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Nachdem Grube, SPCDFDPU und ein Großteil der Medien alle Argumente und alles Argumentieren des Stuttgarter Widerstands haben auflaufen lassen, Heiner Geißler mit seinem Schlichtungsbetrug übelsten Vertrauensmissbrauch zu seinen ganz privaten parteipolitischen (schwarz-grünen?) Zwecken betrieben hat, demnächst dennoch die Ergebnisse eines stark nach Fälscherwerkstatt riechenden Stresstests vorstellen möchte, und als scheinbare Lösung am Ende ein absehbarer Volksentscheids-Betrug stehen wird, scheint diese Sprechverweigerung gegenüber dem bürgerlichen Widerstand und die daraus resultierende Ohnmacht jenem als letzte Option nur noch die Gewalt übrig zu lassen. Und deren erster scheinbarer Durchbruch scheint in Form einer Baustellenbesetzung am 20.06.2011 erfolgt zu sein, bei dem ein Teil dieses bürgerlichen Widerstandes einer Gruppe auf eine Baustelle gefolgt ist und ebenso spontan wie grenzübertretend den Baustopp zu realisieren versuchte, mit dem Grube ja eigentlich weitere Steuergelder erpressen wollte. Nun, so scheint es, wird es ihn eher ein bisschen was kosten. Allerdings eher Nerven als Geld, denn anders als er, der für seine gewaltsame und zum Teil wohl auch illegale Zerstörung eines Teils der Stuttgarter Innenstadt selbstverständlich nie wird gerade stehen müssen, haftet der „Wutbürger“, anständig wie er im Kern ist, am Ende selbstverständlich als Steuerzahler und Eigentümer der Bahn für den Schaden, den er bei der Baustellenbesetzung angerichtet hat.
Ein Ende des kafkaesken Alptraums, in dem nahezu täglich neue Horrornachrichten zu dem Horrorprojekt21 auftauchen und von einer legislativ-exekutiv-judikativen Maschinerie niedergewalzt werden, ist aber mitnichten abzusehen. Stuttgart wird von den Herrschenden ganz offensichtlich gezielt und gewollt auf einen Abgrund zugesteuert. Der Widerstand tritt zwar unentwegt auf die Bremse, aber die funktioniert nicht. Aktuell sieht das z:B. So aus:
www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-behoerde-bestaetigt-das-baurecht-der-bahn.f35973b3-e567-4c9f-b574-ef2a3e2f2866.html
Da liegt denn auch das „Demokratie“-Miss-Verständnis der herrschenden Kasten: Der Bürger darf – wie in so manchen Zeitgeisttherapien – verbal oder symbolisch ausagieren, abreagieren und bei Wahlen „Herrschen“ spielen. Danach fühlt er sich vielleicht auch ein Weilchen erleichtert, geändert aber hat sich nichts. Und wenn er deshalb zwischendurch einmal Fragen stellt, Einwände vorbringt, sich wehrt, dann wird er nach der Dürr-Rommel-Teufelschen Methode ausgeschaltet.
Demokratie und Rechtsstaat sollen durch ihre Struktur, Regularien und Rituale eigentlich Frieden stiften. Wer sie also bewusst außer Kraft setzt und sich dessen auch noch in obszöner Weise rühmt, wie S21-Dürr es getan hat, der zwingt jeden, der von ihm gesehene Fehler korrigieren und von ihm befürchtete Katastrophen abwenden will, zu vor- und außerdemokratischen Mitteln zu greifen – oder zu resignieren. Wer dann noch eins drauf setzt und mit einem als „Schlichtung“ verschleierten Entdemokratisierungs-Experiment dem kritischen und engagierten Bürger noch die ultimative Demütigung zufügt, indem er alles auf den Tisch legen lässt, was einen Schwachsinn als Schwachsinn erkennbar macht, dann aber „April, April“ ruft und den Schwachsinn auch noch zum noch teureren Premium-Schwachsinn adelt, gegen den man leider nichts tun könne als ihn umzusetzen, der lässt dem Bürger keine Wahl, als zu den Mitteln zu greifen, zu denen bei der Baustellenbesetzung gegriffen wurde.*)
Das scheinheilige mediale Geheule und Gejammere danach ist also geschenkt. Hättet ihr von Anfang an eure Rolle als vierte Gewalt wahrgenommen und dafür gesorgt, dass niemand sich das Unrecht herausnimmt., die Demokratie wider alle Vernunft bei diesem Projekt außer Kraft zu setzen, um, jeder Kontrolle und Kritik entzogen, seine „genialen“ Ideen in frischluftfreien Gremien durchzupeitschen und scheinlegal absegnen zu lassen, dann hättet ihr friedliche Kritik, Kontrolle und Korrektur im demokratischen Rahmen bekommen. Wer aber Obrigkeitsstaat und Entmündigung sät und die Entmündigten auch noch als tumbe Wutbürger oder narzistische Wohlstands- Soziopathen schmäht, erntet irgendwann einmal basisdemokratischen Sturm. So einfach ist das. Und wenn ihr jetzt immer noch nicht hören wollt, dann riskiert ihr Schlimmeres – denn ihr treibt die Bürger immer weiter in die Entfremdung von diesem Staat und seinen Regularien. Bis die an den demokratischen Rändern den Moment der Unkorrigierbarkeit gekommen sehen.
