Es ist ein ewiger Streit und gerade uns FeministInnen wird gerne unterstellt, wir seien in diesem Streit der Gegenpart zu den BiologInnen. Das ist aber wirklich Quatsch, denn sowohl unter den FeministInnen (siehe Differenz-Feminismus) als auch unter den BiologInnen gibt es darüber bis heute große Differenzen. Nein, es ist in der Tat nicht so, dass alle SoziologInnen glaubten, es käme nur auf die Umweltfaktoren an – ein Blick in die wissenschaftlichen Auseinandersetzungen innerhalb der Soziologie zeigt, es herrscht weiterhin Unklarheit. Und genauso wenig sind es alle BiologInnen, die an die Übermacht von Genen und Hormonen glaubten. Das als Klarstellung vorneweg – auch wenn es manchen vielleicht überflüssig vorkommen mag.
Der Streit über Anlage und Umwelt konnte bislang nicht geklärt werden und wird es in absehbarer Zeit auch nicht – das ist die einzige wahre Aussage, die man dazu treffen kann. Würde mein Gehirn einer Gruppe hochqualifizierter Neurobiologen in die Finger fallen, ohne dass sie sonst Anhaltspunkte dazu hätten – sie könnten nicht bestimmen, ob es männlich oder weiblich ist. Durchblutung, Stoffwechsel und alle Strukturen sind zunächst so identisch – und innerhalb der Geschlechtergruppen wiederum so verschieden – dass die Frage nach meinem Geschlecht nicht anhand meines Gehirns beantwortet werden könnte. Das überrascht, denn seit Jahren geht eine Gruppe NeurobiologInnen und PsychologInnen – wie Susan Pinker und Louann Brizendine – damit hausieren, dass die Unterschiede der Geschlechter bereits in ihren neurologischen Anlagen und den unterschiedlichen Hormonhaushalten mehr als klar begründet seien.
Fiese Hormone
Brizendine und Pinker legen ihren Fokus auf die Hormone: Die fiesen, kleinen Dinger, die durch unseren Körper strömen und verhindern, dass Männer in einem sozialem Beruf glücklich werden können und Frauen in den Chefetagen der DAX-Unternehmen. Sie legen die Tatsache, dass die Hormone bereits in der Schwangerschaft ausgeschüttet werden, also wenn die kleinen Menschen noch nicht einmal das Licht dieser Welt erblickt haben, als Beweismittel für die Unterschiede im späteren Sozialverhalten auf den Tisch, denn diese Hormonausschüttungen sorgten dafür, dass Jungen und Mädchen schon mit unterschiedlichen Gehirnen auf die Welt kommen. So weit, so richtig, zumindest nach dem aktuellen Wissensstand in der Neurobiologie.
ForscherInnen weltweit haben festgestellt, dass tatsächlich schon pränatal durch eine große Hormonaktivität unterschiedliche Gehirn-Strukturen angelegt würden, doch Brizendine und Co. lassen gerne Teil zwei der aktuellen Erkenntnisse weg: Auch wenn die Gehirne bei der Geburt unterschiedlich seien, so ist die weitere Entwicklung des Gehirns nach der Geburt mehr von den Einflüssen der Umwelt abhängig als von den Genen und Hormonen. Ein Vertreter dieser Sichtweise des Gehirns ist der Neurobiologe Gerald Hüther. In Ausgabe 2/2008 der Zeitschrift TPS erläuterte er, welche Auswirkungen die Unterschiede zwischen Jungen- und Mädchengehirnen bei der Geburt hätten und: welche nicht.
„Weder die genetischen Programme, noch die sich entwickelnden Gehirne von Männern und Frauen „wissen“, wie ein männliches bzw. weibliches Gehirn herauszubilden ist. In viel stärkerem Maß als bisher angenommen strukturiert sich das Gehirn von Männern und Frauen anhand der sich für beide Geschlechter ergebenden unterschiedlichen ‚Nutzungsbedingungen’“.
Jungs sind sensibler
Dennoch: Männliche Gehirne seien von Anfang weniger stabil und konstitutionell schwächer als die der Mädchen, sagt Hüther. Jungen kämen daher im Durchschnitt etwas empfindlicher zur Welt als Mädchen. Zudem hätten sie größere Schwierigkeiten bei der Aneignung neuronal komplexer Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster. Doch im Gegensatz zu Brizendine oder Pinker leitet Hüther hieraus nicht die Notwendigkeit einer größeren Neanderthaleritis bei Männern her, sondern vielmehr, dass Jungen in den ersten Lebensjahren im Vergleich zu Mädchen mehr Zuwendung, mehr Halt, Stabilität und Liebe bräuchten, um dieses kleine "Defizit" auszugleichen. Dass die Erwartungshaltungen von Eltern an das angeblich "starke" Geschlecht oft das Gegenteil sind, steht dabei auf einem anderen Blatt.
Vor einigen Jahren entdeckten die Forscher, die dank MRT und Co. in unsere Gehirne gucken können, dass ein ganz bestimmter Bereich plötzlich überdurchschnittlich groß erscheint, der früher kaum in Erscheinung getreten war: Der Bereich im Gehirn, der für den rechten Daumen zuständig ist. Nun, SMS-Schreiben ist eben ein evolutionär noch relativ neuer Zustand, aber das Gehirn hat sich natürlich sofort angepasst. Die Jugendlichen von heute haben ein sehr großes Rechter-Daumen-Areal in ihrem Hirn, größer als meins und noch viel größer, als das von meiner Omi!
Die Größe bestimmter Gehirn-Areale ist auch das Thema von Brizendine und Pinker. Sie wollen beweisen, dass Männer und Frauen von Natur aus – was in der Sprache der Wissenschaft soviel heißt wie: genetisch bedingt – ganz verschieden sind und ziehen Studien heran, die zeigen sollen, dass die Gehirne uns gar nichts anderes zugestehen, als völlig verschieden zu sein. Geht man mit Hüthers Erklärung für Größe mit, dann wird schnell klar, dass Größe vor allem ein Ergebnis von Lernen und Benutzen ist, womit ein lange bekannter Grundsatz der Neurobiologie wieder einmal bestätigt wurde: "Use it, or lose it!" Dass die Verschiedenheit der Geschlechter also genetisch bedingt sein muss, das wurde mitnichten bewiesen, im Gegenteil: Die Vermutung liegt nahe, dass diese erlernt wurde: "Use it, or lose it".
