zu gehen. Die zweite Stärke ist die, auf andere hören und ihre Argumente annehmen zu können, selbst wenn man zunächst anderer Meinung ist.

Zukunftsfähig und stark ist der, der auf Umweltveränderungen oder andere Einschätzungen mit Verhaltensanpassungen reagieren kann. Grube kann – wie bereits sein Desaster bei der „Welt AG“ beweist – nur starr und unbeweglich in die Katastrophe rasen. Und stoppen können wird ihn wohl erst die nächste Bundestagswahl – wenn überhaupt. Der Mann ist schlicht genauso vernunft- und verantwortungsresistent wie jene „Masters of the Universe“, die uns in die Weltfinanzkatastrophe getrieben haben – bejubelt von derselben Journaille, die jetzt das „Zukunftsprojekt“ bejubelt und den „Wutbürger“ schmäht, der immerhin aufgewacht ist, was man von den medialen Nachsprechautomaten nun ganz gewiss nicht behaupten kann.

Ein dritter Grund, weshalb die Entscheidung des Aktionsbündnisses richtig ist: man hat eine mediale Plattform, um den „Stresstest“ und seine Trickser zu entlarven. Nicht der Boykott also ist die Lösung, sondern die kompetente Nutzung der medialen Plattform. Was anderseits natürlich auch bedeutet, dass es verheerend sein könnte, wenn man sich genauso naiv über den Tisch ziehen lassen würde wie nach der „Schlichtung“. Deshalb ist zu hoffen, dass man Geißler diesmal mit der Distanz und Verachtung behandelt, die ihm gebührt und sich am Ende nicht wieder in die ultimative Falle locken lässt.

Die Geißler-Fakten-Show war ja richtig und gut, solange man die Lügen, die Uninformiertheit und die Fehlplanungen der Bahn entlarven konnte. Besonders Boris Palmer zeigte sich als brillianter Analytiker. Das aber wurde ihm in dem Moment zum Verhängnis als die gewieften Trickser und Verführer Geißler und Kefer begannen, seiner Eitelkeit zu schmeicheln. Die Gegner-Truppe insgesamt fiel – wie die meisten Beobachter wohl auch - auf die perfekt vorgetäuschte „Augenhöhe“ herein. Aus der Tatsache, dass man seine Argumente vortragen durfte, schloss man mit einiger Berechtigung, dass sie auch ernst genommen würden. Genau das aber hatte Geißler nie im Sinn. Er machte, was er sein politisches Leben lang getan hatte: unter Zuhilfenahme sämtlicher Verhandlungstricks die Position seiner Partei möglichst vollständig durchzusetzen.

In diesem Fall war es der Schlichterspruch-Überfall in den letzten Minuten der Show, die die Gegner vollkommen unvorbereitet traf, obwohl Geißler bereits seit längerem durch manipulierende Eingriffe in die Diskussionen, das Abschneiden von „gefährlicher“ Kritik und das immer unverhohlenere Offenlegen seiner Parteilichkeit hatte erkennen lassen, wo er hinsteuerte.

Das darf sich nicht wiederholen. Diesmal gilt es, - neben der Bahn – auch Geißler bloßzustellen als den, der er war und ist: kein weiser, alter Mann, sondern ein strammer Parteisoldat ohne besondere Wertschätzung für die Sache, das Gewissen und die Moral, dem jedes Mittel recht ist, wenn es nur der CDU dient. Und dabei kann der letzte Grund dafür helfen, weshalb es gut ist, dass das Aktionsbündnis doch an einer verschobenen „Präsentations“-Show teilnimmt: es ist hin und wieder gut, sich auszuklinken und Atem zu holen. Tut man es nicht, läuft man Gefahr, sich im Spiel der S21-PR zu verheddern. Sich im Hase-und-Igel-Spiel blind zu Tode zu rennen. Und diese Atempause gibt es bis Freitag.

Jetzt gilt es, sich nach der Legitimations-, der Kosten-, der Arbeitsplatz-, der Volksentscheids- und der Grundwasser-Lüge auf das SMA-Audit zu konzentrieren und die Bürger möglichst umfassend über diese neuerliche, die Nutzen-Lüge aufzuklären. Und nach der „Präsentation“ wird es allerhöchste Zeit, den Lügenkatalog endlich zusammenzufassen, zu strukturieren, zu veröffentlichen, die Medien damit zu überfluten, von der Politik Konsequenzen einzufordern und, falls die Politik, insbesondere die SPD, weiterhin Kriminalität deckt und damit kollaboriert, alle möglichen juristischen Wege – auch gegen die Regierung – auszuschöpfen. Insbesondere aber die Zusammenfassung ist wichtig, um damit den Rhythmus des Hochpeitschens und Vergessens von Nachrichten zu durchbrechen.