Dann aber beschwert euch nicht. Denn es war eure Arroganz, Ignoranz und pharisäerhafte Selbstgerechtigkeit, die es lieber „wissen wollte“, anstatt zuzuhören und einzusehen. Joe Bauers Hinweis auf den 14. Juli in seiner Rede am 20.06.2011 **), den die S21.Clique peinlicherweise zum Termin für die Bekanntgabe des zu erwartenden Stresstestbetrugs ausersah *), war vielleicht nicht so gemeint. Aber die Weisheit der Konnotation macht es dennoch klar. Und der nächste Sprengstoff kündigt sich bereits an.
www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stresstest-fuer-stuttgart-21-bahn-haelt-die-vorgaben-fuer-irreal.328936c0-b605-42c4-b434-c455f620db27.html
de.wikipedia.org/wiki/Nationalfeiertag_%28Frankreich%29
Dies lässt sich einerseits an der Geschichte des Stuttgarter Widerstands insgesamt nachvollziehen. Andererseits zeigt es sich auch in zwei Gesprächen, die ich u.a. in der Zeit der jetzigen, pointierteren Protestphase hatte. Am 30.09.2010 sagte, während des Wasserwerfereinsatzes, ein etwa 30jähriger Nichtschwabe neben mir indigniert, so würde da nichts draus. Man müsse doch mindestens die Wasserwerfer stürmen und besetzen, wenn man etwas erreichen wolle.
Solche Gedanken dürften damals auch anderen am Gehirn vorbeigerauscht sein, ohne jedoch Einlass zu finden. Zu stark war wohl noch die bürgerliche Wohlanständigkeit, gepaart mit der schwachen, zweifelhaften Hoffnung auf eine politische Änderung, die garantiert nicht eingetreten wäre, wäre damals die staatliche Gewalt mit bürgerlicher Gegengewalt beantwortet worden. Weiter konnten Bahn und Regierung jetzt doch nicht mehr gehen, dachte man damals stattdessen. Spätestens jetzt müssten sie doch aufwachen. Und vielleicht könne man ja bei der nächsten Wahl etwas verändern – auch wenn man nicht genau wusste, wie das gehen sollte. Denn, anders als die Medien immer noch suggerieren wollen, hatten viele bereits damals keine Erlöserhoffnungen auf die Grünen. Zu eindeutig schien der politische Pragmatismus von Winfried Kretschmann, zu stur und borniert das Verhalten der SPD, zu wenig erfolgversprechend die Wahl der Linken.
Aber der aktivierende Zorn und die zum Ausbruch drängende, ohnmächtige Wut waren auch beim „Bürger“ schon da. Das zeigte sich in einem Gespräch, das am Abend des 20.06.2011 ein älterer Herr mit mir führte. Damals am Nordflügel, beim ohnmächtigen Zuschauen, habe er sich richtiggehend zugeschnürt gefühlt. Als dann diese jungen Leute mit ihren Bannern auf das Dach gestiegen seien, habe er das als so richtig befreiend erlebt.