Katrin Rönicke, geboren 1982 in Wittenberg, studiert Erziehungswissenschaften und Sozialwissenschaften in Berlin und ist Mutter eines zweijährigen Jungen. Seit April ist sie Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung. Für den Freitag schreibt sie in ihrer wöchentlichen Kolumne über Gender- und Bildungsthemen. Außerdem schreibt sie für den feministischen Blog maedchenmannschaft.net
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Sehr geehrte Frau Rönnicke,
Die fiesen, kleinen Dinger, die durch unseren Körper strömen und verhindern, dass Männer in einem sozialem Beruf glücklich werden können und Frauen in den Chefetagen der DAX-Unternehmen. So ist das sicherlich nicht von Susan Pinker formuliert worden, und sie ging damit auch sicherlich nicht "hausieren", sondern äußert sich in Beiträgen zu diesem Thema, genau wie Sie das tun. Wie wäre es, wenn Sie sich die Mühe machten, demnächst verschiedene Standpunkte einfach mal selbst zu durchdenken und zu versuchen, sie Ihren Lesern (sorry, kein -Innen) verständlich zu machen, und zwar möglichst neutral. Ihre ganz persönliche Bewertung können Sie dann anschließend äußern, und zwar so, daß deutlich zu erkennen ist, daß diese von Ihnen stammt, wenn es geht, mit einer plausiblen Begründung, warum genau Sie einen bestimmte Darstellung für nicht zutreffend halten (und nicht: Das ist mir eben einfach nicht sympathisch !) Das wäre guter journalistischer Stil. Darf ich fragen, woher Sie Ihre Qualifikation haben, um entscheiden zu können, ob nun Susan Pinker oder Gerald Hüther recht hat ? Vielleicht gibt es da ja auch gar keinen unvereinbaren Widerspruch, wenn man sich nämlich mal unvoreingenommen damit auseinandersetzt, wer in welchen Zusammenhängen was worüber äußert und was genau in dem konkreten Zusammenhang damit gemeint ist ! Nehmen wir mal an, Gerald Hüther hätte über Mädchen folgendes gesagt: "Zudem hätten sie größere Schwierigkeiten bei der Aneignung neuronal komplexer Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster. Würden Sie ihn dann auch als ihren Säulenheiligen vor sich hertragen ? Immer wieder im "Freitag" diese Beiträge, die kein Interesse daran erkennen lassen, wie etwas wirklich ist. Wahr ist, was uns gefällt ! Was uns nicht gefällt, kann nicht stimmen. Zum Einfluß der Umwelt: Das ist keine Einbahnstraße - Kind wird geboren, Umwelt wirkt ein, bumm, bumm, bumm, fertig. Kinder stellen eine Beziehung zu ihrer Umwelt her. Verschiedene Kinder stellen verschiedene Beziehungen zur selben Umwelt her. Dieselben Einflüsse wirken unterschiedlich auf verschiedene Kinder. Was sich dabei hirnphysiologisch und epigenetisch abspielt, würde ganze Festplatten füllen, auch wenn sicherlich nur ein Bruchteil davon bisher erforscht ist. Und noch etwas: Aussagen über Frauen und Männer, Jungen und Mädchen im allgemeinen, Durchschnitt usw. erlauben selbstverständlich keine Aussage über irgendeinen ganz konkreten einzelnen Menschen. Muß ich Ihnen nach Ihrem Studium der Sozialwissenschaften tatsächlich diese Binsenweisheit erklären ? Gruß, Nelly |
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schrieb am
14.09.2009 um 21:40
"Immer wieder im 'Freitag' diese Beiträge, die kein Interesse daran erkennen lassen, wie etwas wirklich ist. Wahr ist, was uns gefällt ! Was uns nicht gefällt, kann nicht stimmen." - Wohl wahr, trifft auch auf KommentatorInnen zu, auf manche ganz besonders, denen ihr Nichtgefallen an dem, was sie lesen, so überdeutlich anzumerken ist.
Und da der zitierte Satz so treffend ist, wartet die Freitag-Community jetzt auf den allerersten Beitrag, der zeigt, 'wie etwas wirklich ist'! Die Community ist sehr gespannt, was das 'etwas' in dem Blog von Nelly dann sein wird. |
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Auch wenn ich Ihnen gerne zustimme, und man ja diesen Artikel ungern unkommentiert lassen möchte, wie es bei den meisten, m.E. unwissenschaftlichen und mit dem Makel der Meinungsmache behafteten Artikeln von Frau Rönicke eben so ist, so glaube ich doch nicht, dass es sich lohnt, diese zu kommentieren.
Die Positionen in der Community sind festgefahren, die Fronten geklärt, jeder Versuch der Überzeugung, und mag er noch so logisch sein, ist zum Scheitern verurteilt. Dies gilt leider nicht nur für Genderthemen, Scheindiskussionen und eitle Selbstbetrachtung sind ein Übel, das sich hier wirklich breitgemacht hat. Eine gute Diskussion ist schon dann gegeben, wenn die Hälfte der Kommentare nicht aus Beleidigungen besteht. Und gerade bei einem für manche so emotionalen Thema wird es kaum Bewegung geben. Und bloß weil ich irgendwelchen Schwachsinn zu Quotenregelung o.ä. lese, der ob seiner Argumentationsfreiheit in Verbindung mit einer selbstgefälligen Dreistigkeit mich fast schon kotzen läßt, heißt das noch lange nicht, das man den Artikel mit Kommentaren adelt. Einer der Gründe, warum ich mit bei Frau Rönickes vergangenen Artikel auch irgendwann das Kommentieren verkniffen habe, auch wenn ich durchaus einiges zu sagen gehabt hätte. @Meisterfalk Auch auf die Gefahr hin, dass diese Frage zu persönlich erscheint: Sie sind nicht zufällig der einzige Mann daheim??? |
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@Meisterfalk:
Gibt's auch was zu meinem Beitrag zu sagen (der schwarz auf weiß dasteht, so wie er ist) oder nur zu meiner Person (die Du nicht kennst) ? Meine Kritik an Katrin Rönnickes Artikel war konkret. Hast Du auch eine konkrete Kritik an dem, was ich geschrieben habe ? "...Nichtgefallen an dem, was sie lesen, so überdeutlich anzumerken ist Das scheint mir der einzig greifbare Vorwurf zu sein, und ich muß sagen, der überrascht mich. Man merkt also, daß mir besagter Artikel nicht gefallen hat ! Schlimm. "...die kein Interesse daran erkennen lassen, wie etwas wirklich ist. Wahr ist, was uns gefällt ! Was uns nicht gefällt, kann nicht stimmen." - Wohl wahr, trifft auch auf KommentatorInnen zu...", womit ich also gemeint bin. Gibt's Beispiele dafür ? Würde mich wirklich interessieren. Es ist eingentlich nicht meine Art, "Wahrheiten" zu verkünden, sollte etwas so rübergekommen sein, könnte es möglicherweise daran liegen, daß der Leser selbst sie hineingelesen hat, warum auch immer. |
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Ein Märchen wird nicht zu einer Wissenschaftlichen Arbeit, nur weil es an anderer Stelle) wiederholt wird!