Daneben sollte man ruhig, systematisch und aufklärerisch allem begegnen, was die Medien fortlaufend als Lügen- und Propaganda-Sprachrohr verbreiten.*) Die S21-Mafia führt längst Krieg gegen uns. Noch ist es ein Propaganda-, Diffamierungs- und Strafverfolgungs-Krieg. Aber er kann jederzeit in eine neue Stufe der Eskalation münden. Demgegenüber ist der Widerstand immer noch sehr diffus, teilweise auch zu hedonistisch und insgesamt vielleicht auch manchmal noch zu emotional. Vor allem, wenn zu viele und zu starke – womöglich aus der Kindheit zugemischte - Emotionen an den Bonatzbau und den Schlossgarten gehängt werden, wird es gefährlich. Besser kann man kämpfen, wenn man weiß, dass die S21-Mafia, egal was sie der Stadt auch antut, keine Macht hat, um einem ins eigene Leben zu pfuschen. Die Angst davor lähmt und ist beabsichtigt. Das Wissen darum, dass auch der Tunnelbahnhof das eigene Leben nicht im geringsten beschädigen kann, gibt einem dagegen die – erwachsene - Freiheit, die die nötige Klugheit für den Kampf zulässt.

Vor allem befreit sie auch von dem Zwang, über jedes Stöckchen springen zu müssen, das Grube & Co einem hinhalten. Und nur, wenn wir das tun, anstatt selbst zwischen wichtig und unwichtig zu entscheiden, funktioniert die Strategie der Gegner. Spielen wir souverän und konsequent nach unseren eigenen Regeln und ignorieren wir das hohle Einschüchterungsgetöse des Gegners, soweit dies möglich ist, dann ist die Bahn-PR einiger wichtiger Waffen beraubt, die uns ständig beschäftigen, in Trab halten und vom eigentlichen abhalten: der Suche nach und dem Ausnutzen von Schwächen der Gegner. Zum Beispiel im juristischen Bereich sehe ich persönlich noch zu viele weiße Flecken auf der Landkarte. Was ist mit den falschen Zahlen, die man dem VGH in Mannheim präsentiert hat? Mit den falschen Grundwassermengen? Mit der Nichtberücksichtigung der LCKW im Stuttgarter Untergrund? Bereits am 23.09.1985 berichtete z.B. der SPIEGEL darüber:

Daß in CKW-belasteten Regionen wie dem Rhein-Neckar-Raum die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung zur Zeit noch "einwandfrei" ist, wie Stuttgarts Oberbürgermeister Rommel die Bürger beruhigt, hat einen einfachen Grund: Die Landeshauptstadt bezieht ihr Trinkwasser vom Bodensee. Das vergiftete örtliche Grundwasser ist - nur? - als Reserve für den Notfall vorgesehen.

Schon jetzt aber zeichnet sich ab, daß die CKW-Vergiftung von Böden und Grundwasserströmen die Steuerzahler Multi-Millionen-Beträge kosten wird.

In Stuttgart, wo im Stadtteil Feuerbach bis zum 20 000fachen des zulässigen CKW-Gehaltes gemessen wurde, muß für das Abpumpen von verunreinigtem Grundwasser pro Jahr rund eine Million Mark ausgegeben werden.

..zwar langsam, aber unaufhaltsam durchwandern die Schadstoffe den Boden, bis sie in eine jener "Etagen" (Fachjargon) geraten, aus denen das Trinkwasser mit Hilfe von Flach- oder Tiefbrunnen gefördert wird. So werden wahrscheinlich die Kinder und Kindeskinder die Leidtragenden heute begangener Fälle von Wasserfrevel sein - so wie jetzt erst die Hinterlassenschaften früherer Generationen zutage treten.“

www.spiegel.de/spiegel/print/d-13516231.html

Falls Herrenknecht mit seinen Tunnelbohrern nicht schon vorher z.B. für das Ende der Mineralbäder sorgt. Denn allein im Stuttgarter Nesenbachtal gibt es 806 Stellen mit Verdacht auf LCKW-Verseuchung. Und niemand weiß, was passiert, wenn sich durch die Baumaßnahmen z.B. die Druckverhältnisse im Boden verändern. Nicht auszuschließen ist, dass dadurch das Mineralwasser verseucht wird:

Grundwasserschutz ist in Stuttgart auch für das Mineralwasser wichtig, weil es zwischen den wasserführenden Schichten "Verbindungen, wenn auch keine starken" (Hahn) gibt.“ In den Planungen wurde dies aber – nach meiner Kenntnis – überhaupt nicht berücksichtigt (?).

www.sauberes-grundwasser-stuttgart.de/dokumente/Vortrag%20Ufrecht%20Konzept%20MAGPlan.pdf

www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.grundwasser-neue-bohrungen-sollen-fuer-besseren-schutz-sorgen.fafdc39b-d24b-4d81-b9b2-289d432656f2.html

Ich greife mal nur dieses Beispiel heraus, weil darüber so gut wie nicht gesprochen wird. Liegen da nicht noch jede Menge bewusst ignorierter und verschwiegener Risiken und ebenso bewusste Falschaussagen vor? Ist da keine arglistige Täuschung, kein Straftatsbestand? Und was ist mit der Bahnkonkurrenz? Haben die im Tunnelbahnhof eine garantierte Chancengleichheit? Sind die in den Stresstest-Fahrplänen berücksichtigt? Können all deren Züge und Loks problemlos in den Tunnelbahnhof einfahren?

Das sind nur ein paar Fragen, die mir spontan einfallen, und auf die mir noch überzeugende Antworten fehlen. Und was ist aus den juristischen Schritten geworden, die bereits eingeleitet wurden? Ich denke, es ist noch viel zu tun. Bis zum Volksentscheid, der hoffentlich gar nicht nötig wird, weil sich die Sache vorher erledigt. Und danach, falls er doch stattfindet. Eines aber scheint mir sicher: wenn Bahn und Politik dieses kriminelle und gemeinwohlschädliche Projekt nicht zur Einsicht und Umkehr nutzten, sondern es um jeden Preis durchziehen, dann wird auch in diesem Lande wieder das Thema Gewalt auf die Tagesordnung kommen. Noch aber ist Zeit für Argumente und Vernunft. Zum Beispiel bei der öffentlichen Präsentation der Audit-Lüge.

*) Das neueste Propaganda-Prachtstück ist wieder einmal eine „Meinungs“-Erhebung, die die medialen Hofschranzen prompt unter einer verfälschenden Überschrift hinausposaunten: „Mehrheit der Stuttgarter für Stuttgart 21“. Das wertlose Nicht-Ergebnis dieser Erhebung, diemich methodisch eher an einen lustlosen Dienst nach Vorschrift pubertärer Schüler im Auftrag eines ungeliebten Sozialkundelehrers erinnert:

Die Zahl der Bürgerinnen und Bürger, die eine positive Meinung zu Stuttgart 21 haben, übertrifft mittlerweile die mit negativer Meinung deutlich“. [43:34 Prozent]

www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.buergerumfrage-der-stadt-mehrheit-der-stuttgarter-fuer-stuttgart-21.b78ee0a6-2d75-414e-b4d1-6f38a0944f55.html

Der Informationsgehalt solcher Aussagen tendiert gegen Null, der Propagandanutzen gegen Hundert. Und so soll es wohl auch sein. Betrachtet man die S21-“Meinungen“ in Beziehung zu denen, die z.B. zum Ausbau des Stadtbahnnetzes geäußert werden [78:4 Prozent], dann bekommt man immerhin eine Ahnung davon, was „Mehrheit“ so alles bedeuten kann. Und die Mehrheitsverhältnisse bei S21 werden doch sehr relativiert. Abgesehen von dem, was eingangs gesagt wurde: eine „gute Meinung“ zu etwas kann alles und nichts bedeuten.

www.stuttgart.de/img/mdb/item/438869/68161.pdf

Weitere Positionen zum Thema:

www.fr-online.de/wirtschaft/spezials/stuttgart-21/-widerstand-ist-gerechtfertigt-/-/4767758/8702370/-/index.html

railomotive.com/2011/07/stuttgart-21-und-jetzt-doch-zur-geissler-show/

www.radio-utopie.de/2011/07/25/ingenieure-fordern-stresstest-fur-den-kopfbahnhof/

www.freitag.de/community/blogs/mcmac/sssss-einundzwnzchchch

www.freitag.de/community/blogs/mcmac/the-fukushima-pushers-copied-by-db-intern---coming-soon

hinter-der-fichte.blogspot.com/2011/07/stresstest-stuttgart-21-mission.html

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