Wer dies nicht sehen will, weil es seinen politischen Wünschen und seinen Vorurteilen über den „Stuttgarter Spießer“ nicht entspricht, der macht sich blind für das, was diese Menschen fühlen, die man jahrelang verachtet, belogen und gedemütigt hat. Und Politiker und Manager, denen Recht und Demokratie nur willkommen sind, solange es ihrem Profitdenken und ihrer Selbstverwirklichung dient und die im anderen Fall ein Heer hochbezahlter „Juristen“ mobilisieren, um die Sache in die gewünschte Richtung zu biegen. Politiker, die aktiv darauf verzichten, Steuerhinterzieher zu verfolgen und dabei auch noch den „Rechtsstaat“ als Entschuldigung vorschieben. Medien, die sich als Hofberichterstatter und neoliberale Profitmissionare im Dienste des Kapitals verstehen und ihre Abonnenten auch noch dafür bezahlen lassen, dass man sie verdummt und belügt. Sie alle legen Axt an unsere Demokratie, nicht die Bürger, die nur noch die Alternative sehen, auf einer Baustelle mal „handfest“ zu zeigen, dass sie jetzt endlich einen Baustopp wollen – oder an ihrer ohnmächtigen Wut zu platzen.
Die Baustellenbesetzung könnte ein – nicht ganz preiswertes - Signal an die nach wie vor herrschende Kaste sein, endlich innezuhalten und ERNSTHAFT zuzuhören. Ein erster Schritt zur Rückkehr zu Demokratie, Verantwortlichkeit und Vernunft wäre dann die Trennung von Herrn Grube, dessen Performance selbst in seinen eigenen Kreisen nur noch peinlich berührtes Fremdschämen auslösen dürfte, sofern man dort noch in der Lage ist, sich vom Zwangssolidarisieren zu verabschieden, innezuhalten und zu denken zu beginnen. Es wäre dann endlich einmal eine Bahnführung zu installieren, deren Ziel eine funktionierende Bahn und Kundenzufriedenheit ist, und die für diese Aufgabe auch die nötige Kompetenz mitbringt.
Stattdessen transportierte das erste Medienecho nach dieser Baustellenbesetzung eine eindeutig andere Antwort. Von Özdemir bis SPIEGEL tönte es unisono: „Solche Ereignisse fügen dem Protest gegen Stuttgart 21 Schaden zu.“ Dort findet sich auch eine der umwerfendsten verbalen Perversionen in dieser Sache: „ Die friedlichen S-21-Gegner müssten jetzt "eine glasklare Trennungslinie" zu den Gewalttätern in den eigenen Reihen ziehen. "Machen sie aber gemeinsame Sache mit den Krawallmachern, verspielen sie ihre Sympathien", so Bosbach zu SPIEGEL ONLINE.“
www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,769647,00.html
Ausgerechnet Rechtsaußen Bosbach als Ex-Sympathisant des Stuttgarter Widerstands? Da lachen nicht mal mehr die Hühner. Wie verkommen muss Politik sein, wenn sie den Bürger für so blöde hält, dass er auf solch schmieriges Pharisäertum hereinfällt?
„Solche Bilder“, wie Mappus sie nie wieder gegen sich und die Seinen gerichtet sehen wollte, sollen sich nun, so sich die Medien mit ihrer überwiegenden Botschaft durchsetzen sollten, gegen die richten, die Mappus mit Hilfe „solcher Bilder“ zu Fall brachten. Unabhängig davon, was am 20.6.2011 Wirklichkeit war, malen die Medien seit dieser Baustellenbesetzung überwiegend ein grelles Gegenbild zu und eine Rache für den 30.09.2010. Diejenigen, die sich in jener Septemberschlacht mit den selbst geschmiedeten Waffen selbst schlugen, scheinen nun einen zweiten Versuch zu starten. Aber diesmal sollen diese Waffen den Gegnern untergeschoben werden.
www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.reaktionen-auf-die-ereignisse-an-der-baustelle-gegner-in-der-defensive.a66cb596-991f-469d-9ce2-0c0202bdb027.html
Das mag für die Selbstentlastung einer bislang total versagenden Medienkaste gut sein. Für die Zukunft der Demokratie ist es verheerend. Lernen aus Geschichte sieht anders aus. Es erfolgt aber leider meist erst nach Katastrophen, die groß genug sind, um auch kollektiv eingefahrene neuronale Bahnen so stark zu erschüttern, dass die Gehirne sich gezwungen sehen, nach neuen Alternativen zu suchen.