Menschen, welche eine exakte Wissenschaft studiert haben ( Genderstudien bedeutet ja nur Feminissmus für die UNI, aber noch lange keine Wissenschaften) haben schon lange eingesehen, das wir menschen als Mann und Frau geboren werden. So haben Biologen der Uni Wien Kindern von indianer- Völkern, welche nie in ihrem Leben Spielzeug hagtten, Geschlechtsspezifisches Spielzeug vorgelgt und die Kamerau laufen lassen. Ratet mal, wer zu was griff? Ja richtig, die Jungs zum Werkzeug und die Mädchen zu den Puppen! Noch ein Einwand: Erfolgreiche Menschen unterscheidet von anderen, das sie früh erkannt haben, was sie können und was nicht! Ein Mädchen wird also nie ein Erfolgreicher Hufschmied oder eine geniale Naturwissenschaftlerin werden, ein Junge nie Hebamme oder ein Kommunikationsgenie! Sicher Ausnahmen wird es immer geben, es geht aber doch um den Durchschnitt von vielen! Ich bin jetzt auch hier liebe autorin :) |
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Komisar Kottan, aus der gleichnamigen Satiere meinte zum Thema Warheit mal: "Die Warheit steht schon in der NationalzeitunG" Nun Nelly, ebenso wie die ewig gestrigen, glauben auch die Femministinnen die Warheit immer auf ihrer Seite zhu haben, ohne jegliche Diskussion.
Känträre Ansichten werden gerne als pseudowissenschaftlich, bzw. "nr naturwissenschaftlich" abgetan. Es bleibt dabei, Genderstudien sinjd keine Exakten wissenschaften sondern Femminismus, eine Ideologie wie andere auch, und sonst nichts! |
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Also Biologie oder Gender-Theorie? Das klingt nach George W. Bush: Entweder ihr seid für uns, oder ihr seid gegen uns! Auf solche Polaritäten lasse ich mich gar nicht mehr ein: Wenn schon Biologie und Gender.
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schrieb am
14.09.2009 um 21:42
Das ist allerdings die Crux dieser ganzen komischen Diskussion. Vielleicht sollten sich die Streithühner und -hähne mal wieder das gute alte Wort 'Dialektik' auf der Zunge und im Gehirnschmalz zergehen lassen?
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Die Dialektik wäre mal ein Anfang. Aber danach muss es weitergehen: Kein Gedanke ist jemals zu Ende gedacht, die Erkenntnis ist ein Fluss und keine Konstante.
Ja: Biologie und Gender, so muss es richtig heissen. Alles andere ist Pfusch und Rechthaberei. |
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schrieb am
15.09.2009 um 00:44
"Die Dialektik wäre mal ein Anfang. Aber danach muss es weitergehen: Kein Gedanke ist jemals zu Ende gedacht..." - Wie jetzt, erst dialektisch andenken und dann anders weiter?
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Also ich glaube langsam, dass das ganze Thema Gender oder Biologismus an und für sich schon dermassen negativ besetzt ist, dass es sich gar nicht mehr lohnt, darüber weiterzudiskutieren, wie der Verlauf des ganzen Threads hier beweist. Alle gegen alle- nein, da haben sowohl M1xP1yne als auch MH120480 recht: Es wird immer schlimmer- besser wird's nimmer. Ich muss langsam auch zugeben, dass ich bei vielen (altbekannten) Themen des Feminismus nur noch ein rotes Tuch sehe- und zwar fast schon reflexartig. Ich habe übrigens die rein formalen Dialektik gemeint.
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Dialektik ist ein sehr gutes Stichwort. "Man wird nicht als Frau geboren, man wird es", dieser Satz war in den vierziger Jahren nicht nur zutreffend, sondern auch revolutionär. Sechzig Jahre später kann man den Ausspruch dialektisch aufheben, was eben keine einfache Negation bedeutet. Die Reaktionen daraufsind aber regelmäßig so, als hätte man gerade das getan.
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@ THX1138
Ich war durch die liberale Erziehung, welche ich zumindest in meiner Kindheit genoß, dem Feminismus durchaus aufgeschlossen. Aber je mehr ich weiß, je mehr Artikel ich sehe, je mehr gelogen wird, desto wütender werde ich (Und nicht nur bei diesem Thema). Ich sehe das genauso wie Du(?),ich höre zum Teil einfach nur das Wörtchen "Feminismus" und dann krieg ich schon das Kotzen. Ein rotes Tuch, ja das trifft es. Auch ein weiterer Grund, solche Diskussionen eher zu meiden. |
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@M1xP1yne: Ja, auch ich war dem Feminismus ausgesprochen zugeneigt- bis mir dann die Argumentationsweise und die Polarisierung dieser gesellschaftlich absolut notwendigen Bewegung im Verlaufe der Achzigerjahre auffiel.
Der Feminismus kämpft noch heute mit den Altlasten aus den Siebziger- und Achzigerjahren- der neue Alphamädchenfeminismus kommt da schon wesentlich differenzierter daher. Aber an den ursprünglichen Dogmen (Patriarchat- sorry, wer heute noch vom Patriarchat spricht hat sie einfach nicht mehr alle / Diskriminierung in den Scheffetagen der DAX 30 und Swiss Performance Index-Unternehmen: Zuwenig Frauen, ergo Quote [das Betätigungsfeld des Feminismus wird immer kleiner- die gleichberechtigte Gesellschaft ist nämlich bereits Wirklichkeit geworden- und damit meine ich die Ausgangs- und nicht die Ergebnisgleichheit!!] u.ä.) hat sich im Grunde genommen nur bedingt etwas verändert. Doch man sollte bei alledem auch nicht vergessen, dass der Feminismus mittlerweile zu einer milliardenschweren Sozialindustrie geworden ist: All die Frauenförderprogramme, Gleichstellungsbüros- und Beauftragten, Frauenhäuser etc. sind ja auf diesen Dogmen aufgebaut- fallen sie einmal weg (und wir sind gesellschaftlich mittlerweile nahe dran), entfallen gleichzeitig sowohl die Legitimationgrundlagen des Feminismus, als auch all die einseitig ausgerichteten Förderprogramme, Stipendien und Subventionen! Ergo existiert gewissermassen ein durchaus nachvollziehbares Interesse daran, alte Feindbilder und Argumentationsmuster mit allen zur Verfügung stehenden publizistischen, politischen und "wissenschaftlichen" Mitteln künstlich am Leben zu erhalten. Somit haben wir es mitunter auch immer häufiger mit "lobbyismus und agitation in eigener sache" zu tun, wie MH120480 weiter unten absolut richtig bemerkt hat. |
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@ THX1138, MH120480
Zustimmung. Der "verfressene" (MH120480!!!) Schwabe nennt das zurecht Gschmäckle. Diejenigen, die laut für eine Quote schreien, sind meist diejenigen, die selber davon profitieren. Ähnlich auch bei den anderen Aspekten des Feminismus. Es mag hier lobenswerte Ausnahmen geben (eine davon unterrichtet mich gerade), aber bei vielen sehe ich leider keinen Denkprozeß. Doch soll uns das alle nicht traurig stimmen, zeigt diese Rückständigkeit und die zunehmende Unverschämtheit einiger Profiteure doch deutlich, dass sich die ganze Bewegung langsam des absteigenden Astes bewußt ist, auf dem sie sitzt. P.S. Eigentlich wollte ich ja keine weiteren Genderdiskussionen führen, aber es macht einfach so viel Spaß, sich auszumalen, was Feministinnen denken, die dieses Blog besuchen, und unsere Kommentare lesen. Von der Autorin ganz zu schweigen. |
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Also ich möchte betonen, daß ich mein Gehirn ganz für mich allein habe. Jedenfalls dachte ich das bisher.
