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Blog von blog1

29.01.2012 | 01:33

Die Deutschen helfen den Griechen beim Sparen

Angela Merkel hat gerade erfahren, dass Griechenland mit dem zweiten Retttungspaket von 130 Mrd. nicht auskommt und stattdessen weitere 15 Mrd. benötigt. Mit Ackermann hat sie auch gesprochen und der hat ihr bestätigt, dass die Banken nur auf einen Teil ihrer Schulden verzichten, wenn die Griechen zu noch härteren Sparmaßnahmen gezwungen werden und diese Sparmaßnahmen auch tatsäcchlich überwacht werden können. Er könne sich in diesem Fall eine noch aktivere Rolle als bisher vorstellen.

Merkel lässt sich nach diesem Vorgespräch, das zwar freundschaftlich, aber von Ackermann doch sehr bestimmt geführt wurde, gleich mit dem EU-Kommissionspräsidenten Barroso verbinden.

Merkel: Ja, meiner lieber Manuel, da hört man aber nichts Gutes aus Deinem Heimatland Portugal. Dass mir mal Portugal nicht zu einem zweiten Griechenland wird, wir können schließlich nicht ganz Europa retten.

Barroso: Ja, liebe Frau Bundeskanzlerin, ich verstehe das auch nicht, dass uns die Rating-Agenturen noch weiter herabgestuft haben. Dennoch, mit Griechenland sollte man Portugal nicht vergleichen.

Merkel: Wo wir beim Thema wären, mein lieber Manuel. Ich habe mich beraten und bin zum dem Entschluss gekommen, dass die Griechen einen Sparkommissar bekommen sollen. Die Griechen werden quasi unter Finanzaufsicht gestellt.

Barroso: Aha, und wie stellen Sie sich das vor?

Merkel: Wir schicken einen Sparkommissar nach Griechenland, der mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet ist. Alle Entscheidungen den Haushalt betrefffend laufen über seinen Schreibtisch, er kann also Ausgaben blockieren bzw. neue Einnahmenquellen erschließen.

Barroso: Ich kann das nachvollziehen, Frau Bundeskanzlerin, zumal ja der Rettungsschirm ESM nochmals aufgestockt werden soll und Sie bislang vehement dagegen sind.

Merkel: Nun, mein lieber Manuel, darüber lässt sich reden, wenn Du mir in der Frage des Sparkommissars entgegen kommst.

Barroso: Und an wen hast Du da gedacht?

Merkel: Es sollte auf jeden Fall jemand sein, der sich mit Finanzen auskennt und der aus der Wirtschaft kommt, möglichst aus der Bankenwelt. Wichtig wäre auch, dass er die nötige internationale Erfahrung mitbringt und für diesen anspruchsvollen Job tatsächlich zur Verfügung steht.

Barroso: Ja, meine liebe Angela, da verengt sich der mögliche Kreis der Kandidaten doch erheblich.

Merkel: Ich bewundere Deinen Scharfsinn, mein lieber Manuel, aber manchmal erfordern nicht vorhersehbare Problemstellungen kuzfristige Entscheidungen. Rein zufällig habe ich gerade mit Herrn Ackermann gesprochen, der ja in federführender Funktion bei den Verhandlungen im Hinblick auf den bevorstehenden Schuldenschnitt der privaten Gläubiger mit Griechenland tätig ist und er hat mir signalisiert, dass er sich dieser Verantwortung stellen würde, wenn man ihn denn darum bitten würde.

Barroso: Geben sie mir doch Bescheid Frau Merkel, wenn Sie mit ihm gesprochen haben. ich werde dann alles weitere veranlassen.

 

 
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Kommentare
tlacuache schrieb am 29.01.2012 um 09:21
:-)
abghoul schrieb am 29.01.2012 um 09:35
Klingt wei O-Ton ;)
Haste etwa ne Abhöhrnumer an Angies Telefon?
whistles impressed from the pit
abghoul
blog1 schrieb am 29.01.2012 um 15:14
@ abghoul

"Haste etwa ne Abhöhrnumer an Angies Telefon?"

Nein, habe ich natürlich nicht, auch keinen direkten Draht zum Verfassungsschutz, aber der ist, wie man hört, anderweitig beschäftigt.

Mit etwas Fantasie lassen sich solche Erreignisse vorhersagen. Die aktuelle Politik ist in einem erschreckenden Maße vorhersehbar. Manchmal weiß ich nicht so recht. ob ich darüber lachen oder weinen soll. Ich versuche es dann mit Realsatire. Jeder in dem "Biotop" FC hat da so eine eigene Methode.
claudia schrieb am 29.01.2012 um 09:35
Logisch, der Ackermann hat ja jetzt viel Zeit.
So über Nacht kann der sich nicht auf ein beschauliches Rentnerdasein runterfahren und Bundespräsident kann er nicht werden.
blog1 schrieb am 29.01.2012 um 15:27
@ claudia

Man muss sich das einmal vorstellen, wie eine solche Forderung auf die griechische Bevölkerung wirkt. Wenn das so weiter geht, wird Griechenland zum Protektorat der EU, unter der Oberleitung von Deutschland. Wenn ein Staat die Hoheit über sein Haushaltsrecht verliert, hört er als Staat auf zu existieren.

Lafontaine hat Recht mit seiner These, dass die Demokratie langsam aber sicher immer mehr ausgehöhlt wird. Die erforderliche Volksabstimmung zu der Schuldenfrage in Griechenland wurde ja von der Regierung Papandreou verhindert oder soll ich sagen durch die Gläubigervertretung, die in Wahrheit das Sagen hat. Genau diese Gläubigervertretung hat die neue Regierung unter MP Papademos "eingesetzt". Das Ganze ist eine einzige Farce.
claudia schrieb am 29.01.2012 um 20:54
>>Man muss sich das einmal vorstellen, wie eine solche Forderung auf die griechische Bevölkerung wirkt. Wenn das so weiter geht, wird Griechenland zum Protektorat der EU, unter der Oberleitung von Deutschland.<<

Ganz Alte erinnern sich vielleicht: Sie wurden schon mal okkupiert. Damals von Kerlen in Feldgrau, heute in Armanigrau. Sehr gross ist der Unterschied nicht.
Nur die Kollateralschäden sind irgendwie subtiler: Es knallt nicht mehr so laut...
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