*) Die S21er beweisen nicht nur hier einen ausgeprägten Sinn für die Symbolkraft historischer Daten. Auch der Abriss des Nordflügels des Stuttgarter Bonatzbaus begann am 13. August 2010. Wieso auch nicht? Schließlich hatte ja niemand die Absicht, eine Mauer zu bauen.
www.ad-hoc-news.de/abbruch-des-hauptbahnhof-nordfluegels-fuer-stuttgart-21--/de/News/21545960
**) www.kontextwochenzeitung.de/newsartikel/2011/06/im-epizentrum/
Parallel zu mir selbst, aber deutlich schneller, hat Josef-Otto Freudenreich in der Kontext Wochenzeitung und in der taz zum selben Thema Verwandtes geschrieben, was mich außerordentlich freut:
www.kontextwochenzeitung.de/newsartikel/2011/06/der-kollektive-zorn/#c1690
www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/die-gegner-sind-zurueck/
Ausdrücklichen Respekt möchte ich darüber hinaus der FR und er taz für ihre souveräne Berichterstattung erweisen:
www.fr-online.de/wirtschaft/spezials/stuttgart-21/polizisten-umgerannt--baustelle-demoliert/-/4767758/8583550/-/index.html
taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/neue-stufe-der-eskalation/
www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/ruhig-mal-ueber-randale-reden/
Update 23.6.2011, 17:10 h:
Als visuelle Zusammenfassung hier noch ein Link zu einer 6stündigen Doku bei Cams21. Das Video scheint mir ein sehr schönes Beispiel von sympathischem Bürgerjournalismus zu sein. Es zeigt aus subjektiver, spontaner, zufällig eingefangener Sicht sehr schön, wie sich die Baustellenbesetzung aus der Perspektive der Teilnehmer und Beobachter darstellte:
Update 28.06.2011, 15:45
*) Dr. R. Schmittmann beschreibt dies sehr gut und viel ausführlicher aus der Perspektive der politischen Psychologie:
www.bei-abriss-aufstand.de/2011/06/27/gedanken-zu-%E2%80%9Egewalt-in-der-offentlichen-diskussion/
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Hallo "seriousguy47".
Wie immer in Sachen "S21" eine kompetente Einschätzung der Lage und Sachverhalte *****. Falls Kretschmann vorhat, bei der nächsten Landtagswahl in BaWü mehr als 5% der Wählerstimmen erringen zu wollen, sollte er ab sofort zu jeglichen Vorkommnissen bzgl. Baustelle "S21" persönliche Stellung in den ihm zur Verfügung stehenden Medien beziehen. Und zwar unmittelbar jedesmal nachdem er sich selbst vor Ort von dieser ein Bild gemacht hat. Anders wird er seinen Feinden in der SPD, unterstützt von noch vorhandenen Filzstrukturen der CDU bei Polizei und ortsansässiger Presse nicht den Wind aus den Segeln nehmen können. Ihm muß doch klar sein, daß hinsichtlich des näher rückenden Termines des Stresstestes, die Befürworter, sozusagen zur Unterstützung, ihnen genehme Fakten schaffen wollen. Möglicherweise ist ein Indiz dafür, daß er die SPD, zumindest in dieser Angelegenheit, nicht als "freundschaftlich gesonnen" sieht auch die Tatsache, daß er bisweilen die CDU als möglichen Koalitionspartner ins Gespräch bringt. Alles in Allem muß leider festgestellt werden, daß der (friedliche) Widerstand nach wie vor notwendig ist, ja sogar eher an Berechtigung hinzu gewinnt. Bin mal gespannt, ob es tatsächlich zu einem neuen Planfeststellungsverfahren hinsichtlich des Wassermanagements kommt. Daraus ließe sich einiges hinsichtlich der Zukunft des Projektes ableiten. Nicht darum heißt es weiterhin "Oben bleiben". |