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Behalten sie es denn 24h am Tag im Auge? ;-)
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Juhu! Ein Gender Artikel.
Vielleicht liegt die Wahrheit ja auch in der Mitte? Das Gehirn von Männern und Frauen muss in gewisse Bereichen Unterschiede aufweisen. Das Gehirn steuert Hormonausschüttung im Körper und die ist bei Frauen und Männern unterschiedlich, es muss also dort eine ein struktureller Unterschied bestehen, wo diese Steuerung stattfindet, Umwelt hin oder her. Auch gibt es diverse anatomische Unterschiede zwischen Männern und Frauen, diese Anatomie findet ihr Korrelat wiederum in der Hirnstruktur. Und ein sehr trauriger Unterschied: Beim Orgasmus leuchtet im männlichen Gehirn ein kleiner Teil, während das Gehirn der Frau leuchtet wie ein Weihachtsbaum. Kognitive und soziale Fähigkeiten sind natürlich stark von der Umwelt beeinflusst und bei ähnlichen Reizen könnte das Gehirn bei Frauen und Männern ähnlich reagieren. Dann hätten alle Recht. Aber wohin dann mit der Wut? |
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@ merdeister
"Beim Orgasmus leuchtet im männlichen Gehirn ein kleiner Teil, während das Gehirn der Frau leuchtet wie ein Weihachtsbaum." Ich werde mich gegen diese unglaubliche Diskriminierung mit allen gebotenen Mitteln zur Wehr setzen. Es kann nicht angehn, das Männer beim Orgasmus diskriminiert werden. Ich möchte auch einen Weihnachtsbaum im Gehirn ;- ) Danke merdeister, Sie haben wahrscheinlicher als einziger von uns dem Artikel das zukommen lassen, was er wirklich verdient. Gute Nacht, Max |
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Welche Wut? ;-)
Kognitive Fähigkeiten sind stark von der Umwelt beeinflußt, inwiefern? Ich frag deshalb, weil laut Lexikon Intelligenz als Wahrnehmungsfähigkeit definiert wird, was wiederum einer Beobachtung dieser Umwelt durch das Individuum entspricht. Also die umgekehrt Richtung wäre. |
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@M1xP1yne
Ich empfinde diese Benachteiligung des männlichen Geschlechts auch als höchst ungerecht. Was wäre also zu tun, um dieser nicht hinnehmbaren Diskriminierung des männlichen Geschlechts entgegenzuwirken? Mir ist nämlich sehr an einer Geschlechtergerechtigkeit gelegen. |
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Mir hat man beigebracht, Intelligenz sei das, was der Intelligenztest misst. Es gibt da nämlich kein wirklich einheitliches Konzept(hat man mir auch beigebracht :-p ).
Wahrnehmungsfähigkeit halte ich in der Hinsicht für sehr kurz gegriffen. Das würde ja bedeuten, jemand der seh oder hörbehindert sei, könne nicht genauso Intelligent sein oder werden, wie jemand der beides gut kann. Auch kann man die Wahrnehmungsfähigkeit trainieren, die ist ja nicht in Stein gehauen. Und um sie zu trainieren, benötigt man u.a. eine Umwelt, die Reize bietet. |
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M1xP1yne, es bleibt uns wohl nichts übrig als auf die Gentechnik zu hoffen. ;-)
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Sehr schön: "Aber wohin dann mit der Wut?" In diese Diskussion zum Beispiel!
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@ Titta
Sie könnten aufhören, Orgasmen zu haben ;- ) Denn ganz dem Feministischen Credo folgend bin ich natürlich auch für Geschlechtergleichheit; wenn Sie mir nützt... |
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Ob ein Gehirn einem männlichen oder weiblichen Körper entstammt, läßt sich sehr leicht feststellen. Man muß es nur wiegen. Weibliche Gehirne sind leichter.
Die Wissenschaft vor hundert Jahren hat daraus gefolgert, daß die Frau von Natur aus dümmer sei, da sie ja weniger Gehirnmasse zum Denken zur Verfügung hätte. Daran mußte ich denken, als ich den Abschnitt über Hüther und die schwächeren, weniger stabilen männlichen Gehirne las. Was wohl die Wissenschaft in hundert Jahren über die heutige Diskussion denken wird? |
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Nichts Gutes wahrscheinlich, aber das dürfte ja auch jetzt schon der Fall sein.
Im Übrigen waren die Gehirne mindestens eines der Vorläufer des Homo Sapiens auch im Schnitt größer, als die unseren Heute. Und trotzdem beherrschen HEute die LEute mit kleinerer Hirnmasse die Welt. So what? LG, Max |
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Sehen Sie, und das sagen Sie, obwohl Sie ein Mann sind. Das nennt man dann doch wohl Weiterentwicklung, oder?!
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Liebe Titta,
wann willst Du das denn wiegen? Im Leben geht das doch gar nicht. Immer erst hinterher. Und die Wissenschaftler vor hundert Jahren, die haben bestimmt Frauen eingefangen, gemeuchelt, die Gehirne gewogen und nur die gelten lassen, die kleiner waren als die von selbstverständlich legal in Kriegen gemeuchelten Männern. Und das ist dann das Ergebnis. Das ist der Gender-Brain-Weight-Kampf gewesen nämlich. Das wirklich Gültige hat doch dazu schon eine gewisse Milva gesungen: "Man wird zur Frau doch nicht geboren, man wird zur Frau doch erst gemacht." Die hat das schon gewusst. Eine Pionierin. Nochwas fällt mir ein in meiner weiblichen Schwatzsucht: Ein kluger Wissenschaftler (so was gibts) hat einmal geschrieben, dass die Identifizierung qua Geschlecht zu den wichtigen Selbstvergewisserungen der Menschen gehört. Man fühlt sich sicher aufgehoben, wenn man weiß, welches Geschlecht man hat. Und mir fiel dann gleich dieser herrliche Alltagsausruf ein, der bei Verwirrung gern verwendet wird: "Ich wusste nicht mehr ob ich Männlein oder Weiblein war." Was will ich damit sagen? Die Debatten um die Geschlechterzugehörigkeit und darum wie sie entsteht und wodurch und wieso rührt irgendwie an eine empfindliche Seite der Menschen und führt zu Verunsicherungen. Das geht jetzt nicht an Dich, sondern ich schreibe einfach mal alles in ein Kästchen rein. Gruß Magda |
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Magda, Titta, das sagt der "Waldeyer": "Jedoch hat der Mensch keinesfalls das größte Gehirn (Elefant:5000g).(...) Auch den Vergleich des relativen Hirngewichts (Hirnmasse/Körpermasse) führt der Mensch (2-2,5%) nicht an (z.B. Klammeraffe Ateles:6,6%).(...) Da ein größerer Teil des Gehirns direkt oder indirekt mit der Motorik befasst ist, besteht ein grober Zusammenhang zwischen einer größeren Muskelmasse und einem größeren Gehirn.(...) Gemessen an der Relation zur Muskelmasse verfügen Frauen im Mittel (!) über das GRÖßERE Gehirn."
