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Berliner Uni-Absolventen gewinnen Web-Oscar: Das Programm "Aka-Aki" liefert Profile von vorbeilaufenden Handynutzern aufs Telefon. Vier Fragen an Mitgründer Roman Hänsler

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Der Freitag: Ihr Handy-Dienst Aka-Aki hat den Webby Award für das beste "mobile soziale Netzwerk" gewonnen. Wofür brauche ich so etwas?

Roman Hänsler:

Kurz gesagt zeigt Aka-Aki Profile der Leute in der Nähe auf mein Handy. Wenn ich zum Beispiel im Café sitze, werden die anderen registrierten Nutzer im Umkreis angezeigt. Ich kann Ihre Profil-Informationen ansehen, ihnen Nachrichten schreiben, Fotos austauschen. Wenn jemand an mir vorbeiläuft, der ähnliche Interessen hat wie ich, werde ich darüber informiert. Dann kann ich ihn oder sie ansprechen.

In Japan ist Flirten übers Handy extrem beliebt. In Deutschland hat es sich nicht durchgesetzt - obwohl manche Mobilfunkfirmen früher viel in Technologien dafür investiert haben. Warum sollte sich das jetzt ändern?

Die Mobilfunk-Anbieter haben früher nur abstrakt "Internet auf dem Handy" geworben. Das ist ziemlich unsexy, weil sich doch jeder fragt: Warum soll ich mir jetzt Webseiten auf einem winzigen Bildschirm ansehen? - Inzwischen kennen ja viele Facebook oder StudiVZ. Doch dafür muss ich mich immer noch vor einen Computer setzen. Wir versprechen: Wir bringen dein digitales Netzwerk ins echte Leben. Mit der Technik muss sich dabei niemand mehr beschäftigen.

Wie ist die Idee entstanden?

Es war ein Gruppen-Diplom-Projekt an der Berliner Universität der Künste. Eigentlich sollten wir eine Werbekampagne für das Produkt eines bestehenden Unternehmens planen. Aber wir haben überlegt, dass wir lieber selbst ein Produktentwickeln. Ende 2006 war es mit den Sozialen Netzwerken im Netz schon losgegangen. Wir dachten: Lass uns das aufs Handy bringen.

Was bedeutet der Name eigentlich?

Den haben wir uns ausgedacht. Schon ganz am Anfang haben wir mit Silben und Buchstaben experimentiert und dann Begriffe gebildet. Der Name durfte nicht zu technisch klingen, sollte aber trotzdem Assoziationen auslösen, die zum Produktpassten. Da blieben dann drei Kandidaten übrig, die wir in kleinen Umfragen getestet haben. Am Schluss haben wir dann recherchiert, ob der Name in exotischen Sprachen etwas bedeutet. Nicht, dass "Aka-Aki" auf Chinesisch plötzlich etwas perverses heißt.

Aka-Aki funktioniert auf fast allen Handys. Das Programm und der Gebrauch sind kostenlos. Allerdings können Mobilfunkbetreiber Gebühren für die Übertragung von Daten verlangen.

Die Anwendung ortet Handys über die gängigen Übertragungsstandards Bluetooth, W-Lan, GPS und Cell-ID. Der Dienst steht seit April 2008 online. Bis Mai 2009 haben sich laut Angaben des Start-Ups 200.000 Menschen registriert.

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