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Hallo maculatur,
lange nicht gesehen, umso größer die Freude. Ad Kretschmann: den würde ich mal von der "Liste" streichen. Der ist jetzt schließlich "Landesvater" und damit für alle da, auch für die Befürworter. Und das gilt eigentlich für die gesamte Landesregierung. Das sollte man, nach meiner Meinung, einfach akzeptieren und sich klar machen, dass die Regierung immer das eine ist und die Basis das andere. Ein deutlicher Abstand dazwischen ist schon deshalb nötig, damit die demokratische Kontrolle funktioniert. Umso mehr, als ja das Parlament sich längst nicht als Kontrollorgan der Regierung sieht - eindrücklich dokumentiert im Untersuchungsausschuss zum Schwarzen Donnerstag. Allerdings wäre es allmählich an der Zeit, dass auch die SPD-Führung langsam zu ihrer Rolle finden und kapieren würde, dass auch sie für die Gegner von S21da zu sein hat. Es wäre ja schon ein Fortschritt, würde sie mal das tun, was die eigene Basis will.....Aber da hat man wohl bei Hartz IV die Erfahrung gemacht, dass es den post-politischen Finanzen äußerst zuträglich ist, wenn man nicht auf die Basis hört, sondern auf die zukünftigen Finanziers der diversen "Betriebsrenten";) Was den bürgerlichen Widerstand betrifft, so hoffe ich, dass gerade die Medien- und Polit-"Christen"-Attacken nach der Baustellenbesetzung die Leute noch mehr mobilisieren und zusammenschweißen. Hängt wohl davon ab, wie immun man inzwischen gegen diese Gehirnwäsche ist. Aber selbst die, die diese Besetzung ablehnen, werden wohl durchschauen, dass die Kritiker dieser Aktion daran nur das attackieren, was sie bei sich selbst gerne vertuschen wollen. Man muss nur den offiziellen Vandalismus am Nordflügel und im Schlossgarten nebeneinander betrachten, dann sieht man sehr schnell, wo die wirkliche Gewalt zu suchen ist. (Man könnte hier auch auf Oettingers Klage darüber verweisen, dass wir gerade leider nicht in kriegerischen Zeiten leben.....). Und wenn Gerichte den massiven Verstoß gegen den Denkmalschutz als hinnehmbar betrachten und gegen den Bruch von Umweltschutzbestimmungen nicht einschreiten, weil die Offiziellen ihnen Unterlagen vorenthalten, dann kann man sich als Bürger durchaus sein eigenes Urteil zu Legalität und Kriminalität bilden.... Und ich hoffe, dass möglichst viele danauf ihr eignes Urteil mehr vertrauen als auf die öffentlichen Einflüsterungen. Leid tun mir nur die anständigen Polizisten, die ihren Kopf hinhalten müssen für all die Feiglinge in Nadelstreifen, die ihre Geld- und Machtgier nicht mehr im Griff haben und andere vorschicken, um sie durchzusetzen. "Oben bleiben" ist gerade nach dieser letzten Groß-Attacke nicht die schlechteste Devise, heißt sie doch auch "Nicht unterkriegen lassen". |
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Diesen Beitrag musste ich sofort an die Nachdenkseiten weiterleiten. Er zeigt auch, was in unseren Gesellschaften in ganz Europa los ist. Dass Europa am Abgrund steht, liegt nach dem Verständnis unserer Politiker, Wirtschaftsführer und Medien an einer uneinsichtigen Bevölkerung und eben nicht an der so aufopferungsvoll für eine gute Sache kämpfenden Elite.