Tja. |
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@ Titta
Gell, ist das nicht toll? Ich bin ganz artig, stubenrein und kann sogar ein Männchen machen, wenn ich ein Leckerli kriege. ;- ) @ Magda "Immer erst hinterher. Und die Wissenschaftler vor hundert Jahren, die haben bestimmt Frauen eingefangen, gemeuchelt, die Gehirne gewogen und nur die gelten lassen, die kleiner waren als die von selbstverständlich legal in Kriegen gemeuchelten Männern. Und das ist dann das Ergebnis. Das ist der Gender-Brain-Weight-Kampf gewesen nämlich." Es gibt Leute, da würde ich echt glauben, das das was sie schreiben ironisch gemeint ist... |
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M1xP1yne schrieb "Es gibt Leute, da würde ich echt glauben, das das was sie schreiben ironisch gemeint ist..."
Tritra trullala...pfeif, pfeif... |
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merdeister - ich sage ja gar nichts zur Gehirngröße, sondern nur was über die Grausamkeit der Wissenschaftler -:))
Herr MH120481 "das wird mit jedem artikel krasser.. ich werde das künftig nicht mehr lesen." Sowas erinnert mich immer an diesen Scherz, wo einer auf Leute zueilt und brüllt: Hoffentlich bemerken Sie auch, wie sehr ich Sie ignoriere, Sie... Sie bringen sich doch um manche Erheiterung, kann ich da nur werbend sagen. |
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erheiterung ist ein sehr flüchtiges gut und überall zu bekommen. sie kann sogar anspruchsvoll sein.
ich halte es aber für legitim, gerade in diesen diskussionsabteilungen, anzukündigen, dass man polemiken ob ihrer unsachlichen art und weise -künftig- nicht mehr lesen wird. die frau ist immerhin autorin des freitags, da sollte dieser sowas auch wissen können. ich bin dabei durchaus der meinung, dass man alle themen behandeln kann und muss. nur eben nicht auf dem untersten zur verfügung stehendem niveau. in dieser geschlechterspaltenden form, in der hier regelmäßig polemisiert wird, sehe ich weder sinn, noch unterhaltun, noch irgendeine form von information. es ist, runtergebrochen aufs wesen, lobbyismus und agitation in eigener sache. darüber kann man sich lustig machen und diesen schund in den "bestenlisten" nach oben treiben damit es auch noch jeder wahrgenommen hat, oder man kann es ignorieren. ich bevorzuge in zukunft letzteres... wobei die erwähnung wohl der hinweis an euch darstellen sollte. ;) als unbelehrbar hat sie sich eh schon dargestellt, sodass man die diskussion da nicht zu suchen braucht. und wenns hier nur um leser- und diskussionanstossung geht .. worauf sich journalistische werke ja immer berufen können .. dann sollte man in der redaktion des freitag wirklich mal darüber nachdenken auf welchem niveau man diese anstossen will. am schreibstil der antworten ist jedenfalls zu vermerken, dass sie selbst es vollkommen ernst meint (so schmerzlos kann man kaum sein). mfg mh |
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Lieber MH,
niemand muss hier etwas lesen und jeder darf etwas aus Protest nicht mehr lesen, aber die Argumente für Deinen Standpunkt fehlen mir da gerade schon. "Lobbyismus und Agitation in eigener Sache?" Die Autorin ist "unbelehbar"? "Auf unterstem zu Verfügung stehendem Niveau" Was sind das denn für Kategorien? Klingt mir eher geschmäcklerisch denn inhaltlich begründet... |
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das war nicht ganz unabsichtlich... ich habs einfach mal genauso gemacht, wie ich mir begegnet fühle.
polemisch, unbegründet und wenn ichs denn irgendwann begründen wollte, dann stell ich mir aus allen texten einfach zusammen was ich brauche, ohne rücksicht aufs gesamtwerk zu nehmen. mfg mh |
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hallo,
auf ein paar Kommentare lohnt es sich, einige Zitate aus dem Artikel zu kopieren: "Der Streit über Anlage und Umwelt konnte bislang nicht geklärt werden und wird es in absehbarer Zeit auch nicht – das ist die einzige wahre Aussage, die man dazu treffen kann." wenn ich schon vorweg schicke, was die einzig wahre Aussage in dieser Frage ist - warum wird mir dann doch unterstellt, ich würde irgendwie meine Meinung als Wahrheit verkaufen wollen? "Das ist aber wirklich Quatsch, denn sowohl unter den FeministInnen (siehe Differenz-Feminismus) als auch unter den BiologInnen gibt es darüber bis heute große Differenzen." - auch hier schreibe ich, dass es kein wirkliches Entweder Oder auf der einen oder anderen Seite gibt - sondern nur verschiedene Überzeugungen - oder sagen wir Ideologien. "Die Vermutung liegt nahe, dass diese erlernt wurde: "Use it, or lose it"." VERMUTUNG! natürlich: als Autorin dieses Artikels, der ja eine Kolumne ist und somit auch eine Meinung vertreten darf, behandle ich die eine Position "netter", die andere "unnetter" - aber ich schildere sie beide. Und ich schreibe nicht, dass die eine wahrer ist und die andere falsch - ich schreibe und BEschreibe, warum ich die eine logischer finde, als die andere. So viel zum viel bemängelten Stil. Ich kann die Kritik in diese Richtung deswegen kaum nachvollziehen. @Titta: Wenn Sie ein Gehirn in die Hand gedrückt bekommen - und angenommen sie sind Neurobiologin und kennen sich wirklich gut aus - dann können sie nicht sagen, ob es männlich oder weiblich ist. Es sind alles nur Normalverteilungskurven, und diejenigen Kurven des Gewichts der Frauengehirne und der Männergehirne unterscheiden sich - doch eines für sich in der Hand gehalten ist es unmöglich aufgrund des Gewichts oder eines anderen Merkmals zu sagen, ob es männlich oder weiblich ist. Fragen Sie einen Biologen. Meine Kompetenz? Ich habe drei Jahre lang Biologie studiert und mich seitdem gerade in Sachen Neurobiologie immer auf dem Laufenden gehalten. Nicht nur aus einem feministischen Interesse, sondern vor allem auch, weil ich mich sehr viel für AD(H)S-Forschung interessiere und für die Beiträge, die uns die Neurobiologie in Sachen Bildung liefern kann. Ich versuche in meinem jetzigen Studium die aktuelle Erkenntnisse aus diesem Bereich immer mitzudenken, was ich für extrem wichtig halte. Denn in der Tat: Es ist kein Entweder/Oder - sondern für eine Dialektik und FÜR eine Aufhebung scheinbarer Gegensätze. Biologie, Soziologie, Gender und Psychologie sollten viel mehr Hand in Hand gehen, als sie es bislang tun. Das habe ich aus meinen beiden verschiedenen Studien mitgenommen und genau das ist es auch, was ich hier zu vermitteln versuche. Natürlich mit einer Gender-Brille - sorry, aber das ist hier mein Job. Aber doch auch auf dem aktuellsten Stand des Wissens. Und nochmal sorry: Es ist eben so, dass Gerald Hüther und Manfred Spitzer in Deutschland momentan so etwas wie Choryphäen in der Gehirnforschung sind. |
