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Was Buddhismus und I-Phones vereint: Pünktlich zum Deutschland-Besuch des Dalai Lama stellt eine Firma die Gebetsmühle fürs Smartphone vor. Und das ist nicht mal peinlich

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Beten per Touchscreen, das macht eine neue virtuelle Gebetsmühle fürs I-Phone möglich. Mit einem Fingerwisch lässt sich die Mühle drehen und zeigt jedes Mal ein neues buddhistisches Mantra an. Das Drehen echter Gebetsmühlen per Hand soll Spiritualität mit körperlicher Aktivität verknüpfen, ein Prinzip, das ja immerhin rudimentär mit dem I-Phone erhalten bleibt.

Bei seinem Deutschlandbesuch Ende des Monats wird das Produkt von Mission Mobile dem Dalai Lama präsentiert, es dürfte auf seine Zustimmung stoßen. Zum einen ist der Dalai Lama ja eh permanent gut gelaunt, zum anderen gilt er als technikbegeistert. Das sich das Produkt verkauft, ist ebenfalls gut vorstellbar. Buddhismus ist trendy und I-Phones sind es auch. So einfach kann das sein.

Für Bibelverse dürfte die Vermarktung ungleich schwieriger sein. Nicht nur sein geistiges Oberhaupt, sondern auch der Buddhismus an sich scheint sich besser als andere große Religionen problemlos in die Lebenswelt postmoderner Großstadtbewohner zu fügen. Woran liegt das eigentlich?

Ein Grund könnte das undogmatische Wesen des Buddhismus sein. So sagt der Dalai Lama von sich selbst, jeder könne in ihm sehen was er in ihm sehen wolle. Dem Buddhismus, zumindest in seiner euro-asiatischen Ausprägung, geht es weniger um ein Korsett von Regeln. Angesichts der Krise etwa hütet sich der Dalai Lama, eine buddhistische Wirtschaftsordnung zu entwerfen, niemals würde es ihm einfallen, eine Sozialenzyklika im Stil von Benedikt XVI. zu verfassen.

Zurück zum Wesentlichen

Zwar mögen viele Menschen in der Religion Orientierung suchen, aber zeitgemäßer und auch glaubwürdiger dürfte es vielen erscheinen, wenn diese auf bestimmte Antworten verzichtet. Der Buddhismus verpflichtet nicht, er rät zu oder rät ab. Vereinfacht gesagt kann jeder wählen welches Mantra ihm am besten gefällt, ganz ähnlich wie der Verbraucher es aus der Welt der Werbung gewohnt ist.

Und so haftet der Kombination von I-Phone und Gebetsmühle nichts künstliches an, obwohl der Buddhismus empfiehlt, das Streben nach Konsumgütern zu überwinden. Im vergangenen Jahr hat die „Gesellschaft für innovative Marktforschung“ in der Studie „Delphi2017“ eine Prognose gewagt, an welchen Grundprinzipien sich die Menschen in der Zukunft stärker orientieren werden. Die Ergebnisse: sie würden "zurück zum Wesentlichen" wollen, hätten Ideale (Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung). Der Mensch der Zukunft wolle "weniger Ich und mehr Wir" es sei ihm aber auch wichtig, im System zu funktionieren.

Prinzipien, die, wer möchte, auch aus den Lehren des Buddhismus lesen oder sie in die Vermarktungsstrategie für neue I-Phones einfließen lassen kann. Anstelle eines Gottesglaubens steht für den Buddhisten eine zentrale Idee, an der sich auch fast jeder Werbespot orientieren kann: Das allgegenwärtige Streben nach Glück, das als Bedürfnis immer irgendwie diffus bleibt, weil kein fester Weg dorthin vorgegeben ist. Den müssen wir schon selbst finden. Mit dem I-Phone oder mit Mantren. Oder eben mit beidem.

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