Wie kann man denn auch so undankbar sein. Nur mit Strafen (siehe Sparmaßnahmen in Griechenland) kann man die Leute schließlich wieder auf den Pfad der Tugend bringen, wie uns die ehrenwerte Gesellschaft versucht beizubringen. Das gilt natürlich auch in Stuttgart. Und wie macht man das? Man reizt die Menschen, bis ihnen der Gaul durchgeht, indem man ihnen immer wieder erzählt, dass alles seine demokratische Richtigkeit hat. Nur das dumme Volk wäre vom Pfad des Rechts abgekommen. Merkt eigentlich ein Gangolf Stocker oder auch die Grünen nicht, wie sie beim Faktencheck für dumm verkauft wurden um gleichzeitig den Seelenverkäufer Geißler über Schellenkönig zu loben? Haben denn die Herren aus diesem Supergau nichts gelernt? |
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@ hjmueller
Na, über die Nachdenkseiten-Würde kann man sicher streiten......;) Die genannten Gemeinsamkeiten sehe ich schon auch und das ständige Pochen einiger Medien, es gehe bei uns doch nur um einen Bahnhof, sehe ich auch als Versuch, vom Kern des Problems, den Sie ja ansprechen, abzulenken. Und es wäre schon auch die Frage, ob und wie man da auch über-national zusammenfinden könnte. Eine ziemliche Aufgabe, die da eigentlich zu erledigen wäre..... Bei Stuttgart würde ich aber doch einen Unterschied darin sehen, dass man der herrschenden Kaste schon lange nicht mehr unterstellen kann, dass sie nicht wissen könnte, was "unten" los ist bzw. gedacht wird. Und vor allem auch, dass nicht bekannt sei, was da für ein gigantischer Schwachsinn verbunden mit Veruntreuung von Steuergeldern betrieben wird. Das aber wäre ansonsten schon das generellere Phänomen, dass politische "Eliten" auch deshalb so anfällig sind für kapitale Einflüsterungen, weil sie sich von den Bürgern und der Mehrheitsgesellschaft völlig abgekapselt haben. Und dass sie in ihrem Vakuum auch umso leichter zu "verführen" sind, als sie eben nur einseitig informiert sind - auch wenn sie eigentlich verpflichtet wären, sich hinreichend zu informieren.... Das Resultat unterscheidet sich am Ende für den Bürger nicht, aber die "Täter" können sich oft darauf berufen, das habe man nicht gewusst oder übersehen oder man habe nicht genug aufgepasst usw. Was mich dagegen bei S21 so total schockiert ist, mit welcher Frechheit und Selbstgewissheit da weitergemacht wird, obwohl spätestens seit der "Schlichtung" klar ist, dass das, was da geplant ist 1. nicht geht und 2. nicht zu verantworten ist. Da scheint mir bei den Verantwortlichen die Grenze zum Pathologischen bzw. offen Kriminellen bereits überschritten. Was die Grünen betrifft, so denke ich, dass man sehen muss, dass sie als Regierungspartei möglichst nicht zu parteiisch sein sollten. Jedenfalls nicht so weit, dass Teile der Bürger bewußt ausgegrenzt werden. Die Gefahr hier sehe ich darin, das man sich in der Alltagshektik allzu leicht von medialer Hysterie in eine Falle treiben lässt, in der man sich dann plötzlich in Gegnerschaft zur eigenen Anhängerschaft wiederfindet. Stocker könnte es als Stadtrat ähnlich sehen. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass da schlicht auch Eifersucht gegenüber den erfolgreichen Parkschützern im Spiel ist, die spät eingestiegen sind und dennoch massiv mobilisieren konnten, während er sich 15 Jahrelang relativ echolos abkämpfte. Indem er sich aber von interessierten Medien instrumentalisieren und missbrauchen lässt, wird er zunehmend zur Gefahr für den Widerstand. Schließlich noch Geißler. Gut, ich verstehe das im Prinzip auch nicht. Aber man kann schon eine gewisse Logik in diesem Verhalten sehen. Sobald man Geißler attackiert, kann man sich auf die gesamte "Schlichtung" nicht mehr berufen, wodurch eine ganze Reihe von Handlungsoptionen wegfielen. Je mehr man dagegen Geißler lobt, desto glaubwürdiger kann man sich auf alles berufen, was die "Schlichtung" ja trotz Geißler gebracht hat. So, und jetzt möchte ich gerne versuchen, wieder ein bisschen Basis-Klarheit in meine Gedanken zu bringen... |