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@Katrin Rönicke:
behandle ich die eine Position "netter", die andere "unnetter" - aber ich schildere sie beide. Die Darstellung, daß z.B Pinker behauptet hätte, wegen der Hormone in der Schwangerschaft würden Männer nicht glücklich in sozialen Berufen und Frauen nicht in Vorstandsetagen von DAX-Unternehmen, kann ich nicht als "Schilderung" ihrer Position auffassen. Und ich schreibe nicht, dass die eine wahrer ist und die andere falsch - ich schreibe und BEschreibe, warum ich die eine logischer finde, als die andere. Nachdem die eine "Position" als völliger Humbug dargestellt wurde, erübrigt sich doch die Auseinandersetzung damit. Unterschiede zwischen Männer- und Frauengehirnen: Daß man keine Merkmale findet, die eindeutig dem einen oder anderen Geschlecht zuzuordnen sind, heißt nicht, daß es die nicht geben kann. Das sage ich nicht, weil ich davon überzeugt bin, daß es die geben muß, sondern weil es praktisch unmöglich ist, die Abwesenheit von etwas wirklich zu beweisen oder etwas mit Sicherheit auszuschließen. Wäre doch blöd, wenn das Weltbild zusammenbricht, nur weil ein Artikel in Nature über den ultimativen Mann-Frau-Gehirn-Marker herauskommt. Ich selbst habe weder mit der einen noch mit der anderen Variante ein Problem. |
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Hallo Nelly,
lesen Sie doch mal Pinkers Buch ("Das Geschlechter-Paradox"): Die Hormone spielen darin eine äußerst zentrale Rolle. Sie erklärt darin ausführlichst, dass ja schon Babys so unterschiedlich seien deswegen und man sich schwer dagegen "sträuben" könne - und auch nicht solle. Im Kinderalter präge sich das noch weiter aus usw.... Sie geht auch sehr ausführlich auf das Thema Berufswahl ein. Und ihr Bild von Männern ist - sorry - einfach total sexistisch. Zwischen den Zeilen kommt wunderbar raus, dass sie im Grunde denkt, Männer seien eben tatsächlich nicht dazu gemacht, zum Beispiel Kinder großzuziehen, auch den Haushalt zu machen - sondern: Männer machen Evolution. Ja, ich gebe es zu: Ich persönlich halte Pinker und Brizendine gleich mit dazu, für ziemlich fragwürdig. Ich setze mich damit aber sehr gerne auseinander - wie Sie sehen habe ich auch diese beiden Autorinnen gelesen. Wir können gerne ein bisschen über deren Inhalte tratschen - so ganz ausführlich ging das in der Kürze des Artikels ja nicht. Im Übrigen werden beide Autorinnen hier durch die Zeitschriften enorm hofiert: Letzten Herbst der Spiegel (Brizendine) und der Focus (Pinker) sowie die Süddeutsche vor einigen Wochen (Pinker) - alle übernehmen völlig unkritisch die Aussagen der beiden. Ich erlaube mir, auch mal ein Gegenpol zu sein - Gründe dafür gibt es jedenfalls genügend - natürlich rein wissenschaftlich gesehen. Und wenn die Nature nächsten Monat irgend etwas feststellt - ist doch schön. Ich sage ja auch nicht, dass alles oben der Weisheit letzter Schluss ist - wie könnte ich, wo doch die Neuroforschung in so vielem noch ganz am Anfang steht?? |
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@Katrin Rönnicke:
Danke für die Erwiderung. Zugegeben, ich habe kein Buch von Susan Pinker gelesen, sondern nur die besagten Interviews. Und fand das, was ich da las, durchaus nachvollziehbar. Möglicherweise bekommt man eine Überdosis davon, wenn man das ganze Buch liest. Z.B. zur Thematik Karriere oder "mit den Kindern mal eine Zeitlang zu Hause bleiben". Natürlich können im Prinzip sowohl Frauen als auch Männer beides, und ich habe in den Interviews mit Susan Pinker auch nicht das Gegenteil gelesen. Ich versuche mich vorsichtig auszudrücken, damit ich nicht einen falschen Zungenschlag um die Ohren gehauen bekomme. In dieser Gesellschaft werden aber Männer an den Spitzen steiler Hierarchien überrepräsentiert bleiben, ganz einfach, weil es mehr Männer als Frauen gibt, für die es essentiell (also für's Selbstwertgefühl oder das Gefühl, erfolgreich zu sein) ist, sich in einer Rangordnung zu behaupten und in dieser Rangordnung dann eben auch die Spitzenposition einzunehmen. Und sich in einer Rangordnung zu behaupten, heißt hier und heute eben "Karriere machen". Anders sieht es in Bereichen aus, wo die Hierarchien nicht so steil sind, wo es nicht eine einsame Spitze, sondern mehr ein Hochplateau gibt (wo also auch "oben" Verbindung zu anderen gehalten werden kann). Dort sind Frauen gleich viel "erfolgreicher". Umgekehrt hat es für Frauen im Mittel einen ganz anderen emotionalen Stellenwert, Kinder zu haben (bzw. auch sie nicht zu haben). Mich überzeugt das nicht, das alles nur mit "Kultur, Gesellschaft, Erziehung, Prägung, Vorbilder" erklärt zu bekommen (was ich früher auch glaubte). Da scheinen noch ein paar Faktoren mitzuspielen, die relativ resistent gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen zu sein scheinen. |
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"Mich überzeugt das nicht, das alles nur mit "Kultur, Gesellschaft, Erziehung, Prägung, Vorbilder" erklärt zu bekommen (was ich früher auch glaubte). Da scheinen noch ein paar Faktoren mitzuspielen, die relativ resistent gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen zu sein scheinen."
