Muhammad Ali gegen Joe Frazier, 1975
Die beiden Hauptdarsteller des „Thrilla in Manila“ waren vielleicht die besten Boxer, die es je im Schwergewicht gegeben hat. Die ersten sechs Runden gingen an Ali. Dann machte Frazier ein irres Comeback. Ab Runde 13 schwollen ihm die Augen zu. Runde 14 handelt davon, wie Ali einen Blinden verprügelt. Im Internet lässt sich der Kampf immer noch ansehen.
Jack Dempsey gegen Luis Firpo, 1923
Boxen wie an der Biertheke: Neun Niederschläge gab es in der ersten Runde – sieben von Dempsey, zwei von Firpo. Der zweite von Firpo wirft Dempsey über die Ringe auf die Schreibmaschinen der Reporter. Dempsey springt zurück in den Ring, gerade rechtzeitig, bevor er ausgezählt ist. In der nächsten Runde schlägt er den Argentinier K.O.
Rocky Graziano gegen Tony Zale, 1952
Im Video sieht man die klassische 1-2-Box-Kombination in Perfektion: Schlag gegen den Körper (1), der Gegner reißt die Arme herunter. Dann der linke Haken ins ungedeckte Gesicht (2) – K.O. Keine schöne Einsicht: Zales Sieg erinnert uns an all die Situation, in der wir gern zugeschlagen hätten, anstatt feige zu schweigen.
Muhammad Ali gegen George Foreman, 1974
Kinshasa, Zaire, der alternde Ali, eingeschüchtert von George Foremans Killer-Punch wählt seine legendäre „Rope-a-Dope“-Verteidigungsstrategie: in die Seile gelehnt lässt er den wütenden Foreman auf sich einprügeln, verhöhnt ihn mit Beleidigungen. Brillant verewigt im Film „When we were Kings“. Boxen war nie besser. Dokumentarfilme auch nicht.
Arturo Gatti gegen Mickey Ward, 2002
Nicht wenige Boxer sind der Meinung, dass es die Nehmerqualität – also die Fähigkeit, Schläge einzustecken – ist, die gute von sehr guten Boxern unterscheidet. Als brutalstes Beispiel darf der Fight zwischen den beiden besinnungslos offensiven Boxern Arturo Gatti und Micky Ward dienen. Der Ausschnitt zeigt die 9. Runde. Sie gilt als die “Runde des Jahrhunderts”.