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Generation rechts?

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Rüdiger Maas

Hardcover, gebunden

288 Seiten

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Politik : MELANCHOLIA - SHORT CUTS I

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Melancholia - Short Cuts I(20.9.2011)

Früh vergreiste Saturiertheit ohne Aufbegehren, ohne Exzesse und ohne Widerstandsgeist - so beschreibt eine Studie der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt den durchschnittlichen deutschen männlichen Jugendlichen. Er ist ein sportlicher Typ, dunkelblond, kurzhaarig, glatthäutig, 1,81 m groß, 74 kg schwer. Er riecht penetrant nach Moschus-Axe-Deos, wohnt in einem 14 qm großen Zimmer hinter doppelverglasten Fenstern und auf Laminatboden. Die Wand ist mit einer Rauhfasertapete „Erfurt Classico“ beklebt. Er trägt am liebsten Kapuzenshirts, Jeans und T-Shirts mit Aufdruck, schläft in einem Kiefernholzbett und hat ein Nasenspray, Autoquartett, Taschentücher und Kondome griffbereit in seinem Nachtschrank liegen. Dazu noch das kosmische Kamasutra-Buch, ungelesen. Im Bücher-Regal stehen Harry-Potter-Bände, auf dem Boden liegt eine Spiel-Konsole, im Bett ein zerknautscher Teddy. Er ist Single, verlor aber mit 15 Jahren seine Unschuld. Er hat keinen Bock, was mit seinen Eltern zu machen, hängt mit seiner Clique ab oder treibt Sport oder macht nichts; er sieht täglich 128 Minuten fern, verbringt 138 Minuten im Internet und hat einen Fußball-Fan-Schal im Schrank hängen. Er bekommt 35 Euro Taschengeld im Monat und braucht davon 17 Euro für sein Handy. Er will seit neuestem Energie sparen und macht sich Sorgen über Umweltverschmutzung und Klimawandel. Er wird locker mit Bier, hatte mit 15 Jahren nicht nur seine erste Freundin sondern auch seinen ersten Rausch, jetzt aber beides nicht mehr. Er will mit Fleiß und Ehrgeiz seine Ziele erreichen, weiß aber nicht welche. Um seine Zukunft offen zu halten, belegt er in der 11. Klasse des Gymnasiums die Leistungskurse Mathematik und Englisch. Er will in seiner Zukunft Leistung bringen, Sicherheit und Einfluss haben. Seine größte Furcht ist zu verarmen und ein Hartz-IV’ler zu werden.1 Viele libyschen Frauen befürchten, dass die Scharia künftig die wichtigste Grundlage der Gesetzgebung sein werde, und dass ein von der Scharia inspiriertes Zivilstandsrecht eingeführt wird. Es könnten sich nämlich die Islamisten durchsetzen, die Frauen ausschließlich ins Haus und an den Herd verbannen möchten.2 Im brandenburgischen Königswusterhausen und im Raum Cottbus haben 53 von hundert Hausarzt-PatientInnen Alkoholprobleme. Ihr Alkoholkonsum liegt zwischen riskant bis süchtig.3 In Karachi (Pakistan) hat sich ein Selbstmordattentäter in einem Auto in die Luft gesprengt. 200 kg Sprengstoff töteten sechs Polizisten, eine Frau und ihre Tochter. Die Explosion riss einen drei Meter tiefen Krater in die Strasse und zerstörte die Front eines zweigeschossigen Hauses.4 Wer in Berlin eine neue Wohnung anmieten will, muss berlinweit eine durchschnittliche Kaltmiete von 6,55 Euro bezahlen, sechs Prozent mehr als 2010; in Kreuzberg-Friedrichshain im Schnitt 7,60 Euro kalt, in den Plattenbauten von Marzahn-Hellersdorf 4,95 Euro. Mit mehr als 13 Prozent hat der Bezirk Mitte die höchste jährliche Preissteigerung.5 Im Evin-Gefängnis in Teheran (Iran) und im Radschaei-Schahr-Gefängnis im Teheraner Vorort Karadsch wurden zweiundzwanzig Drogenhändler am Galgen aufgehängt.6 Der Weltbank-Ökonom Justin Lin sagt, dass es sich nach Berechnungen der Weltbank ökonomisch lohne, die Gleichberechtigung der Frauen herzustellen. Die Gleichberechtigung der Frau führe zu einem zusätzlichen Wirtschaftswachstum von drei bis 25 Prozent.7 In Gatumba (Burundi) stürmten mehrere schwerbewaffnete Männer in ein vollbesetztes Lokal und eröffneten das Feuer. 36 Gäste waren auf der Stelle tot; viele liegen im Sterben. Das Motiv ist unklar: Es könnten „Rebellen“, aber auch „Banditen“ gewesen sein. Rebellen und Banditen sind längst ununterscheidbar.8 In Karelien starben bei einem Flugzeugabsturz 47 Reisende. Die Maschine streifte die Baumwipfel und zerschellte einige hundert Meter vor der Landebahn auf der Straße. Der Flugkapitän habe sich zunehmend von seinem alkoholisierten Ingenieur beeinflussen lassen.9 Der Luftverkehr wird in den nächsten 20 Jahren stark wachsen und fast 28.000 neue Passagiermaschinen brauchen. Ein Drittel der Nachfrage werde aus Asien kommen.10 In Sanaa (Jemen) töteten Scharfschützen und Panzergranaten auf zwei Demonstrationen 46 Menschen und verletzten 113 DemonstrantInnen. Der Menschenrechtswesten schaut tatenlos zu, weil der Machthaber Saleh im Bündnis mit Saudi-Arabien westliche Interessen bedient.11 In Los Angeles bekämpfen sich Tag für Tag vierhundert Banden mit ungefähr 41.000 Bandenmitgliedern. Und immer wieder geraten Unschuldige in deren Drogen- und Vergeltungskriege. So eine schwangere Frau. Sie geriet in ein Feuergefecht zwischen zwei Banden. Drei verirrte Kugeln trafen sie, eine davon ins Rückgrat. Nie wieder wird sie laufen können. Sie lebt mit ihren drei kleinen Kindern in einer winzigen Wohnung, jeder Tag und jede Nacht ist schmerzerfüllt und voller qualvoller Krämpfe Gang-Infos über: www.lagangs.usbzw. www.lagangs.us/videos/ 12 Eine Hauskatze lief in fünf Jahren 2581 Kilometer weit - von Colorado nach New York. Dort wurde sie gefasst und in ein Tierheim eingewiesen. Die Katze hatte Pech: In ihrem Leib war ein Mikroship implantiert, weshalb der Eigentümer ermittelt werden konnte. Jetzt muss sie zurück nach Colorado.13

Fundstellen: 1: BLZ 16.9.11, S.32; 2: NZZ, 16.9.11, S.3; 3: BLZ 20.9.11, S.20; 4: NZZ 20.9.11; S.2; 5: BLZ, 209.11, S.15; 6: NZZ, 20.9.11, S.2; 7: BLZ 20.9.11, S.9; 8: NZZ, 20.9.2011, S.2; 9: NZZ 20.9.11, S.14; 10: BLZ 20.10.11, S.10; 11: NZZ, 20.9.11, S.2; 12: NZZ 20.9.11, S.12; 13: NZZ, 20.9.2011, S.14


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