Und genau diese 'mitspielenden' Faktoren zu eruieren bzw. über diese nachzudenken, fände ich viel spannender als alle Erklärungen durch Kultur, Gesellschaft, Erziehung, Prägung, Vorbilder, die nach meinem Empfinden die Diskussion nicht wirklich voranbringen, sondern nur verhärtete Positionen evozieren. |
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@ Katrin Rönnicke:
Sie schrieben hier in einem Kommentar, dass es, u.a., Ihr Job sei, diese Themen bzw. Bücher zu besprechen. Das ist für mich ok. Denn sonst frage ich mich, warum es denn so wichtig ist, ob und wer hier recht hat? Nach meiner Erfahrung lassen sich gerade die Verfechter von "Manner sind so und Frauen sind eben so", auf keine Meinungsänderungen ein. Debatten dienen bestenfalls dazu, die eigene Überzeugung immer wieder darzustellen. Und die auf der anderen Seite sind häufig ähnlich stur... Aber ist es denn nicht letztlich auch ziemlich egal? Sollten wir nicht vielmehr versuchen, unsere Kinder endlich in die Lage zu versetzen, ihre eigenen Erfahrungen zu machen, und selber herauszufinden, wo ihre Schwerpunkte und Vorlieben liegen? Und ihr Selbstwertgefühl soweit stärken, dass sie sich damit auch in einer unbelehrbaren, ins biedermeierliche verliebten deutschen Gesellschaft durchsetzen können? @ Nelly: "In dieser Gesellschaft werden aber Männer an den Spitzen steiler Hierarchien überrepräsentiert bleiben, (...) weil es mehr Männer als Frauen gibt, für die es essentiell ist, sich in einer Rangordnung zu behaupten..." Mag sein; sogar, dass dies zum Teil testosterongesteuert ist. Aber deswegen müssen wir es doch nicht hinnehmen! "So war das schon immer..": davor graust mir. Das bedingt sich doch auch; die deutsche, teiweise sehr hämisch geführte Debatte beweist das immer wieder. Haben Sie diese unerträgliche Reportage in einer der letzten "Stern"-Ausgaben gelesen, über die Väter, die Familienzeit nehmen und dann sagen: "Frauen können das einfach besser, nie wieder"? Diese vorgestrige Replik auf Ursula von der Leyen, die den "Stern" entdgültig als altmodisches Blatt disqualifiziert? Hier soll einfach nicht umgedacht werden, es ist für alle - Unternehmen, Väter, auch Mütter zum Teil - bequemer so, und das wird dann mit Biologie begründet, wenn es sonst keine Argumente mehr gibt. "Umgekehrt hat es für Frauen im Mittel einen ganz anderen emotionalen Stellenwert, Kinder zu haben (bzw. auch sie nicht zu haben)." Emotional? Ich weiss nicht. Nicht nur, jedenfalls. Da spielt doch auch gesellschaftlicher Druck und Erwartungen eine Rolle. Krass ist das in den USA, wo eine Frau, so erfolgreich ihre Karriere auch sein mag, letztlich an dem Vorhandensein von Familie gemessen wird. Hat sie keine und ist statt dessen erfolgreich, ist das eben nur Kompensation. Zwei Freundinnen von mir haben sich mit Ende dreißig dafür entschieden, keine Kinder zu bekommen. Sie hatten Partner, die aus früheren Verbindungen bereits welche hatten, daher standen sie auch nicht unter Druck. Ich vermute, sie haben es nie bereut. Unserer Freundschaft, das gebe ich zu, hat diese Entscheidung allerdings nicht gut getan. Weil unsere Leben sich einfach irgendwann so unterschieden haben. Hormone? Spätestens in und einige Zeit nach einer Schwangerschaft wird deutlich, wie sehr sie eben AUCH eingreifen. Meine Erfahrung war jedenfalls so. Ich habe mit meinem Kind in einer Art Kokon gelebt, ich war eigentlich für andere Themen gar nicht ansprechbar. Ich wollte nur dieses kleine Wesen schützen und versorgen. Und ich war auf eine unvergleichliche Art glücklich. - Dem Vater, der zu dieser Zeit 800 km von uns entfernt ein Zweitstudium machte und nur alle 14 Tage zu Besuch kam, ging es nicht so. Der stand nur ratlos daneben, fassungslos, wie seine wirbelnde Karriere-Journalistin sich auf einmal verändert hatte. Hier brauchen wir noch mehr Vermittlung, statt Negation. Diese hormonelle Veränderung macht ja durchaus Sinn, und sie gibt sich auch wieder nach etwa einem Jahr (in dieser heftigen Form). Übrigens entwickeln auch Männer, die mit ihren Babys oft zusammen sind, ähnlich starke "Muttergefühle". Mein Vorschlag: Lassen wir doch Menschen selber herausfinden, wer und was und wie sie sein möchten - und schaffen wir für diese Arten von verschiedenen Leben die Herausforderungen. Herzlich, Anna (die Bücher habe ich aber nicht gelesen) |
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Nachtrag: Die "Herausforderungen" für diese verschiedenen Arten zu leben müssen wir ja nicht mehr schaffen,die gibt`s zuhauf; ich meinte vielmehr "die Möglichkeiten".
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Hallo Nelly und Anna,
Anna hat schon sehr viel von dem gesagt, was mir als Erwiderung auf den Kommentar auch auf dem Herzen gebrannt hätte - danke dafür. Ich selbst habe auch ein Kind und bekomme bald das Zweite. Und ja: Da verändert sich einiges - natürlich auch hormonell. Teilweise habe ich das ähnlich wie Anna erlebt. Doch das war eine Phase. Schwangerschaft und die Zeit des stillens - seitdem das "überstanden" ist, ist eigentlich alles wieder recht "normal" und unterscheidet sich im grunde kaum von der Art, wie mein Mann mit dem Kind umgeht. Im Gegenteil. Was Mütterlichkeit und die Erwartungen an Mutterliebe vielfach sind, sind Überfrachtungen von Frauen mit Ansprüchen, die in Wahrheit kaum eine Frau alleine schaffen kann. Das jetzt auszuführen wäre den Kommentar sprengend - aber ich möchte das ganz deutlich so sagen. Kinder groß ziehen funktioniert selten sehr gut, wenn es an einer einzigen Frau hängt. "Um ein Kind großzuziehen braucht man ein ganzes Dorf" heißt ein afrikanisches Sprichwort. Kurz: Der Stellenwert von Kindersorge sollte eigentlich für das ganze Dorf genauso hoch sein, wie es hier gerade mal den Müttern unterstellt wird. Und ja: Das Buch zu lesen ist ein bisschen wie eine Überdosis. Es ist eben ideologisch. Ich möchte aber dazu sagen, dass ich Hüther an anderen Stellen auch sehr ideologisch finde - und hey: bestimmt bin ich das eben auch. Wenn ich versuchen wöllte eine möglichst ideologiefreie Position auf einen Punkt zu bringen wären das genau Annas Worte: "Sollten wir nicht vielmehr versuchen, unsere Kinder endlich in die Lage zu versetzen, ihre eigenen Erfahrungen zu machen, und selber herauszufinden, wo ihre Schwerpunkte und Vorlieben liegen?" - klar - auch das ist eine bestimmte Ideologie. Aber ich finde sie baut so sehr auf Freiheit, dass sie es wert ist, gelebt zu werden. |
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Liebe Katrin Rönicke;
"Ich selbst habe auch ein Kind und bekomme bald das Zweite." :)) Alles Gute für Dich, Deine Familie und das Baby! Herzliche Grüße, Anna |
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@Anna:
