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In der Not schlägt die Stunde der Zeichendeuter. Was der Börsenastrologe Karsten Kröncke über Anfang und Ende der gegenwärtigen Finanzkrise zu sagen hat

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Der Freitag: Herr Kröncke, wir stecken mitten in einer gigantischen Finanz- und Wirtschaftskrise. Inwieweit haben Sie als Börsenastrologe das vorhergesehen?

Karsten Kröncke: Einen Crash habe ich schon kommen sehen, auch wenn ich das Ausmaß der Turbulenzen im Finanzmarkt noch nicht abschätzen konnte. Es gibt ja gewisse Sternenkonstellationen, die schon bei den Krisen 1928 oder 1948 herrschten und die auch nun wieder zu beobachten waren. Davor habe ich natürlich gewarnt.

Hat keiner auf Sie gehört oder wieso konnte es so weit kommen?

Nun, mein Einfluss ist ja begrenzt. Ich kann mit meinen Prognosen nicht die Weltwirtschaft retten. Meine eigenen Kunden habe ich aber frühzeitig geraten, ihr Geld noch vor 2008 in sichere Anlagen und nicht in Finanzderivate oder Zertifikate zu investieren.

Wie erarbeiten Sie Ihre Prognosen? Gibt es spezielle Methoden, die Sie anwenden?

Meine Prognosen basieren auf Analysen von Konstellationen vor einem historischen und finanziellen Hintergrund. Daraus entwickle ich komplexe Formeln und Rechenprozesse, die in eine Software einfließen. Wenn dann eine Jahresprognose ansteht, rechnet der PC vier Tage am Stück, um die Datenmenge zu verarbeiten. Die Ergebnisse gleiche ich dann immer mit der tatsächlichen Entwicklung ab, um mein Verfahren weiter zu optimieren. Mittlerweile habe ich eine Trefferquote von mehr als 50 Prozent erreicht – damit bin ich genauer als manch herkömmlicher Analyst.

Wie unterscheidet sich die Prognose für Finanzmärkte von der Vorhersage von persönlichem Glück?

Es gibt da vielmehr große Gemeinsamkeiten. Wenn man für einen einzelnen Menschen ein Individualhoroskop macht, trifft man da auch auf Hochs und Tiefs, auf Crashes und Krisen. Statt eines abstürzenden Börsenkurses äußert sich das dann eben in persönlichen Schicksalsschlägen, Jobverlust, Scheidung, Geldsorgen. Das Schema ist bei Menschen und Märkten sehr ähnlich.

In der gegenwärtigen Krise scheint niemand so recht zu wissen, wie sich die Märkte entwickeln. Schlägt nun die Stunde der Börsenastrologen?

Nein, das kann ich nicht behaupten. Die Börsenastrologie ist eher eine ergänzende Dienstleistung, wenn jemand über Geldanlage nachdenkt. Vorher werden zunächst Steuer- und Unternehmensberater befragt, dann entscheidet sich vielleicht einer von Tausend für eine Beratung beim Finanzastrologen. Nach 30 Jahren Berufserfahrung hat sich das bei mir als grobes Verhältnis bestätigt.

Einige Ihrer Kollegen haben geäußert, gegen Ende 2009 drohe an den Börsen ein ähnliches Desaster wie schon 2008. Teilen Sie diese Einschätzung?

Ja, das Ende der Krise ist keineswegs erreicht. Bis Mai wird sich zwar eine scheinbare Erholung zeigen, das dicke Ende kommt aber erst danach. Vor allem in der Zeit zwischen 14. September und dem 10. November wird es noch einmal sehr schlimm werden. Wir erleben dieses Jahr noch einige katastrophale Zusammenbrüche von großen Unternehmen und Banken.

Wann wird die Krise schließlich überwunden sein?

Nach dem 10. November 2009 wird es ganz langsam wieder bergauf gehen, ein großer Boom ist aber nicht zu erwarten. Erst 2010/2011 wird das Börsenparkett wieder einigermaßen sicher genug sein, um sich von den konservativen Geldanlagen zu lösen. Dann kann man wieder beginnen, dort längerfristig zu spekulieren.



Karsten F. Kröncke ist astrologischer Unternehmensberater in Freiburg. Er betreibt die Internetseite www.astrax.de, wo er seine aktuellen DAX-Prognosen veröffentlicht.

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