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Zur Erhöhung der Meinungsvielfalt:
Gewalt Publiziert am 23. Juni 2011 von Matthias von Herrmann Gewalt als Methode, um Interessen durchzusetzen, ist abzulehnen. Abzulehnen ist körperliche Gewalt gegen Menschen, die deren Leib und Leben in Gefahr bringt und ihre Gesundheit aufs Spiel setzt. Abzulehnen ist Gewalt gegen die Umwelt, gegen Landschaften mit ihren Lebewesen, gegen Bäume, Pflanzen, Gewässer, die unseren Lebensraum und die Grundlage unserer Gesundheit und Lebensqualität bilden. Abzulehnen ist Gewalt gegen Dinge. Hierunter fällt die Sachbeschädigung von Baumaterialien ebenso wie die Zerstörung denkmalgeschützter Gebäude. Abzulehnen ist verbale Gewalt, die Sachverhalte und Wahrheiten verdreht, verschweigt, aufbauscht, frisiert, klein oder groß redet und damit die Realität manipuliert und Menschen wie Verbrecher an den Pranger stellt. Abzulehnen ist mediale Gewalt, die einseitig unüberprüfte Behauptungen streut, vervielfältigt und dadurch Hetzkampagnen anzettelt, die Schäden an der Psyche einer Allgemeinheit anrichtet und ihr Klima vergiftet. Abzulehnen ist strukturelle Gewalt, die Menschen ver-ge-waltigt, indem sie mit der Ignoranz und Arroganz der Macht über berechtigte Anliegen hinweggeht, die täuscht, trickst, lügt, betrügt und Menschen in unverschämter Dreistigkeit an der Nase herumführt und für dumm verkauft. Gewalt provoziert neue Gewalt. GEWALT IST ABZULEHNEN. Pfarrerin Guntrun Müller-Enßlin Übernommen von: www.bei-abriss-aufstand.de/2011/06/23/gewalt/ |
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Update 24.06.2011, 13:40 Uhr
1. Ein bemerkenswerter Link: www.bild.de/politik/inland/stuttgart-21/stuttgart-21-wie-schlimm-waren-die-krawalle-wirklich-18496182.bild.html Wenn selbst BILD DIFFERENZIERT und UNTERSCHIEDLICHE VERSIONEN darstellt, dann ist was im Busch, denke ich mal. 2. Und ganz aktuell noch ein linker Beitrag zum Thema von Karl Weiss: Stuttgart21: Wie unter einem Brennglas – Teil 1 Der Kapitalismus zeigt seine Fratze karlweiss.twoday.net/stories/29753593/modTrackback Von mir dazu nur dies: Ich wusste, was ich wählte. Und ich denke auch, dass ich nicht der einzige bin, der dies wusste. |
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Update 24.06.2011, 14:10 Uhr
Aktueller Pressespiegel 1. SZ-Interview mit W. Hermann: "Ich musste durchsetzen, dass nicht getrickst wird" www.sueddeutsche.de/politik/stuttgart-bw-innenminister-winfried-hermann-ich-musste-durchsetzen-dass-nicht-getrickst-wird-1.1111884 2. taz-Interview mit Staatsrätin Erler: "Regierung muss die Bahn schützen" www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/regierung-muss-die-bahn-schuetzen/ 3. Pressekonferenz des Aktionsbündnisses zur Baustellenbesetzung: "Die „Parkschützer“ haben Gewalt bei der Anti-Stuttgart-21-Demonstration am vergangenen Montag eingeräumt. „Im Nachhinein verurteile ich die Dinge, die da passiert sind, weil wir uns ganz klar gegen Gewalt stellen“, sagte der Sprecher der Parkschützer, Matthias von Herrmann, am Freitag in Stuttgart. Allerdings habe sich die überwiegende Mehrheit der Demonstranten an der Baustelle für das Grundwassermanagement friedlich verhalten. Bei den Menschen, die zu Schaden gekommen seien, „entschuldigen wir uns“, sagte der Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Berthold Frieß, am Freitag im Namen des Aktionsbündnisses gegen „Stuttgart 21“. Der Konsens des Bündnisses, gewaltfrei und friedlich zu protestieren, sei bei der Stürmung der Baustelle verletzt worden." www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.protest-gegen-stuttgart-21-parkschuetzer-raeumen-gewalt-ein.6c9c38d3-9b3e-4838-8f36-8c4c4d28de66.html 4. StN-Interview mit BUND-Vorsitzender (BW) Dahlbender: "Die Parkschützer gehören zu uns" www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-die-parkschuetzer-gehoeren-zu-uns.7b2c918e-1617-4cef-bb28-21844c82c1b2.html |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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