Zum Thema "Männer oder Frauen in Spitzenpositionen": "Mag sein; sogar, dass dies zum Teil testosterongesteuert ist. Aber deswegen müssen wir es doch nicht hinnehmen!" Was genau müssen wir nicht hinnehmen ? Ich meinte, daß unter den Menschen, für die es wahnsinnig wichtig ist, das Leben eines Alpha-Tieres zu führen, viel mehr Männer als Frauen gibt. Und weil es so wichtig ist, setzen sie wirklich alles daran, das auch zu erreichen.Aus diesem Grund schlagen sie überhaupt diese Karrierewege ein und ordnen möglicherweise alles andere dem unter. Ja, es gibt auch Frauen, die das machen, aber weniger, weil es für die meisten nicht von zentraler Bedeutung ist, an der Spitze der Pyramide zu landen, sondern andere Gesichtspunkte einer Karriere oder des sonstigen Lebens auch wichtig sind. Um eine bestimmte Anzahl von Posten kämpfen auch aus diesem Grund viel mehr Männer als Frauen. Wenn am Ende dann mehr Posten von Männern besetzt sind, hat das eben nicht nur mit Diskriminierung und Benachteiligung von Frauen zu tun. Eine andere Frage ist die nach der Sinnhaftigkeit solcher Strukturen. Möchte man mehr Frauen einflußreichen Positionen haben, was ja durchaus ein erstrebenswertes Ziel ist, sollte man die Hierarchien abflachen. Nur sind die einflußreichen Positionen dann keine allmächtigen Positionen mehr. Ähnliches Beispiel: Frauen in technischen (oder naturwissenschaftlichen) Berufen. Klar, da gibt es für Frauen noch einiges zu holen, nur zu ! Ich mache auch was in der Richtung und habe es nicht bereut ! Nur: Kann man es allein mit Erziehung, Prägung und gesellschaftlichen Erwartungen begründen, daß in der Entwicklungsabteilung eines Autoherstellers nicht 50% der Ingenieure weiblich sind ? Wer das glaubt, hatte wohl noch nicht Gelegenheit, kleine Jungs im Alter von zwei bis drei Jahren zu erleben. Diese Hingabe, Begeisterung, Interesse für alles Technische ist mir als "ehemaligem" Mädchen absolut nicht nachvollziehbar. Und ich glaube nicht, daß das alles nur "aufoktroyiert" worden ist ! Tja, scheinbar gibt es da etwas, was das Gehirn vieler Jungen beim Spiel mit dem Lego-Kran aufleuchten läßt wie einen Weihnachtsbaum ! Zum Thema "Frauen und Kinder": Hier bin ich von Dir und Katrin Rönnicke ein bißchen mißverstanden worde. Ich wollte nicht sagen, daß, wenn Frauen Kinder bekommen, sich fürderhin alles in ihrem Leben nur noch um die lieben Kleinen dreht. Was ich sagen wollte, ist daß Kinderkriegen bzw. -großziehen als eines der großen Lebensziele für die meisten Frauen einen höheren, stärker besetzten Stellenwert hat als für die meisten Männer. Auch, wenn das Lebensziel sich nicht erfüllt. Für Frauen ist es i.a. schlimmer. |
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Nun liebes frl Rönicke! wirklich fähige Naturwissenschaftler schließen ein harmloses Biologiestudium irgendwann mit dem Diplom ode rMaster ab, aber nicht nach Drei jahren mit nichts! Drei Jahre irgendetwas studieren kann jeder, dann kommt halt das Prüfungsamt und für die Minderbegabten das Ende :)
Was ich sagen will, in Dtl gilt die Sache mit dem "Knödeldiplom" es gibt für alles einen Abschluss und damit wird man geachtet, wer keine Abschluss hat, der hat das Ding nie betrieben. Mit "Ich habe das drei jahre studiert" hat man keine Kompetenz, die bekommt man erst nach bestandener Abschlussprüfung und -arbeit.. |
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Offensichtlich bin ich der einzige hier, aber ich bekenne freimütig, dass ich Ihre Kolumne Woche für Woche als mutiges Korrektiv gegen den Flachsinn und Herdentrieb anderer Medien in diesen Fragen wahrnehme. Und bei der Lektüre denke ich manchmal: merkwürdig, dass so wenige dies so sehen.
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vielen Dank! tut sehr gut, auch einmal so einen Kommentar zu lesen :)
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WIE SIEHT BLOSS UNSER GLOBUS AUS ?
Die Banalität von Macht und Herrlichkeit Die allermeisten Ärzte auf Erden – es sind Männer. Die allermeisten Architekten auf Erden – es sind Männer. Die allermeisten Bankdirektoren auf Erden – es sind Männer. Die allermeisten Drogendealer auf Erden – es sind Männer. Die allermeisten Künstler und Komponisten auf Erden – es sind Männer. Die allermeisten Manager auf Erden – der Auto – Alkohol – Pharma – Tabak - Zuckerwaren-Industrie – es sind Männer. Die allermeisten Pastoren, Piloten, Politiker, Polizisten auf Erden – es sind Männer. Die allermeisten Rechtsanwälte, Richter und Staatsanwälte auf Erden – es sind Männer. Die allermeisten Schriftsteller auf Erden – es sind Männer. Die allermeisten Waffendealer und Zuhälter auf Erden – es sind Männer. Die allermeisten Krankenpflegenden auf Erden – es sind Frauen. Die allermeisten Prostituierten auf Erden – es sind Frauen. So sieht unser Globus aus. Nichts Neues also unter der Sonne ? Die so genannten Stützen der Gesellschaft sind erstrangige Mannsbilder, die helfenden Hände gehören meistens Frauen in der zweiten Reihe, vorrangig brauchbar brave Konsumentinnen, auch zivile Opfer genannt. Mütter von Mädchen und Jungen befördern die fatale Schräglage. Der globale Ernstfall, er findet statt, permanent. M.B. 31.12.2002 |
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Auch ich verstehe einen Teil der Diskussionsbeiträge nicht. Die Autorin hat nach meiner Lesart nur sehr altbekannte Erkenntnisse auf neuere Erkenntnisse oder Thesen bezogen.
Die Erkenntnis, dass Mann und Frau biologisch unterschiedlich sind, ist doch nicht neu ? Das die Umwelt einen entscheidenden Anteil unserer Entwicklung hat , auch nicht. Das sich das menschliche Gehirn z.B. das für Sprache zuständige Zentrum während der Evolution vergrößert hat, ist doch auch nicht neu. Das ich meine Fähigkeiten verändere , wenn ich mich mit Dingen auseinandersetzte und das Spuren im Gehirn hinterlässt , ist auch nicht neu. Das kleine Mädchen und kleine Jungen nie neutral aufwachsen, sondern bereits mit der Muttermilch einen Begriff von weiblich mitbekommen und es also keine außerhalb der Geschlechter stehende Erziehung/ Einflüsse geben kann, ist doch auch klar. Das Frauen, da sie Kinder bekommen einen direkteren und über die Hormone einen gefühlsmäßig stärkeren Bezug zu einem Baby haben als ein Mann, der dies über seinen Kopf hin zu seinen Gefühlen entwickeln muss , ist doch auch unbestreitbar. Also die Rollen der Geschlechter sind im Leben von 0 bis zum Tode immer da. Ein Experiment, dass diese Faktoren ausschließt , wird und kann es nie geben. Das die Neurobiologie , ähnlich wie die Biologie unterschiedliche Erkenntnisinteressen bedient und konservative Wissenschaftler die biologische Seite höher gewichten, um eine natürliche Begründung sozialer Unterschiede zu beweisen, wird sich sicherlich nie ändern. |
Ausgabe 20/2012
16.05.2012
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